Das Wichtigste in Kürze
- Viele Angebote für Tagesgeld und Festgeld kommen von recht unbekannten Banken aus Ländern, in denen angelegtes Geld im Krisenfall unserer Ansicht nach nicht ausreichend geschützt ist.
- Bei unseren Empfehlungen für Tages- und Festgeld achten wir deshalb darauf, dass Du in einem solchen Fall Dein Geld rasch und unkompliziert zurückerhalten würdest.
- Wie wir in diesem Ratgeber ausführlich erklären, empfiehlt Finanztip nur Banken mit gesetzlicher Einlagensicherung in einem wirtschaftlich starken europäischen Land.
Die besten Tagesgeldkonten
- Aktuell beste Aktionszinsen: 3,5 Prozent pro Jahr bei Raisin Bank (für drei Monate, danach Neuanlage notwendig), 3,3 Prozent pro Jahr bei Santander (für vier Monate), 2,75 Prozent pro Jahr bei Volkswagen Bank (für sechs Monate)
- Aktuell beste Standardzinsen: 2,3 Prozent pro Jahr bei Ayvens Bank, 2,2 Prozent pro Jahr bei Cosmos Direkt, 2 Prozent pro Jahr bei Yapi Kredi Bank Deutschland (App)
- Seit einem Jahr gute Zinsen: 2,3 Prozent pro Jahr bei Ayvens Bank, 2 Prozent pro Jahr bei Yapi Kredi Bank Deutschland (App), 1,9 Prozent pro Jahr bei Gefa Bank
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Viele Anlegerinnen und Anleger finden die Konditionen ihrer Hausbank in Sachen Rendite schwach – oft völlig zu Recht. Bei der Suche nach dem besten Zins auf Tages- und Festgeld stoßen sie dann auf jede Menge unbekannter Banken, vor allem aus dem europäischen Ausland. Aber ist ihr Geld dort sicher?
Deshalb hat Finanztip Stabilitätskriterien für Tages- und Festgeld entwickelt, um die sicheren Banken herauszufiltern. In diesen Ratgeber erfährst Du, wie die Kriterien aussehen.
Was macht eine sichere Bank aus?
Wir haben zwei Stabilitätskriterien definiert, die eine Bank erfüllen muss, um als sicher zu gelten:
- Für die Konten der Bank gilt die gesetzliche europäische Einlagensicherung aus einem wirtschaftlich starken Land.
- Die Bank muss seit mindestens zwei Jahren auf dem deutschen Markt für Einlagenprodukte wie Tagesgeld oder Festgeld aktiv sein.
Die Banken, die wir empfehlen, müssen beide Bedingungen erfüllen.
Was ist die gesetzliche europäische Einlagensicherung?
Die Einlagensicherung in der EU ist in allen Mitgliedsstaaten einheitlich über die Richtlinie 2014/49/EU geregelt. Falls eine Bank innerhalb der Europäischen Union (EU) pleitegeht, sind Einlagen bis zu 100.000 Euro pro Kundin oder Kunde und Institut gesetzlich abgesichert.
Bei Gemeinschaftskonten, zum Beispiel von Eheleuten, erhöht sich der Schutz auf 200.000 Euro. In besonderen Lebenssituationen wie etwa Hauskauf, Heirat, Scheidung, Rentenbeginn ist vorübergehend eine höhere Summe bis 500.000 Euro geschützt. Per Gesetz gibt es den Anspruch auf Entschädigung, den man notfalls vor Gericht einklagen kann. Die garantierte Summe beinhaltet auch die Ansprüche auf Zinszahlungen.
Die Einlagensicherung gilt nicht nur in der EU, sondern auch für Staaten des Europäischen Wirtschaftsraums EWR, zum Beispiel Norwegen.
Für eine hohe Sicherheit ist aber auch entscheidend, aus welchem Land die Einlagensicherung einer Bank genau stammt. Worauf es dabei ankommt, erklären wir im Kapitel Welche Länder haben eine sehr gute Einlagensicherung?.
Warum sollte die Bank mindestens zwei Jahre am Markt sein?
Dieses Kriterium wenden wir an, damit empfohlene Banken eine gewisse Routine am Markt besitzen. Gerade bei sehr jungen Banken kommt es nach unserer Erfahrung sonst schnell zu Problemen.
