Kfz-Versicherung & Pannenhilfe

Sorglos mit dem Auto in den Urlaub

Nina C. Zimmermann Stand: 08. Juni 2017
Das Wichtigste in Kürze
  • Schließen Sie bei Ihrem Kfz-Versicherer eine Mallorca-Police ab, bevor Sie im Ausland einen Wagen mieten. Dann gelten für das Auto deutsche Versicherungssummen.
  • Sollten Sie mit dem eigenen Auto in die Ferien fahren, brauchen Sie einen Autoschutzbrief und einen europäischen Unfallbericht.
  • Die grüne Karte benötigen Sie innerhalb der EU nicht mehr. Lediglich wenn Sie in den asiatischen Teil der Türkei fahren, müssen Sie sie mitführen.
  • Halten Sie die Promillegrenzen Ihres Urlaubslandes ein.
  • Vergessen Sie nicht, sich rechtzeitig um Autobahn-Vignetten zu kümmern.

Im Sommer müssen Sonnenschirm, Schnorchel-Ausrüstung und Luftmatratze mit, im Winter kommen der Schlitten und die Skiausrüstung in den Kofferraum: Gerade Familien fahren gerne mit dem eigenen Auto in die Ferien. Wenn Sie innerhalb Europas unterwegs sind, müssen Sie sich wegen Ihrer Kfz-Versicherung keine Sorgen machen: Die Haftpflicht- und Kasko-Versicherung gelten genauso wie in Deutschland.

Mallorca-Police abschließen

Falls Sie im Ausland einen Wagen mieten, sieht die Sache jedoch anders aus: Der Versicherungsschutz richtet sich dann nach den Vorschriften vor Ort. Das heißt, dass die Deckungssummen manchmal sehr viel niedriger sind als in Deutschland. Damit Sie im Schadensfall die Differenz nicht selbst zahlen müssen, sollten Sie bei Ihrem Versicherer eine Mallorca-Police abschließen. Obwohl der Name es vermuten lässt, gilt dieser Zusatzschutz nicht nur auf Mallorca und in Spanien, sondern in allen europäischen Reiseländern. Besonders in Griechenland kann die Police Gold wert sein: Aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen Lage haben rund 15 Prozent aller Griechen gar keine Fahrzeugversicherung.

Autoschutzbrief hilft bei Pannen

Eine Panne oder ein Unfall sind im Ausland besonders ärgerlich. Damit Sie im Ernstfall nicht alleine dastehen, empfiehlt sich ein Kfz-Schutzbrief. Bei einer Panne organisiert und finanziert der Versicherer die Pannenhilfe. Bei einem Unfall kümmert er sich um die Bergung des Autos und im Fall eines Totalschadens auch um die Verschrottung. Außerdem übernimmt er die Kosten für einen Mietwagen und für Übernachtungen, sofern Sie irgendwo auf halber Strecke liegen geblieben sind. Wurden Sie oder einer Ihrer Mitfahrer bei dem Unfall verletzt, kommt der Schutzbrief auch für den Krankenrücktransport auf. Der Schutzbrief ist übrigens eine günstige Alternative zu einer ADAC-Mitgliedschaft, die solche Leistungen ebenfalls abdeckt.

Wer mit dem Auto in den Urlaub fährt, kann auch einen sogenannten Auslandsschadenschutz abschließen. Dieser übernimmt bei einem nicht selbst verschuldeten Unfall die komplette Schadensabwicklung und ersetzt den Schaden so, als ob der Unfallgegner eine Kfz-Haftpflichtpolice nach deutschem Recht hätte. Das ist besonders praktisch, wenn die Versicherung des Unfallgegners nicht zahlen will.

Europäischer Unfallbericht überbrückt Sprachbarrieren

Die Probleme bei einem Unfall im Ausland fangen oft schon damit an, dass Sie, der Unfallgegner und die örtliche Polizei nicht dieselbe Sprache sprechen. Für diesen Fall hat der europäische Versicherungsverband den europäischen Unfallbericht entworfen, den Sie unbedingt dabei haben sollten. Er enthält Ausfüllhilfen in elf Sprachen. Sie können ihn für rund 3 Euro beim ADAC bestellen.

Türkei: Grüne Karte nur für den asiatischen Teil nötig

Fahren Sie mit dem Auto in die Türkei, dann brauchen Sie die grüne Karte nur, wenn Sie den Bosporus überqueren. Achten Sie darauf, dass die Türkei auf Ihrer grünen Karte eingetragen ist. Nur dann greift Ihre Kfz-Haftpflichtversicherung. Die Deckung der grünen Karte erstreckt sich grundsätzlich nicht auf den Kaskoschutz. Im europäischen Teil der Türkei gilt wie in der EU Ihre normale Kfz-Versicherung.

Im Ausland gelten andere Promillegrenzen

In Deutschland darf man mit 0,5 Promille Alkohol im Blut noch Auto fahren. Doch das ist längst nicht in allen europäischen Ländern so, wie die Grafik zeigt. Wer die Promillegrenzen missachtet, dem drohen im Ausland mitunter hohe Geldstrafen – Wiederholungstätern auch Gefängnis.

Vignette für die Autobahn kaufen

Viele europäische Länder erheben eine Autobahn-Maut für ausländische Fahrzeuge. In der Regel müssen Urlauber eine Vignette kaufen, bevor sie auf die Autobahn fahren. Wer das versäumt, wird zur Kasse gebeten. In Österreich etwa kostet eine 10-Tages-Vignette für einen Pkw 8,80 Euro. Manche Staaten kassieren auch direkt an der Autobahnauffahrt ab, beispielsweise Italien. Dort kostet eine etwa 150 Kilometer lange Fahrt auf der Autobahn rund 14 Euro. Diese Kosten sollten Sie bei Ihrer Urlaubsplanung einkalkulieren.

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  • Empfohlene Vergleichsportale und Anbieter: Verivox, Check24, Huk24

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Autor
Nina C. Zimmermann

Stand: 08. Juni 2017


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