Tarifmerkmale Kfz-Versicherung

So zahlst Du weniger für Deine Autoversicherung

Kathrin Gotthold
Finanztip-Expertin für Ver­si­che­rungen

Das Wichtigste in Kürze

  • Wieviel Du für Deine Autoversicherung zahlst, hängt von vielen unterschiedlichen Merkmalen ab. Auf einige hast Du Einfluss – und damit auch auf Deinen Beitrag.
  • Wir haben die wichtigsten Merkmale untersucht, die den Preis Deiner Kfz-Versicherung bestimmen.

So gehst Du vor

  • Stell Deine Zahlweise auf jährlich um.
  • Überleg, ob Du die Anzahl der Fahrer einschränken kannst. Dein Partner darf übrigens immer so gut wie kostenlos mit in den Vertrag. Führerscheinanfänger treiben aber den Preis.
  • Finanztip empfiehlt: Berechne zunächst die günstigste Kfz-Versicherung auf Verivox oder Check24. Mach dann den Gegencheck bei der Huk24.

Wieviel Du für Deine Autoversicherung zahlen musst, hängt von vielen Faktoren ab. Das Gute: Auf einige wichtige hast Du Einfluss. Wir zeigen Dir, an welchen Stellen Du leicht eine ganze Menge Geld sparen kannst.

Mit welchen Merkmalen machst Du Deinen Beitrag günstiger?

Es gibt persönliche Daten, die zwar preisrelevant in der Kfz-Versicherung sind, auf die Du aber kaum bis gar keinen Einfluss hast. Niemand wird sich Familienstand, Kinder oder Beruf passend für den günstigsten Kfz-Versicherungsvertrag zusammenbasteln. Und am Alter kannst Du auch nicht drehen. Bei anderen wichtigen Merkmalen kannst Du aber eingreifen, um Deine Autoversicherung günstiger zu machen.

Kilometerleistung - Fährst Du wirklich so viel? Bei den Kilometern solltest Du auf jeden Fall defensiv schätzen. Denn je mehr Kilometer Du angibst, desto höher wird der Ver­si­che­rungsbeitrag. Und nachmelden kannst Du immer! Probleme kannst Du hingegen bekommen, wenn Du weniger fährst und dann Geld zurück willst.

Zu Deiner Orientierung findest Du hier Ergebnisse der aktuellen Finanztip-Studie zur Kilometerleistung aus August 2022, wieviel mehr Du für höhere Fahrleistungen draufzahlst:

  • 5.000 Kilometer kosteten bei unserer Untersuchung im Schnitt 8 Prozent mehr als 2.000 Kilometer Jahresfahrleistung
  • 10.000 Kilometer kosteten 15 Prozent mehr als 5.000 Kilometer
  • 15.000 Kilometer kosteten 9 Prozent mehr als 10.000 Kilometer
  • 20.000 Kilometer kosteten 15 Prozent mehr als 15.000 Kilometer
  • 25.000 Kilometer kosteten 15 Prozent mehr als 20.000 Kilometer

Corona und Spritpreise ändern Fahrverhalten

Das Fahrverhalten der Deutschen hat sich verändert. Zuletzt zeigten Corona und steigende Kraftstoffpreise Wirkung. Wir wollten sehen, wie Ver­si­che­rungen damit umgehen, wenn Autofahrer ihr Auto vermehrt stehen lassen. Also haben wir zu Beginn der Corona-Pandemie im Jahr 2020 und im Spätsommer 2022 bei Ver­si­che­rungen nachgefragt: Kannst Du Deine Kilometerleistung rückwirkend reduzieren, wenn Du merkst, dass Du im laufenden Jahr weniger gefahren bist? In unserer ersten Umfrage, die wir im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie gemacht haben, stellten sich noch einige Versicherer quer, wenn es um eine rückwirkende Reduzierung des Ver­si­che­rungsbeitrags ging.

