Einbruchsichere Fenster

Fenster Einbruchschutz – Mach es Dieben möglichst schwer

19. Oktober 2021
Das Wichtigste in Kürze
  • Einbruchsichere Fenster und Türen machen es Einbrechern schwer, in Deine Wohnung oder Dein Haus zu gelangen.
  • Wie einbruchhemmend Fenster und Türen sind, hängt von der Widerstandsklasse (RC) ab. Meist sind die Widerstandsklassen RC 2 oder RC 3 die richtige Wahl. 
  • Um Fenster und Türen einbruchsicher zu machen, musst Du nicht unbedingt neue Fenster einbauen. Manchmal reicht es auch, sie nachzurüsten.
  • Um Deine Wohnung oder Dein Haus einbruchsicher zu machen, kannst Du Geld bei der KfW beantragen.
So gehst Du vor
  • Ist Dein Haus einbruchsicher? Bei der Einschätzung hilft Dir auch die Beratungsstelle der Polizei in Deiner Nähe.
  • Prüfe, ob es sinnvoller ist, die alten Fenster komplett zu wechseln oder ob es ausreicht, Deine Fenster nachzurüsten.
  • Um die Kosten zu vergleichen, solltest Du überprüfen, für welche Maßnahmen Dir welche KfW-Fördermittel zustehen.

Allein die Vorstellung, dass ein Einbrecher in der eigenen Wohnung ist, ist schon ein Albtraum. Damit er nicht wahr wird, kannst Du Dich als Mieter oder Eigenheimbesitzer aber schützen. Vor allem mithilfe von einbruchhemmenden Fenstern und Eingangstüren. Du kannst sie neu einbauen lassen oder Deine alten Fenster nachrüsten. Unter Umständen gibt es dafür auch Zuschüsse von der KfW.

Welche Fenster zum Einbruchschutz gibt es?

Einbrecher kommen durch Fenster oder Türen in ein Haus oder eine Wohnung. Um ihnen das möglichst schwer zu machen, gibt es einbruchsichere Türen und Fenster. Besonders wichtig sind dabei Rahmen, Beschlag und Verglasung. Denn in der Regel verschaffen sich Einbrecher Zugang in Gebäude, indem sie Fenster oder Türen aufhebeln oder das Glas zerstören. Einbruchhemmende Fenster und Türen wurden eingehend getestet, um genau dies zu verhindern.

Wie gut der Schutz gegen Einbrüche ist, geben die Widerstandsklassen an (früher WK, heute RC resistance class). Für Fenster gibt es sieben verschiedene Widerstandsklassen. Sie unterscheiden sich vor allem bei den Beschlägen und der Verglasung. Je nachdem wie hoch die Klasse ist, brauchen Einbrecher unterschiedlich lang, um ein Fenster aufzubekommen.

Widerstands-

klassen

Beschaffenheit

des Fensters

Schutzwirkung

Widerstandszeit

bei Einbruchversuch

RC 1 N

Standardbeschläge, normale

Fensterscheiben

Schutz vor Vandalismus, geringer Schutzetwa 10 Sekunden
RC 2 NPilzkopfbeschläge, abschließbarer Griff, normale ScheibenGrundschutz gegen Einbruchversuche mit einfachem Werkzeug, kein Schutz der Scheibe3 Minuten
RC 2Pilzkopfbeschläge, abschließbarer Griff, SicherheitsglasSchutz gegen Einbruchversuche mit speziellem Hebelwerkzeug15 Minuten
RC 3mehr Pilzkopfbeschläge, stärkeres Sicherheitsglas als RC 2erschwert Einbrechen mit weiterem Werkzeug20 Minuten
RC 4 – RC 6Rahmen Metall, sehr harte Verglasung – für Gewerbeerschwerter Zugang mit umfangreichen Werkzeugen durch erfahrene Täter30 - 50 Minuten

Quelle: Finanztip-Recherche (Stand: 19. Oktober 2021)

Wenn Du Dein Haus einbruchsicher machen möchtest, eignen sich vor allem Fenster der Klasse RC 2. Diese bieten für Wohnhäuser mit den Pilzkopfzapfen-Beschlägen, abschließbarem Fenstergriff und einer einbruchhemmenden Verglasung (P4A-Verglasung) einen guten Schutz gegen Einbrecher. Wer mehr Schutz möchte, kann Fenster der Klasse RC 3 nehmen. Diese bieten beim Glas noch etwas mehr Widerstand (P5A-Verglasung), sind aber auch teurer.

