Strompreis 2027: Steuer soll deutlich runter
Hier wird die größere Veränderung oft von der Stromsteuer kommen. Denn bei den Netzentgelten tut sich zumindest im bundesweiten Schnitt fast nichts. Noch ist zwar nicht beschlossen, dass die Stromsteuer sinkt – und wann genau. Sobald es passiert, wird sie Deinen Strompreis aber um 2,3 ct/kWh senken, schon inkl. Mehrwertsteuer.
So viel sparst Du damit:
Voraussetzung ist natürlich, dass Dein Anbieter die Senkung schnell an Dich weitergibt. Nur in der Grundversorgung muss das sofort passieren. Andere Anbieter müssen solche Änderungen von staatlicher Seite erst bei ihrer nächsten Preisanpassung weiterreichen.
Wechsel geplant? Warte nicht auf die Steuersenkung
Viele verpflichten sich aber in ihren Verträgen selbst, Steuersenkungen früher an Dich weiterzugeben. Das ist sogar während eines laufenden Vertrags mit Preisgarantie möglich. Willst Du gerade sowieso den Anbieter wechseln, brauchst Du also nicht warten, bis die Senkung endgültig greift. Details liest Du in der Finanztip App.
Aus einem anderen Grund solltest Du aber eventuell doch etwas mit dem Wechsel warten. Nicht weil die Preise laut Finanztip Strompreis-Barometer zuletzt gestiegen sind. Denn es ist unklar, ob es bald wieder allgemein runtergeht. Sondern wegen der vorläufigen Netzentgelte für 2027. Die ändern sich beim Strom im Bundesdurchschnitt zwar kaum. Schon auf Bundesland-Ebene gibt’s aber deutliche Unterschiede:
Im Saarland und Bremen steigen die Netzentgelte um ø 7 %, in Bayern um ø gut 5 %. In Sachsen sinken sie dagegen um ø 6 %. Die Grafik zeigt Dir, mit wie viel jährlicher Ersparnis bzw. Aufpreis Du deshalb je Bundesland bei einem Verbrauch von 3.000 kWh – typisch für eine kleine Familie – im Schnitt rechnen kannst.
Bei höheren Verbräuchen, z. B. wenn Du eine Wallbox oder Wärmepumpe hast, geht‘s entsprechend um noch viel größere Summen.
Regional kann es bei Dir ganz anders sein
In einzelnen Netzgebieten ist die Änderung aber noch viel größer:
- Im Netz von Enervie Vernetzt (NRW) geht’s z. B. um 23 % rauf. Das kostet bei 3.000 kWh Jahresverbrauch ca. 80 € extra. Bei der Überlandzentrale Wörth/I. – Altheim Netz (Bayern) steigen die Netzentgelte sogar um 32 % bzw. 94 €
- Die Stadtwerke Lutherstadt Wittenberg (Sachsen-Anhalt) reduzieren die Netzentgelte dagegen um 10 % bzw. 42 €. Bei den Stadtwerken Parchim (Mecklenburg-Vorpommern) wird es sogar um 20 % bzw. 69 € günstiger
Mit diesen Wechseltricks sparst Du jetzt
Aber wieso solltest Du deshalb eventuell mit einem eigentlich geplanten Wechsel warten? Ganz einfach: Die Stromanbieter brauchen teils ein paar Wochen, bis sie die neuen Netzentgelte in ihre Neukundentarife einbauen. Deshalb gibt‘s jetzt zwei Fälle:
- Du wohnst in einem Netzgebiet mit 2027 sinkenden Entgelten: Dann warte noch eine Weile, bis Du wechselst. Check einfach regelmäßig mit unserem Stromvergleich (enthält Werbelinks), ob die Preise in Deiner Region schon gesunken sind. Schließt Du vorher ab, profitierst Du nämlich nicht nachträglich: Denn Netzentgelte sind in aller Regel Teil der Preisgarantie. Dein Anbieter wird sie nicht nachträglich senken
- Du wohnst in einem Netzgebiet mit 2027 steigenden Entgelten: Dann gilt das Gegenteil. Jetzt ist etwas Eile geboten, damit Du noch einen neuen Tarif mit den alten, niedrigeren Entgelten bekommst. In diesem Fall schützt Dich dann nämlich die Preisgarantie vor den steigenden Netzentgelten. Bist Du noch in der Mindestlaufzeit, lass Dich davon nicht aufhalten. Du kannst Dir den neuen Tarif zu heutigen Konditionen auch für einen Vertragsstart in mehreren Monaten sichern
Gaspreis 2027: Hier gilt dasselbe
Genauso kannst Du auch beim Gas vorgehen – zum Gasvergleich (enthält Werbelinks). Hier gibt‘s bei den Netzentgelten zwar bundesweit eine kleine Tendenz nach oben: Mit ø 2,2 % bzw. 12 €/Jahr bei 15.000 kWh Verbrauch ist sie aber recht gering.
Aber auch hier gibt’s regional große Unterschiede:
- Bei der EFG Erdgas Forchheim (Bayern) schießen die Netzentgelte z. B. um 32 % rauf, was Dich bei 15.000 kWh Jahresverbrauch 125 € mehr kostet. Denselben Anstieg gibt’s bei den Stadtwerken Wesel (NRW), dort entspricht das sogar 145 € Aufpreis
- Bei den Stadtwerken Sondershausen (Thüringen) geht’s dagegen um 9 % bzw. 43 € runter – bei den Stadtwerke Mühlhausen (Thüringen) sogar um 16 % bzw. 78 €
Hier wieder die Bundesländer auf einen Blick:
So findest Du raus, was in Deiner Region gilt
Hier wird es leider etwas komplizierter. Denn es reicht nicht unbedingt, Dich nur am Bundesland-Schnitt zu orientieren, wie Dir unsere regionalen Beispiele zeigen. So kannst Du vorgehen:
- Such auf der Webseite Deines Netzbetreibers nach den aktuellen 2026er und den vorläufigen 2027er Netzentgelten, um rauszufinden, ob sie steigen oder sinken
- Am einfachsten findest Du das oft, indem Du z. B. „München Netzentgelt Strom“ googelst
- Weißt Du nicht, wer Dein Netzbetreiber ist, schau einfach in Deine letzte Jahresabrechnung oder such hier nach Deiner Adresse
- Die richtigen Werte erkennst Du in den Preisblättern des Netzbetreibers dann an Begriffen wie „Netzentgelte für nicht leistungsgemessene Kunden“, „Entgelte für die Entnahme ohne Leistungsmessung“ oder ähnlich
Um einen möglichst günstigen neuen Anbieter zu finden, hilft Dir unser Stromvergleich bzw. Gasvergleich (enthalten Werbelinks). Beide kombinieren die Trefferlisten von Check24 und Verivox. Du brauchst für einen sehr guten Überblick also nur einmal zu vergleichen. Außerdem zeigen wir Dir Anbieter, die uns negativ aufgefallen sind, gar nicht erst an.