Sepa

Ein Konto für Europa

Josefine Lietzau Stand: 30. Juni 2020
Das Wichtigste in Kürze
  • Durch Sepa gibt es in Europa einen einheitlichen Zahlungsraum.
  • Überweisungen gehen innerhalb eines Tages auf dem anderen Konto ein.
  • Auch Lastschriften sind innerhalb des Sepa-Raums möglich.

Die Mitglieder der Europäischen Union als auch Island, Liechtenstein, Norwegen, die Schweiz und Monaco gehören einem Zahlungsraum an, dem Sepa-Raum. Das Wort ist ein Kürzel des englischen Ausdrucks „Single Euro Payment Area“. In diesem Gebiet gibt es seit August 2014 einheitliche Regelungen für den bargeldlosen Zahlungsverkehr in Euro.

Was ist die IBAN?

Mit der Sepa-Umstellung wurden die altbekannten Kontonummern zu der internationalen IBAN (International Bank Account Number). Überweisungen mit den alten Daten funktionieren seit Anfang 2016 nicht mehr.

Die IBAN ist ein 22-stelliger Code aus Buchstaben und Zahlen, die Ihre Kontonummer, die alte Bankleitzahl (BLZ) und das Länderkennzeichen der Bank enthält. Dazu gehört außerdem eine Prüfziffer, mit der die Bank kontrolliert, ob Sie die IBAN richtig eingeben. Geben Sie die Nummer falsch ein, geht die Überweisung nicht raus. Das Überweisen auf ein falsches Konto ist also unwahrscheinlicher geworden.

Ein Beispiel: Ihre alte Kontonummer und Bankleitzahl lauten 123456789 und 100 100 10. Ihre IBAN setzt sich aus dem Länderkennzeichen „DE“ für Deutschland, einer zweistelligen Prüfziffer, der bisherigen Bankleitzahl und Ihrer Kontonummer zusammen. Für die Kontonummer sind zehn Stellen reserviert. Fehlende Stellen werden gegebenenfalls mit Nullen am Beginn aufgefüllt.

Ihre IBAN finden Sie im Online-Banking, auf Kontoauszügen und auf der Rückseite Ihrer Girocard (früher: EC-Karte).

Wie funktionieren Überweisungen ins Ausland?

Sepa hat das Überweisen in andere Länder schneller und einfacher gemacht. Falls Sie in einem anderen EU-Land arbeiten, können Sie sich Ihr Gehalt auf ein beliebiges Konto in der EU überweisen lassen. Sie können aber auch die Stromrechnung für eine Ferienwohnung im Ausland einfach über Ihr deutsches Bankkonto abrechnen.

Zudem dürfen grenzüberschreitende Zahlungen unter Angabe der IBAN nicht länger als einen Tag dauern. Noch schneller soll das Überweisen mit der Sepa-Echtzeit-Überweisung gehen – innerhalb von 60 Sekunden. Damit das klappt, müssen die Bank des Zahlenden und des Empfängers Echtzeit-Überweisungen anbieten. Das ist noch nicht immer der Fall, die Zahl der Banken wächst aber. Einige Banken verlangen für das schnelle Überweisen Extragebühren.

Wie funktionieren Lastschriften?

Auch Lastschriften funktionieren im Sepa-Raum. Dafür braucht die einziehende Seite ein Sepa-Lastschriftmandat, entweder für einmalige oder wiederholte Zahlungen. Der Zahlende kann das Geld acht Wochen lang zurückbuchen, länger wenn es kein Mandat gab.

Das Mandat gilt unbegrenzt, verfällt aber, wenn es 36 Monate lang nicht zu Abbuchungen kommt. Zudem kann der Zahlende es widerrufen. Weitere Informationen zum Lastschriftverfahren finden Sie in unserem Artikel Einzugsermächtigung und Abbuchungsauftrag.

Was ist IBAN-Diskriminierung?

Nicht immer können Sie sich komplett auf den Sepa-Raum verlassen. Denn es gibt immer wieder Unternehmen, die keine Lastschriften einziehen wollen, wenn das Konto in einem anderen Land innerhalb des Sepa-Raums liegt. Oder aber Papierausdrucke für Überweisungen oder die Online-Bezahlstrecke sind so gestaltet, dass nicht jede IBAN hineinpasst – denn die IBAN sind in den Ländern unterschiedlich lang.

Das nennt sich IBAN-Diskriminierung. Das ist der Grund, dass es auch innerhalb des Sepa-Raums immer mal wieder zu Zahlungsproblemen kommt und die Streitigkeiten vor Gericht landen.

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Autor
Josefine Lietzau

Stand: 30. Juni 2020


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