Coronavirus und Veranstaltungen

Veranstaltung abgesagt: Geld zurück oder Gutschein?

Max Mergenbaum
Finanztip-Experte für Reise
14. Januar 2022

Im November 2020 beschlossen Bundesregierung und Länder, alle Veranstaltungen zu untersagen, die der Unterhaltung dienten. Dieser „Teil-Lockdown“ sollte helfen, die Ausbreitung des Coronavirus zu bremsen.

Alle Kultur- und Freizeitveranstaltungen bundesweit fanden deshalb, wenn überhaupt, nur noch digital statt. Das vorübergehende Veranstaltungsverbot betraf Theatervorführungen, Konzerte, Messen, Sportveranstaltungen und andere Events.

Bekommst Du für Tickets, die Du gekauft hast, wenigstens Dein Geld zurück? Wir erklären Dir, wie Du am besten vorgehst und wann Du einen Gutschein akzeptieren musst.

Mus­ter­schrei­ben Rückerstattung

Nutze unser Mus­ter­schrei­ben, um Dir Deine Corona-Gutscheine für ausgefallene Veranstaltungen erstatten zu lassen. (Gilt nur für vor dem 8. März 2020 gebuchte Tickets.)

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Was gilt für abgesagte Veranstaltungen?

Wurde eine Veranstaltung komplett abgesagt, hattest Du Anspruch auf eine Erstattung des Ticketpreises. Grundlage dafür ist eine Regelung im Bürgerlichen Gesetzbuch (§ 326 Abs. 1 BGB): Ohne Leistung, keine Gegenleistung. Dabei ist es egal, ob der Veranstalter selbst absagt oder eine Behörde dies anordnet.

Einige Kulturveranstaltungen fanden nicht, wie angekündigt, vor Ort statt, sondern wurden digital abgehalten. Das war oft hoch interessant – es stellte aber keine gleichwertige Leistung dar. Deshalb konntest Du trotzdem Dein Geld zurückverlangen, wenn Du wolltest.

Die Erstattung organisierten die Veranstalter unterschiedlich: Einige kündigten an, dass sie ihre Kunden mit Karten für Vorstellungen im November 2020 direkt kontaktieren würden. Andere baten die Ticketkäufer darum, selbst aktiv zu werden und eine E-Mail an den Ticketservice zu schicken. Informiere Dich am besten auf der Website des Veranstalters, wie Du Dein Geld zurückbekommst. Falls Du vom Veranstalter nichts hörst oder auf der Website keinen Hinweis zur Erstattung findest, solltest Du eine E-Mail schreiben und Dein Geld zurückfordern.

Meist hattest Du die Wahl zwischen Erstattung oder Gutschein. Wolltest Du den Veranstalter oder Künstler unterstützen, war der Gutschein eine gute Möglichkeit.

Wann musst Du einen Gutschein akzeptieren?

Für Tickets, die Du vor dem 8. März 2020 für eine Veranstaltung im November 2020 gekauft hast, musstest Du einen Gutschein akzeptieren. Grund dafür war eine gesetzliche Neuregelung, um die Folgen der Pandemie für die Veranstalter abzumildern (Art. 240 § 5 Abs. 5 EGBGB).

Das sind die Eckpunkte der Gutscheinlösung:

  1. Der Gutschein muss den vollen Eintrittspreis inklusive eventuell angefallener Vorverkaufsgebühren umfassen.
  2. Du kannst selbst entscheiden, ob Du den Gutschein für eine Nachholveranstaltung oder eine andere Veranstaltung desselben Anbieters einlöst.
  3. Falls Du mit dem Ticket mehrere Veranstaltungen besuchen konntest, hast Du Anspruch auf einen Gutschein über den Wert der ausgefallenen Veranstaltungen.
  4. Hast Du Deinen Gutschein nicht bis zum 31. Dezember 2021 eingelöst, kannst Du Dein Geld (inklusive Vorverkaufsgebühren) zurückverlangen. Dazu kannst Du unser Mus­ter­schrei­ben verwenden.
  5. Es gibt eine Härtefallklausel: Hast Du derzeit nicht genug Geld für Deinen Lebensunterhalt oder für die Miete, kannst Du statt Gutschein das Geld verlangen. Das gilt auch, wenn Du die Veranstaltung im Rahmen einer Urlaubsreise gebucht hattest und ein Nachholtermin für Dich mit hohen Kosten verbunden wäre.