In der Regel ist RC 3 auch nicht notwendig, denn Einbrecher zerstören selten Fensterscheiben, um in ein Haus einzudringen. Bei weniger als 10 Prozent der Einbrüche wird die Scheibe zerstört, da das Verletzungsrisiko groß ist. Wenn kein direkter Angriff auf die Scheibe zu erwarten ist, weil zum Beispiel das Fenster gut einsehbar ist und Nachbarn den Glasbruch hören können, reichen Fenster der Widerstandsklasse RC 2 N, die komplett auf Sicherheitsglas verzichten.

Fenster der niedrigsten Widerstandsklasse RC 1 N kannst Du in oberen Geschossen nutzen, wenn die Fenster nicht ohne eine Leiter, Mülltonne oder ähnliche Hilfsmittel erreichbar sind und vor denen keine Standfläche (Balkon, Vordach) vorhanden ist.

Um Dein Haus richtig einbruchsicher zu machen, solltest Du die Polizei in die Planung einbinden. Dafür gibt es spezialisierte polizeiliche Beratungsstellen in Deiner Nähe

Was kosten einbruchsichere Fenster?

Die Preise für Fenster hängen von Größe, Ausstattung, Material, Widerstandsklasse und der Energieeffizienz ab. Je höher die Widerstandsklasse, desto höher der Preis. Je energieeffizienter ein Fenster ist, desto teurer wird es. Auch das Material des Rahmens ist für den Preis wichtig. Kunststoffrahmen sind am günstigsten, Holzrahmen (Kiefer) liegen im mittleren Preissegment und Aluminiumrahmen sind am teuersten.

Um eine Vorstellung zu bekommen, haben wir ein paar Preise recherchiert:

Kosten für einbruchhemmende Fenster

Widerstandsklasse

RahmenMaße 80 x 150Maße 80 x 100
Fenster RC 1Kunststoff160 – 260 Euro149 – 188 Euro
 Kiefernholz398 – 539 Euro335 – 352 Euro
 Holz / Alu532 – 927 Euroab 446 Euro
Fenster RC 2 NKunststoff172 – 290 Euro159 – 219 Euro
 Kiefernholz430 – 520 Euro366 – 402 Euro
 Holz / Aluab 567 Euroab 477 Euro
Fenster RC 2Kunststoff213 – 385 Euro213 – 262 Euro
 Kiefernholz496 – 584 Euro408 – 444 Euro
 Holz / Aluab 630 Euroab 520 Euro

Alle Fenster mit Dreh-Kipp-Öffnung und Zweifach-Isolierverglasung, Standardausstattung
Quelle: Preisabfrage bei den Online-Anbietern fensterdepot24.de, fensterversand.com, fensterhandel.de (Stand: 15. Oktober 2021)
 

Kannst Du einen Einbruchschutz für Fenster nachrüsten?

Für einen besseren Einbruchschutz musst Du nicht unbedingt alle Fenster austauschen. Vor allem, wenn sie recht neu sind, ist das nicht sinnvoll. Stattdessen kannst Du sie auch nachrüsten. Dafür eignen sich zum Beispiel abschließbare Fenstergriffe und Aufschraubsicherungen, die Du an den Fensterscharnieren befestigst, um zu verhindern, dass ein Dieb diese aufschrauben kann. Wer nicht neue Fenstergriffe montieren möchte, kann stattdessen einen Aufhebelschutz anbauen. Das ist ein Riegel, mit dem Du das geschlossene Fenster zusätzlich dagegen sicherst, von außen geöffnet zu werden. 

