Flugverspätung Entschädigung

Wie viel Entschädigung Ihnen bei einem verspäteten Flug zusteht

Dr. Britta Beate Schön
& Co-Autor
Stand: 09. September 2019
Das Wichtigste in Kürze
  • Ab drei Stunden Flugverspätung stehen Ihnen zwischen 250 und 600 Euro Entschädigung zu.
  • Die Fluggesellschaft muss nichts zahlen, wenn außergewöhnliche Umstände vorliegen.
  • Grundsätzlich muss die Airline Sie immer ab zwei Stunden Verspätung verpflegen und Ihnen zwei Telefonate, E-Mails oder Faxe ermöglichen. Bei einem Abflug am nächsten Tag stehen Ihnen zusätzlich Unterkunft und Transfer zu.
  • Wenn Ihr Flug komplett gestrichen wurde, gelten andere Regeln. Lesen Sie dazu unseren Ratgeber Flugannullierung.
So gehen Sie vor
  • Ermitteln Sie mit unserem Rechner Ihre Ansprüche und erstellen Sie mit unserem Musterbrief das passende Anschreiben.
     
  • Weigert sich die Fluggesellschaft zu zahlen, kann die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (SÖP) vermitteln.
  • Wollen Sie sich selbst nicht mit der Airline herumärgern und am liebsten das Geld sofort haben, können Sie Ihre Entschädigungsforderung verkaufen. Dazu empfehlen wir EUFlight. Sie können sich auch an Compensation2go wenden.
  • Alternativ können Sie sich auch an einen Inkasso-Dienstleister wenden. Dann warten Sie aber bis zu sechs Monate auf Ihr Geld und bekommen es nur im Erfolgsfall, allerdings in der Regel einen größeren Anteil. Wir empfehlen flug-verspaetet.de. In guten Händen sind Sie auch bei SOS Flugverspätung, EUClaim oder Claim Flights.

Wer kennt das nicht: Sie hetzen zum Flughafen, geben Ihr Gepäck auf, checken ein und freuen sich auf den Urlaub. Und dann sitzen Sie eine gefühlte Ewigkeit im Boarding-Bereich, weil sich der Abflug verzögert. Meist sind die Informationen der Airline spärlich und der Ärger groß. Als Passagier sind Sie der Fluggesellschaft aber nicht hilflos ausgeliefert: Sie haben in vielen Fällen Anspruch auf Entschädigung, Verpflegung und Betreuung. Was Ihr Flug gekostet hat, spielt dabei keine Rolle. Auch bei Billigflügen oder Pauschalreisen muss die Fluggesellschaft oder der Reiseveranstalter zahlen. 

Bei welcher Verspätung gibt es eine Ausgleichszahlung?

Ab einer Verspätung von drei Stunden können Sie von der Fluggesellschaft Geld bekommen, sofern Sie in einem europäischen Land gestartet sind. Das Gleiche gilt, wenn Sie in einem EU-Mitgliedstaat gelandet sind und die Airline ihren Sitz in Europa hat. Die Höhe der Ausgleichszahlung richtet sich nach der Verspätung und der Länge Ihres Flugs.

  • Bei Flugstrecken bis 1.500 Kilometern: 250 Euro.
  • Bei EU-Flugstrecken von mehr als 1.500 Kilometern oder wenn der Flug von einem Flughafen eines Nicht-EU-Staates startet oder dort landet und die Entfernung zwischen 1.500 Kilometern und 3.500 Kilometern beträgt: 400 Euro.
  • Bei Strecken über 3.500 Kilometern mit Start oder Ziel außerhalb der EU: 600 Euro. Hat sich der Flug um höchstens vier Stunden verspätet, darf die Airline die Entschädigung um 50 Prozent kürzen.

Um eine Entschädigung zu bekommen, müssen Sie den verspäteten Flug nicht angetreten haben. Das hat das Amtsgericht Hamburg entschieden. Die beklagte Fluggesellschaft hatte dem Passagier am Flughafen vor dem Abflug mitgeteilt, dass sich die Maschine verspäten und deshalb erst am nächsten Tag fliegen werde. Der Fluggast trat den Flug daraufhin nicht an, verlangte aber zu Recht eine Entschädigung (Urteil vom 26. April 2016, Az. 12 C 328/15).

