Aus­lands­über­wei­sung­en

So überweist Du Geld ins Ausland

Josefine Lietzau
Finanztip-Expertin für Bank und Kredit
22. März 2022
Das Wichtigste in Kürze
  • Wenn Du Geld ins außereuropäische Ausland überweist, fallen meist hohe Gebühren an.

  • Neben Deiner Bank kannst Du weitere Dienstleister nutzen.

  • Bei einigen Anbietern brauchen die Empfänger kein Girokonto, um das Geld zu bekommen. Sie können es zum Beispiel in bar abholen.

So gehst Du vor
  • Zunächst solltest Du herausfinden, ob der Empfänger das Geld bar oder auf ein Konto erhalten will.

  • Vergleiche die Preise der unterschiedlichen Anbieter. Viele von ihnen bieten auf ihren Websites Kostenrechner an.

  • Banküberweisungen über 12.500 Euro musst Du der Bundesbank melden.

Ukraine-Krieg: Wenn Du den Menschen in der Ukraine helfen willst, indem Du Geld in das Land schickst, kannst Du das aktuell bei einigen Banken kostenlos machen. Darunter die Comdirect, die DKB, die Consorsbank und die ING. Sie streichen die Gebühren für diese Aus­lands­über­wei­sung­en. Hast Du Dein Konto bei einer anderen Bank, frag zur Sicherheit vorher nach der Gebühr. Die Ukraine gehört nicht zum europäischen Zahlungsraum SEPA, daher können durchaus andere Gebühren gelten als bei Überweisungen in die EU und gleichgestellte Staaten. Auch einige Dienstleister wie Western Union oder Paypal verzichten zurzeit auf die Gebühren.

Wenn Du Geld nach Russland überweisen willst, um Deine Familie zu unterstützen, wird es schwierig. Das liegt daran, dass einige russische Banken vom Zahlungsnetzwerk Swift abgetrennt wurden, aber auch daran, dass die deutschen Banken die Zahlungen überprüfen müssen. Dadurch kommt das Geld entweder später oder vielleicht gar nicht an.

Wer von Deutschland aus innerhalb Europas Geld überweisen möchte, kann dies seit Einführung des Europäischen Zahlungsraums „Sepa“ meist problemlos tun. Mehr als 36 europäische Staaten gehören inzwischen zu dieser „Single Euro Payments Area“. Zwischen diesen Ländern sind die Regeln für grenzüberschreitende Zahlungen standardisiert, was Überweisungen einfach macht.

Willst Du jedoch Geld in ein Land außerhalb des Sepa-Raums versenden, wird das Überweisen komplizierter – und teurer.

Wie funktioniert eine Aus­lands­über­wei­sung bei Deiner Bank?

Du brauchst keinen spezialisierten Anbieter, um Geld ins Ausland zu überweisen. Das klappt auch über Deine Bank. Die bietet für solche Überweisungen passende Formulare an, in denen Du zum Beispiel angeben musst, wer die Kosten für die Überweisung übernimmt.

Beim Ausfüllen des Überweisungsauftrags kannst Du meist eine der folgende Varianten auswählen:

OUR - Der überweisende Kunde bezahlt die Kosten (aus Sicht der Bank: „our customer charged“). In der Regel muss er Vorkasse leisten.

BEN - Das steht für „beneficiary pays costs“, also Begünstigter zahlt Kosten. Der Kunde, der das Geld bekommt, bezahlt die Überweisung. Der Betrag, den seine Bank und weitere womöglich zwischengeschaltete Banken verlangen, wird von der überwiesenen Summe abgezogen.

SHARE - Die Kosten für die Überweisung werden aufgeteilt. Beim Empfänger wird das Geld vom Überweisungsbetrag abgezogen.

Viele Banken nutzen standardmäßig SHARE als Überweisungsart, die Kosten werden also geteilt. Du kannst Dich vor dem Versenden aber auch für eine andere Variante entscheiden, indem Du die gewünschte Art in den Überweisungsformularen auswählst.

Wenn Du Geld ins Ausland überweist, können zudem folgende Gebühren wichtig werden:

Wechselkurs - Der Wert von Währungen schwankt. Das kann dazu führen, dass Du einen ungünstigen Zeitpunkt erwischst und überweist, wenn der Wechselkurs besonders schlecht ist. Außerdem nutzen Banken unterschiedliche Kurse, eine kann günstiger sein als die andere.

Kosten für das Wechseln - Die Banken verlangen oft eine Gebühr dafür, dass sie das Geld wechseln oder für das Ankaufen und Verkaufen von Devisen, also Geld in einer anderen Währung als Euro. Falls Du direkt in Euro überweist, entfällt diese Gebühr. Allerdings verlangt in solchen Fällen womöglich die Empfänger-Bank Gebühren.

