Haftpflichtversicherung

Für jeden Schaden die passende Haftpflichtversicherung

Silke Kursawe
& Co-Autoren
Stand: 20. April 2018
Das Wichtigste in Kürze
  • Eine Haftpflichtversicherung kommt für Schäden auf, die Sie anderen Menschen oder deren Eigentum zufügen. Dabei geht es nicht um die Frage, ob Sie jemandem absichtlich Schaden zufügen.
  • Haftpflichtversicherungen gibt es für unterschiedliche Lebensbereiche, manchmal (wie bei der Kfz-Haftpflicht) sind sie gesetzlich vorgeschrieben, manchmal freiwillig.
  • Von den freiwilligen Haftpflichtversicherungen ist die Privathaftpflicht unbedingt empfehlenswert. Sie sichert schon sehr viele Situationen ab.
  • Für besondere Hobbys und Aktivitäten benötigen Sie aber weitere Haftpflichtversicherungen.
  • Haftpflichtversicherungen sind nicht übermäßig teuer. Damit sind Sie vor unbegrenzter Haftung aus eigener Tasche geschützt.
So gehen Sie vor

Ein Schaden ist schnell entstanden: Sie oder Ihr Hund werfen beim Arzt eine teure Blumenvase um. Oder Sie nehmen mit Ihrem Wagen einem anderen Auto die Vorfahrt. Für den entstandenen Schaden haften Sie dann. Manche Schäden können Sie ohne Weiteres selbst zahlen; schmerzhaft und teuer aber wird es, wenn ein Mensch zu Schaden kommt, etwa bei einem Autounfall. Ohne geeignete Haftpflichtversicherung sind Sie auf Jahre finanziell ruiniert.

Was sichert eine Haftpflichtversicherung ab?

Mit einer Haftpflichtversicherung lassen sich Personen-, Sach- und Vermögensschäden absichern. Wir sagen Ihnen beispielhaft, wo diese auftreten können und was die Versicherung üblicherweise übernimmt.

Personenschäden - Bricht sich jemand durch Ihr Handeln etwa einen Arm, zahlt die Versicherung die Behandlungskosten und auch ein Schmerzensgeld.

Sachschäden - Bei einem Sachschaden reicht die Bewertung von leicht beschädigt bis absolut zerstört. In jedem Fall hat der Eigentümer der Vase, die Sie umwerfen, des Laptops oder des Fernsehers, den Sie beschädigen, einen Anspruch darauf, den Schaden ersetzt zu bekommen.

Vermögensschäden - Verpasst jemand wegen eines Unfalls mit Ihnen einen dringenden Termin und kann einen wichtigen Vertrag nicht abschließen, zahlt die Versicherung auch den entgangenen Gewinn. Als Folge von Personen- oder Sachschäden kann es außerdem zu weiteren Vermögensschäden kommen; etwa, weil der verletzte Mensch nicht wieder in seinen Beruf zurückkehren kann. Oder Sie haben im Atelier eines Malers eine Auftragsarbeit ruiniert und müssen den Verkaufspreis ersetzen.

Rechtsschutz inbegriffen

In jeder Haftpflichtversicherung steckt auch ein Rechtsschutz. Ihr Haftpflichtversicherer schützt Sie vor unberechtigten Ansprüchen, die an Sie gestellt werden. Denn nicht immer müssen Sie für den entstandenen Schaden haften.

Ob Sie haften, richtet sich nach dem Gesetz. So kann es sein, dass Sie nicht nur für Ihr eigenes Handeln haften, sondern auch, wenn Sie Ihre Aufsichtspflicht verletzten. Für Ihr Auto und Ihr Haustier haften Sie „verschuldensunabhängig“. Das bedeutet: Auch wenn es erlaubt ist, ein Tier zu halten, kann es trotzdem für dessen Umgebung gefährlich werden. Für alle Schäden, die das Tier verursacht, haftet der Halter. Und beim Auto haften Sie aus der Betriebsgefahr meistens immer mit. Je gröber das Verhalten Ihres Unfallgegners bewertet werden muss, desto weniger Mitschuld wird Ihnen angerechnet.

Wer braucht eine Privathaftpflichtversicherung?

Wenn es eine Versicherung gibt, die wirklich alle brauchen, dann ist es die Privathaftpflichtversicherung. Sie zahlt, falls Sie einen Schaden verursachen. Das kann ein relativ kleiner Schaden sein, etwa wenn Sie einen Flachbildfernseher bei Freunden umstoßen, oder ein sehr großer, wenn Menschen durch Ihre Unachtsamkeit Schaden nehmen. Weil die Haftpflicht in vielen Fällen zahlt, ist sie so wichtig, um privat gut abgesichert zu sein. Denn private Haftpflichtschäden können Sie in den Ruin treiben, wenn Sie nicht versichert sind.

