Wohnhaussiedlung
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Gehört Dir ein Grundstück? Dann hast Du möglicherweise schon Post von Deiner Finanzbehörde bekommen. Zwischen 1. Juli und 31. Oktober musst Du eine Grundsteuererklärung abgeben. Daraus berechnet Dein Finanzamt den sogenannten Grundsteuerwert, und die Kommune legt mit ihrem jeweiligen Hebesatz die Grundsteuer fest. Den neuen Betrag zahlst Du dann ab Januar 2025.

Auf die Abgabe der Grundsteuererklärung kannst Du Dich schon jetzt vorbereiten.

Punkt 1: Warum Du überhaupt eine Erklärung abgeben musst

Hintergrund der Neuberechnung ist ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts: Das erklärte 2018 das alte System zur Berechnung für verfassungswidrig. Bund und Länder mussten daher 2019 eine Reform beschließen, die nun umgesetzt wird.

Bis Ende 2024 nutzen die Finanzämter als Berechnungsgrundlage noch die sogenannten Einheitswerte, die auf jahrzehntealten Grundstückswerten basieren – und die jüngsten Preisentwicklungen nicht berücksichtigen. Der tatsächliche Wert eines Grundstücks spiegelt sich daher vielerorts längst nicht mehr in der Grundsteuer wider.

Damit sie ab 2025 realitätsnäher ist, müssen die Finanzämter jetzt nach und nach den aktuellen Wert jedes einzelnen Grundstücks ermitteln. Betroffen sind rund 36 Millionen Grundstücke hierzulande. Einige Eigentümerinnen werden also mehr zahlen, andere weniger.

Übrigens: Auch Mieterinnen sind von der Reform betroffen. Denn Vermieterinnen können die Grundsteuer über die Nebenkosten auf ihre Mieter umlegen.

Punkt 2: Welche Angaben Du parat haben musst

Falls Dir also ein bebautes oder unbebautes Wohngrundstück gehört, musst Du nun Auskunft geben. Dabei geht es nur noch um fünf Zahlen: Grundstücksfläche, Bodenrichtwert, Immobilienart, Alter des Gebäudes, Verhältnis Wohn-/Nutzfläche. Bislang sind an die zwanzig Angaben nötig, um die Grundsteuer zu berechnen.

Bei Gewerbegrundstücken sind es künftig höchstens acht Faktoren; bisher mehr als dreißig. Für Land- und Forstwirtschaftsbetriebe soll es ebenfalls einfacher werden.

Grundstück
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Punkt 3: Wie Du an die Daten kommst

Es gibt mehrere Wege, an die Zahlen zu kommen. Leg Dir am besten den Grundbuchauszug als Ausfüllhilfe bereit (oder hol Dir eine neue Kopie beim Grundbuchamt). Auch das Informationsschreiben Deiner Finanzverwaltung zur Neuberechnung sowie der Einheitswertbescheid, der Kaufvertrag oder die Bauunterlagen können helfen.

Spätestens ab 1. Juli sollen die Daten auch online über eine Karte des Bodenrichtwertinformationssystems (Boris-D) für alle Bundesländer abrufbar sein. Einige Länder stellen im Internet darüber hinaus sogenannte Grundsteuerviewer (eine Website) mit den nötigen Infos bereit. Links dazu findest Du hier.

Punkt 4: Wie Du die Erklärung abgeben musst

Die Grundsteuererklärung musst Du elektronisch abgeben. Nur noch in gut zu begründenden Härtefällen ist eine Abgabe per Post möglich. Für ein unbebautes Grundstück, ein Ein- oder Zweifamilienhaus sowie eine Eigentumswohnung geht das einfach und kostenlos über die Website grundsteuererklaerung-fuer-privateigentum.de. Diese darfst Du auch nutzen, wenn im Infoschreiben Deines Finanzamtes steht, Du sollst die Erklärung über das kostenlose „Elster“-Onlineportal einreichen.

Ausgenommen sind Eigentümer in Baden-Württemberg, Bayern, Hamburg, Hessen und Niedersachsen – sie müssen Elster nutzen. Gehört das Grundstücks einer Erbengemeinschaft oder liegt Dein Wohnsitz im Ausland, kannst Du die Erklärung ebenfalls nur über Elster einreichen.

Registriere Dich am besten bald, sofern Du noch kein Elster-Konto hast, damit Du das Portal in ein paar Wochen nutzen kannst.

Zum Ratgeber

Nina C. Zimmermann
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3 Kommentare

  1. Hallo liebes Finanztip-Team,
    in BY kann man nicht nur per Elster erklären, sondern auch am PC ausfüllen und drucken oder handschriftlich vgl. Website Landesamt für Steuern BY
    VG

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