Einbruchschutz (Kfw Förderung)

Mit KfW-Förderung sicherer wohnen

Dirk Eilinghoff 21. Januar 2021
Das Wichtigste in Kürze
  • Willst Du Deine Immobilie besser gegen Einbruch schützen, kannst Du dafür einen zinsgünstigen Kredit oder Zuschuss von der staatlichen Förderbank KfW erhalten.
  • Voraussetzung für die KfW-Förderung ist, dass Du Dich genau an die technischen Vorgaben der KfW hältst und ein Fachunternehmen die Arbeiten ausführt.
  • Die Förderung des Einbruchschutzes läuft über das Programm KfW 455-E (Einbruchschutz – Zuschuss) und KfW 159 (Altersgerecht Umbauen – Kredit).
So gehst Du vor
  • Informiere Dich über die Förderprogramme der KfW, wenn Du den Einbruchschutz Deines Hauses oder Deiner Wohnung verbessern willst.
  • Falls ohnehin ein Umbau ansteht, solltest Du erwägen, auch gleichzeitig den Einbruchschutz zu verbessern. So kannst Du mehrere Förderprogramme der KfW kombinieren.
  • Schalte für den Kredit einen Finanzierungspartner der KfW ein. Wir empfehlen den Gang zur Hausbank oder zu den Vermittlern Dr. KleinInterhyp und Planethome.
  • Einen Zuschuss kannst Du dagegen direkt bei der KfW beantragen.

Ob eine Wohnung Ziel eines Einbruchs wird, hängt auch davon ab, wie leicht Einbrecher sich Zugang zur Wohnung verschaffen können. Fenster und Türen auszutauschen oder nachzurüsten, ist deshalb ein wirksames Mittel gegen Wohnungseinbrüche. Willst Du den Einbruchschutz Deiner Wohnung verbessern, kannst Du zinsgünstige Kredite und sogar Zuschüsse von der staatlichen Förderbank KfW erhalten. Wir empfehlen bei Investitionen in den Einbruchschutz deshalb unbedingt einen Blick auf die Programme der KfW.

KfW
Förderprogramme zum Einbruchschutz
  • zinsgünstige Kredite und nicht rückzahlbare Zuschüsse
  • Förderung in den Programmen KfW 455 und KfW 159
  • maximale Darlehenshöhe beim Kredit: 50.000 Euro
  • maximaler Zuschuss je Wohnung: 1.600 Euro

Wie fördert die KfW den Einbruchschutz?

Verbesserst Du in einer Wohnung den Einbruchschutz oder kaufst Du als Erster umgebauten Wohnraum, kannst Du den Kredit KfW 159 nutzen. Je Wohnung finanziert die KfW Vorhaben zum Einbruchschutz bis zu 50.000 Euro.

Alternativ dazu übernimmt die KfW im Zuschuss-Programm KfW 455-E einen Teil der Gesamtkosten. Den Zuschuss musst Du nicht zurückzahlen. Insgesamt kannst Du maximal 1.600 Euro als Zuschuss erhalten.

Die KfW fördert sowohl den Austausch alter Bauelemente durch neuere mit besserem Einbruchschutz als auch den Einbau von Nachrüstsystemen. Zu den Einzelmaßnahmen zum Einbruchschutz gehören beispielsweise:

  • der Einbau einbruchhemmender Haus- und Wohnungseingangstüren,
  • der Einbau von Nachrüstsystemen für Haus- und Wohnungseingangstüren (zum Beispiel Zusatzschlösser und Türriegel),
  • der Einbau von Nachrüstsystemen für Fenster, Balkon- und Terrassentüren sowie einbruchhemmender Gitter und Rollläden,
  • der Einbau von Einbruch- und Überfallmeldeanlagen wie Kamerasysteme und intelligente Türschlösser,
  • der Einbau von Assistenzsystemen wie Gegensprechanlagen, Bewegungsmelder und Notrufsystemen.

Details des Zuschuss- und des Kredit-Programms zum Einbruchschutz findest Du in den Merkblättern der Förderbank (Merkblatt 455 Zuschuss und Merkblatt 159 Kredit). Die technischen Anforderungen erläutert die KfW in den Anlagen zum jeweiligen Merkblatt (für KfW-Einbruchschutz Zuschuss und für KfW-Einbruchschutz Kredit).

Die KfW unterstützt mit diesen Programmen nur Privatleute, unabhängig von deren Alter. Die Antragsteller müssen entweder Eigentümer eines Ein- oder Zweifamilienhauses (mit höchstens zwei Wohneinheiten) sein oder eine umgebaute Immobilie kaufen. Aber auch Wohnungseigentümergemeinschaften und Mieter können die Hilfen in Anspruch nehmen.

Wie viel Förderung gibt es im Zuschuss-Programm KfW 455?

Die KfW übernimmt bei den Vorhaben im Rahmen des Programms 455 einen Teil der Kosten. Beim Einbruchschutz sind es 20 Prozent der förderfähigen Kosten für die ersten 1.000 Euro Deiner Investition. Bei Summen darüber hinaus sind es nur noch 10 Prozent. Die Kosten müssen mindestens 500 Euro betragen, damit Du die Förderung erhältst. Die Obergrenze ist 15.000 Euro.

Den Zuschuss vergibt die KfW direkt

Den Zuschuss für die Maßnahmen zum Einbruchschutz kannst Du direkt bei der KfW beantragen. Die Förderbank hat für diesen und andere Zuschüsse ein eigenes Zuschussportal eingerichtet. Wichtig ist, dass Du erst mit den Arbeiten beginnst oder den Kaufvertrag unterschreibst, wenn Du den Antrag bereits gestellt hast.

