Coronavirus und Veranstaltungen

Veranstaltung abgesagt: Geld zurück oder Gutschein?

Max Mergenbaum
& Co-Autor
04. November 2020

Nach einem Beschluss der Bundesregierung und der Länder sind im November alle Veranstaltungen untersagt, die der Unterhaltung dienen.

Der „Teil-Lockdown“ soll helfen, die Ausbreitung des Coronavirus zu bremsen. Alle Kultur- und Freizeitveranstaltungen finden deshalb bundesweit, wenn überhaupt, nur noch digital statt. Das betrifft Theatervorführungen, Konzerte, Messen, Sportveranstaltungen und andere Events.

Bekommst Du dann für das Ticket, das Du gekauft hast, wenigstens Dein Geld zurück? Wir erklären Dir, wie Du am besten vorgehst und wann Du einen Gutschein akzeptieren musst.

Was gilt für abgesagte Veranstaltungen?

Wird eine Veranstaltung komplett abgesagt, bekommst Du den Ticketpreis erstattet. Grundlage dafür ist eine Regelung im Bürgerlichen Gesetzbuch (§ 326 Abs. 1 BGB): Ohne Leistung, keine Gegenleistung. Dabei ist es egal, ob der Veranstalter selbst absagt oder eine Behörde dies anordnet.

Einige Kulturveranstaltungen finden stattdessen digital statt. Das ist oft hoch interessant – es stellt aber keine gleichwertige Leistung dar. Deshalb bekommst Du trotzdem Dein Geld zurück, wenn Du willst.

Wie das mit der Erstattung funktioniert, organisieren die Veranstalter unterschiedlich: Einige haben angekündigt, dass sie ihre Kunden mit Karten für Vorstellungen im November direkt kontaktieren werden. Andere bitten die Ticketkäufer darum, selbst aktiv zu werden und eine E-Mail an den Ticketservice zu schicken. Informiere Dich am besten auf der Website des Veranstalters, wie Du Dein Geld zurückbekommst. Falls Du nichts hörst oder auf der Website keinen Hinweis zur Erstattung findest, solltest Du eine E-Mail schreiben und Dein Geld zurückfordern.

Meist hast Du die Wahl zwischen Erstattung und Gutschein. Möchtest Du den Veranstalter oder Künstler unterstützen, ist der Gutschein eine gute Möglichkeit.

Wann musst Du einen Gutschein akzeptieren?

Für Tickets, die Du vor dem 8. März 2020 für eine Veranstaltung im November gekauft hast, musst Du einen Gutschein akzeptieren. Grund dafür ist eine gesetzliche Neuregelung, um die Folgen der Pandemie für die Veranstalter abzumildern.

Das gilt für die Gutscheinlösung:

  1. Der Gutschein muss den vollen Eintrittspreis inklusive eventuell angefallener Vorverkaufsgebühren umfassen.
  2. Du kannst selbst entscheiden, ob Du den Gutschein für eine Nachholveranstaltung oder eine andere Veranstaltung desselben Anbieters einlöst.
  3. Falls Du mit dem Ticket mehrere Veranstaltungen besuchen konntest, hast Du Anspruch auf einen Gutschein über den Wert der ausgefallenen Veranstaltungen.
  4. Die Gutscheine sind bis Ende 2021 gültig. Hast Du bis dahin Deinen Gutschein nicht eingelöst, bekommst Du doch Dein Geld (inklusive Vorverkaufsgebühren) zurück.  
  5. Es gibt eine Härtefallklausel: Hast Du derzeit nicht genug Geld für Deinen Lebensunterhalt oder für die Miete, kannst Du statt Gutschein das Geld verlangen. Das gilt auch, wenn Du die Veranstaltung im Rahmen einer Urlaubsreise gebucht hattest und ein Nachholtermin für Dich mit hohen Kosten verbunden wäre.

Diese Gutscheine sind nicht gegen eine Insolvenz des Veranstalters abgesichert! Geht er zwischenzeitlich pleite, ist das Geld weg.

Wichtig: Hast Du Deine Tickets nach dem 8. März gekauft, musst Du Dich nicht mit einem Gutschein abspeisen lassen. Du hast auf jeden Fall Anspruch darauf, Dein Geld zurückzubekommen.

Was gilt für Bundesliga-Spiele?

Auch im November wird weiter Fußball gespielt, zumindest die Profis. Aber alle Spiele finden wieder ohne Zuschauer statt. Als Besitzer einer Dauerkarte kannst Du von Deinem Verein den anteiligen Preis für das Spiel zurückfordern. Bei einzelnen Tickets gilt das gleiche wie bei Kulturveranstaltungen: Geld zurück oder Gutschein. Du kannst den Ticketpreis oft auch spenden – darüber freuen sich vor allem kleinere Vereine.

Kannst Du die Kosten für Hotel und Anreise zurückfordern?

Die Kosten für Hotel und Anreise zur abgesagten Veranstaltung bekommst Du nicht vom Veranstalter zurück. Denn bei der Absage durch die Behörden trifft ihn keine Schuld. Er muss deshalb auch keine Stornokosten für Hotel oder Anreise übernehmen.

Da aber im November laut Regierungsbeschluss auch alle touristischen Übernachtungen verboten sind, bekommst Du ebenfalls für das Hotelzimmer das Geld zurück, allerdings vom Hotel oder dem Anbieter Deiner Unterkunft.

Was Du bei Bahn- und Flugreisen beachten musst, findest Du in unserem Reiseratgeber zum Thema Corona.

Wir helfen Dir durch die Corona-Krise!

Videos rund ums Thema

Autor
Max Mergenbaum
& Co-Autor
Dr. Britta Beate Schön

04. November 2020


* Was der Stern bedeutet:

Wir wollen mit unseren Empfehlungen möglichst vielen Menschen helfen, ihre Finanzen selber zu machen. Daher sind unsere Inhalte kostenlos im Netz verfügbar. Wir finanzieren unsere aufwändige Arbeit mit sogenannten Affiliate Links. Diese Links kennzeichnen wir mit einem Sternchen (*).

Bei Finanztip handhaben wir Affiliate Links aber anders als andere Websites. Wir verlinken ausschließlich auf Produkte, die vorher von unserer unabhängigen Experten-Redaktion empfohlen wurden. Nur dann kann der entsprechende Anbieter einen Link zu diesem Angebot setzen lassen. Geld bekommen wir, wenn Du auf einen solchen Link klickst oder beim Anbieter einen Vertrag abschließt.

Ob und in welcher Höhe uns ein Anbieter vergütet, hat keinerlei Einfluss auf unsere Empfehlungen. Was Dir unsere Experten empfehlen, hängt allein davon ab, ob ein Angebot gut für Verbraucher ist.

Mehr Informationen über unsere Arbeitsweise findest Du auf unserer Über-uns-Seite.