KfW 430 & KfW 151/152

Fördergeld für energiesparendes Wohnen

Dirk Eilinghoff
&Co-Autor
22. Januar 2021
Das Wichtigste in Kürze
  • Bei der staatlichen Förderbank KfW kannst Du zinsgünstige Kredite und Zuschüsse für Maßnahmen erhalten, mit denen Du die Energieeffizienz Deiner Immobilie erhöhst.
  • Die wichtigsten Förderprogramme für die energetische Sanierung sind KfW 430 (Energieeffizient sanieren – Investitionszuschuss) und KfW 151/152 (Energieeffizient sanieren – Kredit).
  • Die beiden Programme laufen noch bis zum 30. Juni 2021. Danach gehen sie in der neuen Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) auf. Bereits seit dem 1. Januar 2021 laufen Zuschüsse für Einzelmaßnahmen über die BEG.
So gehst Du vor
  • Prüfe frühzeitig vor einem Umbau, ob sich die Programme der KfW für Dich lohnen.
  • KfW-Kredite für KfW 151/152 kannst Du bei Banken, Sparkassen und Baukredit-Vermittlern beantragen. Wir empfehlen Dr. Klein, Interhyp und Planethome.
  • Einen Investitionszuschuss für eine energieeffiziente Sanierung (KfW 430) oder die Baubegleitung beantragst Du dagegen direkt bei der KfW.
  • Prüfe auch, ob Du weitere Förderprogramme der KfW nutzen kannst, etwa weil Du altersgerecht umbaust oder den Einbruchschutz verbesserst.

Eine energetische Sanierung eines Hauses kostet Geld. Bei der Finanzierung der Kosten helfen Kredite und Zuschüsse der staatlichen Förderbank KfW. Da die Zuschüsse ein staatliches Geldgeschenk für den Klimaschutz sind und die Kredite zinsgünstig, empfehlen wir Dir bei jedem Umbau einen Blick auf die Programme der KfW.

Wie fördert die KfW energetische Sanierungen?

Möchtest Du für die energetische Sanierung keinen Kredit aufnehmen, kannst Du einen Investitionszuschuss der KfW-Bankengruppe beantragen. Den Zuschuss gibt es im Programm KfW 430 (Energieeffizient sanieren – Investitionszuschuss). Das Geld musst Du nicht zurückzahlen, der Zuschuss verringert also Deine Investitionskosten.

Die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) beteiligt sich mit bis zu 48.000 Euro je Wohnung. Diesen Höchstbetrag erhältst Du allerdings nur, wenn Du auch den höchsten Energiestandard des Programms erreichst (das sogenannte KfW-Energieeffizienzhaus 55). Außerdem darf der Investitionszuschuss höchstens 40 Prozent der förderfähigen Kosten abdecken. Möchtest Du also die maximale Förderung im Programm KfW 430, musst Du mindestens 120.000 Euro aufwenden, davon 72.000 Euro aus eigener Tasche.

Willst oder kannst Du die energetische Sanierung nicht mit eigenem Geld finanzieren, kannst Du dafür Kredite beantragen in den Programmen KfW 151 oder KfW 152. Beim Programm KfW 151 muss Dein Gebäude mit der Sanierung den umfassenden energetischen Standard eines KfW-Effizienzhauses erreichen. Je Wohneinheit kannst Du dann bis zu 120.000 Euro als Kredit beantragen.

Planst Du dagegen nur einzelne Maßnahmen (wie die Wärmedämmung von Wänden oder die Erneuerung von Fenstern), kannst Du unter der Programmnummer 152 bis zu 50.000 Euro je Wohneinheit beantragen.

In den beiden Kreditprogrammen KfW 151 und KfW 152 gibt es zusätzlich zu günstigen Zinsen noch ein Geldgeschenk in Form eines Tilgungszuschusses. Du musst also weniger Geld zurückzahlen, als Du anfänglich bekommen hast. Wie hoch der Tilgungszuschuss ausfällt, hängt davon ab, welchen Energiestandard Du mit der Sanierung erreichst. Je weniger Energie das Gebäude nach der Sanierung verbraucht, umso höher fällt der Zuschuss aus.