Überweisungsgebühren - Für das Überweisen können die Banken Geld verlangen, so wie es auch einige Banken bei Überweisungen im Sepa-Raum tun.

Swift-Gebühren - Die Banken können beim Überweisen auch sogenannte Swift-Gebühren verlangen. Die belgische Genossenschaft Swift unterhält das Telekommunikationsnetzwerk Swiftnet. Über dieses Netzwerk wickeln Tausende Banken Transaktionen ab.

Gebühren bei Online-Überweisungen mit Währungsumrechnung

 SHARE

OUR

Berliner Sparkasse

Beträge bis 10.000 €: 17,50 € / darüber: 1,75‰ (max. 600 €)

Beträge bis 10.000 €: 17,50 € / darüber: 1,75‰ (max. 600 €
+ 20 €)

Deutsche Bank

1,5 % (mind. 10 €) + 1,55 € Swift 

1,5 % (mind. 10 Euro) + 1,55 € Swift + 25 € Fremdspesen

Postbank

1,5 % (mind. 12 €)

keine Angaben

DKB

Beträge bis 12.500 €: 12,50 € / darüber 1 % (max. 150 €)

keine Angaben

Quelle: Preis- und Leistungsverzeichnisse der Anbieter 
Stand: 9. März 2022

Aber nicht nur bei den Kosten gibt es Unterschiede zwischen Sepa-Überweisungen und internationalen Zahlungen. Die Empfänger müssen oft auch länger auf ihr Geld warten. Eine Überweisung innerhalb Deutschlands sollte innerhalb eines Bankarbeitstages auf dem Girokonto des Empfängers sein, bei Überweisungen innerhalb des Sepa-Raums sind es vier Bankarbeitstage. Ähnliche Fristen fehlen bei internationalen Überweisungen. Das heißt jedoch nicht, dass sie immer länger dauern müssen. Einige Banken bieten bereits Echtzeitüberweisungen an; in diesen Fällen beträgt die Überweisungsdauer wenige Sekunden.

Ein weiterer Unterschied sind die Daten, die Du für eine solche Überweisung angeben musst. Die Kontonummer IBAN und die BIC (eine Art Bankleitzahl) funktionieren zwar international, womöglich musst Du neben der BIC aber auch noch die Swift-Nummer der Empfänger-Bank angeben.

Welche Aus­lands­über­wei­sung­en musst Du melden?

Bei Summen über 12.500 Euro (oder dem Gegenwert in einer fremden Währung) musst Du die Überweisung ins Ausland in der Regel melden (§ 67 Außenwirtschaftsverordnung). Dabei ist es egal, ob das Geld für das Studium Deines Kindes in den USA, der Operation des Onkels in Indien oder dem Zurückzahlen von Schulden beim australischen Kumpel gedacht ist. Es spielt hierbei auch keine Rolle, ob Du das Geld überweist oder kriegst. Du kannst das telefonisch bei der Bundesbank erledigen. Per Papierformular geht das inzwischen nicht mehr. 

Melden muss jeder, der über ein Jahr in Deutschland wohnt. Solltest Du die Meldung vergessen, musst Du womöglich ein Bußgeldgeld zahlen. Das kann bis zu 30.000 Euro betragen (§ 19 Außenwirtschaftsgesetz). Die Meldung hat statistische Zwecke für die Außenwirtschaftsbilanz von Deutschland.

Allerdings muss nicht jede Überweisung gemeldet werden, es gibt Ausnahmen. Für Verbraucher relevant sind vor allem das Aus- und Zurückzahlen von Krediten und Einlagen mit einer Laufzeit von höchstens zwölf Monaten.

Gibt es preiswertere Anbieter zum Überweisen?

Es gibt Anbieter, die sich auf das Überweisen und Versenden von Geld in unterschiedlichen Währungen spezialisiert haben. Die Unternehmen bewerben ihre Dienste vor allem mit ihren Wechselkursen. Die sollen günstiger sein als die Kurse der Banken. Dabei gehen die Anbieter unterschiedliche Wege.

Einige wechseln das Geld gar nicht in eine andere Währung oder zumindest zum Teil nicht. Stattdessen wechseln sie die Zahlung aus und zwar mit einer, die aus der umgekehrten Richtung kommt. Ein Beispiel: Wenn Du Geld in die USA sendest, wechseln die Anbieter das Geld nicht in Dollar. Stattdessen nutzen sie Geld, dass ein anderer Kunde aus den USA nach Europa schicken möchte.

Andere Anbieter haben ein Netzwerk von lokalen Konten und zahlen darüber das Geld aus. Das Geld landet dabei entweder auf dem Bankkonto des Empfängers oder auf seinem Nutzerkonto beim jeweiligen Anbieter. Der Absender braucht in der Regel ein Nutzerkonto.

