Debitkarte

Das Geld wird sofort vom Konto abgebucht

Josefine Lietzau
Expertin für Bank und Kredit
23. Juli 2021
Das Wichtigste in Kürze
  • Debitkarten ähneln zwar Kreditkarten, das ausgegebene Geld wird aber zeitnah vom Konto abgebucht. Das ist ein wichtiger Unterschied zu einer Kreditkarte, bei der die Abbuchung erst später erfolgt.
  • Die meisten Deutschen haben eine solche Karte in der Brieftasche – entweder als Girocard (früher: EC-Karte) oder als Debitkarte von Visa oder Mastercard.
So gehst Du vor
  • Wenn Du Deine Finanzen gut im Blick behalten willst, ist eine Debitkarte eine vernünftige Möglichkeit.
  • In Deutschland wird die Girocard an den Kassen immer noch besser akzeptiert als andere Karten.
  • Willst Du mit der Karte auch online einkaufen, funktionieren Debitkarten von Mastercard und Visa allerdings besser als die EC/Girocard.
  • Probleme kann es geben, wenn Du viel unterwegs bist: Frag besser vor dem Buchen von Mietwagen oder Hotels, ob die Anbieter Debitkarten akzeptieren (oder nur „echte“ Kreditkarten).

Einige Brieftaschen gleichen mittlerweile einem Kartenspiel: Die Girocard mit dem Maestro-Aufdruck steckt da neben der Kreditkarte von Visa und der Mastercard mit der Debit-Markierung. Da kann es schwer werden, den Überblick zu behalten, welche Karte eigentlich was kann. Vor allem, wenn es sich um Debitkarten handelt.

Was sind Debitkarten?

Das englische Wort „Debit“ steht für „Belastung“ oder auch „Soll“. Für Dich heißt das, dass das Geld, das Du mit der Karte ausgegeben hast, sofort oder zumindest zeitnah vom Girokonto abgebucht wird. Dabei gibt es keinen Unterschied, ob Du in einem Laden bezahlst oder Geld am Automaten abhebst.

Eine Debitkarte hilft Dir also, Deine Finanzen besser im Blick zu behalten, ähnlich wie beim Bargeld. Geld, dass Du bereits ausgegeben hast, liegt schließlich nicht mehr auf Deinem Konto.

In Deutschland gibt es zwei Arten von Debitkarten: eine deutsche Variante und eine internationale.

Ist Deine Girocard eine Debitkarte?

Für viele Deutsche ist die Girocard die Hauptkarte zum Konto. Vielleicht kennst Du sie noch unter ihrem alten Namen: EC-Karte. Sie ist die deutsche Debitkarte. Geld, das Du mit ihr ausgibst, wird zeitnah von dem dazugehörigen Girokonto abgebucht.

Die Girocard gehört zu einem Verbund aus den Karten selbst, den dazu passenden Geld­au­to­ma­ten und Bezahlterminals. Sie ist ein rein deutsches System und funktioniert eigentlich außer in Deutschland nur zum Teil in manchen Nachbarländern. 

Damit Du im Ausland keine zweite Karte brauchst, verbinden die Banken die Karten mit einer zweiten Funktion: V-Pay oder Maestro. Hinter V-Pay steckt Visa, bei Maestro ist es Mastercard

In Deutschland funktionieren die Karten beim Bezahlen über das Girocard-System oder den Partner, also Maestro oder V-Pay. Beim Abheben am Geld­au­to­ma­ten in Deutschland ist nur Girocard zuständig. Setzt Du die Karte im Ausland ein, wechselt sie automatisch vom deutschen ins internationale System. Du musst nichts dafür tun.

Girocard: Kosten beim Bezahlen und Abheben

Die Kosten fürs Abheben und Bezahlen bestimmt zum großen Teil die Bank, von der Du die Karte hast. Somit kannst Du in Deutschland oft kostenlos an Geld­au­to­ma­ten der eigenen Bank oder des Bankenverbundes abheben. Bei einigen Kontomodellen gibt es aber Ausnahmen und Du kommst jeden Monat nur ein paar Mal an Bargeld, ohne dafür zu bezahlen. Die Gebühren findest Du in der Entgeltinformation zu Deinem Konto.

