Winterdienst

Den Winterdienst von der Steuer absetzen

Udo Reuß Stand: 09. Dezember 2016
Das Wichtigste in Kürze
  • Wenn Sie verpflichtet sind, öffentliche Wege zu räumen und dafür jemanden bezahlen, können Sie die Arbeitskosten als haushaltsnahe Dienstleistung steuerlich absetzen.
  • Für alle haushaltsnahen Dienstleistungen zusammen können Sie im Jahr höchstens 20.000 Euro Kosten ansetzen und davon 20 Prozent direkt von der Steuerschuld abziehen.
  • Sie sollten sich stets eine detaillierte Rechnung geben lassen und den Betrag überweisen.
  • Die Regeln gelten sowohl für Hauseigentümer als auch Mieter. Falls Sie als Mieter die Kosten zu tragen haben, reichen Sie Ihre Nebenkostenabrechnung ein.

Schnee und Eis können Innenstädte in schöne Winterlandschaften verwandeln und zugleich für Fußgänger und Radfahrer tückisch sein. Deshalb schreiben die meisten Kommunen vor, dass Hauseigentümer die Gehwege vor dem Gebäude räumen müssen. Viele Hausbesitzer beauftragen einen professionellen Winterdienst, der die Räum- und Streupflicht übernimmt. Vermieter können die Kosten dafür über die Nebenkostenabrechnung an ihre Mieter weitergeben.

Sowohl Mieter als auch Eigentümer können die Ausgaben für den Winterdienst als haushaltsnahe Dienstleistung in ihrer Steuerklärung geltend machen und sich so einen Teil davon vom Fiskus zurückholen. Abzugsberechtigt ist derjenige, der die Kosten hierfür getragen hat, also das Geld überwiesen und eine Rechnung oder die Nebenkostenabrechnung hat.

Kosten auch außerhalb der Grundstücksgrenze absetzbar

Bis 2014 akzeptierten die Finanzämter nur die Kosten für den Winterdienst, die direkt auf dem Grundstück angefallen sind. Lohnkosten für das Räumen der öffentlichen Gehwege oder der Straße galten nicht als haushaltsnahe Dienstleistung, weil sie außerhalb des Haushalts entstanden seien.

Der Bundesfinanzhof (BFH) hatte aber bereits im März 2014 entschieden, dass eine Leistung nicht zwangsläufig „im Haushalt“ anfallen muss, um als haushaltsnah zu gelten (VI R 55/12). Es genüge, wenn die Arbeit „zum Nutzen des Haushalts“ erledigt werde, urteilte der BFH.

Mittlerweile akzeptieren dies auch die Finanzämter. Im Schreiben des Bundesfinanzministeriums vom 9. November 2016 wurde der Winterdienst explizit in den Katalog der haushaltsnahen Dienstleistungen aufgenommen (Az. IV C 8 - S 2296-b/07/10003 :008).

20 Prozent der Lohnkosten absetzbar

Falls Sie zur Schneeräumung von öffentlichen Straßen und Gehwegen verpflichtet sind und dafür einen Dienstleister beauftragen, können Sie ein Fünftel der Lohnkosten steuerlich absetzen. Insgesamt dürfen Sie in der Einkommensteuererklärung pro Jahr maximal 20.000 Euro an haushaltsnahen Dienstleistungen geltend machen. Das heißt: Sie können bis zu 4.000 Euro direkt von Ihrer Steuerschuld abziehen.

Neben dem Winterdienst dürfen Sie als Mieter auch die in der Nebenkostenabrechnung aufgeführten Ausgaben für die Gartenpflege, den Hausmeister oder die Treppenhausreinigung als haushaltsnahe Dienstleistungen absetzen. Mehr dazu lesen Sie in unserem Ratgeber Haushaltsnahe Dienstleistungen.

Autor
Udo Reuß

Stand: 09. Dezember 2016


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