In unserer aktuellen Umfrage aus August 2022 sagte der Großteil der befragten Unternehmen zu, fürs laufende Ver­si­che­rungsjahr die Beiträge rückwirkend zu reduzieren. Befragt hatten wir dieselben Anbieter wie im Jahr 2020: die zehn größten Versicherer und weitere, die in unserem großen Test zu Kfz-Versicherungen regelmäßig günstig sind. Von 33 angefragten Versicherern haben 28 geantwortet. Alle sagten für 2022 zu, Ver­si­che­rungsbeiträge auch fürs laufende Ver­si­che­rungsjahr, also rückwirkend, zu reduzieren.

Beitragszahlung - Es ist immer ein großer Batzen Geld, der zum Jahresanfang vom Konto abgeht. Aber es lohnt sich, den Beitrag zur Kfz-Versicherung auf einen Schlag zu begleichen, statt in Raten zu zahlen. Denn wer mehrmals pro Jahr einen Teilbetrag abstottert, statt einmal den ganzen Betrag zu überweisen oder abbuchen zu lassen, zahlt drauf. In unserer Untersuchung in August und September 2022 zeigte sich das für Musterkunden wie folgt:

  • Die halbjährliche Zahlweise kostete durchschnittlich 4 Prozent mehr (Ersparnis: 3 Prozent)
  • Eine vierteljährliche Zahlweise kostete durchschnittlich 8 Prozent mehr (Ersparnis: 7 Prozent)
  • Eine monatliche Zahlweise kostete durchschnittlich 10 Prozent mehr (Ersparnis: 9 Prozent)

Zudem: Die monatliche Zahlung bieten viele (auch günstige) Ver­si­che­rungen gar nicht an. Bestehst Du auf das monatliche Abstottern, schränkst Du Deine Tarifauswahl unnötig ein.

Selbstbeteiligung in der Kaskoversicherung - Wenn Du eine Voll- oder Teil­kas­ko­ver­si­che­rung abschließt, solltest Du auch eine Selbstbeteiligung vereinbaren. Wir empfehlen Dir dafür in der Teilkasko 150 Euro, in der Vollkasko 300 Euro. Dieser Betrag nennt sich auch Selbstbehalt – und bedeutet, dass Du einen Schaden in dieser Höhe selbst trägst.

In unserer Untersuchung in August und September 2022 hat die Selbstbeteiligung die Beiträge sowohl in der Teilkasko als auch in der Vollkasko ordentlich gedrückt:

  • In der Teilkasko sparte eine Selbstbeteiligung von 150 Euro durchschnittlich 20 Prozent Beitrag. Eine Selbstbeteiligung von 300 Euro erhöhte die Ersparnis auf durchschnittlich 28 Prozent.
  • In der Vollkaskoversicherung haben viele Anbieter keine Tarife ohne Selbstbehalt im Angebot. Wir können deshalb nicht sagen, wie hoch eine Ersparnis wäre. Eine Selbstbeteiligung von 300/150 statt 150/150 brachte 11 Prozent Ersparnis. 16 Prozent Ersparnis erreichten wir, wenn wir für unsere Musterkunden 500/150 statt 150/150 auswählten.

Werkstattbindung - Wer nach einem Kaskoschaden statt der nächstbesten Werkstatt eine Partnerwerkstatt seiner Kfz-Versicherung besucht, bekommt die Ver­si­che­rung günstiger. Denn Werkstatt und Assekuranz haben in Verträgen Sonderpreise für Reparaturen vereinbart. Für die Ver­si­che­rung bedeutet das niedrigere Rechnungen, die sie nach einem Schaden begleichen muss. Diesen Kostenvorteil gibt sie an ihre Versicherten weiter. Wenn wir die Werkstattbindung akzeptierten, sparten wir in unserer Studie in August und September 2022 durchschnittlich 11 Prozent.