Diese Gutscheine sind nicht gegen eine Insolvenz des Veranstalters abgesichert! Geht er zwischenzeitlich pleite, ist das Geld weg.

Wichtig: Hast Du Deine Tickets nach dem 8. März 2020 gekauft, musst Du Dich nicht mit einem Gutschein abspeisen lassen. Du hast auf jeden Fall Anspruch darauf, Dein Geld zurückzubekommen. Die Regelung gilt außerdem nur für Veranstaltungen aus dem Freizeitbereich. Für ausgefallene berufliche Veranstaltungen wie Fortbildungen, Fachmessen oder Kongresse kannst Du nach wie vor Dein Geld zurückfordern. Deine Ansprüche verjähren erst nach drei Jahren, also erst am 31. Dezember 2023.

Was gilt für Bundesliga-Spiele?

Auch im November 2020 wurde weiter Fußball gespielt, zumindest bei den Profis. Aber alle Spiele fanden ohne Zuschauer statt. Als Besitzer einer Dauerkarte konntest Du von Deinem Verein den anteiligen Preis für das Spiel zurückfordern. Bei einzelnen Tickets gilt das gleiche wie bei Kulturveranstaltungen: Geld zurück oder Gutschein. Du kannst den Ticketpreis oft auch spenden – darüber freuen sich vor allem kleinere Vereine.

Unser Podcast zum Thema

Kannst Du die Kosten für Hotel und Anreise zurückfordern?

Die Kosten für Hotel und Anreise zur abgesagten Veranstaltung bekommst Du nicht vom Veranstalter zurück. Denn bei der Absage durch die Behörden trifft ihn keine Schuld. Er muss deshalb auch keine Stornokosten für Hotel oder Anreise übernehmen.

Da aber im November 2020 laut Regierungsbeschluss auch alle touristischen Übernachtungen verboten waren, bekamst Du ebenfalls für das Hotelzimmer das Geld zurück, allerdings vom Hotel oder dem Anbieter Deiner Unterkunft.

Was Du bei Bahn- und Flugreisen beachten musst, findest Du in unserem Reiseratgeber zum Thema Corona.

Wie kannst Du Dir den Gutschein auszahlen lassen?

Falls Du den Gutschein nicht bis Ende 2021 eingelöst hast, kannst Du den Betrag ab dem 1. Januar 2022 zurückfordern. Dafür kannst Du unser Mus­ter­schrei­ben verwenden. Lade Dir dazu das Dokument herunter und füge Deine Angaben ein. Im Anschluss verschickst Du das Dokument per Einwurfeinschreiben an das Unternehmen, das den Gutschein ausgestellt hat. Du hast einen Anspruch auf den vollen Eintrittspreis inklusiver aller angefallenen Vorverkaufsgebühren.

Achtung: Bei manchen Anbietern kannst Du online einen Erstattungsantrag stellen. Dann brauchst Du auf das Mus­ter­schrei­ben nicht zurückzugreifen. 

Grundsätzlich verjähren Deine Ansprüche nach drei Jahren. Du hast also bis Ende 2023 Zeit, um die Auszahlung Deines Corona-Gutscheins einzufordern. Vorausgesetzt, der Veranstalter geht in der Zwischenzeit nicht pleite. 

Natürlich kannst Du schauen, ob Du noch eine Veranstaltung findest, für die Du den Gutschein einlösen kannst. Damit unterstützt Du die von der Corona-Pandemie betroffenen Veranstalter. Du kannst die Anbieter natürlich auch unterstützen, indem Du den Gutschein einfach verfallen lässt – sofern Dir Deine eigene finanzielle Situation das erlaubt.

Hast Du Dein Ticket nach dem 8. März 2020 gekauft, musstest Du weder einen Gutschein noch einen Ersatztermin akzeptieren und kannst Dir den Ticketpreis erstatten lassen. 

Mus­ter­schrei­ben Rückerstattung

Nutze unser Mus­ter­schrei­ben, um Dir Deine Corona-Gutscheine für ausgefallene Veranstaltungen erstatten zu lassen. (Gilt nur für vor dem 8. März 2020 gebuchte Tickets.)

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