Auslandsüberweisungen

So überweisen Sie Geld ins Ausland

Josefine Lietzau Stand: 05. August 2019
Das Wichtigste in Kürze
  • Wenn Sie Geld ins außereuropäische Ausland überweisen, fallen meist hohe Gebühren an.
  • Um Geld ins Ausland zu senden, können Sie außer Ihrer Bank auch andere Dienstleister nutzen.
  • Bei einigen Anbietern brauchen die Empfänger kein Girokonto, um das Geld zu bekommen. Sie können es zum Beispiel in bar abholen.
So gehen Sie vor
  • Finden Sie heraus, ob der Empfänger das Geld bar oder auf ein Konto erhalten will.
  • Vergleichen Sie die Preise der unterschiedlichen Anbieter. Viele von ihnen bieten auf ihren Websites Kostenrechner an.
  • Melden Sie die Banküberweisung der Bundesbank, falls Sie mehr als 12.500 Euro senden.

Wer von Deutschland aus innerhalb Europas Geld überweisen möchte, kann dies seit Einführung des Europäischen Zahlungsraums „Sepa“ meist problemlos tun. Mehr als 36 europäische Staaten gehören inzwischen zu dieser „Single Euro Payments Area“. Zwischen diesen Ländern sind die Regeln für grenzüberschreitende Zahlungen standardisiert, was Überweisungen einfach macht.

Falls Sie jedoch Geld in ein Land außerhalb des Sepa-Raums versenden wollen, wird das Überweisen komplizierter – und teurer.

Wie überweist man Geld über die eigene Bank?

Sie brauchen keinen spezialisierten Anbieter, um Geld ins Ausland zu überweisen. Das klappt auch über die eigene Bank. Die bietet für solche Überweisungen passende Formulare an, in denen Sie zum Beispiel angeben müssen, wer die Kosten für die Überweisung übernimmt. 

Beim Ausfüllen des Überweisungsauftrags müssen Sie meist eine der folgende Varianten auswählen:

OUR - Der überweisende Kunde bezahlt die Kosten (aus Sicht der Bank: „our customer charged“).  In der Regel muss er Vorkasse leisten.

BEN - Das steht für „beneficiary pays costs“, Begünstigter zahlt Kosten. Also der Kunde, der das Geld bekommt, bezahlt die Überweisung. Der Betrag, den seine Bank und weitere womöglich zwischengeschaltete Banken verlangen, wird von der überwiesenen Summe abgezogen.

SHARE - Die Kosten für die Überweisung werden aufgeteilt. Beim Empfänger wird das Geld vom Überweisungsbetrag abgezogen.

Viele Banken nutzen standardmäßig SHARE als Überweisungsart, die Kosten werden also geteilt. Der Absender kann sich aber auch für eine andere Variante entscheiden, indem er die gewünschte Art in den Überweisungsformularen auswählt. 

Wenn Sie Geld ins Ausland überweisen, können daneben folgende Gebühren wichtig werden:

Wechselkurs - Der Wert von Währungen schwankt. Das kann dazu führen, dass Sie einen ungünstigen Zeitpunkt erwischen und überweisen, wenn der Wechselkurs besonders schlecht ist. Außerdem nutzen Banken unterschiedliche Kurse. Es kann also passieren, dass Sie bei einer Bank günstiger wegkommen würden als bei einer anderen.

Kosten für das Wechseln - Die Banken verlangen oft eine Gebühr dafür, dass sie das Geld wechseln oder für das Ankaufen und Verkaufen von Devisen, also Geld in einer anderen Währung als Euro. Falls Sie direkt in Euro überweisen, entfällt diese Gebühr. Allerdings verlangt in solchen Fällen womöglich die Empfänger-Bank Gebühren.

Überweisungsgebühren - Für das Überweisen können die Banken Geld verlangen, so wie es auch einige Banken bei Überweisungen im Sepa-Raum tun.

Swift-Gebühren - Die Banken können beim Überweisen auch sogenannte Swift-Gebühren verlangen. Die belgische Genossenschaft Swift unterhält das Telekommunikationsnetzwerk Swiftnet. Über dieses Netzwerk wickeln tausende Banken Transaktionen ab.

