Sonderausgaben

Sozialversicherung und Spenden senken Ihre Steuerzahlung

Das Wichtigste in Kürze

  • Sonderausgaben sind ein Mischposten in Ihrer Einkommensteuererklärung, durch den Sie kräftig Steuern sparen können.
  • Zu den wichtigsten Sonderausgaben zählen Vorsorgeaufwendungen (für die Altersvorsorge, Kranken- und Pflegeversicherung und weitere Versicherungen), Einzahlungen in einen Riester-Vertrag, Unterhaltsleistungen an den Ex-Partner und die Kirchensteuer.
  • Auch Aufwendungen für die Betreuung Ihrer Kinder, für die erste Berufsausbildung, Schulgeld sowie Spenden können Sie als Sonderausgaben ansetzen.
  • Wie Sonderausgaben absetzen dürfen Sie die Modernisierungskosten für eine selbst bewohnte oder vermietete denkmalgeschützte Immobilie. Hierfür gibt es hohe Abschreibungen.

So gehen Sie vor

  • Wenn Sie eine Steuererklärung abgeben, dann berücksichtigt das Finanzamt auf jeden Fall den Sonderausgabenpauschbetrag: 36 Euro für Singles, 72 Euro für Verheiratete. Die meisten haben deutlich höhere Sonderausgaben und müssen diese dann in unterschiedlichen Formularen eintragen.
  • Viele Sonderausgaben gehören in den Mantelbogen der Steuererklärung, zum Beispiel die Kirchensteuer und Spenden.
  • Ihre Sozialversicherungsbeiträge und weitere Beiträge für die Altersvorsorge müssen Sie in der Anlage Vorsorgeaufwand eintragen.
  • Riester-Sparer füllen die Anlage AV aus.
  • Kinderbetreuungskosten gehören in die Anlage Kind.
  • Unser Tipp: Bleiben Sie zu wichtigen Steuerfragen immer auf dem Laufenden - mit unserem kostenlosen Newsletter!

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Sonderausgaben sind Kosten der Lebensführung, die der Gesetzgeber steuerlich begünstigt. Obwohl es sich um private Ausgaben handelt, dürfen Sie diese vom Einkommen abziehen und zahlen dann weniger Steuern. Dazu gehören beispielsweise 

Die gesetzliche Regelung können Sie in den Paragrafen 10 bis 10g des Einkommensteuergesetzes nachlesen. Die dort enthaltene Aufzählung ist abschließend: Was nicht aufgelistet ist, erkennt das Finanzamt auch nicht an.

In welche Formulare müssen Sie die Sonderausgaben eintragen?

Je nachdem, welche Kosten bei Ihnen angefallen sind, brauchen Sie für Ihre Steuererklärung mehrere Vordrucke, um Ihre Sonderausgaben geltend zu machen: Wichtige Teilbereiche, zum Beispiel Unterhalt an den oder die Ex, Spenden und Kirchensteuer finden sich auf Seite 2 des Mantelbogens

Die Anlage Vorsorgeaufwand benötigen Sie, damit das Finanzamt Ihre Altersvorsorgeaufwendungen und Versicherungen steuermindernd berücksichtigt.

Wenn Sie einen Riester-Vertrag besparen, brauchen Sie zusätzlich die Anlage AV. Wer Schulgeld an eine Privatschule gezahlt hat, kann diese Zahlungen ebenfalls als Sonderausgaben von der Steuer absetzen. Eintragen müssen Sie diese in der Anlage Kind – die Sie allerdings sowieso ausfüllen werden, wenn Sie Kinder haben, die Sie in Ihrer Steuererklärung berücksichtigen können.

Niedriger Pauschbetrag

Wenn Sie eine Steuererklärung abgeben, dann berücksichtigt das Finanzamt automatisch zumindest den Sonderausgaben-Pauschbetrag. Doch dieser fällt niedrig aus: 36 Euro für Singles und 72 Euro für zusammen veranlagte Ehepaare. Diese Pauschbeträge gibt es ohne Nachweise. Die meisten Steuerpflichtigen können allerdings weitaus mehr absetzen und so Steuern sparen. Dann müssen Sie aber die Sonderausgaben in den erwähnten Formularen angeben. Belege müssen Sie erst auf Nachfrage des Finanzamts einreichen.

Welche Vorsorgeaufwendungen können Sie absetzen?

Die wichtigsten Sonderausgaben sind die Vorsorgeaufwendungen. Diese sind in zwei Bereiche einzuteilen:

In diesem Ratgeber geben wir einen kompakten Überblick über die Vorsorgeaufwendungen. Noch ausführlicher haben wir diese im Ratgeber Vorsorgeaufwendungen dargestellt.

Basisversorgung

Sonderausgaben für die Aufwendungen zur Basisversorgung können Sie 2018 grundsätzlich bis zu einem Höchstbetrag von 23.712 Euro geltend machen, bei zusammen veranlagten Ehepaaren oder Lebenspartnern 47.424 Euro (Werte für 2017: 23.362 Euro / 46.724 Euro). Allerdings befinden wir uns derzeit in einer Übergangsphase: Von den vollen Höchstbeträgen können Sie erst ab dem Jahr 2025 profitieren. Bis dahin sieht das Gesetz eine schrittweise Anhebung der jährlich abziehbaren Basisvorsorgeaufwendungen vor.

Im Rahmen Ihrer Steuererklärung für das Jahr 2017 berücksichtigt das Finanzamt 84 Prozent der genannten Höchstbeträge, also 19.624 Euro beziehungsweise 39.248 Euro. Jedes Jahr steigt der Höchstbetrag um 2 Prozentpunkte; außerdem wird der absetzbare Anteil um 2 Prozentpunkte erhöht. Für das Jahr 2018 beträgt er demnach 86 Prozent von 23.712 Euro. 2018 sind somit maximal 20.393 Euro beziehungsweise 40.785 Euro als Sonderausgaben abziehbar. 2019 steigt der absetzbare Anteil auf 88 Prozent.