Bei den Automaten anderer Banken sieht das anders aus. Die Automatenbetreiber können und werden von Dir Gebühren verlangen, wenn Du mit der Girocard Deiner Bank abhebst. Diese Kosten müssen Dir angezeigt werden, auf dem Bildschirm beispielsweise oder als Aufkleber am Automaten.

Wenn Du im Ausland unterwegs bist, sind die Kosten an den Automaten zweigeteilt: Deine Bank verlangt oft Gebühren, diese findest Du in der Entgeltinformation. Und die Geld­au­to­ma­tenbetreiber dürfen zusätzliche Gebühren verlangen. Beim Bezahlen fallen in der Regel nur Gebühren an, wenn Du außerhalb der Euro-Zone unterwegs bist.

Girocard: Bezahlen an der Kasse

Mit der Girocard kannst Du auf verschiedene Weisen an Kassen bezahlen. Entweder Du hältst die Karte einfach an das Lesegerät und bezahlst kontaktlos. Dann musst Du nur bei Summen über 50 Euro Deine Pin eingeben oder wenn Du zu oft oder zu viel ohne Pin bezahlt hast.

Oder Du steckst die Karte in das Lesegerät und bestätigst dann die Zahlung. Dafür gibt es zwei Varianten: Pin oder Unterschrift. 

Bei der Pin-Eingabe wird entweder online oder offline kontrolliert, ob die eingegebene Nummer auch zur Karte passt. Das Offline-Verfahren ist etwas schneller, weil dabei keine Internet-Verbindung zur Bank aufgebaut werden muss. Die Pin wird über eine Verbindung zum Chip auf der Karte überprüft. Bei der Offline-Transaktion muss zudem das vorher auf dem Chip der Karte festgelegte Limit für das Bezahlen ausreichen. Ist dies nicht der Fall, erfolgt die Transaktion online.

Interessant ist das bei Konten für Minderjährige: Banken legen auf deren Girocards meist kein Offline-Limit fest. So soll das Überziehen des Girokontos verhindert werden. Es wird vielmehr direkt online geprüft, ob das Konto genügend gedeckt ist.

Wenn Du die Zahlung über die Unterschrift betätigst, verlässt Du das eigentliche Girocard-System. Stattdessen gibst Du den Händlern die Erlaubnis, Geld von Deinem Konto über eine Lastschrift abzubuchen. Beim elektronischen Lastschriftverfahren (ELV) haben die Händler allerdings keine Zahlungssicherheit – sie können nicht überprüfen, ob Dein Konto gedeckt ist. Ähnlich sieht es auch beim erweiterten Verfahren aus, dem Online-Lastschrift-Verfahren (OLV). Dieses Verfahren nutzt eine Liste von Verbrauchern, bei denen es bereits aufgrund eines ungedeckten Girokontos zu Rücklastschriften kam. 

Trotz der fehlenden Zahlungssicherheit erhalten die Händler bei einem ungenügend gedeckten Konto normalerweise doch noch ihr Geld: Sie schicken Mahnungen an die säumigen Kunden oder beauftragen Inkasso-Unternehmen.

Wenn Du eine Girocard von einer Sparkasse oder Volksbank hast, kannst Du mit der Karte auch mobil bezahlen, also über das Handy. Bei den Volksbanken geht das nur bei Smartphones mit Android-Betriebssystem, bei den Sparkassen zusätzlich mit iPhones.

Girocard: Online-Shopping

Beim Online-Shopping hängt die Girocard hinterher, viele der Karten kannst Du dafür nicht nutzen. 

Die Sparkassen arbeiten daran, das zu ändern. Statt mit Maestro verbinden sie ihre Girocards mit Mastercard Debit. Mit diesen Karten kannst Du dann auch in Onlineshops einkaufen. 

Auch eine Sparkassen-Lösung: Du kannst mit Deiner Girocard über Apple Pay im Internet bezahlen, zukünftig wohl auch mit Android-Smartphones. Dabei gilt auch ein Käuferschutz, der zum Beispiel greift, wenn Du die gekaufte Ware nicht bekommst. Allerdings bieten noch nicht alle Sparkassen Girocards mit Mastercard-Debit-Anbindung oder Online-Zahlungen mit Apple Pay an.