Voraussetzung für die Förderung der energetischen Sanierung in allen drei Programmen ist, dass der Bauantrag oder die Bauanzeige vor dem 1. Februar 2002 gestellt wurde.

Grundsätzlich kannst Du mehrere Fördertöpfe der KfW kombinieren. Auch eine Kombination mit anderen öffentlichen Fördertöpfen ist möglich, solange Du insgesamt nicht mehr Geld beantragst als Du tatsächlich ausgibst. Dabei ist es aber nicht möglich, dass Du gleichzeitig den Investitionszuschuss nach KfW 430 und den Kredit mit Tilgungszuschuss nach KfW 151/152 beantragst.

KfW
Förderprogramme
  • Förderkredite und Zuschüsse für energetische Sanierung
  • Förderung in den Programmen KfW 430 und KfW 151/152
  • Zuschüsse bei KfW 430 bis zu 48.000 € und 40 % der förderfähigen Kosten

Welche Umbauten fördert die KfW?

Mit dem Programm KfW 430 bezuschusst die KfW Maßnahmen, die zum KfW-Effizienzhaus-Standard führen. Ein Effizienzhaus zeichnet sich durch einen geringen Energiebedarf sowie einen niedrigen Wärmeverlust aus. Zurzeit bezeichnet das KfW-Effizienzhaus 55 den höchsten und 115 den niedrigsten energetischen Standard für Wohngebäude. Je niedriger die Zahl, desto geringer der Energiebedarf.

Im Programm KfW 151/152 vergibt die KfW neben Krediten für Sanierungen, die zum KfW-Effizienzhaus-Standard führen, auch Kredite für Einzelmaßnahmen, etwa die Dämmung von Wänden oder den Austausch von Fenstern.

Die KfW fördert über die reinen Material- und Handwerkerkosten hinaus auch Kosten für Beratung, Planung, Messungen und vorbereitende Maßnahmen.

Die Einzelheiten des Zuschuss-Programms KfW 430 und des Kredit-Programms KfW 151/152 findest Du in den Merkblättern der Förderbank (für KfW 430 und für KfW 151/152). Da die technischen Vorgaben recht umfangreich sind, gibt es auf der Website der Bank zusätzlich zu den Merkblättern Beschreibungen der technischen Mindestanforderungen, die die Maßnahmen erfüllen müssen.

Ab 2021 ändert sich die Fördersystematik

Bis Ende 2020 hat die KfW mit dem Programm KfW 430 auch Einzelmaßnahmen gefördert. Seit dem 1. Januar 2021 gibt es Zuschüsse dafür beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa). Das Programm heißt Bundesförderung für effiziente Gebäude Einzelmaßnahmen (BEG EM). Zum 1. Juli 2021 gehen auch die Programme 430 und 151/152 in der neuen Fördersystematik auf. Mehr dazu liest Du im letzten Abschnitt.

Mit dem BEG EM fördert das Bafa auch den Umstieg auf erneuerbare Energien beim Heizen sowie die Optimierung bestehender Anlagen. Bis Ende 2020 lief die Förderung des Bafa unter der Bezeichnung Marktanreizprogramm (MAP) „Heizen mit erneuerbaren Energien“. Mehr zum Thema Umstieg auf erneuerbare Energien erfährst Du in unserem Ratgeber Bafa-Förderung für Heizungen.

Wie hoch sind die Zuschüsse im Programm KfW 430?

Die Höhe des Zuschusses ist abhängig vom Effizienzhaus-Standard, den das Gebäude mit der Sanierung erreicht. Der Investitionszuschuss der KfW deckt zwischen 25 und 40 Prozent der Kosten. Die KfW fördert Umbauten bis maximal 120.000 Euro pro Wohneinheit. Bei mehreren, separat zugänglichen Wohnungen in einem Gebäude ist die Förderung demnach entsprechend höher.