Rentenversicherungspflichtigen Arbeitnehmern wird außerdem der eigentlich abziehbare Anteil der Vorsorgeaufwendungen um den steuerfreien Anteil gekürzt, den der Arbeitgeber in ihre Rentenversicherung einzahlt – und zwar in voller Höhe.

Beispiel für 2018

Arbeitnehmerbeitrag4.650 Euro
Arbeitgeberbeitrag4.650 Euro
Basisrentenvertrag3.000 Euro
Insgesamt12.300 Euro
Höchstbetrag23.712 Euro
86 % von 12.300 Euro10.578 Euro
abzüglich steuerfreier Arbeitgeberanteil 4.650 Euro
verbleibender Betrag5.928 Euro

In dem Beispiel für das Jahr 2018 hat der rentenversicherungspflichtige Angestellte ein Jahresbruttoeinkommen von 50.000 Euro. Er kann Altersvorsorgeaufwendungen in Höhe von 5.928 Euro als Sonderausgaben abziehen. 

Die Aufwendungen kommen in die Anlage Vorsorgeaufwand auf Seite 1 in die Zeilen 4 bis 10.

Ehepaare profitieren davon, dass für sie in der gemeinsamen Steuererklärung der doppelte Höchstbetrag gilt. Dabei kommt es nicht darauf an, wer von beiden die Altersvorsorgebeiträge bezahlt hat.

Zu den Altersvorsorgeaufwendungen zählen auch gezahlte Beiträge in einen Basisrentenvertrag (Rürup-Rente). Auch Beamte können sich damit zu ihrer Pension eine zusätzliche Altersversorgung aufbauen. Sie gehören jedoch wie Richter und Berufssoldaten zu den rentenversicherungsbefreiten Arbeitnehmern, bei denen der Höchstbetrag gekürzt wird. Und zwar um den fiktiven Gesamtbeitrag (Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil) zur allgemeinen Rentenversicherung. Der ungekürzte Höchstbeitrag steht rentenversicherungspflichtigen Angestellten zur Verfügung.

Insbesondere für Besserverdiener kann der Sonderausgabenabzug von Rürup-Beiträgen attraktiv sein. Wer die maximale Steuerersparnis rausholen will, der sollte seine Einzahlungen an die Jahr für Jahr steigenden abzugsfähigen Beträge anpassen.

Sonstige Vorsorgeaufwendungen

Seit 2010 können Sie Ihre Beiträge zur Basiskranken- und Pflegeversicherung in voller Höhe als Sonderausgaben von der Steuer absetzen. Das gilt allerdings nur für den Basisschutz, der Sie auf sozialhilfegleichem Niveau absichert.

Ein Anspruch auf Krankengeld gehört nicht dazu. Deshalb kürzt das Finanzamt bei Pflichtversicherten den Krankenversicherungsbeitrag pauschal um 4 Prozent.

Erstattet die private Krankenversicherung Beiträge zur Basiskranken- und Pflegeversicherung, müssen Sie diese mit Ihren gezahlten Beiträgen desselben Veranlagungsjahres verrechnen. Folglich reduziert eine Beitragsrückerstattung die abzugsfähigen Sonderausgaben.

Ihre Aufwendungen für die Basisversorgung tragen Sie in die Anlage Vorsorgeaufwand ein. Sie müssen auch die von der privaten Kranken- und Pflegeversicherung erstatteten Beiträge angeben.

Selbstbehalt bei einer privaten Krankenversicherung

Der Selbstbehalt bei einer privaten Krankenversicherung gilt nicht als Sonderausgabe. Mit dem Selbstbehalt reduzieren privat Krankenversicherte ihren monatlichen Beitrag. Der BFH sieht darin aber keinen Beitrag zu einer Krankenversicherung (Urteil vom 1. Juni 2016, Az. X R 43/14). Lediglich ein Abzug als außergewöhnliche Belastung ist denkbar. Dafür muss aber die individuelle zumutbare Belastung überschritten sein. 

Trägt ein privat Krankenversicherter Krankheitskosten selbst, um sich eine Beitragserstattung zu sichern, kann er diese Kosten nicht als Sonderausgaben absetzen (Bundesfinanzhof, Urteil vom 29. November 2017, Az. X R 3/16). 

Bonuszahlung der Krankenkasse

Haben Sie an einem Gesundheitsprogramm Ihrer gesetzlichen Krankenkasse erfolgreich teilgenommen und deshalb einen Bonus erhalten? Sie können Ihre ungekürzten Beiträge für die Krankenversicherung in der Steuererklärung angeben, falls der Bonus keine Beitragsrückerstattung darstellt.

Dies trifft zu, wenn Sie aus eigener Tasche zusätzliche Gesundheitsmaßnahmen bezahlt haben und die Krankenkasse mit dem Bonus diese erstattet (Fälle der Kostenerstattung). Dann ist der Sonderausgabenabzug nicht zu mindern, entschied der BFH (Urteil vom 1. Juni 2016, Az. X R 17/15). Dies akzeptiert auch die Finanzverwaltung (Schreiben des Bundesfinanzministeriums vom 6. Dezember 2016).

Weitere Details hierzu sowie zu den anderen als Sonderausgaben absetzbaren Versicherungsbeiträgen finden Sie viel ausführlicher im Ratgeber Vorsorgeaufwendungen.

Sonderausgaben für Versicherungen Ihres Kindes

Auch die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung für die Absicherung Ihres Kindes können Sie als Sonderausgaben abziehen, sofern es unterhaltsberechtigt ist und Sie die Beiträge bezahlt haben. Es ist auch möglich, dass der Arbeitgeber den Krankenversicherungsbeitrag vom (Azubi-)Lohn Ihres Kindes einbehält. Dann müssen Sie jedoch Ihrem Kind die abgeführten Krankenversicherungsbeiträge erstatten, damit Sie diese in Ihrer Steuererklärung als Sonderausgaben absetzen dürfen (Bundesfinanzhof, Urteil vom 13. März 2018, Az. X R 25/15).

Falls Sie für dieses Kind einen Anspruch auf Kindergeld haben, tragen Sie die übernommenen Beiträge in der Anlage Kind ein. Andernfalls in die Anlage Vorsorgeaufwand (für das Jahr 2017: in den Zeilen 40 bis 45). 

