Smartphone Backup

Bevor es zu spät ist: Smartphone-Daten sichern

Pauline Faust
& Co-Autor
Stand: 24. Oktober 2019
Das Wichtigste in Kürze
  • Ein regelmäßiges Backup lohnt sich für jeden und kann eine Menge Ärger ersparen.
  • Die Daten von Ihrem Handy können Sie kostenlos und automatisch sichern lassen.
  • Für Android und iOS (Apple) gibt es verschiedene Backup-Programme. Nicht jedes kann alles sichern.
  • Das sollten Sie unbedingt mitsichern: Kontakte, Fotoalben und Chatverläufe.
So gehen Sie vor
  • Das automatische Backup können Sie in den Geräteinstellungen einschalten. Die Daten landen dann in einem Online-Speicher, einer Cloud.
  • Bei Androids sichern Sie die Daten am bequemsten in der Cloud von Google (Google Drive) und bei iPhones in der iCloud. Einmal eingerichtet, funktioniert das Backup automatisch.
  • Für das Backup am Computer empfiehlt sich bei iPhones iTunes, bei Androids die jeweilige Herstellersoftware.
  • Möchten Sie Ihre Daten nicht bei Apple oder Google speichern, können Sie Alternativen nutzen: die Cloud von web.de etwa. Das Unternehmen hat seine Server in Deutschland.

Ist das Smartphone erst einmal kaputt, können alle Daten verloren sein: Fotos von Freunden oder den Kindern, Geräteinstellungen und alle Kontakte. Manches lässt sich gar nicht und anderes nur mit Aufwand wiederherstellen. Wenn Sie regelmäßig Sicherungskopien erstellen, können Sie Ihren Verlust begrenzen. Ein automatisches Backup ist schnell und kostenfrei eingerichtet. Für iPhones und Android-Handys gibt es unterschiedliche Programme, mit denen Sie ein Backup erstellen können.

Wie sollte ich meine Handy-Daten sichern?

Es gibt zwei Arten, Backups zu machen. Sie können die Daten auf Ihrem Computer speichern oder auf fremden Servern, besser bekannt als „Cloud“. Die Backups in der Cloud können Sie automatisiert machen lassen. 

Das Backup in der Cloud ist also das bequemste. Einmal eingerichtet geht das sowohl für Apple als auch für Android automatisch. Per W-Lan wird die Sicherungskopie regelmäßig aktualisiert. Speichern Sie Ihre Daten in einer Cloud, können Sie von überall darauf zugreifen: Über das Internet loggen Sie sich beim Cloud-Anbieter ein. Kostenlose Cloud-Speicherplätze sind in ihrer Größe beschränkt, mehr Speicherplatz können Sie kaufen. 

Große Mengen an Bildern und Videos in einer Cloud zu speichern, kann jedoch recht unpraktisch sein, da die Dateien viel Platz einnehmen und dann lange zum Laden brauchen können. Dann speichern Sie Fotos und Videos besser lokal auf Ihrem Computer. 

Speichern Sie Ihre Daten lokal auf Ihrem Computer, können Sie auch nur an diesen Geräten auf die Daten zugreifen. Dafür sind sie aber auch sicherer vor Fremden. Vertrauliches speichern Sie besser lokal oder nur in verschlüsselter Form in einer Cloud.

iPhone-Backup: Wie kann ich meine iPhone-Daten sichern?

Apple selbst bietet Ihnen zwei Möglichkeiten, um Ihre Daten zu sichern: in einer Cloud (iCloud) oder auf Ihrem Rechner (mit iTunes oder in neueren Versionen von MacOS mit dem Finder). Es gibt auch alternative Programme für Backups, die können oft aber nicht alle Datentypen mitnehmen, da etwa Kontakte und App-Daten nicht für jedes Programm lesbar gespeichert werden. Fotos und Videos können Sie auch ganz ohne Programm sichern. 

Backup per iCloud

Mit iCloud speichern Sie Ihre Daten auf einem Server von Apple. So sind diese von überall abrufbar. Der kostenfreie Speicherplatz ist begrenzt auf 5 Gigabyte (GB), weiteren Speicherplatz können Sie kaufen. Die Anwendung ist schon auf Ihrem iPhone installiert und mit ein paar Klicks lassen sich Ihre Daten sichern.

Um ein automatisches Backup für fast alle Daten zu erstellen, klicken Sie sich folgendermaßen durch das Menü: Einstellungen > Apple ID > Dieses Gerät (Geräteinformation) > iCloud Backup (Beispiel für das iPhone 6).

So erlauben Sie ein Backup für einzelne Anwendungen: Einstellungen > Apple ID > iCloud.

Diese Daten können Sie beispielsweise in der iCloud speichern:

  • Kontakte,
  • Fotos und Videos, 
  • App-Daten,
  • Geräteeinstellungen,
  • Whatsapp-Chatverläufe (in der App einstellen),
  • SMS, 
  • Apple Watch-Daten.