Girocard: Akzeptanz im Ausland

Wie gut Deine Karte im Ausland akzeptiert wird, hängt davon ab, ob es eine Maestro- oder V-Pay-Karte ist. Maestro wird weltweit akzeptiert, V-Pay nur in den Ländern, in denen die EMV-Technologie funktioniert. Darunter zum Beispiel Dänemark, Italien und Frankreich.

Bei der EMV-Technologie werden alle Daten für die Zahlung auf dem Kartenchip gespeichert, nicht auf dem Sicherheitsstreifen. Das soll die Sicherheit verbessern. EMV war früher noch nicht so stark verbreitet, inzwischen haben aber viele Länder nachgezogen, zum Beispiel die USA. 

Die Akzeptanz von V-Pay-Karten geht aber nur teilweise mit der Verbreitung der EMV-Technologie einher. Du erkennst an den Logos auf Automaten und an Kassen, ob die Karte dort akzeptiert wird. Frage vor einer Reise aber bei Deiner Bank nach, ob die Karte für Dein Urlaubsland freigeschaltet werden muss und schau Dich in Reiseforen um, wie es mit der Akzeptanz aussieht. Insbesondere in Europa sollte es aber wenig Probleme geben.

Sind Mastercard Debit und Visa Debit Kreditkarten?

Maestro und V-Pay funktionieren auch ohne eine Anbindung an das Girocard-System. Trotzdem siehst Du solche Karten eher selten in Deutschland. Der Fokus bei den internationalen Debitkarten liegt auf Mastercard Debit und Visa Debit, sie werden oft von Banken ausgegeben. 

Viele deutsche Verbraucher halten diese Karten oft für Kreditkarten. Sie haben die bei Kreditkarten typische Nummer, untergliedert in vier Blöcke à vier Ziffern, oft sogar geprägt und nicht gedruckt, dazu noch Kreditkartennummer, Sicherheitscode (CVV-Code) und Gültigkeitsdatum. Die Gültigkeit ist nicht nur mit einem Jahr, sondern auch mit einem Monat angegeben. Zudem tragen auch Debitkarten die Logos der Kreditkarten-Unternehmen und Kunden können mit ihnen online bezahlen. Doch tatsächliche Kreditkarten sind sie eben nicht.

Unterschied zwischen Kreditkarten und Debitkarten

Einige dieser Karten erkennst Du bereits am Aufdruck „Debit“. Doch den brauchst Du gar nicht, um zu erkennen, ob Deine Karte eine Debit- oder eine richtige Kreditkarte ist. Bist Du unsicher, frag einfach Deine Bank nach den Kartentyp.

Bei einer Kreditkarte leiht Dir die Bank Geld. Dafür bekommst Du einen Kreditrahmen. Wie hoch der ist, hängt von Deiner Bonität ab. Du musst kein Geld auf dem Kartenkonto haben, um eine Kreditkarte zu nutzen. Stattdessen nutzt Du den Kreditrahmen und zahlst Deine Schulden später zurück.

Bei Debitkarten bekommst Du keinen Kredit, Deine Bank bucht das Geld sofort oder zeitnah vom Konto ab, so wie Du es von Deiner Girocard kennst. Einige Banken warten mit dem Abbuchen ein paar Tage, solche Karten werden im Fachjargon als Deferred-Debit-Karten bezeichnet. 

Debitkarte: Kosten beim Bezahlen und Abheben

Wenn Du in Deutschland mit einer Debitkarte von Mastercard oder Visa bezahlst, ist das für Dich kostenlos. Anders sieht es beim Geldabheben aus: Einige Banken legen dafür Gebühren fest. Die Einzelheiten stehen in der Entgeltinformation zu Deinem Konto. Zusätzlich können fremde Automatenbetreiber Gebühren verlangen, wenn Du mit Debitkarten von Mastercard abhebst. Die Banken, die zur Cash Group gehören (zum Beispiel Deutsche Bank und Commerzbank), verzichten allerdings darauf.