Möchtest Du Dich auf eine Werkstattbindung einlassen, solltest Du vorher jedoch prüfen, wo die nächste Partnerwerkstatt Deiner Ver­si­che­rung ist. Besonders auf dem Land sind die Entfernungen manchmal recht groß. Vorsicht ist auch bei Neuwagen geboten. Denn wenn die Werkstatt keine Original-Ersatzteile verwendet, kann die Herstellergarantie verloren gehen.

Bei geleasten oder fremdfinanzierten Autos ist die Werkstattbindung keine Option. Denn Leasing- und Kreditverträge legen oft fest, dass Reparaturen nur in Werkstätten erfolgen dürfen, die vom Hersteller dazu autorisiert wurden.

ÖPNV/BahnCard - Wir haben untersucht, ob ein Ticket im öffentlichen Personennahverkehr beziehungsweise eine Bahncard etwas bringen. Das Ergebnis: nicht viel!

Die DEVK (die Deutsche Eisenbahn-Versicherungskasse) gewährte als einzige Ver­si­che­rung in unserer Stichprobe Rabatte: 5 Prozent mit einer Dauerkarte für ÖPNV und bis zu 7 Prozent Rabatt mit der BahnCard.

Weitere Fahrer (Fahrerkreis) - Du musst nicht jeden ans Steuer lassen! An dieser Stelle hast Du es in der Hand, richtig zu sparen. Begrenze die Personen, die Dein Auto fahren dürfen. Ver­si­che­rungen sprechen dabei vom Fahrerkreis. Am teuersten ist es, einen unbeschränkten Fahrerkreis anzugeben. Das kostet im Schnitt doppelt so viel wie nur den Ver­si­che­rungsnehmer als Fahrer zu melden. Den größten Anteil an einem deutlich höheren Beitrag hat ein Kind ohne Fahrpraxis, das Dein Auto auch fährt.

  • Der Partner als weiterer Fahrer führte in unserer Stichprobe im Durchschnitt zu einer minimalen Ersparnis von 0,8 Prozent - egal ob verheiratet, verpartnert oder nicht; in unserer Stichprobe fanden wir Versicherer sowohl mit geringen Rabatten als auch mit geringen Zuschlägen.
  • Ein Fahranfänger als zusätzlicher Fahrer verdoppelte fast die Prämie. Der durchschnittliche Aufschlag lag bei 95 Prozent. Ebenso teuer zeigte sich die Variante „beliebig mit bekannten Altersgrenzen“ – wir ließen weitere Fahrer neben einem Kind ohne Fahrpraxis als jüngstem Fahrer zu.

    Neuer Anbieter versichert Familien mit Führerscheinneulingen günstig

    Im großen Kfz-Versicherungstest im Herbst 2022 haben wir bei Finanztip einen Anbieter entdeckt, der keine Aufschläge verlangt, wenn Familien auch Fahranfänger hinters Steuer lassen. Mit ihm können Familien mit Führerscheinneulingen oft deutlich sparen. Der Anbieter heißt Inshared, ist ein junges Unternehmen aus den Niederlanden.

    Ob er auch für Euch ein günstiges Angebot bereit hält, kannst Du ganz einfach herausfinden, denn die Inshared-Angebote findest Du auf den Vergleichsportalen Verivox und Check24. Wenn Du dort vergleichst, schließt Du außerdem aus, dass Du nicht doch ein Angebot bei einem anderen Anbieter verpasst.

    Wenn Du ganz sicher sein willst, solltest Du im Anschluss außerdem noch prüfen, wieviel Dich Deine Ver­si­che­rung bei der Huk24 kosten würde. Damit folgst Du unserer aktuellen Emp­feh­lung – dem doppelten Vergleich: Erst bei einem der Vergleichsportale Verivox oder Check24 vergleichen und dann noch ein Angebot bei der Huk24 einholen.