Backup per iTunes

So gehen Sie vor: Laden Sie iTunes auf Ihren Computer. Verbinden Sie Ihr iPhone mit dem PC. Starten Sie iTunes; das iPhone wird dann automatisch erkannt. Wählen Sie nun mit der rechten Maustaste Ihr Gerät aus und klicken Sie auf „Backup“. Ob die Sicherungskopie angelegt wurde, können Sie bei „Einstellungen“ (obere linke Fensterecke) unter „Geräte“ sehen.

Das Backup können Sie nun auf zwei Arten nutzen. Mit „synchronisieren“ bringen sie Computer und iPhone auf den gleichen Stand (unter „Geräte“): Wenn Sie etwa seit dem letzten Backup Fotos gemacht haben, werden so nicht all Ihre Bilder erneut auf dem Computer gespeichert, sondern nur die neuen. Mit „Backup wiederherstellen“ bringen Sie verlorene Daten zurück („Gerät“ und dann „Übersicht“): Auf dem neuen oder reparierten Handy wird der letzte gespeicherte Zustand hergestellt.

Unter MacOS gibt es seit Version 10.15 (Catalina) kein iTunes mehr. Nutzen Sie stattdessen den Finder. Nachdem Sie Ihr iPhone an den Mac angeschlossen haben, finden Sie im Reiter „Allgemein“ die Option „Backup erstellen“.

Android-Backup: Wie kann ich Daten vom Android-Handy sichern?

Bei Android-Geräten sichern Sie Ihre Daten am bequemsten mit Google. Backups werden automatisch erstellt und sind dann mit den meisten Android-Geräten kompatibel. In der Cloud Google Drive können Sie relativ viel (15 GB) kostenlos speichern. Ihre Daten liegen dann auf den Servern von Google. Das Unternehmen wird regelmäßig für seinen schwachen Datenschutz kritisiert.

Möchten Sie Google Ihre Daten lieber nicht anvertrauen, gibt es Alternativen: Smartphone-Hersteller wie Samsung oder HTC bieten Backup-Programme an. Diese funktionieren allerdings meist nur innerhalb des eigenen Systems: Wechseln Sie die Handymarke, können Sie die Daten nur schwer mitnehmen. Es gibt auch alternative Programme für Backups, diese können aber oft bestimmte Daten wie Kontakte nicht auslesen. 

Android-Backup mit Google erstellen

Inhalte, Daten und Einstellungen von Ihrem Android-Gerät können Sie mit Google sichern. Suchen Sie in den Einstellungen nach „Sicherung“.  In der Version Android 8.0 des Betriebssystems (zum Beispiel auf dem Samsung Galaxy A5) funktioniert das so: Einstellungen > Cloud und Konten > Sichern und Wiederherstellen > Datensicherung. Bietet Ihr Handy diese Option nicht, können Sie die Google Drive App runterladen, unter „Sicherung“ erstellen Sie ein Backup. Hier können Sie allerdings keine Kontakte speichern, Apps nur eingeschränkt. 

Um Ihre Chats bei Whatsapp zu sichern, gehen Sie direkt in die App. Ein Backup Ihrer Chats, Fotos und Sprachnachrichten auf Google Drive wird erstellt, wenn Sie sich wie folgt durch das Menü klicken: Chats und Anrufe > Backup > Sichern. Die App macht anschließend automatisch täglich eine Sicherungskopie. Benutzen Sie später ein neues Handy, können Sie alle Daten wiederherstellen. Dafür müssen Sie sich mit dem gleichen Google-Konto anmelden, das Sie verwendet haben, um die Daten über Google Drive zu sichern.

Android-Backup auf dem Computer speichern

Für ein Backup auf dem Computer bieten die einzelnen Handyhersteller eigene Programme an, die auf ihre Smartphones zugeschnitten sind. Schwierigkeiten kann es geben, ein solches Backup mit einem Gerät von einem anderen Hersteller zu synchronisieren. Fotos und Videos können Sie auch ohne Programm sichern.

Was sind Alternativen zu Google und Apple?

Sowohl Apple als auch Google wurden bisher öfter für ihren Umgang mit den Daten ihrer Kunden kritisiert. Wer sich daher eine Alternative suchen möchte, kann zum Beispiel die Cloud von web.de für Backups nutzen. Die zugehörige App kann automatisch Fotos sichern. Der web.de Online-Speicher war Testsieger im Cloud-Vergleich von Stiftung Warentest (Stand: Mai 2019).

Positiv bewertet wurde, dass die Server in Deutschland stehen. Es gibt 2 GB freien Online-Speicher, den Sie aber auch erweitern können. Die App „web.de Mail & Cloud“ gibt es in der Basis-Version kostenlos bei Google Play und im App Store. Mit der „web.de Tresor“ Gratis-App können Sie die Daten in der Cloud verschlüsselt speichern.

Autor
Pauline Faust
& Co-Autor
Daniel Pöhler

Stand: 24. Oktober 2019


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