KfW 430: Maximaler Investitionszuschuss pro Wohneinheit

 

Anteil der förderfähigen 

Kosten (in %)

höchstens pro
Wohneinheit (in €)
KfW-Effizienzhaus 1152530.000
KfW-Effizienzhaus Denkmal2530.000
KfW-Effizienzhaus 10027,533.000
KfW-Effizienzhaus 853036.000
KfW-Effizienzhaus 703542.000
KfW-Effizienzhaus 554048.000

Quelle: KfW (Stand: 18. Januar 2021)

Den Zuschuss können nur Privatleute beantragen

Für den Investitionszuschuss nach KfW 430 gibt es weitere Bedingungen: Den Zuschuss können nur natürliche Personen beantragen, die Eigentümer von Ein- oder Zweifamilienhäusern oder von Eigentumswohnungen sind. Es können sich auch mehrere Eigentümer von Eigentumswohnungen absprechen, um als Wohnungseigentümer-Gemeinschaft einen Antrag zu stellen.

Ebenso können Käufer von energetisch saniertem Wohnraum oder Eigentumswohnungen, die die Immobilie innerhalb von zwölf Monaten nach Bauabnahme erwerben, die Förderung nach KfW 430 beantragen.

Den Zuschuss gibt es direkt bei der KfW

Anders als bei den Kreditprogrammen, die Du bei Banken oder Vermittlern von Baukrediten bekommst, beantragst Du den Investitionszuschuss direkt bei der KfW. Die Förderbank hat dafür ein Zuschussportal eingerichtet. Geld erhältst Du allerdings erst, wenn die Bauarbeiten bereits abgeschlossen sind. Erst dann kannst Du nachweisen, dass Du die Vorgaben des Programms eingehalten hast, und der KfW zeigen, welche Kosten entstanden sind. Wenn die KfW diese Unterlagen geprüft hat, zahlt sie den Zuschuss aus.

Für Dich als Bauherren bedeutet das: Zwischen Einreichung der letzten Unterlagen und der Auszahlung können einige Wochen vergehen. Du kannst also nicht davon ausgehen, dass Du mit dem Zuschuss der KfW die Handwerkerrechnungen bezahlen kannst. Möchtest Du unangenehme Gespräche mit den Handwerkern vermeiden, solltest Du lange Zahlungsfristen vereinbaren und im Zweifelsfall die Rechnungen zunächst mit eigenem Geld bezahlen.

Wie viel Förderung gibt es im Programm KfW 151/152?

Willst oder kannst Du eine energetische Sanierung nicht aus eigener Tasche zahlen, kannst Du dafür einen zinsgünstigen Kredit von der KfW erhalten. Der Kreis möglicher Antragsteller ist deutlich größer als bei KfW 430: Nicht nur natürliche Personen, sondern alle Träger von Investitionsmaßnahmen können die Förderung beantragen, also etwa auch Wohnungsunternehmen, Bauträger und sonstige Investoren.

Das Programm KfW 151/152 verringert die finanzielle Belastung für energetische Sanierungen gleich auf zwei Wegen: Der Zinssatz liegt für die ersten zehn Jahre deutlich unter dem Marktzins für normale Baukredite. Darüber hinaus erlässt die KfW einen Teil des Kreditbetrags, wenn der Bauherr die Maßnahmen wie geplant umgesetzt hat. Niedriger Kreditzins und Tilgungszuschuss ergeben rechnerisch sogar einen negativen Gesamtzins. Umgesetzt wird dies allerdings so, dass die KfW den Tilgungszuschuss dem Darlehenskonto gutschreibt, und dies bereits, wenn das Vorhaben abgeschlossen ist.

Den Kredit kannst Du übrigens auch als endfälliges Darlehen beantragen. Dann zahlst Du während der Laufzeit nur die Zinsen. Am Ende musst Du den Kredit in einer Summe zurückzahlen. Diese Variante kommt etwa in Frage, wenn Du zum Ende der Laufzeit den entsprechenden Geldbetrag aus anderen Quellen erhältst, etwa aus dem Verkauf einer Immobilie.