Zusätzlich fokussieren einige dieser Unternehmen ihre Dienste stark auf Apps für Smartphones. Zu solchen Anbietern gehören relativ junge Unternehmen wie Wise, Currencyfair, World First, aber auch etablierte Anbieter wie OFX oder Xe. Falls Du einen dieser Anbieter nutzen willst, solltest Du vergleichen, welcher für Deine Überweisung der preiswerteste ist.

Bist Du bereits Kunde beim amerikanischen Konzern Paypal, kannst Du das Geld auch über den Dienst Xoom ins Ausland senden. In der App oder auf der Website berechnest Du die Kosten.

Preise zwischen den Anbietern können variieren

Die unterschiedlichen Kosten entstehen zum Beispiel, weil ein Anbieter die Währung vorrätig hat oder ein anderer zum Überweisungszeitpunkt einen guten Wechselkurs anbieten kann. Die Unternehmen stellen auf ihren Websites oft Rechner bereit, mit denen Du vor dem Versenden des Geldes sehen kannst, wie viel das Ganze kostet.

So kannst Du herausfinden, welcher Anbieter bei welcher Währung am stärksten ist. Das ist vor allem dann hilfreich, wenn der Empfänger eine bestimmte Summe erhalten muss, zum Beispiel bei einer Rechnung. Oder aber wenn es dem Absender darum geht, dass der Empfänger möglichst viel Geld in der fremden Währung erhält.

Kosten beim Überweisen von 1.000 Euro in die USA

 

Wise

Currency Fair

Xoom (Paypal)

Niedrigste

Gebühr

4,66 €4 €

1,99 €

Umgewechselter

Betrag

991,28 €keine Angabenkeine Angaben

Wechselkurs

1,0901,0947

1,0714

Empfänger

erhält

1.090,11 $1.090,70 $

1.071,40 $

Quelle: Rechner der Anbieter 
Stand: 9. März 2022

Was tun, wenn der Empfänger kein Girokonto hat?

Du brauchst nicht unbedingt ein Girokonto, um Geld ins Ausland zu versenden. Bei Anbietern wie Western Union, Moneygram, World Remit und Azimo funktioniert dies auch ohne Konto.

Die Anbieter bieten in der Regel unterschiedliche Möglichkeiten an, das Geld einzuzahlen. So können Sie es überweisen und über Girocard oder Kreditkarte einzahlen. Die Wahl hat Einfluss auf die Kosten und auf die Dauer der Überweisung. So ist das Geld zum Beispiel in wenigen Minuten beim Empfänger, wenn Du es über eine Kreditkarte einzahlst. Überweist Du das Geld, dauert es ein paar Tage.

Auch die Empfänger können das Geld unterschiedlich erhalten. Je nach Anbieter und Land klappt dies zum Beispiel über ein Bankkonto oder eine mobile Geldbörse wie auch bei Diensten wie Transferwise und OFX.

Wichtiger ist aber in vielen Fällen, dass das Geld in bar ein- und ausgezahlt werden kann. Und genau das ermöglichen diese Anbieter neben den traditionellen Wegen. Dafür braucht weder der Verbraucher, der das Geld sendet, ein Girokonto, noch der Empfänger. Das Geld kann in einer Filiale des entsprechenden Unternehmens eingezahlt werden und in einer anderen abgeholt werden. Sender und Empfänger müssen sich ausweisen können. 

Allerdings haben die Anbieter nicht immer beides im Programm. Teilweise bieten sie nur die Möglichkeit an, das Geld in bar abzuholen. Oder aber ein Anbieter hat in bestimmten Ländern keine Filiale. Falls Dir diese Dienstleistung wichtig ist, kommst Du also um einen Vergleich zwischen den Anbietern nicht herum.

Beispiel: Gebühren beim Senden von 1.000 Euro in die USA mit Barabholung

 

Einzahlung

Banküberweisung

Empfänger

erhält auf

dem Konto

Empfänger

erhält in Bar

Western

Union

0 €1.073 $

1.038 $

Moneygram

3,99 €keine Angaben

1.049,96 $

World Remit

3,99 €1.085,77 $

keine Barabholung

in den USA

Azimo

2,99 €1.095,99 $

keine Barabholung

in den USA

Quelle: Rechner der Anbieter 
Stand: 9. März 2022

Vergleiche vor dem Versenden des Geldes die Anbieter. Denn nicht nur die Kosten unterscheiden sich, sondern auch der Wechselkurs und damit die Summe, die der Empfänger erhält. Welcher Dienstleister an dieser Stelle am besten ist, hängt von der Währung ab.