Kurzarbeit und Kurzarbeitergeld

Mit Kurzarbeit durch die Corona-Krise

Dr. Britta Beate Schön 01. Februar 2021
Das Wichtigste in Kürze
  • In Kurzarbeit musst Du weniger oder gar nicht arbeiten, bist aber finanziell durch Kurzarbeitergeld abgesichert. 
  • Je länger die Kurzarbeit dauert, desto mehr Geld bekommst Du: erst 60 Prozent, ab dem vierten Monat 70 Prozent und ab dem siebten Monat gibt es 80 Prozent vom ausgefallenen Lohn. Dein Arbeitgeber zahlt jeweils 7 Prozent mehr, falls Du ein Kind hast.
  • Dein Anspruch auf Urlaub wird durch Kurzarbeit nicht geringer.
  • Kurzarbeitergeld ist nur zur Überbrückung gedacht. Es wird normalerweise höchstens zwölf Monate gezahlt, wegen der Corona-Krise kannst Du es derzeit bis zu 24 Monate bekommen – längstens bis zum 31. Dezember 2021.
So gehst Du vor
  • Kontrolliere Deine Lohnabrechnung während der Kurzarbeit genau, damit Du auch das Geld bekommst, das Dir zusteht (Kinder, Urlaub, Erhöhung ab dem vierten und siebten Monat).
  • Falls Dein Chef Deine Urlaubstage wegen der Kurzarbeit kürzt, solltest Du Dich dagegen wehren.
  • Kommst Du mit dem Kurzarbeitergeld nicht aus, können Wohngeld oder Kinderzuschlag helfen, oder Du suchst Dir einen Nebenjob, mit dem Du die Gehaltslücke auffüllst.

Während der Corona-Pandemie müssen einige Firmen vorübergehend den Betrieb einstellen, Aufträge brechen weg, Hotels, Restaurants und Kantinen sind zu und Bänder stehen still. Im Januar 2021 waren in Deutschland etwa 2,6 Millionen Menschen in Kurzarbeit. Bist Du auch davon betroffen? Wir geben Dir Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Was ist Kurzarbeit?

In Notfällen wie der Finanzkrise oder der Corona-Pandemie greift der Staat mit der Bundesagentur für Arbeit bedürftigen Unternehmen wirtschaftlich unter die Arme, damit diese während einer vorübergehenden Krise ihre Mitarbeiter nicht entlassen müssen. Statt zu kündigen kann Dich Dein Arbeitgeber in Kurzarbeit schicken. Das bedeutet: Du arbeitest weniger als sonst, bei „Kurzarbeit Null“ sogar gar nicht mehr, ohne arbeitslos zu sein.

Finanziell bist Du als Arbeitnehmer durch das Kurzarbeitergeld abgesichert, das ungefähr dem Arbeitslosengeld entspricht. Du musst dafür nichts beantragen. Das erledigt Dein Arbeitgeber für Dich. Der wiederum bekommt seine Zahlungen von der Arbeitsagentur erstattet, wenn er mindestens 10 Prozent der Belegschaft nicht voll beschäftigen kann. Auch die Sozialversicherungsbeiträge erstattet die Bundesagentur für Arbeit Deinem Arbeitgeber in voller Höhe bis zum 30. Juni 2021. Danach gibt es nur noch die Hälfte der Beiträge, bis längstens Ende 2021. Ist die Krise vorbei, startest Du wieder mit Deiner Arbeit, wie es in Deinem Arbeitsvertrag steht.

Vereinbarung mit dem Arbeitgeber notwendig

Durch den Arbeitsvertrag hast Du Dich mit Deinem Arbeitgeber darauf geeinigt, wie viele Stunden Du in der Woche arbeitest und was Du verdienst. Dein Chef kann deshalb nicht einfach anordnen, dass Du weniger arbeitest oder ganz zuhause bleibst und entsprechend weniger Geld bekommst. Kurzarbeit funktioniert daher nur, wenn Du als Arbeitnehmer zustimmst.

In einigen Arbeitsverträgen gibt es dazu jedoch besondere Klauseln. Mit der Unterschrift unter den Arbeitsvertrag haben sich viele Arbeitnehmer schon vorab mit Kurzarbeit einverstanden erklärt, falls sie einmal notwendig wird. Ein anderer Weg, über den Du nicht persönlich in der jetzigen Situation zustimmen musst, ist, dass es eine Betriebsvereinbarung dazu gibt.

Und selbst wenn Dein Chef Dich einfach über die Verkürzung Deiner Arbeitszeit anlässlich von Corona in Kenntnis setzt: Oft wird Dir nichts anderes übrigbleiben, als dem zuzustimmen. Falls Du der Kurzarbeit widersprichst, riskierst Du eine betriebsbedingte Kündigung.