Setzen Sie selbst die Beiträge an, hat das Kind allerdings keine Möglichkeit, die Versicherungsprämien als eigene Sonderausgaben abzusetzen: Die Beträge dürfen nicht doppelt berücksichtigt werden. 

Höchstbetrag von 1.900 Euro beziehungsweise 2.800 Euro

Für sonstige Vorsorgeaufwendungen gibt es einen Höchstbetrag. Sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer, die einen steuerfreien Arbeitgeberzuschuss zur Krankenversicherung erhalten, können höchstens 1.900 Euro absetzen. Selbstständige, die ihre Krankenversicherung alleine finanzieren, dürfen bis zu 2.800 Euro im Jahr geltend machen.

Die Basisbeiträge zur Krankenversicherung und Pflegeversicherung sind in voller Höhe absetzbar, selbst wenn sie über dem Höchstbetrag liegen. Dann können Sie jedoch keine weiteren sonstigen Vorsorgeaufwendungen abziehen. Dazu zählt der Krankenversicherungsbeitrag oberhalb des Basisbeitrags (zum Beispiel für Wahlleistungen wie Auslandskrankenversicherung oder Chefarztbehandlung und Krankentagegeld). 

Für den Fall, dass Sie den Höchstbetrag noch nicht ausgeschöpft haben, können Sie weitere sonstige Vorsorgeaufwendungen geltend machen, etwa die Beiträge zu

Bei der Kfz-Versicherung dürfen Sie nur den Anteil für die Haftpflichtversicherung absetzen – und auch nur, wenn Sie zugleich Autohalter und Versicherungsnehmer sind. Nutzen Sie das Auto rein privat, dann können Sie als Arbeitnehmer die Kfz-Haftpflichtversicherung als sonstige Vorsorgeaufwendungen geltend machen.

Arbeitnehmer, die ihr Auto sowohl beruflich als auch privat nutzen, können die kompletten Kosten für die Kfz-Haftpflichtversicherung als Sonderausgaben angeben – und dies sogar, wenn sie bereits von der Entfernungspauschale profitieren. Eigentlich deckt die Entfernungspauschale alle Autokosten ab, doch die Finanzämter halten sich an eine Vereinfachungsregel (R 10.5 Einkommensteuerrichtlinie).

Allerdings dürfte dies die wenigsten Steuerzahler entlasten. Denn solche Versicherungsbeiträge wirken sich nur aus, wenn sie die jährlichen Höchstbeträge nicht schon ausgeschöpft haben durch ihre Beiträge zu Basiskranken- und gesetzlicher Pflegeversicherung. Die Höchstbeträge sind 2.800 Euro für Selbstständige und 1.900 Euro für Arbeitnehmer.

Rentner können ihre Kfz-Haftpflichtversicherung ebenfalls absetzen.

Selbstständige, die ihr Firmenfahrzeug im Betriebsvermögen halten, können neben der Haftpflicht- auch die Kaskoversicherung als Betriebsausgaben absetzen. Ist das Auto im Privatvermögen, so ist zumindest der betriebliche Anteil absetzbar. Die Angaben müssen Sie als Selbstständiger in der Anlage EÜR der Steuererklärung machen.

Viele Steuerzahler erreichen jedoch bereits mit ihren Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträgen den Höchstbeitrag. Dann wirken sich die weiteren Versicherungsbeiträge überhaupt nicht aus; andernfalls nur bis zum Höchstbetrag.

Diese tragen Sie in der Anlage Vorsorgeaufwand bei den „weiteren sonstigen Vorsorgeaufwendungen“ ein.

Wie berücksichtigt das Finanzamt Beiträge zur Riester-Rente?

Der Fiskus fördert die zusätzliche Altersvorsorge im Rahmen eines Riester-Vertrags. In erster Linie erhalten Sparer unter bestimmten Bedingungen staatliche Zulagen, die dem Riester-Vertrag gutgeschrieben werden.  

Gutverdiener können darüber hinaus von einem Steuervorteil profitieren. Denn Eigenbeiträge und Zulagen zählen bis zu einem Höchstbetrag von 2.100 Euro als Sonderausgaben. Diese mindern das zu versteuernde Einkommen. Eine Steuerersparnis von mehreren Hundert Euro ist möglich. Für Besserverdiener und kinderlose Steuerzahler ist es oft so, dass ihnen der Sonderausgabenabzug mehr Geld bringt als die Zulagen. So kann beispielsweise ein lediger Arbeitnehmer mit rund 70.000 Euro Gehalt mit einer Steuererstattung von rund 580 Euro rechnen. Die Steuerersparnis steigt mit dem Steuersatz.

Füllen Sie die Anlage AV aus und fügen diese Ihrer Steuererklärung bei. Das Finanzamt macht dann eine Günstigerprüfung. Es berechnet, ob Ihnen der Sonderausgabenabzug mehr bringt als die Zulagen. Ist dies der Fall, dann erhalten Sie die Differenz aus Steuervorteil und Zulagen ausbezahlt. Diesen Betrag weist das Finanzamt im Steuerbescheid aus. Es betrachtet bei der Berechnung allein Ihren Anspruch auf die Zulagen und verrechnet diese mit dem Steuervorteil, damit Sie nicht doppelt gefördert werden. Wenn Sie einen Dauerzulagenantrag bei Ihrem Anbieter gestellt haben, dann schreibt dieser Ihre Zulagen dem Vertrag gut. Das Finanzamt prüft aber nicht, ob Sie die Zulagen tatsächlich erhalten haben.

Der Höchstbetrag von 2.100 Euro steht jedem förderberechtigten Ehegatten zu.

Für Familien sind die staatlichen Zulagen in der Regel günstiger als der Sonderausgabenabzug. Damit Sie die volle staatliche Förderung erhalten, müssen Sie 4 Prozent Ihres rentenversicherungspflichtigen Einkommens abzüglich der Zulagen sparen. 