KfW 151/152: Zinssätze (Sollzins / Effektivzins)

Laufzeit
in Jahren
tilgungsfreie
Anlaufzeit
in Jahren
Zinsbindung
in Jahren
Sollzins
pro Jahr in %
Effektivzins
pro Jahr in %
4 bis 101 bis 2100,750,75
11 bis 201 bis 3100,750,75
21 bis 301 bis 5100,750,75

Quelle: KfW (Stand: 18. Januar 2021)

Zweiter Bestandteil der Förderung ist der Tilgungszuschuss. Die KfW erlässt Dir dabei einen Teil der Restschuld. Je höher der erreichte energetische Standard nach der Sanierung ist, desto höher ist der Tilgungszuschuss.

KfW 151: Tilgungszuschuss für KfW-Effizienzhaus

nachgewiesener
KfW-Standard
Höhe des Tilgungszuschusses
KfW-Effizienzhaus 5540 % der Darlehenssumme,
bis zu 48.000 € für jede Wohneinheit
KfW-Effizienzhaus 7035 % der Darlehenssumme,
bis zu 42.000 € für jede Wohneinheit
KfW-Effizienzhaus 8530 % der Darlehenssumme,
bis zu 36.000 € für jede Wohneinheit
KfW-Effizienzhaus 10027,5 % der Darlehenssumme,
bis zu 33.000 € für jede Wohneinheit
KfW-Effizienzhaus 11525 % der Darlehenssumme,
bis zu 30.000 € für jede Wohneinheit
KfW-Effizienzhaus Denkmal25 % der Darlehenssumme,
bis zu 30.000 € für jede Wohneinheit
Einzelmaßnahmen20 % der Darlehenssumme,
bis zu 10.000 € für jede Wohneinheit

Quelle: KfW (Stand: 18. Januar 2021)

Besonderheiten bei Laufzeit, Zinsbindung und Sondertilgung

Die Laufzeiten kannst Du selbst festlegen. Wie die Tabelle zeigt, kannst Du Dich für Laufzeiten zwischen vier und 30 Jahren entscheiden. Je länger die gewählte Laufzeit, umso niedriger fallen die einzelnen Raten aus.

Eine Besonderheit der KfW-Kredite ist die tilgungsfreie Anlaufzeit am Anfang des Kredits. Während der Tilgungsfreijahre berechnet die KfW nur die Zinsen, verlangt aber noch keine Rückzahlung des Darlehens. Dadurch bist Du in den ersten Jahren des Kredits etwas flexibler. Gleichzeitig zahlst Du aber etwas mehr an Zinsen als bei einer Rate mit Tilgung, denn die Zinsen werden immer auf der Basis der Restschuld berechnet.

Bei KfW 151 liegt die Zinsbindung immer bei maximal zehn Jahren. Die Zinssätze sind also für maximal zehn Jahre festgeschrieben. Danach musst Du eine neue Zinsvereinbarung mit der Bank schließen. Allerdings solltest Du auch bei dieser Zinsbindung die Anschlussfinanzierung im Blick behalten: Selbst wenn der Marktzins nicht steigt, wird das KfW-Darlehen nach Ende der Zinsbindungsfrist teurer, denn das Folgeangebot, das die KfW dann vorlegt, wird nicht mehr verbilligt. Wenn Du kannst, solltest Du das Darlehen also möglichst bis zum Ende der ersten Zinsbindungsfrist zurückzahlen.

Ein ehemals wichtiger Vorteil des KfW 151/152 im Vergleich zu normalen Bankdarlehen, die großzügigen Möglichkeiten zu Sondertilgungen, ist inzwischen entfallen: Jetzt musst Du als Kreditnehmer eine sogenannte Vorfälligkeitsentschädigung zahlen, wenn Du den Kredit vor der vereinbarten Zeit zurückzahlst. Teilrückzahlungen sind ausgeschlossen.

Anträge über Vermittler stellen

Du kannst den Kredit für energieeffizientes Sanieren nicht direkt bei der KfW stellen, sondern musst Dich an einen Finanzierungspartner der Kreditanstalt wenden. Das kann eine Bank oder Sparkasse oder auch ein Vermittler von Baukrediten sein. Die Vermittler sind auch eine gute Anlaufstelle, wenn Du nach der ersten Zinsbindungsphase eine passende Anschlussfinanzierung suchst.

