Regional- und Typklassen 2019

Für welche Autos der Versicherungsschutz teurer wird

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Typklasse des Wagens und der Wohnort des Halters haben einen großen Einfluss auf den Preis der Autoversicherung.
  • Immer mehr Kfz-Versicherungen berechnen die Prämie nach der Postleitzahl und nicht mehr nach den viel gröberen Regionalklassen.
  • Die neuen Regionalklassen für 2019 bringen nur geringe Veränderungen.
  • Auch bei den Typklassen wird sich zum Jahreswechsel eher wenig ändern. Nur bei einzelnen Autos verändern sie sich gleich um mehrere Stufen.

So gehen Sie vor

  • Haben Sie beim Autokauf die Wahl zwischen verschiedenen Modellen, sollten Sie die Typklassen vergleichen. Eine höhere Typklasse macht die Versicherung teurer.
  • Wer in eine andere Region umzieht, muss sein Auto ummelden, auch wenn es dort teurer ist. Mit den Regionalklassen dürfen Sie nicht tricksen.
  • Erhöht sich zum neuen Versicherungsjahr die Typ- oder Regionalklasse, haben Sie ein Sonderkündigungsrecht.
  • Unser Tipp: Bleiben Sie zu Kfz-Versicherung immer auf dem Laufenden - mit unserem kostenlosen Newsletter!

    Bitte bestätigen Sie jetzt Ihre Anmeldung!

    Wir haben Ihnen eine E-Mail an Ihre Adresse gesendet.

    Schauen Sie gleich in Ihr E-Mail-Programm.

    Sie haben keine E-Mail erhalten? Kann es sein, dass die Nachricht im SPAM-Ordner Ihres E-Mail-Anbieters gelandet ist?
    Bitte schauen Sie auch dort einmal nach und fügen die Mail-Adresse von Finanztip.de Ihrem Adressbuch hinzu.

Wer im Landkreis Uckermark in Brandenburg wohnt, kann sein Auto deutlich günstiger versichern als ein Fahrer in Offenbach am Main. Das liegt an der Einstufung der Region in eine günstige oder teure Regionalklasse. 2019 stufen die Versicherungen das Wohngebiet von gut elf Millionen Autobesitzern anders ein. Wird die Versicherung dadurch teurer, haben die Betroffenen ein Sonderkündigungsrecht.

Analog zu den Regionalklassen gibt es außerdem Typklassen, die sich auf einzelne Automodelle beziehen. 2018 war die Versicherung besonders für Geländewagen und schnelle Oberklasse-Autos teurer geworden.

Hochstufung der Typklasse treibt Prämie

Die Typklassen richten sich nach der Häufigkeit und der Höhe der Schäden, die mit bestimmten Autotypen in den jeweiligen Versicherungsarten wie Haftpflicht oder Vollkasko entstanden sind. In der Haftpflicht reichen die Klassen von 10 bis 25, in der Vollkasko von 10 bis 34 und in der Teilkasko von 10 bis 33. Die Versicherungen gruppieren die Fahrzeuge regelmäßig neu ein. 2018 machten die meisten Autos in den Typklassen nur kleine Sprünge. Nur wenige Modelle stiegen oder sanken um mehrere Klassen.

Der Dacia Logan Kombi 0,9 zum Beispiel wurde zum Jahresbeginn 2018 in der Kfz-Haftpflicht um drei Klassen auf 16 herabgestuft. Für den BMW 114i ging es dagegen um drei Typklassen nach oben. Wenn die Anbieter ab Oktober 2018 die Preise für das kommende Jahr veröffentlichen, lässt sich abschätzen, welche Auswirkungen die neuen Einstufungen auf den Preis der Kfz-Versicherung haben.

Wenn Sie ein anderes Auto kaufen oder Ihren jetzigen Wagen mit ähnlichen Fahrzeugen vergleichen wollen, gehen Sie auf die Website autoampel.de. Achten Sie besonders auf die genaue Typbezeichnung Ihres Autos, denn es unterscheiden sich beispielsweise die Typklassen eines Golf IV um bis zu vier Stufen, je nach PS-Zahl und Baujahr.