Für Ihre Familie brauchen Sie nur einen Vertrag. Das gilt auch für unverheiratete Paare, die zusammenleben. Wenn Sie nach dem Zusammenziehen plötzlich zwei Verträge haben, können Sie den Vertrag, der erst kürzere Zeit besteht, aufheben. In solchen Verträgen sind auch eigene Kinder mitversichert.

Für größere Tiere brauchen Sie eine spezielle Tier-Haftpflichtversicherung. Wenn aber Ihr Kanarienvogel oder Ihre Katze Kleidung Ihres Besuches beschädigen, zahlt das Ihre Privathaftpflicht. Gute Haftpflichtversicherungen sind übrigens nicht teuer.

Mehr dazu im Ratgeber Privathaftpflicht

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Wer braucht eine Kfz-Haftpflichtversicherung?

Wer ein Fahrzeug hat, braucht eine Kfz-Haftpflichtversicherung – sie ist gesetzlich vorgeschrieben für alle Autobesitzer in Deutschland. Die Versicherung kommt für Schäden auf, die Sie anderen Menschen und deren Fahrzeugen zugefügt haben. Sie zahlt auch für beim Unfall beschädigte Bäume am Straßenrand und Schäden an Leitplanken.

Die gesetzlichen Mindestdeckungssummen in der Kfz-Haftpflicht sind für Personenschäden mit 7,5 Millionen Euro, für Sachschäden mit 1,12 Millionen und für Vermögensschäden mit 50.000 Euro relativ niedrig. Bei guten Verträgen ist eine deutlich höhere Deckungssumme von insgesamt 100 Millionen Euro mittlerweile Standard. Mit einer Mallorca-Police ist Ihr Wagen auch im europäischen Ausland versichert.

Für Schäden am eigenen Auto müssen Sie Ihre Haftpflicht um eine Teil- oder Vollkaskoversicherung erweitern.

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Für welche Tiere brauchen Sie eine Tierhalterhaftpflicht?

Wer ein Pferd besitzt, sollte sich über eine Pferdehaftpflichtversicherung Gedanken machen. Ein gut platzierter Tritt Ihres Pferdes kann erhebliche gesundheitliche Folgen haben, für die Sie eintreten müssen.

Wer einen Hund hält, muss auch für die Schäden aufkommen, die dieser verursacht. Das geht vom verkratzten Parkett bis zu einem folgenschweren Biss. Den Schaden bezahlt die Hundehaftpflichtversicherung, die je nach Rasse etwa 40 bis 50 Euro kostet. Kampfhund-Besitzer zahlen ungefähr das Doppelte.

Kampfhunde müssen überall in Deutschland versichert sein, einzige Ausnahme ist Mecklenburg-Vorpommern. Eine Versicherungspflicht für alle Hunde gibt es in Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachen, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Berlin.

Welche Versicherung schützt Bauherren?

Für Schäden, die beim Hausbau auf der Baustelle entstehen, sind Sie als Bauherr verantwortlich – auch wenn Sie einen Architekten beauftragt haben. In manchen Privathaftpflichtversicherungen ist eine Bauherrenhaftpflicht schon eingeschlossen, allerdings oft mit zu geringen Summen.

Eine Bauherrenhaftpflichtversicherung sollten Sie vor Baubeginn abschließen. Der Beitrag richtet sich nach der Bau- und Deckungssumme. Bauen Sie selbst, kostet die Versicherung mehr – erfahrungsgemäß passieren mehr Unfälle, wenn Bauherren selbst Hand anlegen.

Schäden am Rohbau sichern die Bauleistungs- oder Feuerrohbauversicherung ab. Sofern Sie gleich mit Baubeginn eine Wohngebäudeversicherung abschließen, ist die Feuerrohbauversicherung dort bereits enthalten.

Sobald Sie einziehen können, gilt die Wohngebäudeversicherung und Ihr Neubau ist dann auch gegen Sturm und Leitungswasser versichert.

Welche Versicherung sollten Eigentümer haben?

Die Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht richtet sich speziell an Vermieter, Eigentümergemeinschaften und Besitzer von unbebauten Grundstücken. Eigenheimbesitzer sind über ihre private Haftpflichtversicherung abgesichert. Die Versicherung zahlt zum Beispiel für Schäden, wenn jemand vor dem Haus stürzt, weil der Eigentümer noch nicht gestreut hat.

Autor
Silke Kursawe
& Co-Autoren
Eric Brandmayer , Dirk Eilinghoff

Stand: 20. April 2018


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