Sepa-Lastschrift

Bequem und sicher per Sepa-Lastschrift zahlen

Josefine Lietzau
& Co-Autor
Stand: 30. Juni 2020
Das Wichtigste in Kürze
  • Über das Lastschriftverfahren können Dritte Geld von Ihrem Konto abbuchen, zum Beispiel Online-Händler oder der Stromversorger.
  • Sie können fehlerhaften Abbuchungen widersprechen und das Geld zurückholen.
  • Das Lastschriftverfahren funktioniert über die deutschen Grenzen hinweg.
So gehen Sie vor
  • Kontrollieren Sie regelmäßig Ihre Kontobewegungen. Falls es zu einer falschen Abbuchung kommt, können Sie diese direkt über das Online-Banking zurückbuchen.
  • Verweigert ein Unternehmen außerhalb Deutschlands eine Lastschrift von Ihrem deutschen Konto, können Sie sich bei den Verbraucherverbänden des jeweiligen Landes beschweren.

Egal ob beim Online-Shopping oder der monatlichen Stromrechnung: Die Deutschen sind Lastschrift-Fans. Noch immer gehört die Lastschrift zu den meist genutzten Bezahlweisen. Schließlich erledigt sich damit das Risiko, die Rechnung zu spät zu bezahlen. Gleichzeitig ist es relativ leicht, dass Geld zurückzuholen, falls etwas schief läuft.

Wie funktioniert das Lastschriftverfahren?

Wenn Sie etwas per Lastschrift bezahlen, geben Sie zum Beispiel beim Online-Shopping neben Ihren persönlichen Daten wie Name und Adresse auch die Kontodaten ein. Mit dem Auswählen des Lastschriftverfahrens und dem Eingeben der Daten geben Sie dem Händler die Erlaubnis, das Geld von Ihrem Konto abzubuchen. Innerhalb eines Tages landet das Geld beim Händler, nachdem er es von Ihrem Konto abgebucht hat.

Aber auch außerhalb des Online-Shoppings funktioniert das Lastschrift-Verfahren. Sie geben der anderen Seite dabei ein Lastschriftmandat, das ist die Erlaubnis, das Geld von Ihrem Konto zu holen. Das können Sie einmal erlauben, aber auch regelmäßig, wie zum Beispiel bei der Miete oder der Stromrechnung. Teilweise müssen Sie dazu ein Formular ausfüllen, in vielen Fällen klappt das aber auch online.

Wie sicher ist das Sepa-Verfahren?

Sie können eine Lastschrift widerrufen und das Geld über die eigene Bank zurückfordern. In der Regel geht das direkt über das Online-Banking. Falls es ein gültiges Mandat gibt und es trotzdem zu Fehlern beim Abbuchen kommt, haben Sie acht Wochen Zeit zu reklamieren. Die Frist beginnt mit der Buchung zu laufen.

Falls es kein gültiges Mandat gibt oder Sie es zuvor zurückgenommen haben, verlängert sich das Widerrufsrecht auf 13 Monate nach dem Abbuchen. Der Zahlungsempfänger muss dann nachweisen, dass zum Zeitpunkt der Lastschrift ein gültiges Mandat vorlag.

Zahlungsempfänger haben beim Lastschriftverfahren den Vorteil, dass sie besser planen können, da sie den Zeitpunkt der Zahlung bestimmen. Das kann zum Nachteil für die Zahlenden werden: Es kann schließlich passieren, dass das Konto zum Abbuchungszeitpunkt nicht gedeckt ist.

Banken und Sparkassen müssen ihre Kunden zwar benachrichtigen, falls sie eine Lastschrift mangels Kontodeckung nicht ausführen. Sie dürfen dafür aber auch eine Gebühr verlangen.

Funktioniert das Lastschriftverfahren auch in anderen Ländern?

Deutschland gehört wie die anderen Mitglieder der Europäischen Union zum sogenannten Sepa-Raum, einem einheitlichen Zahlungsraum. Neben den Mitgliedstaaten gehören auch weitere Länder dazu: Großbritannien, Island, Liechtenstein, Norwegen, die Schweiz, Monaco und ungewöhnlichere Gebiete wie San Marino, Jersey, Guernsey, Isle of Man und Gibraltar.

Innerhalb dieses Zahlungsraums funktionieren Sepa-Lastschriften. Die Frist ist die gleiche wie bei Lastschriften innerhalb Deutschlands: ein Tag. Aber auch wenn die Sepa-Regeln seit Jahren gelten: Es kommt immer noch vor, dass Unternehmen das Lastschriftverfahren nur anbieten, wenn das Konto des Kunden sich im gleichen Land befindet wie das Unternehmen. In vielen Fällen greift dann die Wettbewerbszentrale ein, in anderen klagen Verbraucherverbände. Wenn ein ausländisches Unternehmen also nicht von Ihrem deutschen Konto abbuchen will, sollten Sie das den jeweiligen Verbraucherverbänden melden.

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Autor
Josefine Lietzau
& Co-Autor
Arne Düsterhöft

Stand: 30. Juni 2020


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