Anschlussflug verpasst - Auch wenn Sie aufgrund einer Verspätung Ihren Anschlussflug verpassen und deshalb verspätet ankommen, können Sie einen Anspruch auf Ausgleichszahlung haben. Das gilt auch für den Fall, dass der Anschlussflug außerhalb von Europa stattfand. Allerdings müssen Sie die Flüge zusammen gebucht haben.

So entschieden es die EuGH-Richter bei einem verspäteten Flug von Berlin nach Casablanca (Marokko) und einem deshalb verpassten Anschlussflug von Casablanca nach Agadir. Die Flüge sind als ein Flug zu werten, auch wenn die Reisende bei einer planmäßigen Zwischenlandung außerhalb der EU das Flugzeug wechseln musste (EuGH, Urteil vom 31. Mai 2018, Az. C‑537/17). Die Airline musste eine Entschädigung zahlen.

Tipps: So verhalten Sie sich bei einer Flugverspätung 

  • Lassen Sie sich die Verspätung mit Begründung am Flughafen schriftlich bestätigen. Erfahren Sie keinen Grund, fordern Sie auf jeden Fall die Entschädigung.
  • Heben Sie alle Quittungen für Essen, Trinken, Taxi oder Hotel auf.
  • Tauschen Sie mit anderen Reisenden die Kontaktdaten aus.
  • Auch wenn der Flug schon etwas zurückliegt, können Sie Ihre Ansprüche noch geltend machen. Erst nach drei Jahren verjähren Ihre Ansprüche nach der regelmäßigen Verjährungsfrist.

Muss die Airline auch bei außergewöhnlichen Umständen zahlen?

Eine Fluggesellschaft muss nichts zahlen, wenn außergewöhnliche Umstände zu der Verspätung geführt haben.

Wetter - Extrem schlechtes Wetter ist grundsätzlich ein außergewöhnlicher Umstand. Fehlte aber das Enteisungsmittel oder war die Maschine nicht angemessen auf den bevorstehenden Winter vorbereitet, liegt das in der Verantwortung der Fluggesellschaft (OLG Brandenburg, Urteil vom 19. November 2013, Az. 2 U 3/13 Hs).

Achtung: Fluggesellschaften behaupten manchmal einfach, es sei schlechtes Wetter gewesen, für das die Airline nichts könne. Das schlechte Wetter muss sich aber auf den gebuchten Flug beziehen. Ist der Flieger nicht rechtzeitig da, weil er an einem anderen Flughafen gestartet ist und dort mit schlechtem Wetter zu kämpfen hatte, lässt das den Entschädigungsanspruch aus unserer Sicht nicht entfallen. In diesen Fällen brauchen Sie in der Regel Unterstützung. Sie können sich beispielsweise an ein Fluggasthelfer-Portal wenden.

Sicherheitsrisiken - Auch politische Instabilität und unvermeidbare Sicherheitsrisiken sind Beispiele für außergewöhnliche Umstände.

Vogelschlag - Beruht die Verspätung auf einem Zusammenstoß mit Vögeln, liegt grundsätzlich ein außergewöhnlicher Umstand vor. So hat es der Bundesgerichtshof bereits in einem Urteil aus dem Jahr 2013 bewertet (Urteil vom 24. September 2013, Az. X ZR 160/12; LG Darmstadt, Urteil vom 21. Oktober 2015, Az. 7 S 176/14).

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat am 4. Mai 2017 ebenfalls so entschieden. Er weist allerdings darauf hin, dass die Fluggesellschaft auch nach einem Vogelschlag alles tun muss, um die Verspätung zu verhindern (Az. Rs. C-315/15). Inspektionen und Reparaturen müssen zügig erfolgen. Eine zweite Inspektion, die in dem konkreten Fall durchgeführt wurde, war aus Sicht des EuGH nicht erforderlich. Auch wenn der Vogelschlag selbst ein außergewöhnlicher Umstand ist, kann Passagieren unter Umständen eine Entschädigung zustehen.