Gebühren bei Online-Überweisungen mit Währungsumrechnung

 SHARE

OUR

Berliner Sparkasse

Beträge bis 10.000 €: 17,50 € / darüber: 1,75‰ (max. 600 €)

Beträge bis 10.000 €: 17,50 € / darüber: 1,75‰ (max. 600 €
+ 20 €)

Deutsche Bank

1,5 % (mind. 10 €) + 1,55 € Swift 

1,5 % (mind. 10 Euro) + 1,55 € Swift + 25 € Fremdspesen

Postbank

1,5 % (mind. 8 €)

keine Angaben

DKB

Beträge bis 12.500 €: 12,50 € / darüber 1 % (max. 150 €)

keine Angaben

Quelle: Preis- und Leistungsverzeichnisse der Anbieter 
Stand: 23. Juli 2019

Aber nicht nur bei den Kosten gibt es Unterschiede zwischen Sepa-Überweisungen und internationalen Zahlungen. Die Empfänger müssen oft auch länger auf ihr Geld warten. Eine Überweisung innerhalb Deutschlands sollte innerhalb eines Bankarbeitstages auf dem Girokonto des Empfängers sein, bei Überweisungen innerhalb des Sepa-Raums sind es vier Bankarbeitstage. Ähnliche Fristen fehlen bei internationalen Überweisungen. Das heißt jedoch nicht, dass sie immer länger dauern müssen. Einige Banken bieten bereits Echtzeitüberweisungen an; in diesen Fällen beträgt die Überweisungsdauer wenige Sekunden.

Ein weiterer Unterschied sind die Daten, die Sie für eine solche Überweisung angeben müssen. Die Kontonummer IBAN und die BIC (eine Art Bankleitzahl) funktionieren zwar international, womöglich müssen Sie neben der BIC noch die Swift-Nummer der Empfänger-Bank angeben.

Gesetzliche Regeln beim Überweisen ins Ausland

Bei Summen über 12.500 Euro (oder dem Gegenwert in einer fremden Währung) müssen Sie die Überweisung ins Ausland in der Regel melden (§ 67 Außenwirtschaftsverordnung). Dabei ist es egal, ob das Geld für das Studium des Kindes in den USA, der Operation des Onkels in Indien oder dem Zurückzahlen von Schulden beim australischen Kumpel gedacht ist. Es spielt hierbei auch keine Rolle, ob Sie das Geld überweisen oder empfangen. Diese Meldung können Sie telefonisch bei der Bundesbank erledigen. Per Papierformular geht das inzwischen nicht mehr. 

Melden muss jeder, der über ein Jahr in Deutschland wohnt. Sollten Sie die Meldung vergessen, müssen Sie womöglich ein Bußgeldgeld zahlen. Das kann bis zu 30.000 Euro betragen (§ 19 Außenwirtschaftsgesetz). Die Meldung hat statistische Zwecke für die Außenwirtschaftsbilanz von Deutschland.

Allerdings muss nicht jede Überweisung gemeldet werden, es gibt Ausnahmen. Für Verbraucher relevant sind vor allem das Aus- und Zurückzahlen von Krediten und Einlagen mit einer Laufzeit von höchstens zwölf Monaten.

Gibt es preiswertere Anbieter zum Überweisen?

Es gibt Anbieter, die sich auf das Überweisen und Versenden von Geld in unterschiedlichen Währungen spezialisiert haben. Die Unternehmen bewerben ihre Dienste vor allem mit ihren Wechselkursen. Die sollen günstiger sein als die Kurse der Banken. Dabei gehen die Anbieter unterschiedliche Wege.

Einige wechseln das Geld gar nicht in eine andere Währung oder zumindest zum Teil nicht. Stattdessen wechseln sie die Zahlung aus und zwar mit einer, die aus der umgekehrten Richtung kommt. Wenn Sie zum Beispiel Geld in die USA senden, wechseln die Anbieter das Geld nicht in Dollar. Stattdessen nutzen sie Geld, dass ein anderer Kunde aus den USA nach Europa schicken möchte. Andere Anbieter haben ein Netzwerk von lokalen Konten und zahlen darüber das Geld aus.

Das Geld landet dabei entweder auf dem Bankkonto des Empfängers oder auf seinem Nutzerkonto beim jeweiligen Anbieter. Der Absender braucht in der Regel ein Nutzerkonto. Zusätzlich fokussieren einige dieser Unternehmen ihre Dienste stark auf Apps für Smartphones. Zu solchen Anbietern gehören relativ junge Unternehmen wie Transferwise, Currencyfair, World First, aber auch etablierte Anbieter wie OFX oder Xe. Falls Sie einen dieser Anbieter nutzen wollen, sollten Sie vergleichen, welcher für Ihre Überweisung der preiswerteste ist. 