Elektroautos in der Typklasse eher teuer

Kfz-Versicherungen stufen Elektroautos in der Typklasse relativ hoch ein. So hat der Nissan Leaf in der Haftpflichtversicherung die Typklasse 19, in der Vollkasko die 22 und Teilkasko die 19. Der Renault Fluence Z.E. ist etwas günstiger mit der Klasse 16 in der Haftpflicht. Ebenfalls in dieser Klasse bei der Haftpflicht ist der BMW i3, in der Vollkasko und Teilkasko ist er jeweils in der Typklasse 17. Der Opel Ampera kommt in der Haftpflicht in die Typklasse 17, in den Kaskoversicherungen sogar in die 23, was die Versicherung relativ teuer macht.

Falls Sie ein E-Auto haben oder anschaffen wollen, sollten Sie bei der Kaskoversicherung darauf achten, dass die Police einen Rundumschutz für den Akku enthält. Der ist sehr teuer. Mitversichert sollten auch Schäden sein, die durch Bedienfehler entstehen. Dazu gehören etwa Tiefen-Entladung oder Überladung. Falls Sie Ihr Elektroauto ohne Akku gekauft haben, weil Sie diesen beim Hersteller leasen, sollten Sie den Akku-Schutz aus dem Versicherungsvertrag herausnehmen können.

Leichte Verbesserung bei den Regionalklassen

Analog zu den Typklassen werden die Schadensbilanzen auch für die Regionen festgestellt und in Regionalklassen umgerechnet. In der Haftpflicht gibt es 12 Klassen, in der Vollkasko 9 und in der Teilkaskoversicherung 16. Die Klasse 16 wurde für 2019 nicht vergeben. Typ- und Regionalklassen veröffentlicht der Versicherungsverband GDV.

Die Regionalklassen werden für die insgesamt 413 Zulassungsbezirke in Deutschland ermittelt. Diese Einteilung ist aber sehr grob. So werden selbst Millionenstädte wie Berlin oder Hamburg zu einem einzigen Zulassungsbezirk zusammengefasst. Je nach Wohngegend ist das Schadensaufkommen aber sehr unterschiedlich.

In Villenbezirken treten statistisch weniger Fälle von Vandalismus an Autos auf als in Hochhaussiedlungen. Und bei Autofahrern, die im Zentrum einer Stadt wohnen und parken, ist aufgrund der hohen Verkehrsdichte mit mehr Unfällen zu rechnen.

Deshalb stufen immer mehr Kfz-Versicherungen wie Allianz, Axa, Verti, Europa, Huk-Coburg oder Zurich ihre Kunden nach Postleitzahl ein und nicht mehr nach Regionalklasse. Trotzdem geben die Regionalklassen zumindest noch eine gute Orientierung. So werden 2019 nach Angaben des GDV von Ende August 2018 allein in der Haftpflichtversicherung 5,4 Millionen Fahrer herabgestuft – ihre Versicherung wird also günstiger. Mehr zahlen müssen dagegen 5,5 Millionen Autobesitzer.

Die beste Regionalklasse in der Kfz-Haftpflicht hat 2019 bundesweit der Landkreis Uckermark in Brandenburg. Dort liegt die Anzahl der Schäden bei 70 Prozent des Bundesdurchschnitts. Am schlechtesten steht Offenbach (Hessen) mit 133 Prozent da.

In der Vollkaskoversicherung schneidet der Zulassungsbezirk Wesermarsch in Niedersachsen mit 78 Prozent am besten ab. Auch im vorigen Jahr lag ein Bezirk in Niedersachsen vorne. Am Ende der Skala steht in der Vollkasko Berlin mit 142 Prozent.

In der Teilkaskoversicherung ist der Unterschied noch krasser: Im Ostallgäu werden mit 221 Prozent des Bundesdurchschnitts die meisten Schäden verzeichnet. Damit verschlechterte sich der Bezirk im Vergleich zu 2018 um 7 Prozentpunkte. In Bamberg sind es nur 53 Prozent.

Keine Tricks mit dem Wohnsitz möglich

Wer nun aber mit seinem Auto beispielsweise vom günstigen Münster ins teure Berlin umzieht, sollte nicht auf den Gedanken verfallen, sein Auto nicht umzumelden, um bei der Kfz-Versicherung zu sparen. Der Gesetzgeber verlangt, dass der Halter seinen Wagen „unverzüglich“ beim Straßenverkehrsamt ummeldet.