    Der Hintergrund zu InShared: Der Versicherer fragt keinen Fahrerkreis ab. Du zahlst also keinen Aufpreis, wenn Du Dein Kind als Zweitfahrer mitversicherst, sodass Familien in diesem Tarif oft nur halb so viel zahlen wie bei anderen Anbietern. Auch weil es sich um einen jungen Anbieter handelt, kann ein so günstiger Tarif nach zwölf Monaten deutlich teurer werden – oder sogar kurzfristig eingestellt werden. In beiden Fällen bleibst Du weiterhin versichert, musst aber nach Vertragsablauf zu einem anderen, eventuell viel teureren Versicherer wechseln.

    Tipp: Hast Du Nachwuchs, der bald auch selbst fahren möchte, überprüfe am besten schon jetzt, welchen Einfluss das auf Deinen Beitrag hat. Wenn Du mehrere Autos in der Familie hast, dann kannst Du außerdem eines der Fahrzeuge auf Dein Kind anmelden und es so ganz aus dem anderen Vertrag heraushalten. Weitere Möglichkeiten für Familien, den Vertrag des Kindes günstig zu gestalten, findest Du in unseren Ratgebern Zweitwagenregelungen und Telematik-Tarife.

    Wovon hängt der Preis der Kfz-Versicherung ab?

    Schon die Wahl Deines Autos hat entscheidenden Einfluss auf den Beitrag Deiner Ver­si­che­rung. Genauer: welches Automodell Du fährst. Die Statistiker des Gesamtverbandes der Deutschen Ver­si­che­rungswirtschaft (GDV) schauen jedes Jahr auf die Schadensbilanzen aller in Deutschland zugelassenen Automodelle und erstellen daraus eine Typklassenstatistik. Fährst Du ein Modell, das vergleichsweise wenige Schäden verursacht und geringe Reparaturkosten hat, ist es in einer niedrigen Typklasse – und die wirkt sich kostengünstig auf den Beitrag aus.

    Mit Blick auf Dein Auto musst Du Dich außerdem zwischen Haftpflicht und Kasko-Versicherung entscheiden. Grundsätzlich ist eine reine Haft­pflicht­ver­si­che­rung günstiger als eine Kaskoversicherung, also Teilkasko oder Vollkasko. Eine Kfz-Haftpflicht ist vorgeschrieben. Während sie im Falle eines Unfalls Schäden Deines Gegenübers zahlt, springt die Kasko auch bei Schäden an Deinem eigenen Auto ein. Die Teilkasko etwa bei Diebstahl, Glasbruch, Wildschäden oder auch Brand. Die Vollkasko außerdem bei den Folgen von Vandalismus oder wenn Du selbst einen Schaden am Auto verschuldet hast.

    Ob Haftpflicht oder Kasko das Richtige für Dich sind, hängt vor allem von Alter und Wert Deines Autos ab. Für ein neues oder sehr junges Fahrzeug kann eine Vollkasko gut sein – das ist in aller Regel die teuerste Variante. Bei etwas älteren Fahrzeugen musst Du abwägen, ob Du den Zusatzschutz der Vollkasko im Vergleich zur Teilkasko wirklich brauchst. Bei älteren Autos reicht oft eine reine Haftpflicht.

    So viel zum Auto. Bei der Beitragshöhe spielen aber auch persönliche Merkmale eine Rolle. Denn Ver­si­che­rungen lesen aus den Statistiken auch heraus, welche Fahrer in der Regel weniger Schäden verursachen – und welche mehr. Für erstere ist die Autoversicherung günstiger, für letztere teurer.

    Wir haben die persönlichen Merkmale für Dich im Blick. Regelmäßig untersuchen wir, wie ausgewählte persönliche Merkmale die Preise der jeweils 30 günstigsten Ver­si­che­rungen für ausgewählte Kundenprofile beeinflussen. Details zu unserer Studie zu Tarifmerkmalen, die wir seit vielen Jahren regelmäßig durchführen, zuletzt im August und September 2022, kannst Du im Abschnitt So haben wir untersucht nachlesen.

    Was hat noch Einfluss auf den Preis?

