Sepa-Lastschrift

Bequem und sicher per Sepa-Lastschrift zahlen

Arne Düsterhöft Stand: 03. Mai 2017
Das Wichtigste in Kürze
  • Das Lastschriftverfahren ist das Gegenstück zur Überweisung: Verbraucher ermöglichen es damit anderen, Geld von ihrem Konto abzubuchen.
  • Verbraucher geben im Vorfeld ihre Erlaubnis in Form eines Lastschriftmandats, um den Rest kümmert sich der Zahlungsempfänger.
  • Mit der Sepa-Umstellung wurde das Lastschriftverfahren in der Europäischen Union vereinheitlicht. Sepa steht für „Single Euro Payment Area“.
  • Als Privatkunde können Sie per Sepa-Lastschrift darauf verzichten, Ihre Zahlungstermine zu überwachen. Sie laufen damit nicht Gefahr, mal eine fällige Rechnung zu übersehen.
  • Verbraucher sind vor fehlerhaften oder betrügerischen Abbuchungen geschützt, da sie eine Lastschrift bei der eigenen Bank auch im Nachhinein widerrufen können.

Ob beim Online-Shopping oder der monatlichen Stromrechnung: Die Lastschrift ist die am weitesten verbreitete Methode für das bargeldlose Bezahlen. Sie müssen nur kurz Ihre Kontodaten in ein Formular eingeben, und um den Rest kümmert sich der Zahlungsempfänger. Das Lastschriftverfahren bildet so das Gegenstück zur Überweisung, bei der Sie den Zahlvorgang in die Wege leiten. Per Lastschrift können Sie einfach und sicher Ihre Rechnungen bezahlen und senken gleichzeitig das Risiko, dass Sie mal eine Zahlungsaufforderung übersehen.

Das Lastschriftverfahren

2014 wurde in Deutschland im Zuge der Sepa-Umstellung das zuvor verwendete Einzugsermächtigungs- und Abbuchungsverfahren auf die Sepa-Lastschrift übertragen. Sepa ist das Kürzel für den englischen Ausdruck „Single Euro Payment Area“. Damit wurde ein EU-weit einheitliches Verfahren etabliert, das über die Europäische Union hinaus auch in Island, Liechtenstein, Norwegen, Schweiz und Monaco zum Einsatz kommt.

Mit einer Sepa-Lastschrift bezahlen Verbraucher ausschließlich in Euro. Nutzt jemand das Verfahren beispielsweise in der Schweiz, müssen die Zahlungen in Euro abgerechnet werden und nicht in Schweizer Franken.

Keine Rolle spielt hingegen, zwischen welchen Ländern das Geld verschickt wird. Sobald das Lastschriftverfahren als Zahlungsart erlaubt wird, ist es egal, ob sich das Girokonto in Deutschland, der Schweiz oder in einem anderen Sepa-Land befindet.

Die Sepa-Basislastschrift und die Sepa-Firmenlastschrift

Das Sepa-Lastschriftverfahren ist in zwei Arten unterteilt. Privatpersonen nutzen die Sepa-Basislastschrift, mit der Sepa-Firmenlastschrift bezahlen ausschließlich Geschäftskunden.

Anfang 2016 ist die Übergangsfrist abgelaufen; alle ehemaligen Einzugsermächtigungen und Abbuchungsverfahren sind auf das neue Sepa-System umgestellt. Privatkunden haben davon kaum etwas bemerkt und auch keinen Aufwand damit gehabt, da die Sepa-Basislastschrift in großen Teilen der deutschen Einzugsermächtigung entspricht.

Falls Verbraucher vor der Umstellung Abbuchungs- oder Einzugsermächtigungen erteilt haben, laufen diese als Sepa-Basislastschriften weiter.

Das Lastschriftmandat

Wer Geld per Lastschrift von einem Konto abbuchen will, braucht die Erlaubnis des Zahlenden in Form eines Lastschriftmandats. In Deutschland gibt es keine besonderen, gesetzlichen Vorgaben zum Erteilen dieser Erlaubnis. Somit können Verbraucher über Lastschrift auch beim Online-Shopping bezahlen, weil keine Unterschrift nötig ist. Grundsätzlich gilt jedoch, dass ein Mandat nur in schriftlicher Form gültig ist, sei es mit Stift und Papier oder durch das Eintragen der Kontodaten in ein Online-Formular.

Seit der Umstellung auf Sepa müssen Verbraucher bei Lastschriften immer die IBAN (englisches Kürzel für „International Bank Account Number“) angeben. Bei grenzüberschreitenden Sepa-Zahlungen außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) müssen sie zusätzlich die BIC (Abkürzung für den englischen Ausdruck „Bank Identifier Code“) eintragen. Der Zahlungsempfänger muss auf dem Lastschriftmandat eine Gläubiger-Identifikationsnummer angeben.

Verbraucher können das Mandat entweder für einmalige oder wiederkehrende Zahlungen erteilen. Die Lastschrift eignet sich daher besonders für regelmäßige Rechnungen, sei es bei variablen Beträgen wie der Handyrechnung oder einer feststehenden Summe wie den Abschlagszahlungen der Stromrechnung. Der Betrag muss im Vorfeld nicht feststehen, der Zahlungsempfänger kann ihn auch erst bei dem Abbuchen bestimmen.

Wie sicher ist das Sepa-Verfahren?

Verbraucher können eine Lastschrift widerrufen und das Geld bei der eigenen Bank zurückfordern. Falls es ein gültiges Mandat gibt und es trotzdem zu Fehlern beim Abbuchen kommt, haben Verbraucher acht Wochen nach Belastung ihres Girokontos Zeit, sich an die eigene Bank zu wenden, um die Lastschrift zu annullieren. Das kann zum Beispiel bei einem fehlerhaft berechneten Betrag der Fall sein.

Falls es kein gültiges Mandat gibt oder der betroffene Verbraucher es zuvor zurückgenommen hatte, verlängert sich das Widerrufsrecht sogar bis auf 13 Monate nach dem Abbuchen. Der Zahlungsempfänger muss nachweisen, dass zum Zeitpunkt der Lastschrift ein gültiges Mandat vorlag.

Zahlungsempfänger haben beim Lastschriftverfahren den Vorteil, dass sie besser planen können, da sie den Zeitpunkt der Zahlung bestimmen. Das kann zum Nachteil für die Zahlenden werden: Es kann schließlich passieren, dass ihr Konto zum Abbuchungszeitpunkt nicht gedeckt ist.

Banken und Sparkassen müssen ihre Kunden zwar benachrichtigen, falls sie eine Lastschrift mangels Kontodeckung nicht ausführen. Seit der Umstellung auf die Sepa-Lastschrift darf die eigene Bank dafür jedoch eine Gebühr erheben.

Darüber hinaus können Zahlungsdienstleister wie Paypal die Lastschrift im Vorfeld vorübergehend sperren, falls größere Unregelmäßigkeiten auftreten. Dies kann beispielweise der Fall sein, falls es sich um einen ungewöhnlich hohen Kaufbetrag handelt, oder Sie sich über einen fremden Computer einloggen.

Selber kontrollieren

Sie müssen selbst aktiv werden und Ihre Bank über Fehler bei einer Lastschrift informieren.

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Autor
Arne Düsterhöft

Stand: 03. Mai 2017


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