Maus an Bord - Führt eine Maus (oder mehrere Mäuse) im Flugzeug dazu, dass sich die Maschine um mehr als drei Stunden verspätet, steht den Fluggästen grundsätzlich eine Entschädigung zu. Die Fluggesellschaft kann sich nicht auf außergewöhnliche Umstände berufen (AG Frankfurt, Urteil vom 20. April 2017, Az. 30 C 2105/16). Das hatte das Amtsgericht Düsseldorf noch anders gesehen (Urteil vom 8. Oktober 2014, Az. 47 C 17099/13).

Streik - Ein Streik der Piloten oder Fluglotsen gilt als außergewöhnlicher Umstand, sodass die Fluggesellschaft nicht zahlen muss. Nach der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs lässt aber nicht jeder Streik automatisch Ausgleichszahlungen entfallen (Urteil vom 17. April 2018, Az. C-195/17 u.a.). Es hängt immer vom Einzelfall ab, ob der Streik dem normalen Geschäftsbetrieb zuzuordnen ist oder die Situation für die Fluggesellschaft beherrschbar war.

Unser Rat: Fordern Sie auch bei einem Streik eine Ausgleichszahlung. Die Airline muss beweisen, dass es sich bei dem konkreten Streik um einen außergewöhnlichen Umstand gehandelt hat.

Wilder Streik - Im Herbst 2016 meldeten sich bei Tuifly viele Mitarbeiter krank, nachdem das Management angekündigt hatte, das Unternehmen umzustrukturieren. Die Fluggesellschaft konnte die Mitarbeiter kurzfristig nicht ersetzen und musste zahlreiche Flüge streichen oder es kam zu großen Verspätungen. Die Airline lehnte jegliche Ausgleichszahlungen ab, da es sich um einen wilden Streik gehandelt habe. Zu Unrecht, wie die Richter des Europäischen Gerichtshofs urteilten. Die Krankheitswelle bei Tuifly sei kein außergewöhnlicher Umstand gewesen (Urteil vom 17. April 2018, Az. C-195/17 u.a.).

Computerausfall am Terminal - Fallen alle Abfertigungssysteme und Computer an einem Flughafen-Terminal aus, muss die Fluggesellschaft keinen Ausgleich zahlen, falls sich der Flug deshalb verspätet hat. Dafür kann die Airline nichts, sie darf sich auf außergewöhnliche Umstände berufen (BGH, Urteile vom 15. Januar 2019, Az. X ZR 15/18 und X ZR 85/18).

Sind Sie nicht sicher oder kennen Sie die Hintergründe der Verspätung nicht, dann fordern Sie eine Ausgleichszahlung. Im Zweifel muss die Airline nachweisen, dass sie die Umstände tatsächlich nicht zu verantworten hatte. Übrigens: Ein technischer Defekt ist keine Ausrede. Auch bei einer Überbuchung sind die Gründe ohne Belang.

Entschädigungsrechner und Musterschreiben

Nutzen Sie unseren eigens entwickelten Rechner, um einschätzen zu können, was Ihnen bei einer Flugverspätung zusteht. Am Ende bekommen Sie einen Überblick, welche Ansprüche Sie wahrscheinlich haben. Sie können sich ein PDF-Dokument mit dem ausführlichen Ergebnis und einem angepassten Musterschreiben herunterladen.

Wenden Sie sich immer an das ausführende Luftfahrtunternehmen im Sinne der Verordnung. Der EuGH stellte klar: Ausführendes Luftfahrtunternehmen ist das Unternehmen, das für eine bestimmte Flugroute ein Angebot gemacht hat. Damit trägt es die Verantwortung für den Flug, auch bei einer großen Verspätung. Chartert also eine Fluggesellschaft einen Flieger samt Besatzung, bleibt sie trotzdem in der Verantwortung – auch bei Entschädigungen für Verspätungen (EuGH, Urteil vom 4. Juli 2018, Az. C-532/17).

Als Vorlage haben wir ein Musterschreiben für Flugverspätung erstellt.