Falls Sie den Riester-Vertrag vorzeitig auflösen und das ausgezahlte Geld nicht für die Altersvorsorge verwenden, müssen Sie sowohl die Zulagen als auch die Steuerersparnis zurückzahlen.

Diese Riester-Rente passt zu Ihnen

Sara Zinnecker
von Finanztip,
Expertin für Geldanlage

Altersvorsorge mit staatlicher Förderung

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Wie können Sie Unterhaltsleistungen an den Ex-Partner absetzen?

Zu den Sonderausgaben gehören auch Zahlungen an den früheren Ehepartner. Zum einen Ausgleichszahlungen im Rahmen eines Versorgungsausgleichs; zum anderen auch laufende oder einmalige Unterhaltsleistungen an Ihre geschiedene oder dauernd getrennt lebende Ehefrau oder Ihren geschiedenen oder dauernd getrennt lebenden Ehemann – das sogenannte Realsplitting. Das Gleiche gilt für eingetragene Lebenspartner, die sich getrennt haben.

So funktioniert das Realsplitting

Die jährlich absetzbare Höchstsumme beträgt 13.805 Euro. Sie erhöht sich noch um den Betrag, den Sie gegebenenfalls zusätzlich für die Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge Ihres Ex-Partners zahlen.

Die Sache hat nur einen Haken: Der ehemalige Partner muss Ihrem Sonderausgabenabzug zustimmen, weil er Ihre Unterhaltszahlungen als sonstige Einkünfte in der Anlage SO angeben und versteuern muss. Dafür müssen beide die Anlage U unterschreiben. Der Ex-Partner kann verlangen, dass Sie dessen Steuernachteil erstatten müssen.

Die Zustimmung zum Realsplitting gilt immer für ein ganzes Jahr, kann also gegenüber dem Finanzamt nicht im Laufe des Jahres widerrufen werden. Das geht nur vor Beginn des Jahres, für das die Zustimmung nicht mehr gelten soll.

Wenn sich Ihr Ex-Partner weigert, können Sie dessen Zustimmung nur gerichtlich durchsetzen. Um die dadurch entstehenden zusätzlichen Kosten zu sparen, können Sie aber auch anbieten, den Ex an Ihrem Steuervorteil zu beteiligen und sich so möglicherweise zu einigen. Dieses Angebot dürfte sich für Sie immer noch lohnen, wenn Sie mehr verdienen als Ihr ehemaliger Partner und sich Ihre Progression verringert durch die Berücksichtigung Ihrer Unterhaltsleistungen als Sonderausgaben.

Möglicherweise darf der frühere Partner umsonst in einer Wohnung wohnen, die Ihnen gehört. Dann können Sie den Mietwert im Rahmen der Sonderausgaben als Unterhaltsleistung absetzen. Falls die Immobilie Ihnen beiden gehört, können Sie als überlassender Ehepartner nicht nur den Mietwert Ihres Miteigentumsanteils, sondern auch die verbrauchsunabhängigen Kosten für den Miteigentumsanteil des Ex absetzen, die Sie aufgrund Ihrer Unterhaltsvereinbarung zu tragen haben. Die Unterhaltsleistungen tragen Sie auf Seite 2 des Mantelbogens 2017 in den Zeilen 40 und 41 ein. 

Sollte der Ex Ihnen Miete zahlen, können Sie etwaige Verluste aus dieser Vermietung geltend machen und mit Ihren anderen Einkünften verrechnen. Das geht auch, wenn Sie die Miete mit dem Barunterhalt verrechnet haben, den Sie zahlen müssen.

Der Sonderausgabenabzug bleibt Ihnen sogar erhalten, wenn Sie die Wohnung aufgrund der Unterhaltsvereinbarung zu Wohnzwecken überlassen und sich der Anspruch des Unterhaltsberechtigten auf Barunterhalt dadurch verringert.

Haben Sie Sozialversicherungsbeiträge für einen geschiedenen oder dauernd getrennt lebenden Ehe- oder Lebenspartner geleistet, können Sie diese Zahlungen ebenfalls als Vorsorgeaufwand absetzen.

Anlage Unterhalt als Alternative

Wenn Sie den Sonderausgabenabzug nicht beantragen wollen oder alle Versuche scheitern, eine unterschriebene Anlage U vom Ex zu bekommen, können Sie versuchen, Ihre Unterhaltsleistungen alternativ als außergewöhnliche Belastungen geltend zu machen. Damit sich diese steuerlich auswirken, müssen sie Ihre individuelle zumutbare Belastung überschreiten. Außerdem werden eigene Einkünfte, Bezüge und Vermögen der unterstützten Person gegengerechnet.

Ihre Angaben gehören in die Anlage Unterhalt.

Was ist bei der Kirchensteuer absetzbar?

Die Kirchensteuer, die Sie gezahlt haben, ist in voller Höhe als Sonderausgabe abziehbar. Dazu zählt auch die offene Kirchensteuer des Erblassers, die der Erbe bezahlt hat. Im Jahr der Nachzahlung für den Erblasser ist dieser Betrag als eigene Sonderausgabe absetzbar. So entschied der BFH in einem Urteil vom 21. Juli 2016, Az. X R 43/13.

Falls Sie Kapitalerträge erzielen, die Sie mit Ihrem persönlichen Steuersatz versteuern, zählt auch die Kirchensteuer, die auf Kapitalertragsteuer entfällt, zu den Sonderausgaben. Kirchensteuer, die als Zuschlag zur Abgeltungssteuer einbehalten wurde, wird hingegen pauschal versteuert und stellt daher keine Sonderausgabe dar.

Sofern das Finanzamt Ihnen Kirchensteuer erstattet hat, müssen Sie auch diese Erstattung angeben. Sie wird dann gegengerechnet.

Auch das in einigen Bundesländern wie Bayern erhobene Kirchgeld ist als Sonderausgabe absetzbar. Außerdem als Sonderausgabe abziehbar ist das allgemeine und besondere Kirchgeld als Unterform der Kirchensteuer, sofern Sie dieses an eine Religionsgemeinschaft gezahlt haben, die in mindestens einem Bundesland als Körperschaft des öffentlichen Rechts anerkannt ist.