Auch Pilzkopfzapfen-Beschläge, die insbesondere das Aufhebeln mit Werkzeug erschweren, kannst Du nachträglich einbauen. Umso größer das Fenster ist, desto mehr Beschläge solltest Du einbauen.

Auch Deine Fensterschreiben kannst Du nachträglich einbruchsicher machen. Dafür gibt es Sicherheitsfolie, die Du selbst auf die Scheibe aufbringen kannst. Alternativ ist es auch möglich, einbruchsichere Glasscheiben in Deine Fensterrahmen einbauen zu lassen. In diesem Fall benötigst Du jedoch zwei Scheiben pro Fenster und eine fachgerechte Montage, die weitere Kosten verursacht.

Wie viel kostet es, Fenster nachzurüsten?

Die Gesamtkosten, um Deine Fenster einbruchsicher nachzurüsten, hängen von den Einzelmaßnahmen ab, die Du vornehmen musst. Wahrscheinlich sind nicht alle genannten Möglichkeiten für jedes Fenster nötig. Mit folgenden Preisen für Deine Gesamtkosten kannst Du rechnen:

  • abschließbare Fenstergriffe ab 15 Euro pro Griff 
  • Aufschraubsicherungen 15 Euro bis 55 Euro pro Stück
  • Aufhebelschutz 13 Euro bis 20 Euro pro Stück 
  • Pilzkopfzapfen-Beschläge kosten 150 Euro bis 250 Euro pro Fenster; es hängt von der Größe des Fensters ab und wie viele Beschläge Du brauchst
  • Sicherheitsfolie kostet für eine Scheibe mit den Maßen 75 x 145 Zentimeter etwa 57 Euro bis 118 Euro; für ein kleines Fenster (45 x 75 Zentimeter) musst Du 21 Euro bis 35 Euro zahlen

Wenn Du ein Fenster hast, an dem sämtliche einbruchhemmenden Faktoren fehlen, ist es nicht sinnvoll, alles einzeln nachzurüsten. In der Summe ist ein neues Fenster dann günstiger. Wenn Du allerdings nur die Scheiben nachrüsten oder nur das Fenster gegen Aufbrechen schützen möchtest, sind einzelne Maßnahmen nicht teuer.

Welche Fördermaßnahmen gibt es?

Welche Förderung Du für Deine einbruchsicheren Fenster erhalten kannst, hängt von verschiedenen Kriterien ab. Bei der KfW kannst Du Geld für die energetische Sanierung erhalten. Über die Förderprogramme 261 und 262Förderung energetischer Maßnahmen erhältst Du einen Kredit. Für die energetische Sanierung Deines kompletten Hauses kommt das Programm 261 infrage, für energetische Einzelmaßnahmen das Programm 262. In beiden Fällen kannst Du mit dem Geld auch neue energetische Fenster einbauen, diese können dann zusätzlich einbruchsicher sein. Außerdem kannst Du für die Komplettsanierung Deines Hauses eventuell Fördergeld aus dem Programm 461 erhalten. Zuschüsse für energetische Einzelmaßnahmen – wie neue Fenster – gibt es beim Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa)

Eine weitere Möglichkeit, Förderung für Deine einbruchsicheren Fenster zu bekommen, ist ein Kredit über das Förderprogramm 159 Altersgerecht Umbauen. Damit werden umfassende Umbaumaßnahmen gefördert, die dazu dienen, ein Haus barrierefrei zu machen. Dazu gehört ein Treppenlift oder ein barrierefreies Badezimmer, aber auch mehr Einbruchschutz durch sicherere Fenster und Türen. Das Geld kann auch genutzt werden, um eine barrierefreie Immobilie zu erwerben.

