Haftpflichtversicherung

Für jeden Schaden die passende Haftpflichtversicherung

Silke Kursawe
& Co-Autoren
26. Oktober 2020
Das Wichtigste in Kürze
  • Eine Haftpflichtversicherung springt ein, wenn Du anderen Menschen oder deren Eigentum einen Schaden zufügst.
  • Haftpflichtversicherungen gibt es für unterschiedliche Bereiche, wie zum Beispiele die Privathaftpflicht, die Kfz-Haftpflicht oder die Hundehaftpflicht.
  • Eine Privathaftpflichtversicherung ist freiwillig, aber unbedingt empfehlenswert. Weitere Haftpflichtversicherungen sind entweder gesetzlich vorgeschrieben oder können in bestimmten Situationen sinnvoll sein.
So gehst Du vor
  • Schließe unbedingt eine eigene Privathaftpflichtversicherung ab, sobald Du nach Ausbildung und Studium Dein eigenes Geld verdienst.
  • Für Dein Auto ist die Kfz-Haftpflichtversicherung Pflicht, für Deinen Hund (je nach den Regeln in Deinem Bundesland) auch die Hundehaftpflichtversicherung.
  • Prüfe regelmäßig, ob Deine Haftpflichtversicherungen noch aktuell sind und alle Lebensbereiche abdecken.

Ein Schaden ist schnell entstanden: Du wirfst beim Arzt eine teure Blumenvase um, Dein Hund knabbert die Schuhe eines Freundes an oder Du nimmst mit Deinem Wagen einem anderen Autofahrer die Vorfahrt. In allen Fällen haftest Du für den entstandenen Schaden.

Manche Schäden kannst Du ohne Weiteres selbst zahlen; schmerzhaft und teuer aber wird es aber, wenn ein Mensch zu Schaden kommt, etwa bei einem Autounfall. Ohne geeignete Haftpflichtversicherung bist Du dann auf Jahre finanziell ruiniert.

Was sichert eine Haftpflichtversicherung ab?

Mit einer Haftpflichtversicherung lassen sich Personen-, Sach- und Vermögensschäden absichern. Wir sagen Dir, wo diese auftreten können und was die Versicherung üblicherweise übernimmt.

Personenschäden - Bricht sich jemand durch Dein Handeln etwa einen Arm, zahlt die Versicherung die Behandlungskosten und auch ein Schmerzensgeld.

Sachschäden - Bei einem Sachschaden reicht die Bewertung von leicht beschädigt bis absolut zerstört. In jedem Fall hat der Eigentümer der Vase, die Du umwirfst, des Laptops oder des Fernsehers, den Du beschädigst, einen Anspruch darauf, den Schaden ersetzt zu bekommen.

Vermögensschäden - Verpasst jemand wegen eines Unfalls mit Dir einen dringenden Termin und kann einen wichtigen Vertrag nicht abschließen, zahlt die Versicherung auch den entgangenen Gewinn. Als Folge von Personen- oder Sachschäden kann es außerdem zu weiteren Vermögensschäden kommen; etwa, weil der verletzte Mensch nicht wieder in seinen Beruf zurückkehren kann. Oder Du hast im Atelier eines Malers eine Auftragsarbeit ruiniert und musst den Verkaufspreis ersetzen.

Passiver Rechtsschutz inbegriffen

In jeder Haftpflichtversicherung steckt auch ein sogenannter passiver Rechtsschutz. Das bedeutet: Dein Haftpflichtversicherer schützt Dich vor unberechtigten Ansprüchen, die an Dich gestellt werden. Denn nicht immer musst Du für den entstandenen Schaden haften.

Ob beziehungsweise wann Du haftest, ist gesetzlich geregelt. So kann es sein, dass Du nicht nur für Dein eigenes Handeln haftest, sondern auch, wenn Du Deine Aufsichtspflicht verletzt. Für Dein Auto und Dein Haustier haftest Du „verschuldensunabhängig“. Das bedeutet: Auch wenn es erlaubt ist, ein Tier zu halten, kann es trotzdem für seine Umgebung gefährlich werden. Daher haftest Du als Halter für alle Schäden, die das Tier verursacht. Und beim Auto haftest Du aus der Betriebsgefahr auch meistens immer mit. Doch: Je gröber das Verhalten Deines Unfallgegners bewertet werden muss, desto weniger Mitschuld wird Dir angerechnet.

Wer braucht eine Privathaftpflichtversicherung?

Wenn es eine Versicherung gibt, die wirklich alle brauchen, dann ist es die Privathaftpflichtversicherung. Sie zahlt, falls Du einen Schaden verursachst. Das kann ein relativ kleiner Schaden sein, etwa wenn Du einen Flachbildfernseher bei Freunden umstößt, oder ein sehr großer, wenn Menschen durch Deine Unachtsamkeit Schaden nehmen. Weil die Haftpflicht in vielen Fällen zahlt, ist sie so wichtig, um privat gut abgesichert zu sein. Denn private Haftpflichtschäden können Dich in den Ruin treiben, wenn Du nicht versichert bist.