Voraussetzung dafür ist, dass Sie dem Finanzamt eine Empfangsbestätigung der Religionsgemeinschaft über die gezahlten Beiträge vorlegen können.

Ihre Kirchensteuer tragen Sie im Mantelbogen 2017 auf Seite 2 in der Zeile 42 ein.

Was gilt für die erstmalige Berufsausbildung?

Kosten Ihrer eigenen erstmaligen Berufsausbildung oder Ihres Erststudiums können Sie mit bis zu 6.000 Euro im Jahr als Sonderausgaben absetzen. Als Erststudium zählen die Semester bis zur Erlangung des Bachelors. Wenn sich bei Ehepaaren oder eingetragenen Lebenspartnerschaften beide Partner in Berufsausbildung befinden, kann jeder den Höchstbetrag ansetzen.

Zu den Ausbildungskosten können zum Beispiel gehören:

  • Lehrgangs-, Studien-, Seminar- und Kursgebühren,
  • Aufwendungen für Arbeitsmittel wie PC, Schreibtisch, Fachbücher und anderes Lernmaterial,
  • Fahrtkosten für den Weg von der Wohnung zur Hochschule,
  • selbst getragene Kosten für Praktika und Auslandssemester.

Ausgaben für Erstausbildung oder -studium tragen Sie auf Seite 2 des Mantelbogens unter „Aufwendungen für die eigene Berufsausbildung“ ein.

Dagegen können Ihre Aufwendungen als Werbungskosten berücksichtigt werden, wenn sie entstanden sind für:

  • eine weitere Berufsausbildung,
  • ein weiteres Studium (auch Masterstudium, Promotion oder Habilitation),
  • ein Erststudium nach einer bereits abgeschlossenen nichtakademischen Berufsausbildung oder
  • im Rahmen eines Ausbildungsdienstverhältnisses.

Ein Master-Studiengang gilt steuerrechtlich als Zweitstudium. In einem dieser Fälle füllen Sie nicht Seite 2 des Mantelbogens, sondern die Anlage N aus.

Anders als die Sonderausgaben ist der Werbungskostenabzug nicht nach oben begrenzt. Sonderausgaben können sich nur im Jahr ihrer Entstehung auswirken und das auch nur, wenn überhaupt steuerpflichtige Einkünfte vorhanden sind – also Einnahmen oberhalb des Grundfreibetrags (9.000 Euro im Jahr 2018, 2019: 9.168 Euro, 2020: 9.408 Euro).

Nur mit diesen können die Ausbildungskosten verrechnet werden. Da viele Studierende und Auszubildende nicht über so hohe Einkünfte verfügen, entfällt dieser Steuervorteil für sie. Wenn die Ausbildungskosten dagegen Werbungskosten darstellen, kann der Aufwand als Verlust in die Folgejahre vorgetragen werden – als sogenannter Verlustvortrag. Er mindert die Steuerlast in den ersten Berufsjahren nach dem Studium.

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Bundesverfassungsgericht muss entscheiden

Während beim Zweitstudium die Rechtslage geklärt ist, gilt dies noch nicht für das Erststudium beziehungsweise die Erstausbildung. 2011 entschied der BFH, dass beim Erststudium vorweggenommene Werbungskosten vorliegen können (Az. VI R 7/10). Daraufhin hat der Fiskus am 7. Dezember 2011 das Einkommensteuergesetz rückwirkend ab 2004 geändert und nur den Sonderausgabenabzug zugelassen. Studenten, die dagegen klagten, scheiterten zunächst (BFH, Urteil vom 5. November 2013, Az. VIII R 22/12).

Doch in mehreren Beschlüssen vom 17. Juli 2014 hielt der BFH den Ausschluss des Werbungskostenabzugs für Berufsausbildungskosten für verfassungswidrig (Az. VI R 2/12, Az. VI R 8/12 und Az. VI R 38/12). Nun muss das Bundesverfassungsgericht darüber entscheiden (Az. 2 BvL 23/14, Az. 2 BvL 24/14 und Az. 2 BvL 26/14).

Die Finanzämter versehen die Steuerbescheide mit einem Vorläufigkeitsvermerk, sodass ein Einspruch nicht erforderlich ist. Betroffene können also abwarten, wie die Verfassungsrichter entscheiden werden. Fehlt allerdings der Vorläufigkeitsvermerk, dann sollten Sie innerhalb eines Monats Einspruch einlegen.

Wichtig ist aber, dass Sie die jeweiligen Kosten in einer jährlichen Steuererklärung geltend machen. Studenten sind im Regelfall nicht zur Abgabe verpflichtet, weshalb sie normalerweise vier Jahre Zeit haben für eine freiwillige Steuererklärung. Bis Ende 2018 können Sie auf diese Weise die Kosten des Jahres 2014 in einer Steuererklärung für 2014 geltend machen. Ist die Abgabefrist abgelaufen, können die Verluste dennoch innerhalb einer siebenjährigen Verjährungsfrist gesondert festgestellt werden (BFH, Urteil vom 13. Januar 2015, Az. IX R 22/14). Konkret bedeutet dies: Wer in seiner Studienzeit keine Steuererklärung abgegeben hat, aber noch Verluste aus den Jahren ab 2011 hat, kann sich diese noch 2018 mit einem Antrag auf Verlustfeststellung beim Finanzamt sichern. Dazu ist ein Kreuz auf Zeile 2 im Mantelbogen erforderlich.

Mindestanforderungen an Erstausbildung

Bis Ende 2014 war die Mindestdauer der Erstausbildung nicht fest geregelt. So konnte beispielsweise auch eine kurze Ausbildung zum Rettungssanitäter als erstmalige Berufsausbildung gelten. Studierte der Sanitäter danach Medizin, waren die Kosten für diese „Zweitausbildung“ als Werbungskosten unbeschränkt abziehbar. Nach einer Neuregelung des Einkommensteuergesetzes muss seit Januar 2015 die Erstausbildung mindestens zwölf Monate (in Vollzeit) dauern und mit einem Abschluss beendet werden. Nur nach dieser Erstausbildung können Sie Ausgaben für eine Zweitausbildung als Werbungskosten geltend machen.

