Wechsel der Krankenkasse

Mit nur zwei Schreiben sind Sie Mitglied einer neuen Kasse

Das Wichtigste in Kürze

  • Jeder gesetzlich Krankenversicherte darf seine Krankenkasse wechseln.
  • Der Wechsel ist unkompliziert und risikolos.
  • Die Kündigungsfrist beträgt zwei Monate zum Monatsende.
  • Wenn Ihre Kasse einen Zusatzbeitrag einführt oder erhöht, können Sie außerordentlich kündigen. In einem Wahltarif gelten gesonderte Fristen.

So gehen Sie vor

  • Suchen Sie sich die passende Krankenkasse.
  • Die umfassendsten Leistungen zu einem guten Preis bietet die HEK. Preisbewussten empfehlen wir die HKK, die gute Zusatzleistungen trotz niedrigen Beitrags anbietet.
  • Durchweg gute Leistungen gibt es auch bei der Energie-BKK. Die BKK24 ist stark bei alternativen Heilmethoden und Zahnleistungen.
  • Regionale AOKs, BKKs und IKKs können eine Alternative zu unseren bundesweiten Empfehlungen sein.
  • Sparfüchse suchen sich in unserer Liste die günstigste Kasse in ihrem Bundesland.
  • Kündigen Sie schriftlich bei Ihrer alten Kasse. Nutzen Sie dazu auch unser Musterschreiben.
  • Stellen Sie bei der neuen Krankenversicherung einen Antrag auf Mitgliedschaft und weisen Sie der alten Kasse nach, dass diese Sie aufgenommen hat.
  • Unser Tipp: Bleiben Sie zum Thema gesetzliche Krankenversicherung immer auf dem Laufenden - mit unserem kostenlosen Newsletter!

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Die gesetzliche Krankenkasse zu wechseln, kann sinnvoll sein. Denn die Kassen nehmen unterschiedlich hohe Zusatzbeiträge und bieten abweichende Zusatzleistungen. Wie Sie die für Sie am besten geeignete Kasse finden, erfahren Sie in unserem Ratgeber gesetzliche Krankenversicherung.

Achtung: Ein Teil der Beitragsersparnis wird durch höhere Steuern wieder aufgefressen. Unterm Strich fällt die Ersparnis also geringer aus.

Wie Sie Ihre Krankenkasse wechseln können

Der Wechsel zu einer anderen gesetzlichen Krankenversicherung ist unkompliziert und mit zwei Schreiben erledigt. Sie kündigen der alten Krankenkasse und melden sich bei der neuen an. Die Kündigung ist aber erst komplett, wenn der alten Kasse die Mitgliedsbescheinigung der neuen Kasse vorliegt – noch innerhalb der Kündigungsfrist.

Kündigungsfrist - Die reguläre Kündigungsfrist in der gesetzlichen Krankenversicherung beträgt zwei volle Monate zum Monatsende. Das bedeutet: Wer beispielsweise bis zum 31. Januar seiner alten Kasse das Kündigungsschreiben geschickt hat, kann sich ab dem 1. April bei einer neuen Kasse versichern. Die Mindestvertragslaufzeit beträgt bei allen Krankenkassen 18 Monate. Erst danach können Sie mit einer regulären Kündigung zu einer neuen Versicherung wechseln.

Wahltarife haben eigene Mindestlaufzeiten. Wer einen solchen gewählt hat, ist möglicherweise länger an seine Kasse gebunden.

Sonderkündigungsrecht - Führt die Kasse einen Zusatzbeitrag ein oder erhöht sie den bisherigen Zusatzbeitrag, haben Versicherte ein Sonderkündigungsrecht, sogar wenn die Mindestversicherungszeit von 18 Monaten noch nicht erfüllt ist. Auch mit Sonderkündigungsrecht gilt eine Kündigungsfrist von zwei Monaten – in der neuen Krankenkasse können Sie also erst zwei Monate nach Kündigung Mitglied werden.

Das Kündigungsschreiben muss spätestens bis zum Ende des Monats bei der Versicherung eingehen, in dem diese das erste Mal den neuen Zusatzbeitrag erhebt. Die meisten Versicherungen ändern ihren Zusatzbeitrag zum Jahreswechsel. Bevor die Krankenkasse den höheren Beitrag erhebt, muss sie Sie auf Ihr Kündigungsrecht hinweisen. Kommt die Benachrichtigung der Krankenkasse zu spät bei Ihnen an, verlängert sich die Frist des Sonderkündigungsrechts (§ 175 Abs. 4 SGB V), und Sie können rückwirkend kündigen.