Gleichfalls können Gebühren anfallen, wenn Du die Karte im Ausland benutzt. Die Kosten fürs Abheben und die Fremd­wäh­rungs­ge­bühr, falls es nicht der Euro ist, findest Du ebenfalls in der Entgeltinformation.

Und auch die Automatenbetreiber dürfen weitere Gebühren verlangen, sowohl bei Mastercard als auch bei Visa. Die Gebühren sollten die Automaten vor dem Abheben auf dem Bildschirm anzeigen. Vereinzelt gibt es Kartenanbieter, die Dir diese Gebühr erstatten, allerdings gilt das oft nur für teure Premiumkarten oder Karten, die sich an bestimmte Kundengruppen richten.

Debitkarte: Bezahlen an der Kasse

Lange haben Händler die Karten von Mastercard und Visa nicht beim Einkaufen in Läden akzeptiert, egal ob Kreditkarte oder Debit. Inzwischen hat sich das gebessert, in einigen Läden kannst Du aber immer noch nur mit Girocard bezahlen – oder gar nur mit Bargeld.

Wenn die Karte akzeptiert wird, kannst Du sie entweder ins Lesegerät stecken und die Zahlung mit der Pin oder teilweise mit Deiner Unterschrift bestätigen. Oder Du hältst die Karte an das Lesegerät und bezahlst kontaktlos – bei Summen unter 50 Euro sogar in den meisten Fällen ohne Pin. Hast Du sehr oft ohne Pin bezahlt, fragt Dich das Lesegerät dann wieder nach der Pin. Nach dem Eingeben geht es für die nächsten Zahlungen ohne Pin weiter.

Online-Shopping mit Debitkarten

Online kannst Du ganz einfach mit Debitkarten bezahlen. Dafür gibst Du beim Bestellen die Kartendaten an: Kartennummer, Gültigkeitsdauer und den Sicherheitscode.

Abgesichert sind die Zahlungen in der Regel über das 3D-Secure-Verfahren. Geht trotzdem etwas schief, kannst Du das Geld über das Chargeback-Verfahren zurückholen.

Debitkarte: Akzeptanz im Ausland

Im Gegensatz zur Girocard hast Du im Ausland mit den Debitkarten von Visa und Mastercard viel mehr Möglichkeiten; sie werden international akzeptiert. Einziges Manko: In einigen Ländern wird vielleicht ein Kartenanbieter bevorzugt. Geht es für Dich also in ferne Gefilde, solltest Du Dich vorher in Internetforen informieren, wie es jeweils mit der Kartenakzeptanz aussieht.

Probleme kann es trotz der guten Akzeptanz beim Bezahlen an der Kasse geben. Das liegt dann nicht an der Debitkarte oder an der Wahl zwischen Mastercard und Visa, sondern an einem technischen Detail bei Karten und Lesegeräten. Beim Bezahlen müssen Gerät und Karte miteinander kommunizieren, damit Du die Zahlung auch bestätigen kannst. 

Dafür können Karte und Gerät mehrere Verfahren nutzen: Offline-Pin, Online-Pin und Unterschrift. Bei der Pin geht es um den Speicherort und ob bei der Zahlung eine Verbindung zu Deiner Bank aufgenommen wird. Das Problem dabei: Teilweise finden Karte und Kasse beim Bezahlen nicht zusammen, da sie nicht die gleichen Verfahren verwenden. Oft hilft dann die Unterschrift als Notlösung, aber dazu muss es sich natürlich um eine Kasse mit Mitarbeiter handeln.

Ob dieses Problem auftauchen kann, hängt vom jeweiligen Land ab. In Deutschland wird an den Kassen die Online-Pin bevorzugt, entsprechend sind die Karten mit dieser Möglichkeit ausgestattet. Deine Bank entscheidet, ob die Karte auch am Offline-Verfahren teilnimmt. Ist die Karte nicht offline-fähig, wird es in Ländern wie Frankreich und Polen oder auch in Großbritannien womöglich schwierig beim Bezahlen.