Wie können Sie mit Spenden Steuern sparen?

Spenden und Mitgliedsbeiträge zur Förderung steuerbegünstigter Zwecke berücksichtigt das Finanzamt bis zu 20 Prozent des Gesamtbetrags Ihrer Einkünfte. Eine Spende ist eine freiwillige Ausgabe ohne Gegenleistung. Sie können Geld, Sachleistungen oder Zeit spenden. Bei einer Zeitspende verzichten Sie auf eine Ihnen zustehende Vergütung.

Als Sonderausgaben absetzbar sind Spenden an steuerbegünstigte Organisationen wie gemeinnützige Vereine, Stiftungen, politische Parteien, Kirchen und Hochschulen. Alle Spenden und Mitgliedsbeiträge für steuerbegünstigte Zwecke müssen Sie anhand einer Spendenquittung nachweisen können. Diese erhalten Sie vom Spendenempfänger, sofern er sie nicht schon elektronisch an das Finanzamt übermittelt hat.

Vereinfachter Zuwendungsnachweis - Bei Spenden und Mitgliedsbeiträgen bis zu 200 Euro je Zahlung ist ein vereinfachter Nachweis erlaubt: Das gilt bei Zuwendungen an gemeinnützige Organisationen und Spenden zur Hilfe in Katastrophenfällen. Dann reicht als Nachweis der Bareinzahlungsbeleg oder die Buchungsbestätigung, zum Beispiel ein Kontoauszug.

Das Steuermodernisierungsgesetz brachte eine weitere Erleichterung: Ab der Steuererklärung 2017 müssen generell keine Spendenbescheinigungen mehr eingereicht werden – erst auf Nachfrage des Finanzamts. Sie müssen jedoch die Belege aufheben – und zwar bis zum Ende des Jahres nachdem Sie Ihren Steuerbescheid erhalten haben.

Haben Sie an gemeinnützige Einrichtungen wie Vereine und Stiftungen gespendet, brauchen Sie zusätzlich einen von dieser Einrichtung erstellten Beleg, der Angaben über die Freistellung von der Körperschaftsteuer und die Verwendung der Mittel enthält. Außerdem muss erkennbar sein, ob es sich um Spenden oder um Mitgliedsbeiträge handelt.

Sie können sogar Sachspenden wie Kleidung oder Spielzeug angeben. Eine Chance, dass das Finanzamt diese anerkennt, besteht aber nur, wenn Sie den Marktwert der Gegenstände belegen können. Dazu bietet es sich an, den Neupreis, die Nutzungsdauer und den Zustand zum Zeitpunkt der Spende zu dokumentieren. Spenden und Mitgliedsbeiträge führen Sie in der Steuererklärung auf der zweiten Seite des Mantelbogens auf.

Parteispenden - Spenden und Mitgliedsbeiträge an politische Parteien können Sie zur Hälfte unmittelbar von Ihrer ermittelten Steuerschuld abziehen – bis zu einem Höchstbetrag von 825 Euro (bei zusammen veranlagten Ehepaaren/Lebenspartnern 1.650 Euro) im Jahr. Das Gleiche gilt für Spenden und Mitgliedsbeiträge an unabhängige Wählervereinigungen, die die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllen. Spenden Sie also 1.000 Euro an eine Partei, ermäßigt sich Ihre ermittelte Einkommensteuerlast direkt um 500 Euro, nicht etwa Ihr zu versteuerndes Einkommen. Tatsächlich sparen Sie sogar noch mehr, weil der Steuerabzug zweistufig ermittelt wird.

Beispiel: Ein Ehepaar gibt in seiner gemeinsamen Steuererklärung Parteispenden bis zum Höchstbetrag von 6.600 Euro (für Singles: 3.300 Euro) an. Spenden bis 3.300 Euro bringen eine direkte Steuererstattung von 1.650 Euro – die Hälfte der Zuwendung – auf der ersten Stufe. Auf der zweiten Stufe mindern die weiteren gespendeten 3.300 Euro als Sonderausgaben das zu versteuernde Einkommen und damit die zu zahlende Steuer zusätzlich.

Bei der Einzelveranlagung von Alleinstehenden oder Paaren ohne Trauschein gelten die halben Beträge.

Stiftungen - Spenden in den Vermögensstock einer Stiftung des öffentlichen Rechts oder einer steuerbegünstigten Stiftung des privaten Rechts sind bis zu 1 Million Euro (2 Millionen Euro bei zusammen veranlagten Ehegatten/Lebenspartnern) begünstigt. Ihre Spende können Sie wahlweise im Jahr der Zuwendung oder in den neun folgenden Jahren steuerlich geltend machen.

EU/Europäischer Wirtschaftsraum - Auch Zuwendungen an steuerbegünstigte Organisationen innerhalb der Europäischen Union sowie Island, Liechtenstein und Norwegen können begünstigt sein. Das ist möglich, wenn der ausländische Zuwendungsempfänger nach der Satzung, dem Stiftungsgeschäft oder der sonstigen Verfassung und nach der tatsächlichen Geschäftsführung ausschließlich und unmittelbar gemeinnützigen, mildtätigen oder kirchlichen Zwecken im Sinne der Paragrafen 51 bis 68 Abgabenordnung dient. Um das nachzuweisen, müssen Sie geeignete Unterlagen einreichen, was sich aufgrund des Auslandsbezugs häufig als nicht ganz einfach erweist. Wenn die steuerbegünstigte Organisation im EU-/EWR-Ausland Ihnen nur die Höhe der Zuwendungen bescheinigt, reicht das dem Finanzamt als alleiniger Nachweis nicht aus.

Spendenvortrag - Sofern Sie so großzügig waren, dass Ihre Spenden in einem Jahr den Höchstbetrag von 20 Prozent Ihrer Gesamteinkünfte überschritten haben, können Sie die übersteigenden Beträge in den Folgejahren absetzen – Fachleute sprechen vom Spendenvortrag. Falls das Finanzamt für Sie einen verbleibenden Spendenvortrag festgestellt hat, berücksichtigt die Behörde diesen automatisch.