Zum Download

Musterschreiben

Kopieren Sie die Textfelder in Ihr Briefdokument oder tragen Sie die entsprechenden Daten im ausgedruckten Formular ein. Wählen Sie bei 1. die Entschädigung aus, die Ihnen entsprechend der Flugstrecke zusteht. Wenn der Flieger mindestens fünf Stunden Verspätung hatte und Sie die Reise nicht angetreten haben, können Sie sich die Flugkosten erstatten lassen. Tragen Sie den Ticketpreis in diesem Fall unter Punkt 2 ein. Weitere entstandene Kosten, zum Beispiel für Verpflegung während der Wartezeit, können Sie unter Punkt 3 eintragen. Setzen Sie eine Frist von etwa zwei Wochen. Unterschreiben Sie das Dokument und schicken Sie es per Post an die ausführende Fluggesellschaft.

Distanz ermitteln - Die Entfernung zwischen Abflugort und Zielflughafen ist nach der Methode der Großkreis-Entfernung zu bestimmen. Damit lässt sich die kürzeste Flugverbindung ermitteln (Art. 7 Abs. 4 VO). Einen Rechner für die Flugstrecke finden Sie zum Beispiel unter luftlinie.org oder airmilescalculator.com, der auch ein Ergebnis bei ein oder zwei Zwischenstopps berechnet.

Wichtig: Bei einem Zwischenstopp dürfen Sie die einzelnen Teilstrecken nicht addieren (EuGH, Urteil vom 7. September 2017, Az. C-559/16). So schreibt es auch die Europäische Kommission in ihren Leitlinien für die Auslegung der Fluggastrechte-Verordnung vom 10. Juni 2016 (Seite 21). Die Höhe der Ausgleichszahlung bemisst sich bei einem Flug mit Anschlussflug nach der Luftlinienentfernung zwischen Start- und Zielflughafen und nicht nach der tatsächlich zurückgelegten Strecke.

Verspätung herausfinden - In aller Regel wissen Fluggäste sehr genau, wieviel Verspätung ihr Flug hatte. Um die Verspätung zu berechnen, gilt: Als Ankunft zählt das Öffnen von mindestens einer Tür; vorausgesetzt, dass die Passagiere das Flugzeug auch verlassen können. Das hat der Europäische Gerichtshof im September 2014 entschieden (Az. C-452/13).

Wer hilft, wenn die Airline nicht zahlen will?

Sollte die Fluggesellschaft Ihre Forderungen zurückweisen, benötigen Sie Unterstützung.

Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr

Hat die Airline Ihre Forderung abgelehnt, können Sie sich kostenlos an die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (SÖP) wenden. Sie ist von der Bundesregierung und von der Europäischen Kommission anerkannt. Rund 40 Fluggesellschaften beteiligen sich an der Schlichtung. In etwa 90 Prozent der Beschwerden konnte die Schlichtungsstelle eine einvernehmliche Lösung erzielen. Das bedeutet aber nicht, dass sich Verbraucher und Airline dann bei der Hälfte treffen. Steht dem Fluggast eindeutig ein Anspruch auf 400 Euro Entschädigung zu, dann enthält der Schlichtungsvorschlag auch den vollen Entschädigungsbetrag, erläutert der SÖP-Geschäftsführer Heinz Klewe.

Bevor Sie die Schlichtungsstellen einschalten, müssen Sie vorher versucht haben, das Problem mit der Fluggesellschaft selbst zu klären. Geschäftsreisende können sich nicht an die Schlichtungsstelle wenden.

Bei der SÖP prüfen Juristen den Fall und geben Ihnen und der Airline eine Empfehlung, die aber nicht bindend ist. Nehmen aber sowohl Sie als auch die Airline den Vorschlag an, ist der Schlichtungsspruch faktisch bindend. Den Schlichtungsantrag können Sie online stellen.

Wenn Sie die Entschädigung sofort wollen

Möchten Sie sich nicht selbst mit der Airline herumärgern, können Sie sich an einen Sofortentschädiger wenden. Das ist ein Unternehmen, das Ihnen das Geld sofort überweist. Da es dann in Vorleistung geht, behält es einen größeren Anteil von der Entschädigung, die es in Ihrem Fall gibt.

Solche Unternehmen prüfen in einem ersten Schritt die Erfolgsaussichten. Sind diese positiv, erhalten Sie ein Angebot. Ihre Entschädigungsforderung verkaufen Sie dann an die jeweilige Firma und erhalten innerhalb von 24 oder 48 Stunden das Geld. Die Angelegenheit ist für Sie damit erledigt. Auch wenn sich der Anbieter nicht bei der Fluglinie durchsetzen kann: Von Ihnen kann er nichts zurückfordern.

