Garantie und Gewährleistung

So unterscheiden sich Garantie und Gewährleistung

Daniel Pöhler Stand: 09. Februar 2017
Das Wichtigste in Kürze
  • Die Gewährleistung ist gesetzlich garantiert und läuft 24 Monate bei Neuware. Sie deckt Schäden ab, die die Ware von Anfang an zumindest im Ansatz hatte.
  • Verbraucher können damit einen beschädigten Artikel in den ersten sechs Monaten problemlos beim Verkäufer reklamieren. Nach Ablauf von sechs Monaten muss der Käufer aber beweisen, dass der Schaden von Anfang an vorhanden war.
  • Die Garantie ist hingegen eine freiwillige Leistung des Herstellers. Er kann Dauer und Bedingungen frei bestimmen. Die gesetzliche Gewährleistung bleibt daneben immer bestehen.
  • Laufen sowohl Gewährleistung als auch eine Garantie noch, kann der Käufer in der Regel wählen, nach welchem System er die Ware reklamieren möchte.

Garantie und Gewährleistung sind nicht dasselbe. Es lohnt sich, den Unterschied zu kennen, falls Sie Ansprüche gegenüber Händlern oder Herstellern geltend machen wollen – zum Bespiel, wenn Sie ein iPhone oder Samsung Galaxy reklamieren.

Das bedeuten Gewährleistung und Mängelhaftung

Jeder Händler muss 24 Monate Gewährleistung (anderes Wort dafür: Mängelhaftung) auf Neuwaren und zwölf Monate auf Gebrauchtwaren einräumen. Dazu ist er gesetzlich verpflichtet, unter anderem durch § 439 und § 476 BGB. Die Gewährleistung deckt Mängel ab, die das Produkt bereits zum Zeitpunkt des Kaufs hatte. Stellen Sie einen Mangel fest, können Sie vom Händler verlangen, dass er das Produkt repariert oder anders nachbessert.

Wenn der Verkäufer der Ansicht ist, dass der Mangel erst nach dem Kauf entstanden ist, muss er das in den ersten sechs Monaten beweisen. Das ist schwierig bis unmöglich. Nach Ablauf von sechs Monaten kehrt sich die Beweislast allerdings um: Dann muss der Käufer beweisen, dass der Mangel bereits zum Zeitpunkt des Kaufs bestanden hat. Da auch das schwierig ist, sind Sie nach Ablauf von sechs Monaten meist auf die Kulanz des Händlers angewiesen.

Das bedeutet Garantie

Die Garantie ist nicht gesetzlich geregelt. Sie ist eine freiwillige Leistung des Herstellers – nicht des Händlers. Deshalb kann der Hersteller selbst entscheiden, was die Garantie abdeckt und wie lange sie gilt. Oft wird garantiert, dass das Produkt ein bis zwei Jahre funktioniert, wenn der Kunde es normal benutzt. Dabei ist es egal, ob ein Mangel von Anfang an bestand oder erst später entstanden ist. Verschleißteile sind meist von der Garantie ausgenommen.

Unterschiede zwischen Gewährleistung und Garantie

 GewährleistungGarantie
Gesetzlich zugesichertjanein
Dauer bei Neuwaren24 Monateoft 12 bis 24 Monate
Dauer bei Gebrauchtwaren12 Monateu. U. Restgarantie gerechnet ab Erstkaufdatum
Beweislastumkehr (Neu- und Gebrauchtwaren)nach 6 Monatennicht zutreffend
Anspruch gegenüber…HändlerHersteller

Quelle: Finanztip-Recherche (Stand: 2017)

Laufen Gewährleistung und Garantie beide noch, können Käufer sich im Normalfall aussuchen, nach welchem System sie die Ware reklamieren möchten.

Wenn Sie vor Ort im Laden gekauft haben, kann die Abwicklung über die Gewährleistung komfortabler sein. Denn dann muss sich der Händler um die Reklamation kümmern. Somit müssen Sie den Artikel nicht selbst an den Hersteller schicken.

Beispiel iPhone

Apple gewährt auf das iPhone freiwillig eine Garantie von zwölf Monaten. Sie umfasst im Gegensatz zur gesetzlichen Gewährleistung auch Mängel, die erst nach dem Kauf aufgetreten sind. Außerdem enthalten sind Zusatzleistungen wie telefonische Hilfe. Gegen einen Aufpreis können Apple-Nutzer die Garantie verlängern („Apple Care“).

Gleichzeitig muss Apple auch die gesetzlichen 24 Monate Gewährleistung einräumen. Wenn Sie die kostenpflichtige Garantieverlängerung nicht abgeschlossen haben und entdecken einen Mangel nach beispielsweise 23 Monaten, müssen Sie allerdings beweisen, dass der Schaden bereits beim Kauf zumindest im Ansatz vorhanden war. Nur dann können Sie von Apple eine Reparatur verlangen.

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Zum Ratgeber

Autor
Daniel Pöhler

Stand: 09. Februar 2017


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