Diese Frist ist nicht genau definiert. In der Praxis ahndet die Behörde ein Versäumnis von einem Monat nicht. Einige Beamte lassen sogar bis zu drei Monate Nachsicht walten. Danach drohen aber Bußgelder von bis zu 100 Euro, je nach Bundesland.

Es ist auch nicht mehr möglich, das Auto am Zweitwohnsitz anzumelden. Sparen lässt sich nur durch einen Wechsel zu einer günstigeren Versicherung.

Unser Tipp: Bleiben Sie zu Kfz-Versicherung immer auf dem Laufenden - mit unserem kostenlosen Newsletter!

Bitte bestätigen Sie jetzt Ihre Anmeldung!

Wir haben Ihnen eine E-Mail an Ihre Adresse gesendet.

Schauen Sie gleich in Ihr E-Mail-Programm.

Sie haben keine E-Mail erhalten? Kann es sein, dass die Nachricht im SPAM-Ordner Ihres E-Mail-Anbieters gelandet ist?
Bitte schauen Sie auch dort einmal nach und fügen die Mail-Adresse von Finanztip.de Ihrem Adressbuch hinzu.

Mehr zur Kfz-Versicherung in unserem Ratgeber

Annika Krempel
von Finanztip,
Expertin für Versicherungen

Mindestens zwei Internetportale nutzen

  • Vollkasko kann billiger als Teilkasko sein.
  • Versichern Sie grobe Fahrlässigkeit und Mallorca-Police.
  • Werkstattbindung ist sinnvoll und spart Geld.

» Zum Ratgeber

Empfohlene Vergleichsportale und Anbieter:

Sollen wir Sie
zu Kfz-Versicherung
sowie zu weiteren Themen auf dem Laufenden halten?

Einmal pro Woche die wichtigsten Verbraucher-Tipps - kostenlos und werbefrei direkt in Ihr Postfach.

  • Wertvolle Spartipps für Ihr Geld
  • Urteile, die Sie kennen sollten
  • Updates zu unseren beliebten Rechnern und Musterschreiben
  • Unverbindlich und jederzeit kündbar


Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

Vielen Dank für Ihre Anmeldung

Bitte bestätigen Sie Ihre E-Mail-Adresse

  1. Schauen Sie gleich in Ihrem Postfach nach.
  2. Öffnen Sie die Mail von Finanztip Newsletter.
  3. Klicken Sie auf den Bestätigungslink.

Schauen Sie bitte auch im Spam-Ordner nach.

Finanztip Newsletter

  • Jede Woche die besten Tipps
  • Absolut kostenlos
  • 100% werbefrei
Was der Stern* neben Links bedeutet

Ein Stern* neben einem Link bedeutet, dass Finanztip vom verlinkten Anbieter möglicherweise bezahlt wird: manchmal, sobald Sie den Link klicken – oft nur dann, wenn Sie einen Vertrag abschließen. So finanzieren wir unseren Service und können ihn kostenlos anbieten. Wichtig ist: Auf den Preis, den Sie zahlen, wirkt sich das nicht aus. Und wir verlinken nur auf Angebote, die unsere unabhängigen Experten und Redakteure zuvor uneingeschränkt empfohlen haben. Das hängt allein davon ab, ob ein Angebot gut für Sie als Verbraucher ist. Erst wenn das geklärt ist, verhandelt eine andere Abteilung über eine mögliche kostenpflichtige Verlinkung. Mehr zu unserer Arbeitsweise lesen Sie hier.

Artikel verfasst von

Silke Kursawe

Finanztip-Expertin für Versicherungen

Silke Kursawe ist bei Finanztip Expertin für Versicherungen. Sie ist Versicherungsbetriebswirtin und hat einen Master im Versicherungsrecht. Silke verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung in der Branche und im Bereich der Sach- und Haftpflichtversicherungen. Außerdem absolvierte sie erfolgreich ein Studium der Wirtschaftspädagogik in Göttingen.

Annika Krempel

Finanztip-Expertin für Versicherungen (bis Januar 2018)

Annika Krempel war Redakteurin im Team Versicherung und Vorsorge. Zuvor hatte sie bereits bei ZDF Wiso, dem RBB und der Stiftung Warentest Erfahrungen als Verbraucherjournalistin gesammelt.