Unsere Empfehlung unter diesen Anbietern ist EUFlight.

EUFlight
Sofortentschädiger EUFlight.de GmbH, Hamburg
  • Honorar zwischen 30,9 und 42,8 % der Entschädigung inklusive MwSt.
  • viel Erfahrung (rund 29.000 Entschädigungen in 2018)

Sie können sich auch an den Anbieter Compensation2go wenden. Diese günstige Option kann durchaus interessant sein, wenn der Anbieter Ihren Fall annimmt.

Compensation2go
Sofortentschädiger Compensation2go GmbH, Bochum
  • Honorar von 34,5 % der Entschädigung inklusive MwSt.
  • Transparenzanforderungen der EU-Kommission beachtet

Portale für Fluggastrechte setzen Ihre Entschädigung durch

Anders als die Sofortentschädiger setzen die Fluggasthelfer-Portale Ihre Ansprüche auf Entschädigung nach der europäischen Fluggastrechteverordnung in aller Regel im Inkasso-Modell durch. Solche Firmen übernehmen Ihren Fall, nachdem sie ihn geprüft haben. Sie ziehen gegebenenfalls für Sie vor Gericht und erhalten im Erfolgsfall eine Provision zwischen 25 und 35 Prozent von der Entschädigung. Es kann mehrere Monate dauern, bis das Geld auf Ihrem Konto ankommt.

Wir haben zwölf Unternehmen unter die Lupe genommen, vier davon sind eine Finanztip-Empfehlung. Besonders überzeugt hat uns flug-verspaetet.de. Außerdem empfehlenswert sind SOS Flugverspätung, EUClaim oder Claim Flights. Wie wir bei unserer Analyse genau vorgegangen sind, lesen Sie im Ratgeber Fluggasthelfer.

flug-verspaetet.de
Inkassodienstleister Flug-verspaetet.de GmbH, Frankfurt
  • Honorar von 29,75 % der Entschädigung inklusive MwSt.
  • sehr viel Erfahrung (rund 6.000 Entschädigungen in 2018 in Deutschland ausgezahlt)
  • fordert auch weitere Ansprüche wie Ticketkosten, Hotelkosten etc.
  • Keine Abtretung
SOS Flugverspätung
Inkassodienstleister SOS Flugverspätung GmbH, Berlin
  • Honorar von 23,74 % inklusive MwSt.
  • viel Erfahrung (rund 2.700 Entschädigungen in 2018 ausgezahlt)
  • fordert auch weitere Ansprüche wie Ticketkosten, Hotelkosten etc.
  • Abtretung
EUClaim
Inkassodienstleister EUClaim Deutschland GmbH, Duisburg
  • Honorar von 30,94 % der Entschädigung inklusive MwSt.
  • sehr viel Erfahrung (rund 12.600 Entschädigungen in 2018 in Deutschland)
  • keine Abtretung
  • fordert keine weiteren Ansprüche wie Ticketkosten etc.
Claim Flights
Inkassodienstleister Claim Flights GmbH, Konstanz
  • Honorar von 26,78 % der Entschädigung inklusive MwSt.
  • sehr viel Erfahrung (rund 15.000 Entschädigungen in 2018)
  • fordert auch weitere Ansprüche wie Ticketkosten, Hotelkosten etc.
  • Abtretung
Nur beim Anbieter abschließbar

Wann haben Sie Anspruch auf Betreuung und Verpflegung?

Wenn sich Ihr Flug verspätet, muss die Airline Sie auch betreuen und verpflegen. Die Betreuungspflicht beginnt

  • bei Flugstrecken bis 1.500 Kilometer, wenn sich der Abflug um zwei Stunden verspätet;
  • bei einem Flug innerhalb der EU über 1.500 Kilometer oder einem Flug über die EU-Grenze hinaus mit 1.500 bis 3.500 Kilometern Strecke, wenn sich der Abflug um mindestens drei Stunden verspätet;
  • bei einer Flugstrecke von mehr als 3.500 Kilometern über die EU-Grenze hinaus, wenn sich der Abflug um vier oder mehr Stunden verspätet.