Debitkarten bei Mietwagen

Wenn Du oft Mietwagen buchst, ist eine Debitkarte womöglich nicht die richtige Wahl für Dich. Denn viele Autovermietungen akzeptieren diese Karten nicht. Es kann sogar passieren, dass Du das Auto zwar im Internet mit der Karte buchen konntest, es aber vor Ort damit nicht anholen kannst. 

Uns haben Leser auch berichtet, dass die Karte vor Ort nur akzeptiert wurde, wenn beim Abholen ein teures Versicherungsangebot abgeschlossen wurde. Das Mietwagen-Schnäppchen wird so zum finanziellen Reinfall. Bei Deferred-Debit-Karten tritt dieses Problem zwar seltener auf, auf der sicheren Seite bist Du aber nicht. 

Wir haben uns in der Branche umgeschaut und listen Dir einige Beispiele zu Autovermietungen und deren Umgang mit Debitkarten auf.

Mietwagen und Debitkarte

Autovermietung

Debitkart akzeptiert?

Hinweis
Alamoja 
Argus Car Hirenein 
Arum Cars 

abhängig vom Fahrzeugflottenanbieter

autoreisen.comja 
Avisja

Ausnahme: Island und Kanada

billiger-

mietwagen.de

 

abhängig vom Land

Buchbindernein 
Budget 

hängt von Land/Anmietstation ab

Check24 

abhängig von Fahrzeugflottenanbieter

Dertournein 
Dollarnein 
Enterpriseja

nicht bei größeren Autos/Premiumautos

Global Rent-a-carnein 
gotrentalcars.comnein 
Guerinnein 
Hertzja 
Holiday Autosnein 
Interrentnein 
National 

hängt von Land/Anmietstation ab

OK Rent a Car nein 
Sixt hängt vom Land ab
Sunny Cars 

geht bei „ohne Kaution“-Angeboten

TopCarja 
Tuicarsnein 

Quelle: Websites der Anbieter (Stand: Juni 2021)

Du solltest also vor dem Buchen fragen, ob die Karte später vor Ort als Zahlungsmittel gilt – und das auch dann, wenn der Anbieter angeblich Debitkarten akzeptiert. Lass Dir die Bestätigung am besten schriftlich geben. 

Debitkarten beim Reisen

Nicht nur bei Mietwagen kann es zu Problemen kommen, insgesamt ist das Bezahlen mit Debitkarte während einer Reise etwas schwieriger. Zwar werden die Karten inzwischen bei Hotels, Kreuzfahrten und Flugbuchungen akzeptiert, doch ein Problem bleibt bestehen: die Kaution.

Wenn Du in ein Hotel eincheckst, blocken viele Anbieter eine Summe als Kaution. Bei einer Kreditkarte geht das in Deinen Kreditrahmen hinein, bei einer Debitkarte wird ein Teil des Guthabens geblockt, das auf dem Konto zur Karte liegt. In vielen Fällen wird das Dein Hauptkonto sein. Hast Du genug Geld auf dem Konto, ist das kein Problem. Schwierig wird es aber, wenn die Kaution so hoch und Dein Guthaben so niedrig sind, das wichtige Buchungen wie Deine Miete nicht abgehen können. 

Der blockierte Betrag wird womöglich nicht sofort nach Deinem Aufenthalt wieder freigegeben. Du kannst aber bei der Rezeption nachfragen, wie hoch die Kaution ist. Ist die Summe so hoch, dass es zum Problem werden kann, kannst Du Geld auf Dein Konto überweisen, falls Du es vielleicht auf einem anderen Girokonto liegen hast oder bei einem schlecht oder gar nicht verzinsten Tagesgeldkonto.

So funktioniert es auch bei vielen Kreuzfahrten: An Bord bekommst Du eine Karte, mit der Du über Dein Bordkonto auf dem Schiff bezahlen kannst. Bei diesem Konto ist aber unter Umständen Deine Debitkarte hinterlegt und es werden Summen geblockt, falls Du mehr Geld ausgibst. Die Rechnung wird dann zwar am Ende der Reise beglichen, aber der Block beim Konto bleibt womöglich noch bestehen.

Egal ob Schiff oder Hotel: Frag vor der Buchung beim Anbieter nach, ob Deine Karte vor Ort akzeptiert wird.