Aufwandsspende - Arbeiten Sie ehrenamtlich beispielsweise als Übungsleiter für einen Verein oder für die Kirche? Dann können Sie unter Umständen Ihren Aufwand als Spende geltend machen. Dazu sollten Sie dem Finanzamt eine im Voraus getroffene schriftliche Vereinbarung einreichen, aus der hervorgeht, dass Sie Anspruch auf Aufwendungsersatz hätten und förmlich darauf verzichtet haben.

Sport, Heimatkunde und Karneval - Mitgliedsbeiträge an Sportvereine können Sie nicht als Sonderausgaben absetzen. Das Gleiche gilt, wenn der Empfänger beispielsweise kulturelle Betätigungen, die in erster Linie der Freizeitgestaltung dienen, oder die Heimatpflege und Heimatkunde fördert. Dazu zählen auch Tierzucht-, Pflanzenzucht-, Kleingarten- und Karnevalsvereine. Dagegen können Spenden an solche Vereine durchaus als Sonderausgaben berücksichtigt werden, sofern sie die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllen.

Zuwendung an Einzelperson, Lose, Sonderbriefmarken & Co. - Keine steuerlich begünstigten Spenden sind beispielsweise

  • direkte Zahlungen an Bedürftige oder in den Klingelbeutel,
  • Aufwendungen für Lose einer Wohlfahrtslotterie,
  • Zuschläge auf Wohlfahrts- und Sonderbriefmarken sowie
  • Zahlungen an gemeinnützige Einrichtungen, die als Bewährungsauflage im Straf- oder Gnadenverfahren auferlegt werden.

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Wie können Sie Kinderbetreuungskosten absetzen?

Der Fiskus fördert Eltern von Kleinkindern über mehrere steuerliche Vergünstigungen. So können Sie beispielsweise zwei Drittel Ihrer Aufwendungen für Kinderbetreuung, höchstens aber 4.000 Euro je Kind und Kalenderjahr als Sonderausgaben von der Steuer absetzen. Um den Höchstbetrag auszuschöpfen, können Sie für jedes Kind Kosten bis zu 6.000 Euro geltend machen.

Für den Abzug von Kinderbetreuungskosten müssen Sie folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Das Kind gehört zu Ihrem Haushalt (bei dauerhaft getrennt lebenden Eltern ist grundsätzlich die Wohnsitzmeldung des Kindes maßgeblich),
  • das Kind hat sein 14. Lebensjahr noch nicht vollendet,
  • Sie haben für die Aufwendungen eine Rechnung erhalten und
  • den Betrag auf das Konto des Leistungserbringers überwiesen.

Unabhängig vom Alter gestattet der Fiskus den Sonderausgabenabzug, wenn sich das betreute Kind aufgrund einer vor Vollendung des 25. Lebensjahrs eingetretenen Behinderung nicht selbst versorgen kann; ist die körperliche, geistige oder seelische Behinderung vor 2007 aufgetreten, dann muss dies vor Vollendung des 27. Lebensjahrs geschehen sein.

Diese Altersgrenze gilt nicht, wenn das Kind sich wegen körperlicher, geistiger oder seelischer Behinderung nicht selbst unterhalten kann und jünger als 25 Jahre ist. Eine Ausnahme lässt der Gesetzgeber außerdem für Kinder zu, die wegen einer vor dem 1. Januar 2007 in der Zeit ab Vollendung des 25. Lebensjahres und vor Vollendung des 27. Lebensjahres eingetretenen körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung nicht selbst für ihren Lebensunterhalt sorgen können.

Folgende Aufwendungen können Sie beispielsweise in Ihrer Steuererklärung angeben:

  • wenn Sie Ihren Nachwuchs in Kindergärten, Kindertagesstätten, Kinderhorten, Kinderheimen und Kinderkrippen sowie bei Tagesmüttern, Wochenmüttern und in Ganztagspflegestellen unterbringen;
  • wenn Sie Kinderpflegerinnen, Erzieherinnen, Kinderschwestern, Au-Pairs oder Haushaltshilfen beschäftigen, die sich um Ihre Kinder kümmern;
  • wenn Sie Ihre Kinder während der Schulaufgaben beaufsichtigen lassen;
  • den Fahrtkostenersatz für die Oma, die ansonsten ihre Enkel unbezahlt betreut.

Nicht berücksichtigt werden allerdings Aufwendungen für (Nachhilfe-)Unterricht, für die Vermittlung besonderer Fähigkeiten, für sportliche und andere Freizeitbetätigungen sowie für die Verpflegung des Kindes.

Der Abzug von Kinderbetreuungskosten setzt voraus, dass Sie für Ihre Ausgaben eine Rechnung erhalten haben und den Betrag auf das Konto desjenigen überwiesen haben, der das Kind betreut hat. Barzahlungen und Barschecks erkennt der Fiskus nicht an. Rechnungen und Zahlungsnachweise müssen Sie zwar nur auf Verlangen des Finanzamts vorlegen. Für diesen Fall sollten Sie die Belege aber aufbewahren.

Falls Sie im Rahmen eines sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisses oder eines Minijobs als Arbeitgeber der Betreuungsperson fungieren, reicht als Nachweis der schriftliche Arbeitsvertrag. Wurde das Kind in einem Kindergarten oder Hort betreut, genügt der Bescheid des öffentlichen oder privaten Trägers über die zu zahlenden Gebühren und der Überweisungsbeleg.

Häufig übernehmen nahe Angehörige wie die (Schwieger-)Mutter die Kinderbetreuung. Sofern die Betreuung entgeltlich erfolgt und Sie eindeutige Vereinbarungen getroffen haben, die Sie auch tatsächlich umsetzen, können Sie Ihre Kinderbetreuungskosten auch in diesem Fall von der Steuer absetzen. Die Betreuungsperson darf allerdings nicht mit Ihnen und Ihrem Kind in einem gemeinsamen Haushalt leben.