Die Fluggesellschaft muss den Fluggästen Mahlzeiten und Erfrischungen unentgeltlich und in angemessenem Verhältnis zur Wartezeit anbieten. Das gilt auch, wenn die Verspätung auf außergewöhnlichen Umständen beruht. Müssen die Reisenden zum Beispiel einen halben Tag warten, ist eine warme Mahlzeit angemessen.

Die Fluggesellschaft sorgt vermutlich am Flughafen selbst für die Verpflegung oder gibt Gutscheine aus. Wenn nichts angeboten wird, können Sie sich etwas zu essen und zu trinken kaufen und die Rechnung später bei der Airline einreichen.

Außerdem muss die Fluggesellschaft Ihnen zwei Telefonate oder den Versand von zwei Faxen oder E-Mails ermöglichen. Ist der Abflug erst am nächsten Tag, haben Sie zudem Anspruch auf eine Nacht im Hotel inklusive Hin- und Rückfahrt.

Vermutlich organisiert die Fluggesellschaft Übernachtung und Transfer direkt, Sie haben dann keine freie Wahl. Bevor Sie auf eigene Faust etwas buchen, fragen Sie bei den Mitarbeitern der Airline nach, was erstattet wird. Lassen Sie sich eine eventuelle Zusage dann schriftlich geben.

Schadensersatz zusätzlich zur Entschädigung

Kommt die Fluggesellschaft ihren Pflichten zur Betreuung und anderweitigen Beförderung nicht nach, können Sie grundsätzlich verlangen, alle Kosten ersetzt zu bekommen, die Ihnen dadurch entstanden sind, dass die Airline Ihnen keine Unterbringung oder alternative Beförderung angeboten hat (§§ 280, 249 BGB). Auf einen solchen Schadensersatzanspruch dürfen Ausgleichsleistungen nicht angerechnet werden (Art. 12 VO EG 261/2004).

Müssen Sie sich also selbst ein Hotelzimmer suchen oder mit dem Bus, Taxi oder Mietwagen fahren, weil die Fluggesellschaft Ihnen keine Alternative anbietet oder nicht ansprechbar ist, bewahren Sie unbedingt alle Belege auf. Und verlangen Sie die Kosten als Schadensersatz zusätzlich zur Entschädigung.

So haben wir ausgewählt

Im Zeitraum von Mai bis September 2019 haben wir sogenannte Legal-Tech-Unternehmen untersucht, die Fluggastrechte gegen die Airlines durchsetzen: Sofortentschädiger und Inkasso-Dienstleister. Alle hier empfohlenen Anbieter haben unsere Testkriterien erfüllt. Sie verfügen über ausreichende Erfahrung, haben eine transparente Kostenstruktur und verwenden verbraucherfreundliche Allgemeine Geschäftsbedingungen. Mehr dazu erfahren Sie im Ratgeber Fluggasthelfer.

Autor
Dr. Britta Beate Schön
& Co-Autor
Frederike Roser

Stand: 09. September 2019


* Was der Stern bedeutet:

Wir wollen mit unseren unabhängig recherchierten Empfehlungen möglichst viele Menschen erreichen und ihnen mehr finanzielle Freiheit ermöglichen. Daher sind unsere Inhalte kostenlos und anzeigenfrei im Internet verfügbar. Unsere aufwendige redaktionelle Arbeit finanzieren wir so:

Unsere unabhängigen Experten untersuchen regelmäßig Produkte und Dienstleister. Nur wenn sie dann ein besonders verbraucherfreundliches Angebot empfehlen, kann der entsprechende Anbieter einen Link zu diesem Angebot setzen lassen. Solche Links kennzeichnen wir mit einem Sternchen (*). Geld erhalten wir, wenn Sie diesen Link z.B. klicken oder beim Anbieter dann einen Vertrag abschließen. Ob und in welcher Höhe uns ein Anbieter vergütet, hat keinerlei Einfluss auf unsere Empfehlungen. Was Ihnen unsere Experten empfehlen, hängt allein davon ab, ob ein Angebot gut für Sie als Verbraucher ist.

Mehr zu unserer Arbeitsweise lesen Sie hier.