Ein Energieeffizienz-Experte muss immer dabei sein

Ein bestehendes Gebäude so zu sanieren, dass es einen neuen energetischen Standard erreicht, der selbst keine neuen Probleme schafft, ist ein anspruchsvolles Vorhaben. Um sicherzustellen, dass es erfolgreich umgesetzt wird, verlangt die KfW, dass Bauherren einen Energieeffizienz-Experten in die Planung der energetischen Sanierung einbinden. Der Sachverständige bestätigt, dass die geplanten Maßnahmen nach den Regeln der KfW förderfähig sind. Erst mit dieser Bestätigung kannst Du den Antrag stellen.

Die Tätigkeit des Sachverständigen endet allerdings nicht mit der Planung: Er begleitet die Umsetzung der Bauarbeiten und prüft nach dem Ende der Sanierung, ob die Handwerker die Vorgaben der KfW eingehalten haben. Ist dies der Fall, bestätigt der Energieeffizienz-Experte der KfW gegenüber, dass das Vorhaben ordnungsgemäß verlaufen ist. Erst wenn diese Bestätigung vorliegt und Du als Bauherr die Kosten der Sanierung nachgewiesen hast, zahlt die KfW den Zuschuss aus.

Der Energieeffizienz-Experte hat also eine Reihe von Aufgaben bei der Planung, Baubegleitung und Prüfung der energetischen Sanierung. Dadurch entstehen Kosten, die bei größeren Vorhaben leicht mehrere Tausend Euro betragen können. Verzichtest Du auf die KfW-Förderung und setzt Du das Vorhaben allein mit einem Architekten oder Handwerkern um, sparst Du Dir diese Ausgaben, verzichtest aber auf den unabhängigen Rat des Experten.

Die KfW hat dieses Problem offenbar erkannt und zusätzlich zu dem Zuschussprogramm KfW 430 (und auch dem Kreditprogramm KfW 151/152) ein Programm aufgelegt, mit dem sie die energetische Fachplanung und Baubegleitung großzügig bezuschusst: KfW 431 (Energieeffizient Bauen und Sanieren – Zuschuss Baubegleitung). Mit diesem Programm übernimmt die Förderbank 50 Prozent der Kosten – bis zu 4.000 Euro.

Setzt Du bei der energetischen Sanierung auf die KfW, hast Du also etwas höhere Beratungs- und Planungskosten als Bauherren, die die KfW-Förderung nicht nutzen. Dafür profitierst Du für das Gesamtprojekt von Investitions- und Tilgungszuschüssen von bis zu 40 Prozent.

Die neue Bundesförderung für effiziente Gebäude

Mit dem Klimaschutzprogramm 2030 will die Bundesregierung klimaschädliche CO2-Emmissionen in Deutschland stark reduzieren. Dabei legt sie ihren Fokus auch auf den Energieverbrauch von Gebäuden. Deshalb sind die Fördersätze für energetische Sanierungen bereits 2020 deutlich gestiegen. Ab 2021 ändert sich schrittweise die Fördersystematik – und soll dadurch vor allem einfacher werden.

Am 1. Januar 2021 ist Stufe 1 des neuen Systems gestartet: die Bundesförderung für effiziente Gebäude Einzelmaßnahmen (BEG EM). Mit diesem Programm gibt es Zuschüsse für einzelne Sanierungsmaßnahmen wie die Dämmung von Wänden oder den Austausch von Fenstern (bisher Programm KfW 430) beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa). Ebenfalls im BEG EM enthalten sind die Zuschüsse für den Umstieg aufs Heizen mit erneuerbaren Energien.

Am 1. Juli 2021 startet Stufe 2: Die Kreditvariante der Bundesförderung für effiziente Gebäude für Einzelmaßnahmen löst das Programm KfW 152 ab. Damit geht auch der Ergänzungskredit für eine umweltfreundliche Heizung (Programm 167) im neuen System auf. Die Kreditvergabe läuft weiterhin über die KfW.