Für Deine Familie brauchst Du nur einen Vertrag. Das gilt auch für unverheiratete Paare, die zusammenleben. Wenn Du nach dem Zusammenziehen plötzlich zwei Verträge hast, kannst Du den Vertrag, der kürzere Zeit besteht, aufheben. In der Privathaftpflicht sind auch Kinder mitversichert.

Für größere Tiere brauchst Du eine spezielle Tier-Haftpflichtversicherung. Wenn aber Dein Kanarienvogel oder Deine Katze Kleidung Deines Besuches beschädigen, zahlt das Deine Privathaftpflicht.

Mehr dazu im Ratgeber Privathaftpflicht

  • Die private Haftpflichtversicherung ist unverzichtbar – sie kümmert sich um Schäden, die Du verursachst. Bei großen Schäden kann sie Dich vor dem finanziellen Ruin bewahren.
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Wer braucht eine Kfz-Haftpflichtversicherung?

Wer ein Fahrzeug hat, braucht eine Kfz-Haftpflichtversicherung – sie ist gesetzlich vorgeschrieben für alle Autobesitzer in Deutschland. Die Versicherung kommt für Schäden auf, die Du anderen Menschen und deren Fahrzeugen zugefügt hast. Sie zahlt auch für beim Unfall beschädigte Bäume am Straßenrand und Schäden an Leitplanken.

Die gesetzlichen Mindestdeckungssummen in der Kfz-Haftpflicht sind für Personenschäden mit 7,5 Millionen Euro, für Sachschäden mit 1,12 Millionen und für Vermögensschäden mit 50.000 Euro relativ niedrig. Bei guten Verträgen ist eine deutlich höhere Deckungssumme von insgesamt 100 Millionen Euro mittlerweile Standard. Mit einer Mallorca-Police ist Dein Wagen auch im europäischen Ausland versichert.

Um Schäden am eigenen Auto erstattet zu bekommen, musst Du Deine Haftpflicht um eine Teil- oder Vollkaskoversicherung erweitern.

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  • Vergleiche jeden Herbst, ob Deine Kfz-Versicherung noch die günstigste ist.
  • Empfohlener Weg zum günstigsten Tarif: Erst bei Verivox oder Check24 vergleichen, dann Angebot bei der Huk24 einholen.

Zum Ratgeber 

Für welche Tiere brauchst Du eine Tierhalterhaftpflicht?

Wer ein Pferd besitzt, sollte sich über eine Pferdehaftpflichtversicherung Gedanken machen. Ein gut platzierter Tritt Deines Pferdes kann erhebliche gesundheitliche Folgen haben, für die Du einstehen musst. Oder Dein Pferd erschrickt sich, geht durch und verursacht so einen Verkehrsunfall. Den Schaden musst Du zahlen, auch wenn Du Dein Pferd verliehen hast und selbst gar nicht geritten bist. Die entsprechende Versicherung kommt für diese Schäden auf.

Wer einen Hund hält, muss auch für die Schäden aufkommen, die dieser verursacht. Das geht vom zerkratzten Parkett bis zu einem folgenschweren Biss. Den Schaden bezahlt die Hundehaftpflichtversicherung, die je nach Rasse etwa 40 bis 50 Euro pro Jahr kostet. Besitzer von als gefährlich eingestuften Hunden zahlen ungefähr das Doppelte.

Gefährliche Hunde müssen überall in Deutschland versichert sein, einzige Ausnahme ist Mecklenburg-Vorpommern. Welche Hunde als gefährlich eingestuft werden, ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Eine Versicherungspflicht für alle Hunde gibt es in Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachen, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Berlin.

Welche Versicherung schützt Bauherren?

Für Schäden, die beim Hausbau auf der Baustelle entstehen, bist Du als Bauherr verantwortlich – auch wenn Du einen Architekten beauftragt hast. In manchen Privathaftpflichtversicherungen ist eine Bauherrenhaftpflicht schon eingeschlossen, allerdings oft mit sehr geringen Summen.

Eine Bauherrenhaftpflichtversicherung solltest Du vor Baubeginn abschließen. Der Beitrag richtet sich nach der Bau- und Versicherungssumme. Wenn Du selbst baust, kostet die Versicherung mehr – erfahrungsgemäß passieren mehr Unfälle, wenn Bauherren selbst Hand anlegen.

Schäden am Rohbau sichern die Bauleistungs- oder Feuerrohbauversicherung ab. Sofern Du gleich mit Baubeginn eine Wohngebäudeversicherung abschließt, ist die Feuerrohbauversicherung dort bereits enthalten.

Sobald Du einziehen kannst, gilt die Wohngebäudeversicherung und Dein Neubau ist dann auch gegen Sturm und Leitungswasser versichert.

Welche Versicherung sollten Eigentümer haben?

Die Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht richtet sich speziell an Vermieter, Eigentümergemeinschaften und Besitzer von unbebauten Grundstücken. Eigenheimbesitzer sind über ihre private Haftpflichtversicherung abgesichert. Die Versicherung zahlt zum Beispiel für Schäden, wenn jemand vor dem Haus stürzt, weil der Eigentümer noch nicht gestreut hat.

Autor
Silke Kursawe
& Co-Autoren
Dirk Eilinghoff , Henriette Neubert

26. Oktober 2020


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