Geschenke als Werbungskosten

So setzen Sie Präsente für Kunden von der Steuer ab

Udo Reuß Stand: 23. November 2016
Das Wichtigste in Kürze
  • Normalerweise können Arbeitnehmer Ausgaben für Geschenke steuerlich nicht absetzen.
  • Wenn Sie aber erfolgsabhängig vergütet werden und von Ihrem Lohn Geschenke an Geschäftsfreunde bezahlen, können Sie Werbungskosten dafür geltend machen.
  • Geschenke an einen Kunden dürfen aber insgesamt höchstens 35 Euro im Jahr kosten.
  • Falls Sie selbst ein Arbeitsmittel als Präsent erhalten, das Sie beruflich einsetzen, ist ebenfalls ein Werbungskostenabzug möglich.

Wenn Sie als Arbeitnehmer einen Kunden oder Kollegen zum Beispiel an Weihnachten beschenken, können Sie die Ausgaben dafür in der Regel nicht als Werbungskosten absetzen. Das Finanzamt geht bei Geschenken im Betrieb immer davon aus, dass sie aus privaten Gründen gemacht werden. Doch fast jede Regel hat ihre Ausnahme: Unter bestimmten Voraussetzungen können Sie auch als Angestellter Werbungskosten geltend machen, wenn Sie im Job etwas verschenken.

Geschenke müssen beruflich motiviert sein

Angestellte, die erfolgsabhängig bezahlt werden, also beispielsweise eine Verkaufsprovision erhalten, können berufliche Gründe haben, Mitarbeiter oder Kunden zu beschenken. Wer etwa als leitender Angestellter seinen Mitarbeitern als Anerkennung für besondere Leistungen und Erfolge ein Geschenk macht, kann dies in seiner Steuererklärung in der Anlage N als Werbungskosten eintragen. Denn laut Einkommensteuergesetz sind Werbungskosten Ausgaben, die entstehen, um die eigenen Einnahmen zu sichern und zu erhalten (§ 9 Satz 1 EStG).

Deswegen können auch Angestellte im Außendienst, die zur Kundenakquise Geschenke machen, die Ausgaben dafür als Werbungskosten eintragen, sofern sie nicht von ihrem Arbeitgeber erstattet werden. So hat es auch der Bundesfinanzhof in einem Urteil bestätigt (BFH, Urteil vom 24. Mai 2007, Az. VI R 78/04).

Allerdings dürfen die Geschenke nur bis zu 35 Euro pro Beschenktem und Jahr kosten, damit die Ausgaben absetzbar sind (§ 4 Abs. 5 Nr. 1 EStG). Geschenke an Kollegen oder Kunden zum Geburtstag oder zur Hochzeit können Sie hingegen nur in absoluten Ausnahmefällen von der Steuer absetzen. Es muss ein eindeutiger beruflicher Zusammenhang bestehen.

Selbstständige haben deutlich bessere Karten, ihre Geschenke an Geschäftsfreunde und freie Mitarbeiter steuerlich als Betriebsausgaben absetzen zu können. Dafür gibt es jedoch strenge Aufzeichnungspflichten.

Erhaltene Geschenke absetzen

Es gibt noch eine weitere Möglichkeit, wie Sie als Angestellter Geschenke als Werbungskosten in der Steuererklärung eintragen können – und zwar die Präsente, die Sie selbst erhalten. Das geht jedoch nur, wenn es sich bei dem Geschenk um ein Arbeitsmittel handelt. Wenn Ihnen also jemand einen Schreibtisch, ein Bücherregal oder einen Computer schenkt, den Sie als Arbeitsmittel nutzen, können Sie die Kosten dafür als Werbungskosten eintragen. Dazu gibt es ein Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH, Urteil vom 16. Februar 1990, Az. VI R 85/87). Bei einem Nettobetrag bis zu 410 Euro können Sie den gesamten Betrag ansetzen; ist dieser höher, müssen Sie den Gesamtbetrag samt Umsatzsteuer über die gewöhnliche Nutzungsdauer abschreiben, das heißt verteilen.

Laut Gesetz können Sie den Betrag als Werbungskosten eintragen, den der Schenkende hätte angeben können, wenn er das Arbeitsmittel selbst genutzt hätte – vorausgesetzt, Sie erhalten von ihm die Kaufbelege (§ 11d EStDV).

Autor
Udo Reuß

Stand: 23. November 2016


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