Liegt der Antrag bei der KfW vor, erhältst Du entweder eine Sofortzusage oder eine Eingangsbestätigung, auf die dann zeitnah die Vertragsunterlagen folgen. Erst danach solltest Du mit dem Vorhaben beginnen. Nach Abschluss der Arbeiten kannst Du dann die Rechnung hochladen und die Auszahlung beantragen. Läuft alles nach Plan, so erhältst Du den Zuschuss von der KfW so rechtzeitig, dass Du damit auch gleich einen Teil der Handwerkerrechnung bezahlen kannst. Du solltest aber in jedem Fall in der Lage sein, auch diesen Teil der Rechnung aus eigener Tasche zu bezahlen, falls sich die Auszahlung der KfW verzögert.

Ein Zuschuss ist für Dich also eine gute Lösung, wenn Du bereits Rücklagen für Modernisierungen und Umbauten angespart hast. Kannst oder möchtest Du nicht auf Erspartes zurückgreifen, kannst Du auch die Kredit-Variante wählen.

Wie sind die Konditionen im Kredit-Programm KfW 159?

Den KfW-Kredit für Maßnahmen zum Einbruchschutzkann jeder beantragen, außer Privatleuten also etwa auch Wohnungseigentümergemeinschaften, Wohnungsgenossenschaften und Körperschaften. Je Wohnung können Investoren bis zu 50.000 Euro beantragen. Das Programm KfW 159 (Kredit) lässt sich allerdings nicht mit dem Programm KfW 455 (Zuschuss) kombinieren.

Die folgende Tabelle zeigt die aktuellen Zinskonditionen für das Kredit-Programm KfW 159. Dabei handelt es sich um ein Annuitätendarlehen, also ein Darlehen, das Du regelmäßig mit einer festen Rate aus Zins und Tilgung zurückzahlst. Ausnahme ist das Programm mit 10 Jahren tilgungsfreier Anlaufzeit. Hier zahlst Du mit der Rate nur Zinsen und leistest keine Tilgung.

Zinskonditionen von KfW 159 - Altersgerecht umbauen - Kredit

Laufzeit in Jahren

tilgungsfreie

Anlaufzeit

in Jahren

Zinsbindung

in Jahren

Sollzins

pro Jahr

in Prozent

Effektivzins

pro Jahr

in Prozent

4 bis 101 bis 250,780,78
4 bis 101 bis 2100,780,78
11 bis 201 bis 350,780,78
11 bis 201 bis 3100,780,78
21 bis 301 bis 550,780,78
21 bis 301 bis 5100,780,78

Quelle: KfW (Stand: 21. Januar 2021)

Grundregeln wie beim altersgerechten Umbau

Da die KfW die Maßnahmen zum Einbruchschutz im Rahmen des Programms Altersgerecht umbauen (Kredit) fördert, gelten die Regeln dieses Programms. Das heißt: Es gibt eine tilgungsfreie Anlaufzeit, während der Du nur Zinsen zahlst. Welche Kombinationen möglich sind, zeigt die obige Tabelle.

Ist die Anlaufzeit tilgungsfrei, bist Du also etwas flexibler in der ersten Phase des Kredits, weil die Raten ohne den Tilgungsanteil geringer ausfallen. Wir raten Dir jedoch, einen so kurzen Zeitraum wie möglich tilgungsfrei zu halten. Je später Du mit der Tilgung beginnst, umso mehr Zinsen zahlst Du bis zur letzten Rate.

Bei der Zinsbindung bietet die KfW fünf oder zehn Jahre an. Mit einer kurzen Zinsbindung könntest Du bei der Anschlussfinanzierung in wenigen Jahren deutlich schlechtere Konditionen erhalten, denn die Zinsen könnten bis dahin deutlich steigen. Das Prolongationsangebot für diese zweite Zinsphase macht die KfW über den Finanzierungspartner.

Da die Laufzeit des KfW-Kredits mit bis zu 30 Jahren deutlich länger ist als die Zinsbindung, empfiehlt es sich also, längere Zinsbindungen zu wählen.

Eine kostenlose Sondertilgung ist im Programm zum Einbruchschutz und altersgerechten Umbau nicht möglich. Möchtest Du das Darlehen vorzeitig ganz oder teilweise zurückzahlen, solltest Du bis zum Ende der Zinsbindung warten. Löst Du den Kredit innerhalb der Festzinsphase ab, fällt eine Vorfälligkeitsentschädigung an.

Antragstellung und Nachweise laufen über Vermittler

Den Kredit für Vorhaben zum Einbruchschutz kannst Du nicht direkt bei der KfW stellen. Denn die Förderbank vergibt ihre Kredite nur über Finanzierungspartner. Das kann Deine Hausbank oder Sparkasse sein, aber auch ein Vermittler von Baukrediten. Wir empfehlen Dir bei Vermittlern den Gang zu Dr. Klein, Interhyp und Planethome. Allerdings kann es dort, wie auch bei der Hausbank, schwierig werden, einen Kredit für Beträge unterhalb von 50.000 Euro zu erhalten. Ansonsten gelten gerade für größere Umbauten dieselben Grundsätze der Baufinanzierung wie beim Bau oder Kauf einer Immobilie.

Nach Abschluss der Arbeiten musst Du nachweisen, dass Du die technischen Vorgaben umgesetzt und eingehalten hast. Dazu gibt es von der KfW eine eigene Fachunternehmerbestätigung für Maßnahmen zum Einbruchschutz.

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