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Balkonkraftwerk vs. PV-Anlage: Wie autark wirst Du wirklich?

Ein Balkonkraftwerk kostet oft nur ein paar hundert Euro – eine PV-Anlage mit Speicher schnell 14.000 €. Aber wie viel Autarkie bekommst Du dafür wirklich? Wir zeigen Dir anhand von Beispielen, wann sich welche Lösung lohnt.

Benjamin_Weigl
Benjamin Weigl Energie
Balkonkraftwerk vs. PV-Anlage: Wie autark wirst Du wirklich?

Der Wunsch nach mehr Energie-Unabhängigkeit wächst. Immer mehr Haushalte überlegen, eigenen Solarstrom zu erzeugen – nicht zuletzt wegen hoher Stromkosten und unsicherer Energiepolitik.

Doch wie viel Autarkie bringt Dir ein Balkonkraftwerk wirklich? Und wann lohnt sich eine große Photovoltaikanlage auf dem Dach?

Balkonkraftwerke: Günstiger Einstieg in Solarstrom

Ein Balkonkraftwerk besteht meist aus zwei bis vier Solarmodulen, die Du z. B. am Balkon, auf der Terrasse oder im Garten montierst. Der große Vorteil: Du kannst die Anlage selbst installieren. Dadurch kostet sie oft nur 400 bis 700 €.

Auch rechtlich ist vieles einfacher geworden. Selbst als Mieterin oder Mieter hast Du inzwischen grundsätzlich einen Anspruch darauf, ein Balkonkraftwerk zu betreiben.

Die Stromproduktion ist allerdings begrenzt. Der Wechselrichter sorgt dafür, dass ein Balkonkraftwerk maximal 800 Watt ins Hausnetz einspeisen kann. Vier Module mit rund 1,8 Kilowattpeak (kWp) Leistung erzeugen in Deutschland deshalb nur rund 1.300 kWh Strom pro Jahr.  

Wie autark wirst Du mit einem Balkonkraftwerk?

Bei einem Beispielhaushalt mit etwa 3.500 kWh Jahresverbrauch kann ein Balkonkraftwerk mit vier Modulen rund 15 bis 20 % Deines Strombedarfs decken.  Bei einem Strompreis von 28 ct/kWh sparst Du damit etwa 198 € Stromkosten pro Jahr. Die Anlage kann sich dadurch schon nach rund 3,5 Jahren amortisieren.

Ein Nachteil bleibt: Überschüssiger Strom wird ins Netz eingespeist, ohne dass Du dafür Geld erhältst. Denn für Balkonkraftwerke lohnt es sich wegen Folgekosten und bürokratischem Aufwand in der Regel nicht, die Einspeisevergütung zu beantragen.

Auch für Haushalte mit geringerem Stromverbrauch, etwa in einer Mietwohnung mit rund 2.000 kWh pro Jahr, kann sich ein Balkonkraftwerk lohnen. Hier liegt die Amortisationszeit meist bei etwa fünf bis sechs Jahren.

PV-Anlagen: Deutlich mehr Strom vom eigenen Dach

Eine klassische Photovoltaikanlage ist deutlich größer. Während Balkonkraftwerke maximal 2 kWp Leistung haben dürfen, liegen PV-Anlagen auf Einfamilienhäusern oft zwischen 5 und 15 kWp.

Ein Beispiel: Eine Anlage mit 18 Solarmodulen (8,1 kWp) produziert rund 8.100 kWh Strom im Jahr. Damit kannst Du bei einem Haushalt mit 3.500 kWh Verbrauch rund 72 % Deines Stroms selbst decken, wenn zusätzlich ein 5 kWh Batteriespeicher installiert ist.

Der finanzielle Effekt ist deutlich größer: Du sparst etwa 707 € Stromkosten pro Jahr und bekommst zusätzlich rund 419 € Einspeisevergütung.

Warum sich PV-Anlagen langfristig stärker lohnen

Der größte Nachteil einer PV-Anlage sind die hohen Anschaffungskosten. Für die Anlage mit Speicher aus unserem Beispiel musst Du aktuell etwa 14.000 € einplanen.

Deshalb dauert es deutlich länger, bis sich die Investition rechnet: In unserem Beispiel etwa 14 bis 15 Jahre.

Dafür fällt die Bilanz über die gesamte Laufzeit besser aus. Nach 20 Jahren bringt die Anlage in unserer Beispielrechnung rund 5.400 € Überschuss. Zum Vergleich: Ein Balkonkraftwerk kommt im gleichen Zeitraum je nach Größe auf etwa 2.500 bis 3.300 €.

Fazit: Balkonkraftwerk für den Einstieg, PV-Anlage für mehr Autarkie

Ein Balkonkraftwerk ist der günstigste Weg zu eigenem Solarstrom. Es rechnet sich schnell und funktioniert auch in Mietwohnungen. Die Autarkie bleibt allerdings begrenzt.

Eine PV-Anlage auf dem Dach ist deutlich teurer – liefert dafür aber viel mehr Strom und kann Dich langfristig wesentlich unabhängiger vom Stromversorger machen.  

Besonders sinnvoll ist eine größere PV-Anlage, wenn Dein Strombedarf künftig steigt – etwa durch ein E-Auto, eine Wärmepumpe oder mehr Personen im Haushalt. Dann bezahlt sich die PV-Anlage auch deutlich schneller ab als die oben genannten 15 Jahre. 

Jetzt noch Einspeisevergütung sichern

Wenn Du eine größere PV-Anlage planst, kann sich ein schneller Start lohnen. Denn ab Januar 2027 soll die Einspeisevergütung für neu installierte Anlagen wegfallen.

Wichtig ist dabei: Hol Dir mehrere Angebote ein. Die Preise für Solaranlagen können sich deutlich unterscheiden.

Für einen ersten Überblick kannst Du z. B. Vergleichsportale wie selfmade-energy.com nutzen. Auch über Vermittlungsportale wie photovoltaik-angebotsvergleich.de oder solaranlagen-portal.com bekommst Du schnell mehrere Angebote. 

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