    Ein Merkmal, an dem Du nichts ändern kannst, ist Dein Alter. Es beeinflusst aber Deinen Tarif. Für alle Älteren gilt: Bis 55 Jahre ist alles in Ordnung. Danach geht es jedoch bergauf – zumindest mit dem Preis für die Kfz-Versicherung, wie unsere Untersuchung im August und September 2020 für unsere Musterkunden zeigte.

    • 65-jährige Musterkunden zahlten im Schnitt 9 Prozent mehr Beitrag als 55-Jährige, wenn beide in Scha­den­frei­heits­klas­se (SF-Klasse) 35 waren. 65-Jährige in SF-Klasse 45 zahlten im Schnitt 2 Prozent weniger Beitrag als 55-Jährige in SF-Klasse 35.
    • 75-Jährige zahlten im Schnitt 40 Prozent mehr als 65-Jährige, wenn beide in SF-Klasse 35 waren. 75-Jährige in SF-Klasse 50 zahlten im Schnitt 30 Prozent mehr Beitrag als 65-Jährige in SF-Klasse 45.
    • 75-Jährige zahlten im Schnitt 53 Prozent mehr Beitrag als 55-Jährige, wenn beide in SF-Klasse 35 waren. 75-Jährige in SF-Klasse 50 zahlten im Schnitt 28 Prozent mehr als 55-Jährige in SF-Klasse 35.

    Zusätzliche schadenfreie Jahre dämpfen den Alterszuschlag ab – der durchschnittliche Tarifaufschlag verringerte sich um 10 Prozentpunkte. Für Haftpflicht und Vollkasko zeigte unsere Untersuchung, dass Alterszuschläge die Rabatte für bessere SF-Klassen übersteigen. In der Teilkasko sinkt der Beitrag mit steigendem Alter. Eine Begründung: Die Teilkasko kennt keinen Scha­den­frei­heits­ra­batt. Eine Altersdifferenzierung gibt es dennoch, die auf unterschiedliches Nutzungsverhalten zurückzuführen ist.

    Das kannst Du tun: Unsere Emp­feh­lung ist, jedes Jahr zu schauen, ob es günstigere Angebote am Markt gibt. Das gilt insbesondere für Ältere. Auch die Bundesfinanzaufsicht Bafin rät Senioren dazu, vor allem die Kilometerleistung zu überprüfen und anzupassen. Denn: Lebenssituation sowie Nutzungsverhalten ändern sich, da viele Senioren nicht mehr erwerbstätig sind und dadurch weniger Kilometer fahren. Bleibst Du schadenfrei, steigt zwar Deine Scha­den­frei­heits­klas­se und dämpft den Alterszuschlag ab. Doch manchmal übersteigen die Aufschläge die Rabatte.

    Wie Du bei der Suche nach einer guten Autoversicherung vorgehen solltest, haben wir in einer großen Untersuchung, die wir jedes Jahr für Dich machen, analysiert. Das Ergebnis: Berechne zunächst die für Dich günstigste Kfz-Versicherung auf Verivox oder Check24. Und lass Dir dann ein Angebot von der Huk24 machen. Diesen Weg haben wir in diesem Jahr als den besten ausgemacht, die günstigsten Tarife in der Autoversicherung zu finden. 

    Was musst Du außerdem beachten?

    Wenn sich im Laufe des Jahres herausstellt, dass Du falsche Angaben gemacht hast, musst Du das gradeziehen. Sei es, dass Du mehr Kilometer fährst als gedacht. Oder, dass ein weiterer Fahrer hinzukommt. Dabei gilt, dass Du Änderungen, die Dich Geld kosten, unbedingt korrigieren solltest. Dann zahlst Du zwar Beitrag nach, entgehst aber einer möglichen Vertragsstrafe.

    Angst vor Ausnahmen musst Du übrigens nicht haben. Wenn Du beispielsweise Deinem Nachbarn für einen Nachmittag Dein Auto leihst, damit der seine Mutter vom Flughafen abholen kann, ist das gefahrlos möglich. Erst wenn aus einer Ausnahme die Regel wird, solltest Du das Deiner Ver­si­che­rung melden.

