Unfall im Ausland

So bekommen Sie bei Autounfällen im Ausland Hilfe

Silke Kursawe Stand: 12. Oktober 2018
Das Wichtigste in Kürze
  • Wer in Europa Opfer eines Verkehrsunfalls wird, kann sich an den Beauftragten der ausländischen Versicherung in Deutschland wenden. Dann wird der Schaden zu Hause in deutscher Sprache bearbeitet.
  • Eine Liste aller Schadenregulierungsbeauftragten führt der Zentralruf der Autoversicherer.
  • Bei einem Unfall mit einem ausländischen Fahrzeug innerhalb Deutschlands ist das Deutsche Büro Grüne Karte zuständig.
So gehen Sie vor
  • Hatten Sie im Urlaub in Europa einen unverschuldeten Verkehrsunfall, rufen Sie nach Ihrer Heimkehr beim Zentralruf der Autoversicherer an. Dort erfahren Sie, wen die ausländische Versicherung als Beauftragten benannt hat. Mittlerweile können Sie sich auch online erkundigen.
  • Der Schadenregulierungsbeauftragte trägt alle nötigen Informationen für Ihren Fall zusammen und bearbeitet diesen.
  • Reguliert die ausländische Versicherung den Schaden nicht binnen drei Monaten, können Sie sich an die Entschädigungsstelle der Verkehrsopferhilfe wenden.

Jeder noch so schöne Urlaub endet jäh, wenn Sie einen Unfall haben. Egal, ob Linksverkehr oder Serpentinen, ein Unfall zehrt besonders dann an den Nerven, wenn Ihnen plötzlich bewusst wird, dass Sie gar nicht wissen, was Sie jetzt tun müssen und Sie sich schlecht verständlich machen können.

Was tun bei einem Unfall im Ausland?

In der EU und in nahezu allen Ländern der Welt ist eine Kfz-Haftpflichtversicherung Voraussetzung für die Zulassung eines Kraftfahrzeugs im öffentlichen Straßenverkehr. Die Deckungssummen sind im Ausland – jenseits von EU, EWR-Ländern und der Schweiz – in der Regel deutlich niedriger als in Deutschland. Um diesen Unterschied auszugleichen, gibt es zum Beispiel die sogenannte Mallorca-Police. Alternativ können Sie bei der Mietwagenbuchung eine höhere Deckungssumme vereinbaren.

Hatten Sie einen Unfall im Ausland und möchten Ihren Schaden von der Versicherung des Verursachers regulieren lassen, können Sie das von zu Hause aus tun.

Der Schadenregulierungsbeauftragte hilft Ihnen weiter

Alle europäischen Versicherungen haben in jedem Mitgliedsland der Europäischen Union Schadenregulierungsbeauftragte. Die Versicherer sind also verpflichtet, einen in Deutschland ansässigen oder niedergelassenen Vertreter zu benennen. Damit wird erreicht, dass Ansprüche gegen den ausländischen Versicherer auch im Inland geltend gemacht werden können.

Der Versicherer oder sein Vertreter, der Schadenregulierungsbeauftragte, werden aufgrund des bestehenden Direktanspruchs des Verkehrsopfers so behandelt, als hätten sie selber den Schaden verursacht. Ganz besonders wichtig ist diese Regelung in Fällen, in denen zwar das unfallverursachende Auto, nicht aber der Fahrer des Autos bekannt ist.

Wenn Sie zum Beispiel in Spanien Opfer eines Verkehrsunfalls werden, können Sie sich nach dem Urlaub an den Beauftragten der spanischen Versicherung in Deutschland wenden.

Wer das ist, erfahren Sie durch einen Anruf beim Zentralruf der Autoversicherer. Sie erreichen ihn

  • aus Deutschland unter der kostenfreien Rufnummer 0800/25 026 00,
  • aus dem Ausland unter der kostenpflichtigen Rufnummer +49 40/300 330 300,
  • im Internet über dieses Formular.

Der Schadenregulierungsbeauftragte reguliert Ansprüche auf Ersatz von Personen- und Sachschäden, wenn

  • sich der Unfall in einem EU-Land ereignet hat, in dem der Geschädigte keinen Wohnsitz hat, und
  • der Schaden durch ein Auto verursacht wurde, das in einem EU-Mitgliedstaat versichert ist.

Der Schadenregulierungsbeauftragte trägt alle Informationen zusammen, die für die Regulierung des Schadens erforderlich sind. Voraussetzung dafür ist, dass der Unfall durch ein bei seinem Unternehmen versichertes Fahrzeug verursacht worden ist. Hat sich der Unfall in einem anderen Land als einem Mitgliedstaat der Europäischen Union oder des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) ereignet, gilt dies nur unter bestimmten Voraussetzungen.

Reguliert die gegnerische Versicherung den Schaden nicht innerhalb von drei Monaten oder geht der Schadenregulierungsbeauftragte nicht ausreichend auf Ihr Schadenersatzbegehren ein, können Sie sich an die Entschädigungsstelle der Verkehrsopferhilfe wenden. Gleiches gilt auch, wenn sich weder der zuständige Versicherer noch das Fahrzeug ermitteln lässt, das den Schaden verursacht hat.

Was tun bei einem Unfall mit einem ausländischen Fahrzeug im Inland?

Bei Unfällen mit ausländischen Fahrzeugen in Deutschland vermittelt das Deutsche Büro Grüne Karte (DBGK) einen deutschen Haftpflichtversicherer, der die Schadensregulierung stellvertretend übernimmt. Das DBGK ist Ansprechpartner, wenn sich der Unfall in Deutschland unter Beteiligung eines ausländischen Kraftfahrzeugs ereignet hat.

Das DBGK ist nicht zuständig bei einem Unfall, der sich im Ausland ereignet hat. War das gegnerische Fahrzeug in Deutschland zugelassen, aber nicht versichert, könnte der Entschädigungsfonds der Verkehrsopferhilfe zuständig sein.

Warum ist die Grüne Karte wichtig?

Für Fahrten ins Ausland empfehlen wir zum Nachweis einer gültigen Kfz-Haftpflichtversicherung die Grüne Versicherungskarte. Sie ist zwar in den EU-Staaten und vielen anderen Staaten nicht mehr zwingend vorgeschrieben, weil innerhalb der EU das sogenannte Kennzeichenabkommen gilt.

Die Internationale Versicherungskarte für Kraftverkehr – der eigentliche Name der Grünen Karte – kann aber bei einem Unfall die Schadensabwicklung erheblich erleichtern. Zeigen Sie die Karte einfach vor Ort der Polizei, dort stehen alle notwendigen Angaben, die Sie zu Ihrer Versicherung und dem Auto machen müssen.

Ihr Weg zur günstigsten Autoversicherung

Die günstigste Autoversicherung finden Sie, wenn Sie mehrere Anbieter vergleichen. Unser großer Portaltest hat ergeben, dass Sie am besten mindestens zwei Vergleiche kombinieren. Denn nicht alle Versicherer sind auch auf allen Vergleichsportalen vertreten.

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Autor
Silke Kursawe

Stand: 12. Oktober 2018


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