Zum 30. Juni 2021 enden die KfW-Programme 430 und 151 für Umbauten zum KfW-Effizienzhaus. Die Zuschüsse und Kredite gibt es jedoch weiterhin bei der KfW – im Rahmen des Programms Bundesförderung für effiziente Gebäude Wohngebäude (BEG WG).

Mit der Umstellung ordnet der Bund auch die Förderung für Gewerbegebäude neu. In der Bundesförderung für effiziente Gebäude Nicht-Wohngebäude (BEG NWG) gehen etwa die KfW-Programme 276, 277, 278 auf.

Am dem 1. Januar 2023 tritt Stufe 3 in Kraft. Dann laufen alle Zuschüsse über das Bafa – sowohl für Einzelmaßnahmen als auch für Komplettsanierungen. Die KfW hingegen kümmert sich ab dem Zeitpunkt nur noch um Kredite.

Das sind die wichtigsten Änderungen

Der bisher niedrigste Sanierungsstandard für das KfW-Effizienzhaus 115 fällt in der BEG weg. Dafür gibt es mit der Bezeichnung Effizienzhaus 40 einen neuen Höchststandard (vorher 55). Außerdem erhältst Du einen Bonus von 5 Prozent, wenn Du mit der Sanierung eines Gebäudes eine sogenannte EE-Klasse erreichst. Vorrausetzung dafür ist, dass erneuerbare Energien mindestens 55 Prozent des Energiebedarfs für die Wärme- und Kälteversorgung erbringen.

Setzt Du mit den Maßnahmen einen individuellen Sanierungsfahrplan um, steigt der Fördersatz übrigens nochmals um 5 Prozent.

Eine weitere Änderung betrifft die Förderung von Fachplanung und Baubegleitung. Die Förderung erhöht sich in der BEG etwas. Für einzelne Maßnahmen fördert das neue Programm etwa 50 Prozent von maximal 5.000 Euro. Hat das Gebäude drei oder mehr Wohneinheiten, gibt es 50 Prozent von bis zu 2.000 Euro pro Wohnung, insgesamt aber nicht mehr als 20.000 Euro. Für Sanierungen zum Effizienzhaus ist jeweils die doppelte Summe zu 50 Prozent förderfähig.

Was den Kreis der Anspruchsberechtigten betrifft, so können in Zukunft auch Unternehmen und andere juristische Personen alle Fördervarianten der BEG beantragen.

Wichtig: Als Vorhabenbeginn gilt in der BEG der Abschluss der Verträge mit den ausführenden Unternehmen – nicht mehr der Baubeginn.

Zuletzt sind im Rahmen der BEG auch Sanierungen von deutlich jüngeren Gebäuden als bisher förderfähig. Der Bauantrag oder die Bauanzeige muss nur noch fünf Jahre vor der Antragsstellung für die Förderung erfolgt sein. In den auslaufenden Programmen hat die KfW nur Maßnahmen an Gebäuden gefördert, bei denen der Bauantrag oder die Bauanzeige vor dem 1. Februar 2002 gestellt wurde.

* Was der Stern bedeutet:

Wir wollen mit unseren Empfehlungen möglichst vielen Menschen helfen, ihre Finanzen selber zu machen. Daher sind unsere Inhalte kostenlos im Netz verfügbar. Wir finanzieren unsere aufwändige Arbeit mit sogenannten Affiliate Links. Diese Links kennzeichnen wir mit einem Sternchen (*).

Bei Finanztip handhaben wir Affiliate Links aber anders als andere Websites. Wir verlinken ausschließlich auf Produkte, die vorher von unserer unabhängigen Experten-Redaktion empfohlen wurden. Nur dann kann der entsprechende Anbieter einen Link zu diesem Angebot setzen lassen. Geld bekommen wir, wenn Du auf einen solchen Link klickst oder beim Anbieter einen Vertrag abschließt.

Ob und in welcher Höhe uns ein Anbieter vergütet, hat keinerlei Einfluss auf unsere Empfehlungen. Was Dir unsere Experten empfehlen, hängt allein davon ab, ob ein Angebot gut für Verbraucher ist.

Mehr Informationen über unsere Arbeitsweise findest Du auf unserer Über-uns-Seite.