Um Einbruchschutz nachzurüsten eignet sich die KfW-Förderung 455-E. So kannst Du bis zu 1.600 Euro für alle Maßnahmen zum Schutz vor Einbrechern erhalten, nicht nur für Fenster. Sicherheitsfolie ist allerdings nicht förderfähig.

Für welchen Einbruchschutz gibt es außerdem Zuschüsse?

Neben Fenstern und Balkon- oder Terassentüren können Einbrecher auch anderweitig in Dein Haus eindringen. Daher kannst Du die Förderung 455-E der KfW auch für weitere Maßnahmen zum Einbruchschutz einsetzen:

Haus-, Wohnungs- und Nebeneingangstüren

Die Türen von Haus und Wohnung sollten möglichst stabil sein, um Einbrechern das Eindringen zu erschweren. Dafür müssen das Türblatt, die Verglasung und der Türrahmen (Zarge) verstärkt sein. Bei Wohnungseinbrüchen in Mehrfamilienhäusern dringen 80 Prozent der Diebe über die Wohnungstür ein. Auch als Mieter einer Wohnung kannst Du einbruchsicher umbauen und dafür Geld von der KfW erhalten. Extra Schlösser und Riegel erhöhen die Sicherheit und sind einfach anzubauen.

Einbruchhemmende Garagentore und -türen

Auch in Deiner Garage können Dinge lagern, die von Wert sind und entsprechend für Diebe interessant. Ist das Haus über die Garage erreichbar, sind Garagentor und -türen zusätzliche Schwachstellen, die Du sichern solltest und fördern lassen kannst.

Gitter, Rollläden und Lichtschachtabdeckungen

Um die Fenster, die gut erreichbar sind, noch besser zu schützen, kannst Du Klapp- oder Rollläden installieren, die einbruchhemmend sind. Dies sollte aber nur eine Ergänzung zu den einbruchhemmenden Fenstern sein.

Auch Kellerfenster solltest Du sichern. Nachrüsten kannst Du diese vor allem mithilfe von Metallgittern. Bei Lichtschächten am Kellergeschoss gibt es die entsprechenden Abdeckungen auch einbruchsicher.

Alarmanlage

Auch für den Einbau einer Alarmanlage kannst Du die Förderung der KfW nutzen. Diese verhindern zwar nicht direkt einen Einbruch, erhöhen jedoch das Risiko für den Einbrecher, entdeckt zu werden. Wenn die Alarmanlage von außen erkennbar ist, kann sie auch einbruchhemmend wirken. Beachten musst Du jedoch, dass Infraschallanlagen nicht förderfähig sind.

Wie kommst Du zu dem Zuschuss der KfW?

Wenn Du für Deine Fenster den Einbruchschutz erhöhen möchtest, überlege genau, was Du idealerweise dafür machen musst. Reicht es aus, Fenster und Türen nachzurüsten? Vielleicht sind Deine Fenster oder das Haus schon etwas in die Jahre gekommen und es lohnt sich, umfassend zu sanieren, auch energieeffizient? Je nachdem, wofür Du Dich entscheidest, prüfe, welche Programme infrage kommen können. Du kannst diese teilweise auch miteinander kombinieren.

Hast Du diese Entscheidung getroffen, schau in den Unterlagen der KfW genau nach den Voraussetzungen für Zuschüsse. Gerade beim Einbruchschutz musst Du jeweils die richtigen DIN-Normen beachten, die förderfähig sind. Dann stelle die Anträge möglichst zeitnah und vor allem, bevor Du mit den Arbeiten beginnst.

Wie lange dauert es, bis Du die Auszahlung des KfW Zuschusses erhältst? Nachdem Du die Förderung beantragt hast, erhältst Du eine Zusage und kannst mit den Umbaumaßnahmen beginnen. Sind diese umgesetzt, musst Du die Gesamtkosten inklusive aller Rechnungen einreichen. Dann überweist Dir die KfW das Geld. Wenn Du einen Kredit möchtest, beantragst Du diesen über Deine Bank.

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