Schulgeld

So setzen Sie Kosten für Privatschulen von der Steuer ab

Das sollten Sie wissen

  • Falls Sie für Ihr Kind Schulgeld an eine Privatschule zahlen, können Sie einen Teil davon steuerlich absetzen.
  • Sie dürfen 30 Prozent des Schulgelds, höchstens aber 5.000 Euro je Kind im Jahr als Sonderausgaben geltend machen.
  • Die Schule muss sich nicht in Deutschland befinden: Auch Zahlungen an Schulen in EU- und EWR-Staaten sowie an deutsche Schulen weltweit können Sie absetzen.
  • Der Abschluss an einer ausländischen Schule muss von deutschen Behörden als gleichwertig anerkannt werden.

So gehen Sie vor

  • Voraussetzung für die Absetzbarkeit von Schulgeld ist, dass Sie Kindergeld erhalten oder Kinderfreibeträge geltend machen können.
  • Das Schulgeld tragen Sie in Ihrer Steuererklärung in der Anlage Kind in den Zeilen 61 bis 63 ein.
  • Für jedes Kind müssen Sie eine eigene Anlage ausfüllen.
  • Bei einer Schule im EU-Ausland müssen Sie nachweisen können, dass der Besuch zu einem allgemein- oder berufsbildenden Abschluss führt.
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Zu den öffentlichen Schulen gibt es Alternativen wie Internat, christliche Schule oder Waldorfschule. Besucht Ihr Kind eine Privatschule oder eine Schule in freier Trägerschaft, können Sie 30 Prozent des Schulgeldes, höchstens aber 5.000 Euro jährlich von der Steuer absetzen. Insofern ist das absetzbare Schulgeld bei 16.667 Euro im Jahr gedeckelt. 

Die Aufwendungen zählen steuerlich zu den Sonderausgaben. Das Schulgeld machen Sie in Ihrer Steuererklärung geltend. Sie tragen es auf der dritten Seite der Anlage Kind in den Zeilen 61 bis 63 ein.

Investitions- und Ergänzungsausgaben sowie ähnlich bezeichnete Aufwendungen für die Kosten des laufenden Schulbetriebs können Sie ebenfalls als Sonderausgaben von der Steuer absetzen. Darunter fallen beispielsweise Beiträge zu Renovierungsarbeiten der Schule oder Klassenfahrten (§ 10 Abs. 1 Nr. 9 Einkommensteuergesetz).

Nicht absetzbar sind die Aufwendungen für Unterkunft, Betreuung und Verpflegung.

Diese Voraussetzungen müssen Sie beachten

Um das Schulgeld als Sonderausgabe geltend machen zu können, müssen Sie Anspruch auf einen Kinderfreibetrag oder Kindergeld haben. Bei Familien mit mehreren Kindern gilt der Höchstbetrag von 5.000 Euro für jedes Kind und je Elternpaar einmal, wenn diese Voraussetzung gegeben ist.

Weiterhin ist es wichtig, dass die Schule einen anerkannten Abschluss vermittelt, also einen allgemeinbildenden oder berufsbildenden Schul-, Jahrgangs- oder Berufsabschluss – nicht aber einen Hochschul- oder Fachhochschulabschluss. Studiengelder zählen daher nicht.

Führt die privat finanzierte Schule oder Schule in freier Trägerschaft nicht zu einem anerkannten Schul- oder Berufsabschluss, sondern bereitet nur darauf vor, sollten sich Steuerpflichtige bei der Schulbehörde einen Nachweis über eine ordnungsgemäße Vorbereitung auf den Abschluss besorgen. So hat es das Bundesfinanzministerium in einem Schreiben vom 9. März 2009 festgelegt.

Der Bundesfinanzhof (BFH) sieht aber in dieser Forderung nach einem Grundlagenbescheid einer Schulbehörde keine gesetzliche Grundlage. Das Finanzamt selbst könne prüfen, ob die Privatschule ordnungsgemäß auf einen anerkannten Abschluss vorbereite (BFH, Urteil vom 20. Juni 2017, Az. X R 26/15).

Auf jeden Fall dürfe es nicht den Abzug von Sonderausgaben versagen, nur weil der Steuerpflichtige keinen Anerkennungsbescheid der Schulbehörde vorgelegt hat, die anderen Voraussetzungen aber erfüllt hat. Verweigert das Finanzamt Ihnen den Abzug in solch einem Fall trotzdem, sollten Sie unter Hinweis auf das BFH-Urteil Einspruch einlegen.

So setzen Sie Schulgeld an Schulen im Ausland ab

Besucht Ihr Kind eine Schule in einem Mitgliedsstaat der Europäischen Union, können Sie die Schulgeldzahlungen auch von der Steuer absetzen. Das gilt ebenso für Schulen in Ländern, die zum Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) gehören, zum Beispiel Norwegen oder Island. Ebenfalls begünstigt werden Gelder an deutsche Schulen im Ausland – auch außerhalb Europas.

Bedingung ist jedoch, dass Sie nachweisen können, dass die Schule zu einem gleichwertig anerkannten allgemein- oder berufsbildenden Abschluss führt. Eine in Deutschland zuständige Stelle muss dies bestätigen. Dazu können Sie sich wenden an:

  • das jeweilige Bildungs- und Kultusministerium eines Bundeslandes,
  • die Kultusministerkonferenz der Bundesländer,
  • eine Zeugnisanerkennungsstelle oder
  • an eine Schulbehörde.
Achtung

Nachweise liefern

Das Finanzamt kann auch Belege über die Höhe des Schulgeldes verlangen, zusätzlich zu einer Bestätigung über die Anerkennung des Abschlusses von einer der oben genannten zuständigen Behörde. Dazu sollten Sie eine Bescheinigung der Schule beim Finanzamt vorlegen.

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Udo Reuß

Finanztip-Experte für Steuern

Der Steuerrechtler und Diplom-Kaufmann Udo Reuß ist bei Finanztip für Steuerthemen verantwortlich. Zuvor war er bei verschiedenen Wirtschafts- und Fachverlagen wie Handelsblatt, F.A.Z.-Verlagsgruppe, Haufe-Lexware und Vogel Business Media tätig – 14 Jahre davon arbeitete er als Chefredakteur von Fachzeitschriften. Aus dem komplexen Steuerrecht zieht er die relevanten Urteile für Steuersparer. Den Autor erreichen Sie unter redaktion@finanztip.de.

Sabine Himmelberg

freie Finanztip-Mitarbeiterin (bis 2015)

Als freie Mitarbeiterin hat Sabine Himmelberg auf Finanztip zum Thema Steuern geschrieben. Sie arbeitete nach ihrem Studium beim Deubner Verlag, der Informationen für Rechtsanwälte und Steuerberater herausgibt. Sie leitete dort mehrere Jahre die Redaktion Steuern.