Für die Einlagensicherung selbst spielt das Alter der Bank allerdings keine Rolle. Sie greift auch bei neuen Banken sofort.
Welche Länder haben eine sehr gute Einlagensicherung?
Momentan haben nach unserer Einschätzung neben Deutschland die EU-Staaten Dänemark, Finnland, Luxemburg, die Niederlande, Österreich und Schweden eine sehr gute Einlagensicherung. Außerdem zählt als EWR-Staat Norwegen dazu.
Die folgende Karte gibt Dir einen Überblick.
Grundlage unserer Einordnung ist, ob im Land die EU-Einlagensicherung gilt und die Bewertung der Bonität der Länder durch bekannte Ratingagenturen.
Wann hat ein Land eine gute Bonität?
Um von uns als Land mit sehr guter Einlagensicherung eingestuft zu werden, muss ein Land von den großen Agenturen Moody’s, Standard and Poor’s (S&P) sowie Fitch mit den höchsten Noten „AAA“ oder „AA“ ausgezeichnet sein. Bei Moody’s entspricht das „Aa2“ oder besser.
Ein Land ist nicht mehr Teil unserer Empfehlung für neue Geldanlagen, wenn zwei der drei Agenturen die Bonität schlechter als AA bewerten. Gleiches gilt, wenn eine einzelne Agentur die Bonität um mehrere Stufen schlechter als AA einschätzt.
Warum ist die Bonität eines Landes entscheidend?
Die Einlagensicherung gilt zwar EU-weit. Dahinter steckt allerdings nicht etwa eine einzige europäische Notfallkasse. Stattdessen gibt es in jedem Land einen oder mehrere Entschädigungsfonds, die den Regeln der EU-Richtlinie folgen. Diese Sicherungsfonds finanzieren sich durch Mitgliedsbeiträge.
Sollte das Geld im Fonds nicht ausreichen, können sie Nachforderungen an die Mitglieder stellen. Ziel ist ja, im Falle einer Pleite alle Sparerinnen und Sparer zu entschädigen. Dabei ist logischerweise nicht die ganze Summe 1:1 hinterlegt, da die Banken andernfalls mit den Spareinlagen nicht mehr wirtschaften könnten.
Laut einer EU-Regel gilt, dass lediglich 0,8 Prozent der geschützten Einlagen im Sicherungsfonds vorhanden sein müssen. Die Fonds wurden seit 2015 befüllt und haben das Ziel im Jahr 2024 erreicht.
Mit dieser Größenordnung offenbart sich die Schwachstelle dieses Mechanismus: In einer schweren Krise des Bankensektors müssten andere Banken Geld nachschießen, sollten eines oder mehrere Geldinstitute bankrott sein.
Die übrigen Banken werden dann aber wahrscheinlich kaum in der Lage sein, für die Einlagen der Konkurrenz zu bezahlen. Deshalb ist es wahrscheinlich, dass die einzelnen Staaten einspringen müssen – auch wenn dazu kein rechtlicher Zwang besteht.
Ein Land kann aber nur glaubhaft die Einlagen der Sparer garantieren, wenn es über eine hohe Finanzkraft, also eine gute Bonität, verfügt.
Welche sicheren Banken bieten die besten Zinsen?
Im Finanztip-Tagesgeld-Vergleich zeigen wir laufend aktuell die von uns ausgewählten sicheren Banken und ihre Zinsen.
Wie hoch sind die Zinsen bei sicheren Banken?
Die Zinssätze sind bei sicheren Banken in der Regel etwas niedriger als die höchsten, die es anderswo am Markt gibt. Das liegt daran, dass höhere Zinsen fast immer auch mit einem höheren Risiko einhergehen.
Trotzdem gibt es einige sichere Banken, die gute Zinsen liefern. Die besten findest Du in unserem Tages- und Festgeld-Vergleich.
Möchtest Du mit Deiner Anlage etwas mehr Gewinn erzielen, solltest Du überlegen, in kostengünstige Aktienindexfonds zu investieren. Das ist eine bessere Strategie, als es mit den Hochzinsangeboten von Banken aus wirtschaftlich schwächeren Ländern zu versuchen.
Kennst Du dich in dem Thema noch nicht aus, lies Dir unseren Überblicks-Ratgeber Was sind ETFs? durch.
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