    Mehr zur Kfz-Versicherung in unserem Ratgeber

    • Vergleiche jeden Herbst, ob Deine Kfz-Versicherung noch die günstigste ist.
    • Empfohlener Weg zum günstigsten Tarif: Erst bei Verivox oder Check24 vergleichen, dann Angebot bei der Huk24 einholen.

    Zum Ratgeber

    Was kostet der Zusatzschutz zur Haft­pflicht­ver­si­che­rung?

    Der Schutz der Haft­pflicht­ver­si­che­rung lässt sich durch einige Zusatzklauseln sinnvoll erweitern. Finanztip hat in der Erhebung im August 2020 ausgerechnet, was der Zusatzschutz kostet. Details zur Untersuchung findest Du am Ende des Textes.

    Erhöhte Deckungssumme - Wir empfehlen Dir, bei der Haft­pflicht­ver­si­che­rung auf eine erhöhte Deckungssumme zu achten. Statt der gesetzlich vorgeschriebenen 7 Millionen Euro bei Personenschäden zahlt die Ver­si­che­rung dann bis zu 50 oder 100 Millionen Euro. Dieser Zusatzschutz kostet laut unserer Studie kaum Aufpreis. Die meisten guten und trotzdem günstigen Tarife bieten standardmäßig höhere Ver­si­che­rungs­sum­men.

    Wer explizit nach Angeboten ohne diesen erhöhten Schutz sucht, findet nur wenige Basis-Tarife, die darauf verzichten. Diese gehörten in unserem Test dennoch nicht zu den günstigsten Ergebnissen für unsere Musterprofile. Durch den Verzicht lässt sich dementsprechend nichts sparen.

    Mallorca-Police - Ähnlich sieht es bei der Mallorca-Police aus. Diese Zusatzklausel hebt die Haftpflicht-Versicherungssumme von Mietwagen im Ausland auf das heimische Niveau an. Die meisten Tarife haben die Mallorca-Police standardmäßig mitversichert, bis auf wenige Basis-Tarife. Auch bei dieser Auswertung waren die Basis-Tarife aber nie das günstigste Angebot.

    Schutzbrief - Ein Schutzbrief der Kfz-Versicherung bietet ähnliche Leistungen wie der ADAC oder andere Pannenhilfe-Dienste. Abgedeckt sind in der Regel Pannenhilfe und Abschleppen, außerdem gegebenenfalls Übernahme der Kosten für Übernachtungen oder Mietwagen.

    Manchmal ist die Übernahme der Kosten durch die Kfz-Versicherung gedeckelt, oder die Leistungen von anderen Pannendiensten sind umfangreicher. Dafür ist der Schutzbrief in der Kfz-Versicherung erheblich günstiger. Im Durchschnitt verlangt eine Gesellschaft dafür etwa 15 Euro pro Jahr. Die Abweichungen nach oben und unten sind allerdings erheblich.

    Für Stromer-Fahrer interessant: Die Antriebsart beeinflusst die Kosten für den Baustein Schutzbrief nicht.

    Unser Podcast zum Thema

    Was kostet der Zusatzschutz zur Kaskoversicherung?

    Auch die Kaskoversicherung lässt sich durch Zusatzklauseln erweitern. Wir haben deren Auswirkungen auf den Preis im August 2020 berechnet.

    Grobe Fahrlässigkeit - Wer grob fahrlässig einen Schaden verursacht, bekommt von der Ver­si­che­rung möglicherweise den Schaden nicht voll erstattet. Um sich dagegen und gegen mögliche Streitigkeiten zu schützen, ist es sinnvoll, die Klausel „Verzicht auf Einrede der groben Fahrlässigkeit“ mitzuversichern. Dann verzichtet der Anbieter auf das Recht, die Auszahlung zu kürzen. Der Zusatzschutz kostet bei den meisten Tarifen keinen Aufschlag. Auch die günstigsten Tarife hatten in unserer Studie die grobe Fahrlässigkeit fast immer eingeschlossen. Bei den wenigen Tarifen im Test, die Varianten mit und ohne diese Klausel boten, lag der Preisunterschied nur bei 2 Prozent.