Wer bereits Kunde beim amerikanischen Konzern Paypal ist, kann das Geld auch über den Dienst grenzüberschreitend versenden. Allerdings fallen dabei zum einen währungsabhängige Gebühren an, zum anderen kommt eine sogenannte Grenzüberschreitungsgebühr hinzu. Die liegt zwischen 1,8 und 3,3 Prozent. Zudem bietet Paypal nun auch seinen Dienst Xoom in Deutschland an, über den Verbraucher Geld ins Ausland senden können. Wer bereits Paypal-Kunde ist, kann direkt auf den Dienst zugreifen und die Kosten für das Geldsenden berechnen. 

Preise zwischen den Anbietern können variieren

Das liegt daran, das vielleicht ein Anbieter die Währung vorrätig hat oder ein anderer zum Überweisungszeitpunkt einen guten Wechselkurs anbieten kann. Die Unternehmen stellen auf ihren Websites oft Rechner bereit, mit denen Sie vor dem Versenden des Geldes sehen können, wie viel das Ganze kostet. 

So können Sie herausfinden, welcher Anbieter bei welcher Währung am stärksten ist. Das ist vor allem dann hilfreich, wenn der Empfänger eine bestimmte Summe erhalten muss, zum Beispiel bei einer Rechnung. Oder aber wenn es dem Absender darum geht, dass der Empfänger möglichst viel Geld in der fremden Währung erhält.

Kosten beim Überweisen von 1.000 Euro in die USA

 

Transferwise

Currency Fair

Xoom (Paypal)

Niedrigste

Gebühr

5,14 €4 €

1,99 €

Umgewechselter

Betrag

994,86 €996 €

998,01 €

Wechselkurs

1,11531,1134

1,1141

Empfänger

erhält

1.109,57 $1.109,40 $

1.114 $

Quelle: Rechner der Anbieter 
Stand: 23. Juli 2019

Was tun, wenn der Empfänger kein Girokonto hat?

Sie brauchen nicht unbedingt ein Girokonto, um Geld ins Ausland zu versenden. Bei Anbietern wie Western Union, Moneygram, World Remit und Azimo funktioniert dies auch ohne Konto.

Die Anbieter bieten in der Regel unterschiedliche Möglichkeiten an, das Geld einzuzahlen. So können Sie es überweisen und über Girocard oder Kreditkarte einzahlen. Die Wahl hat Einfluss auf die Kosten und auf die Dauer der Überweisung. So ist das Geld zum Beispiel in wenigen Minuten beim Empfänger, wenn Sie es über eine Kreditkarte einzahlen. Überweisen Sie das Geld, dauert es ein paar Tage.

Auch die Empfänger können das Geld unterschiedlich erhalten. Je nach Anbieter und Land klappt dies zum Beispiel über ein Bankkonto oder eine mobile Geldbörse wie auch bei Diensten wie Transferwise und OFX.

Wichtiger ist aber in vielen Fällen, dass das Geld in bar ein- und ausgezahlt werden kann. Und genau das ermöglichen diese Anbieter neben den traditionellen Wegen. Dafür braucht weder der Verbraucher, der das Geld sendet, ein Girokonto, noch der Empfänger. Das Geld kann in einer Filiale des entsprechenden Unternehmens eingezahlt werden und in einer anderen abgeholt werden. Sender und Empfänger müssen sich ausweisen können. 

Allerdings haben die Anbieter nicht immer beides im Programm. Teilweise bieten sie nur die Möglichkeit an, das Geld in bar abzuholen. Oder aber ein Anbieter hat in bestimmten Ländern keine Filiale. Falls Ihnen diese Dienstleistung wichtig ist, kommen Sie also um einen Vergleich zwischen den Anbietern nicht herum.

Beispiel: Gebühren beim Senden von 1.000 Euro in die USA mit Barabholung

 

Einzahlung

Banküberweisung

Empfänger

erhält auf

dem Konto

Empfänger

erhält in Bar

Western

Union

14,90 €1.106,52 $

1.059,87 $

Moneygram

3,99 €1.069,60 $

1.069,60 $

World Remit

3,99 €1.102,59 $

keine Barabholung

in den USA

Azimo

2,99 €1.112,23 $

1.112,23 $

Quelle: Rechner der Anbieter 
Stand: 23. Juli 2019

Vergleichen Sie vor dem Versenden des Geldes die Anbieter. Denn nicht nur die Kosten unterscheiden sich, sondern auch der Wechselkurs und damit die Summe, die der Empfänger erhält. Welcher Dienstleister an dieser Stelle am besten ist, hängt von der Währung ab.

Autor
Josefine Lietzau

Stand: 05. August 2019


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