Steuerfreie Erstattungen oder Zuschüsse zu den Betreuungskosten müssen Sie in der Steuererklärung angeben. Sie mindern Ihre abzugsfähigen Kosten.

Die Kinderbetreuungskosten tragen Sie in der Anlage Kind auf Seite 3 in den Zeilen 67 bis 73 ein (in der Steuererklärung 2017). Weitere Einzelheiten lesen Sie im Ratgeber Kinderbetreuungskosten

Bezahlen Sie regelmäßig für die Betreuung Ihrer Kinder, dann ist absehbar, welche Kosten Ihnen im laufenden Jahr voraussichtlich entstehen. Dafür können Sie sich im Lohnsteuerermäßigungsverfahren einen Freibetrag eintragen lassen und so Ihr monatliches Nettogehalt erhöhen.

Tipp: Für die Betreuung von Kindern ab 14 Jahren ist kein Abzug bei den Sonderausgaben möglich, dafür aber bei den haushaltsnahen Dienstleistungen. Die Steuerermäßigung beschränkt sich dann nicht nur auf die Kosten der Kinderbetreuung; sie ist generell möglich für Tätigkeiten im Haushalt.

Ist das Schulgeld für Privatschulen absetzbar?

Wenn Ihr Kind ein Internat, eine Waldorfschule oder eine andere Privatschule besucht, dann müssen Sie Schulgeld zahlen. Es ist als Sonderausgabe abzugsfähig – zumindest 30 Prozent bis zum Höchstbetrag von 5.000 Euro jährlich je Kind. Möglich ist das, wenn Sie Anspruch auf Kindergeld haben und die Schule zu einem allgemein- oder berufsbildenden Abschluss führt. Auch ein Schulbesuch im EU-Ausland kann darunterfallen.

Nicht abzugsfähig sind jedoch die Kosten für Unterkunft, Verpflegung und Betreuung. Das Schulgeld tragen Sie ein in der Anlage Kind Ihrer Steuererklärung. Weitere Details finden Sie im Ratgeber Schulgeld.

Wie funktioniert die Förderung einer denkmalgeschützten Immobilie?

Für das Wohnen in den eigenen vier Wänden gibt es nur noch ein Modell, bei dem der Eigentümer Steuern sparen kann: die Denkmalabschreibung (Denkmal-AfA gemäß §§ 10f, 7i EStG). Diese Förderung steht Ihnen in Ihrem Leben nur für ein Gebäude zu; für Zusammenveranlagte geht dies für zwei Gebäude.

Im Kern funktioniert das so: Sie kaufen in Deutschland einen sanierungsbedürftigen Altbau, der als Baudenkmal anerkannt ist. Noch vor Beginn der Renovierungsmaßnahmen lassen Sie sich die geplanten Baumaßnahmen von der Denkmalschutzbehörde bescheinigen. Dementsprechend sanieren Sie Ihre Immobilie und ziehen danach ein.

Im Jahr, in dem die Sanierung abgeschlossen wurde und Sie eingezogen sind, und in den folgenden neun Jahren dürfen Sie dann jährlich neun Prozent der Modernisierungskosten wie Sonderausgaben abziehen, über zehn Jahre also höchstens 90 Prozent abschreiben.

Wollen Sie die Immobilie vermieten, dann können Sie über zwölf Jahre sogar die gesamten Modernisierungskosten abschreiben: in den ersten acht Jahren mit jeweils neun Prozent und vier weitere Jahre mit jeweils sieben Prozent. Außerdem dürfen Sie als Vermieter zusätzlich den Kaufpreis der unsanierten Immobilie abschreiben. Abziehen müssen Sie den Grundstückswert, der nicht abschreibbar ist. Den Kaufpreis für den Gebäudewert dürfen Sie jährlich mit zwei Prozent abschreiben, wenn die Immobilie ab 1925 fertiggestellt wurde; für ältere Objekte gilt 2,5 Prozent jährlich.

Ganz entscheidend ist das denkmalgerechte Sanieren nach dem Kauf. Besorgen Sie sich vor Beginn der Sanierung die Genehmigung der örtlich zuständigen Denkmalschutzbehörde. Steht beispielsweise nur die Fassade unter Denkmalschutz, dann werden nur die Kosten einer Fassadensanierung einbezogen. Allein die Maßnahmen zum Erhalt des Denkmals werden gefördert. Der Einbau von Bad, Toiletten und Heizung zählt in der Regel dazu. Die Bescheinigung der Denkmalschutzbehörde dokumentiert die anzuerkennenden Aufwendungen. Sie stellt fürs Finanzamt einen verbindlichen Grundlagenbescheid dar. 

Haben Sie Zuschüsse für Ihre Restaurierungsmaßnahmen erhalten, müssen Sie diese von den Modernisierungskosten abziehen. Nur die Differenz kann steuerlich berücksichtigt werden.

Von den sehr hohen Abschreibungssätzen profitieren vor allem Besserverdiener. Sie können dadurch ihre Steuerlast deutlich reduzieren. Allerdings sind die Auflagen des Denkmalschutzamts einzuhalten. Dadurch ist die Renovierung von denkmalgeschützten Immobilien deutlich kostspieliger als bei neueren Objekten. Zudem sollten Investoren einen langfristigen Anlagehorizont von mindestens 15 Jahren haben. Denn der Steuervorteil während des Förderzeitraums ist nicht auf einen Käufer übertragbar.

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Udo Reuß

Finanztip-Experte für Steuern

Der Steuerrechtler und Diplom-Kaufmann Udo Reuß ist bei Finanztip für Steuerthemen verantwortlich. Zuvor war er bei verschiedenen Wirtschafts- und Fachverlagen wie Handelsblatt, F.A.Z.-Verlagsgruppe, Haufe-Lexware und Vogel Business Media tätig – 14 Jahre davon arbeitete er als Chefredakteur von Fachzeitschriften. Aus dem komplexen Steuerrecht zieht er die relevanten Urteile für Steuersparer. Den Autor erreichen Sie unter redaktion@finanztip.de.