    Marderschäden mit Folgeschäden - Marder knabbern gerne an Autoschläuchen. Der Schaden ist in der Teilkasko-Police abgesichert. Geht als Folge der Knabberei allerdings der Motor kaputt, ist das meist nicht versichert. Mit der Klausel „Marderschäden mit Folgeschäden“ lässt sich der Schutz jedoch erweitern. Oft ist die Erstattungssumme der Folgekosten auf 3.000 Euro begrenzt. Viele gute Tarife versichern auch Folgeschäden bereits standardmäßig mit. Es kostet also keinen Aufpreis. Bei den wenigen Tarifen ohne diese Klausel kostet der Zusatzschutz durchschnittlich 2,9 Prozent mehr.

    Erweiterte Wildschäden - Ähnlich sieht es beim Schutz „erweiterte Wildschäden“ aus. Wer sein Auto gegen Unfälle mit Tieren aller Art absichern möchte (nicht nur gegen das übliche Haarwild), bekommt die Zusatzklausel meist kostenlos. Verlangen Anbieter einen Aufpreis, liegt der bei durchschnittlich 2,2 Prozent.

    Neuwertentschädigung - Die Neuwertentschädigung ist eine Ergänzung zur Vollkaskoversicherung. Bei Totalschaden oder Diebstahl des Autos ersetzt die Kfz-Versicherung für einen bestimmten Zeitraum nicht nur den Zeitwert, sondern den Neuwert des Wagens. Die meisten Anbieter ersetzen den Neuwert 6, 12 oder 24 Monate lang, je nach Vereinbarung. Tarife mit Neuwertentschädigung kosten im Schnitt 10 Prozent mehr.

    Pickt man sich allerdings nur die jeweils günstigsten Tarife für unsere Musterprofile heraus, ergibt sich ein anderes Bild: Bei diesen lag der Aufschlag nur noch bei durchschnittlich 1,6 Prozent. Gute und trotzdem günstige Tarife versichern die Neuwertentschädigung meist für mindestens zwölf Monate kostenfrei mit.

    Erweiterte Elementarschäden - Eine Absicherung gegen erweiterte Elementarschäden wie Lawinen oder Muren (Ströme aus Schlamm und Geröll) kann in Bergregionen oder am Hang sinnvoll sein. Im Schnitt kosten Tarife mit dem Zusatzschutz gut 28 Prozent Aufpreis. Allerdings hängt dieser stark vom Wohnort ab. In gefährdeten Regionen schlagen Ver­si­che­rungen deutlich mehr auf als in ungefährlichen Gebieten. In unserem Test lagen die Zusatzkosten für unsere verschiedenen Profile zwischen 0 und 45 Prozent. Zusätzlich verringert sich die Auswahl der verfügbaren Tarife erheblich. Viele Anbieter haben diesen Zusatzschutz anscheinend nicht im Programm.

    Sonderausstattung - Was genau zur Sonderausstattung eines Fahrzeugs zählt, legt jede Ver­si­che­rung in ihren Bedingungen fest. Wer aber besondere Ein- und Anbauten an seinem Auto hat, sollte sich um die Absicherung der Sonderausstattung Gedanken machen: Die meisten Anbieter versichern Sonderausstattungen bis 5.000 oder 10.000 Euro ohne Aufpreis mit. Wer an oder über den Wert von 10.000 Euro kommt, sollte jedoch genau vergleichen.

    Besonderer Schutz für E-Autos - Der durchschnittliche Aufpreis für Akku-Schutz innerhalb der Standard- und Premiumtarife lag bei 0,4 Prozent. Durch die Einstellung „Marderbissfolgeschäden, Höhe unbegrenzt“ wurden bei der Abfrage nur Standard- und Premiumtarife angezeigt – Akku-Schutz ist in den meisten Premiumtarifen bereits enthalten. Einige Versicherer bieten den Akku-Schutz-Baustein bei Teilkasko nicht an (Absicherung nur über Vollkasko möglich).