Auch bei Flugbuchungen wird zunächst der Betrag auf Deinem Konto geblockt, bevor die Fluglinie Dir das Ticket schickt. Dabei kann es passieren, dass die Fluglinie den Betrag ein zweites Mal blockt, da sie nicht auf das Geld aus dem ersten Block zugreift. Bei einer Kreditkarte mit höherem Limit ist das kein Problem, beim Girokonto aber vielleicht schon. Solche Probleme sollten aber eher selten auftauchen.

Weitere Probleme kann es hin und wieder während des Fluges oder der Zugfahrt geben. Denn im Flugzeug werden Debitkarten zuweilen nicht akzeptiert. Auch das ist aber nicht so weit verbreitet und stört eher bei längeren Strecken.

Welche Debitkarten empfiehlt Finanztip?

Eine Girocard gehört für Finanztip immer noch zu jedem Konto dazu. Denn noch werden die Debitkarten von Mastercard und Visa nicht überall akzeptiert. Die Karte sollte dabei nicht nur Teil des Kontos sein, es sollte auch keine Jahresgebühr für die Girocard anfallen. 

Bei unseren Kreditkarten-Tests bleiben Debitkarten in der Regel hinter den anderen Karten zurück, da sie auf Reisen Probleme machen können. Trotzdem ist unter unseren Empfehlungen auch eine Debitkarte.

Deutsche Kreditbank (DKB)
Kombination von Girokonto mit Visa-Karte (Charge)
  • keine Jahresgebühr
  • monatliche Abrechnung
  • bessere Konditionen im ersten Jahr und ab 700 Euro Geldeingang im Monat (Aktivkunden)
  • kostenlos Bargeld abheben in der Eurozone (Aktivkunden: weltweit)
  • 2,2 Prozent Fremd­wäh­rungs­ge­bühr beim Bezahlen und Abheben (Aktivkunden: keine Gebühr)
  • Bargeldabhebungen erst ab 50 Euro
Hanseatic Bank
Genialcard / Visa (Revolving)
  • keine Jahresgebühr
  • komplettes, automatisches Abbuchen des offenen Betrages möglich
  • weltweit kostenlos Bargeld abheben
  • weltweit kostenlos bezahlen
  • Kartenkonto kann nicht im Plus geführt werden
Barclaycard
Barclaycard Visa (Revolving)
  • keine Jahresgebühr
  • komplettes, automatisches Abbuchen des offenen Betrages möglich
  • weltweit gebührenfrei Bargeld abheben
  • weltweit kostenlos bezahlen
Payback
Visa Flex (Revolving)
  • keine Jahresgebühr
  • komplettes, automatisches Abbuchen des offenen Betrages möglich
  • weltweit kostenlos Bargeld abheben
  • weltweit kostenlos bezahlen
  • Daten werden durch Payback gesammelt
  • Abschalten der Ratenzahlung nur durch Kontakt mit Support möglich
Nuri (früher: Bitwala)
Kombination von Girokonto mit Visa-Karte (Debit)
  • keine Jahresgebühr
  • weltweit kostenlos Bargeld abheben
  • weltweit kostenlos bezahlen
  • mögliche Probleme bei Hotels und Mietwagen
  • starker Fokus auf dem Handel mit Kryptowährung

Sind EC-Karten Debitkarten?

Früher hieß die Girocard noch EC-Karte, doch das ist schon – offiziell – seit mehreren Jahren nicht mehr der Fall. Die deutschen Banken haben den Markennamen verkauft, und zwar an die internationale Konkurrenz Mastercard. Mastercard wiederum nutzt ihn teilweise, um ein eigenes Produkt zu vermarkten: die Mastercard Debit.

Die EC-Karte, egal ob alt oder neu, ist also eine Debitkarte. Mit all ihren Vor- und Nachteilen.

Die wichtigsten Fragen zusammengefasst

Was ist eine Debitkarte?

Sind Mastercard Debit und Visa Debit Kreditkarten?

Wie unterscheiden sich Maestro- und V-Pay-Girocards?

* Was der Stern bedeutet:

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