Auch wenn Sie in einem Wahltarif versichert sind, haben Sie ein Sonderkündigungsrecht. Nur den Krankengeld-Wahltarif können Sie erst mit Ablauf der Mindestlaufzeit kündigen.

Kündigungsschreiben - Nutzen Sie zum Kündigen unser Musterschreiben, das Sie auch per Fax versenden können. Wer das Sonderkündigungsrecht nutzt, sollte sich im Schreiben auf den erhöhten Zusatzbeitrag beziehen: „Aufgrund des von Ihnen erhobenen Zusatzbeitrags mache ich von meinem Sonderkündigungsrecht nach § 175 Abs. 4 Satz 5 des SGB V Gebrauch.“

Mitgliedsantrag - Um Mitglied einer neuen Krankenkasse zu werden, genügt es, den Mitgliedsantrag der Versicherung auszufüllen. Normalerweise sind diese online verfügbar. Dafür benötigen Sie Ihre Sozialversicherungsnummer und die Anschrift Ihres Arbeitgebers, damit die Kasse ihn über Ihren Wechsel informieren kann. Für mitversicherte Familienangehörige oder Selbstständige gibt es zusätzliche Antragsformulare. Die Anträge können Sie oft online ausfüllen oder auch faxen.

Die alte Kasse ist verpflichtet, innerhalb von 14 Tagen eine Kündigungsbestätigung auszustellen (Paragraf 175 Absatz 4 SGB V). Diese schicken Sie entweder direkt mit den Antragsunterlagen mit oder reichen Sie vor Beginn der Mitgliedschaft in der neuen Kasse nach. Erst dann ist der Kassenwechsel abgeschlossen.

Mehr dazu im Ratgeber Kündigungsdienste

Daniel Pöhler
von Finanztip, Experte für Mobilität & Digitales

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Die günstigste Kasse je Bundesland

Sparfüchse, denen es nur auf den Beitrag ankommt, können auch zur günstigsten regionalen Kasse wechseln. Versicherte dürfen in jede Kasse eintreten, die in dem Bundesland geöffnet ist, in dem sie entweder wohnen oder arbeiten.

Preislich besonders attraktiv ist die Metzinger BKK in Baden-Württemberg und Thüringen mit 14,6 Prozent als auch die AOK Sachsen-Anhalt, die 14,9 Prozent Beitrag verlangt. Mit 15 Prozent erhebt die BKK Pfaff in Rheinland-Pfalz nur wenig mehr. Die meisten anderen Kassen beginnen erst bei etwa 15,2 Prozent Gesamtbeitrag.

Die günstigsten Krankenkassen 2018 nach Bundesland

Bundesland Kasse Gesamtbeitrag 2018
Baden-Württemberg Metzinger BKK 14,6 %
Bayern BKK Akzo Nobel Bayern 15,1 %
Berlin HKK 15,19 %
BKK firmus 15,2 %
IKK gesund plus 15,2 %
Brandenburg HKK 15,19 %
BKK firmus 15,2 %
IKK gesund plus 15,2 %
Bremen HKK 15,19 %
BKK firmus 15,2 %
IKK gesund plus 15,2 %
Hamburg BKK Euregio 15,18 %
HKK 15,19 %
BKK firmus 15,2 %
IKK gesund plus 15,2 %
Hessen HKK 15,19 %
BKK firmus 15,2 %
IKK gesund plus 15,2 %
Mecklenburg-Vorpommern HKK 15,19 %
BKK firmus 15,2 %
IKK gesund plus 15,2 %
Niedersachsen HKK 15,19 %
BKK firmus 15,2 %
IKK gesund plus 15,2 %
Nordrhein-Westfalen BKK Euregio 15,18 %
HKK 15,19 %
BKK firmus 15,2 %
IKK gesund plus 15,2 %
Rheinland-Pfalz BKK Pfaff 15 %
Saarland HKK 15,19 %
BKK firmus 15,2 %
IKK gesund plus 15,2 %
Sachsen HKK 15,19 %
AOK Plus 15,2 %
BKK firmus 15,2 %
IKK gesund plus 15,2 %
Sachsen-Anhalt AOK Sachsen-Anhalt 14,9 %
Schleswig-Holstein HKK 15,19 %
BKK firmus 15,2 %
IKK gesund plus 15,2 %
Thüringen Metzinger BKK 14,6 %

Quelle: Finanztip-Recherche (Stand: 2. Januar 2018)

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Annika Krempel

Finanztip-Expertin für Versicherungen (bis Januar 2018)

Annika Krempel war Redakteurin im Team Versicherung und Vorsorge. Zuvor hatte sie bereits bei ZDF Wiso, dem RBB und der Stiftung Warentest Erfahrungen als Verbraucherjournalistin gesammelt.