    Unser Tipp für Stromer-Fahrer: Such Dir den günstigsten guten Tarif, ohne unbegrenzte Höhe für Maderbissfolgeschäden und frag dann bei dem günstigsten Versicherer nach, ob Du dieses Merkmal nachträglich aufstocken kannst. Bei einigen Ver­si­che­rungen ist das sogar unkompliziert über das Kundenportal oder die App möglich.

    So haben wir untersucht

    Studie zu Kilometerleistung 2022

    Wir haben im August 2022 auf dem Vergleichsportal Nafi-Auto für zehn Musterkunden die bis zu 30 günstigsten Angebote ausgewertet. Den Musterkunden waren unterschiedliche Autos und unterschiedliche weitere Ver­si­che­rungsmerkmale zugeordnet. Um die Auswirkung des Merkmals Kilometerleistung auf den Ver­si­che­rungsbeitrag zu erkennen, haben wir alle anderen Merkmale beibehalten und nur die Kilometerleistung auf 2.000, 5.000, 10.000, 15.000, 20.000, 25.000 variiert.

    In einem zweiten Schritt haben wir bei Versicherern nachgefragt: Wie gehen die größten Versicherer und zwanzig weitere, die in den großen Finanztip-Kfz-Versicherungstests günstig sind, mit der (rückwirkenden) Meldung einer geringeren Fahrleistung um? Von den 33 angefragten Versicherern haben 29 geantwortet. 28 Ver­si­che­rungen sagten für 2022 zu, Ver­si­che­rungsbeiträge auch im laufenden Ver­si­che­rungsjahr, also rückwirkend, zu reduzieren. Befragt hatten wir dieselben Ver­si­che­rungen schon im Jahr 2020. Damals akzeptierten weniger Ver­si­che­rungen eine rückwirkende Verrigerung der Fahrleistung. Das genaue Ergebnis findest Du in unserem Finanztip-Blogbeitrag Weniger Auto gefahren wegen Corona.

    Merkmalstudie 2022

    Für unsere Untersuchung in August und September 2022 haben wir zehn Musterprofile erstellt. Für alle Profile haben wir die Preise auf dem Vergleichsportal Nafi-Auto abgefragt. Danach haben wir diese Basisprofile variiert und dafür die jeweils 30 günstigsten Angebote auf dem Vergleichsportal ermittelt. So wollen wir eine Aussage darüber treffen, ob sich das jeweilige Merkmal auf das Angebot auswirkt (Preise, Anzahl der Ergebnisse und Anbieter).

    Alle Ausprägungen eines zu untersuchenden Merkmals wurden jeweils zur gleichen Zeit abgefragt; alle anderen Merkmale wurden dabei beibehalten.

    Wir haben die folgenden Merkmale abgefragt:

    • Kilometerleistung: 5.000, 10.000, 15.000, 20.000 und 25.000 Kilometer
    • Fahrerkreis: Ver­si­che­rungsnehmer (VN), VN und Partner, VN und Kind als Fahranfänger, VN und Kind als Fahranfänger plus weiterer Fahrer, der älter ist als Kind
    • Selbstbeteiligung in der Teilkasko: 0, 150, 300 Euro
    • Selbstbeteiligung in der Vollkasko: 150, 300, 500 Euro mit jeweils 150 Euro Selbstbeteiligung in der Teilkasko
    • Zahlweise: jährlich, halbjährlich, vierteljährlich, monatlich
    • Werkstattbindung: mit oder freie Werkstattwahl
    • Alter des Ver­si­che­rungsnehmers: 55, 65 und 75 Jahre
    Autoren
    Kathrin Gotthold
    Silke Kursawe
    Annika Krempel

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