Kurzarbeit und Minijob

Für Minijobber gibt es kein Kurzarbeitergeld. Arbeitgeber können die Leistung nur für die Arbeitnehmer beantragen, die auch Beiträge in die Arbeitslosenversicherung zahlen. Geringfügig Beschäftigte oder 450-Euro-Minijobber zahlen nicht ein.

Hast Du einen Minijob und stellt Dich Dein Arbeitgeber frei, dann muss er Dein Gehalt weiterzahlen. Steht in Deinem Vertrag nicht, wie viele Stunden Du im Monat arbeiten musst, dann wirst Du so behandelt, als wären 20 Stunden vereinbart – und die muss Dein Arbeitgeber auch bezahlen. Er kann Dich auch kündigen. Dann muss er aber bis zum Ablauf der Kündigungsfrist Deinen Lohn weiterzahlen, auch wenn Du wegen der Auswirkungen der Corona-Pandemie nicht arbeiten kannst.

Wie hoch ist das Kurzarbeitergeld?

Wer in Kurzarbeit ist, bekommt Kurzarbeitergeld. Wieviel genau, hängt davon ab, ob Du Kinder hast und wie lange Du schon in Kurzarbeit bist. Mitarbeiter mit Kindern erhalten rund 67 Prozent vom letzten Nettolohn, falls sie in Kurzarbeit Null sind. Diejenigen, die reduziert arbeiten, erhalten ihren Teilzeitlohn – auch Kurzarbeiterlohn genannt. Für den finanziellen Ausgleich zum Vollzeitlohn gibt es 67 Prozent als Kurzarbeitergeld. Wer keine Kinder hat, bekommt 60 Prozent.

Ein Beispiel: Eine Mitarbeiterin mit Kind erhält normalerweise netto 2.400 Euro. In der Corona-Krise kann sie nur noch 50 Prozent arbeiten. Für die geleisteten Stunden zahlt der Arbeitgeber die Hälfte des vereinbarten Gehalts, also nur noch 1.200 Euro. Als Kurzarbeitergeld bekommt sie in den ersten drei Monaten 67 Prozent von 1.200 Euro, also 804 Euro. Insgesamt bekommt sie somit 2.004 Euro, arbeitet aber nur die Hälfte der Zeit.

Ab dem vierten Monat der Kurzarbeit gibt es in der Corona-Pandemie mehr Geld. Du bekommst dann 77 Prozent des ausgefallenen Lohns, wenn Du Kinder hast, ansonsten 70 Prozent. Ab dem siebten Monat sind es sogar 87 Prozent beziehungsweise 80 Prozent für Kinderlose. Voraussetzung für die Erhöhungen: Du arbeitest während der Kurzarbeit weniger als die Hälfte Deiner üblichen Stunden. Die folgende Tabelle gilt für alle, die bis März 2021 in Kurzarbeit geschickt werden.

Höhe des Kurzarbeitergelds bis zum 31. Dezember 2021

Dauer der Kurzarbeitmit Kindernohne Kinder
1. bis 3. Monat67 % der Nettodifferenz60 % der Nettodifferenz
4. bis 6. Monat77 % der Nettodifferenz70 % der Nettodifferenz
ab dem 7. Monat87 % der Nettodifferenz80 % der Nettodifferenz

Quelle: §§ 105, 421c Abs. 2 SGB III

Die Monate, in denen Du Kurzarbeitergeld bekommst, müssen nicht zusammenhängen. Das bedeutet: Unterbrechungen der Kurzarbeit wirken sich nicht auf die Höhe des Kurzarbeitergeldes aus. Erhältst Du aber in einem Monat zum Beispiel Krankengeld, so wird dieser Monat nicht berücksichtigt.

Das Kurzarbeitergeld ist wie das Arbeitslosengeld gedeckelt. Dein Gehalt wird für die Berechnung nur bis zur aktuellen Beitragsbemessungsgrenze für die gesetzliche Renten- und Arbeitslosenversicherung berücksichtigt. Das bedeutet, Dein Arbeitgeber berechnet Dein Kurzarbeitergeld mit einem Verdienst von 6.900 Euro im Westen oder 6.450 Euro im Osten, selbst wenn Dein Einkommen höher liegt. Im Jahr 2021 liegen die Grenzen bei 7.100 Euro im Westen und 6.700 Euro im Osten.

Steuerklasse und Kinderfreibeträge und Kurzarbeitergeld

Welche Steuerklasse bei der Berechnung des Kurzarbeitergelds berücksichtigt wird, hängt von den Eintragungen auf Deiner elektronischen Lohnsteuerkarte ab. Änderst Du die Steuerklasse, muss Dein Arbeitgeber das bei der Abrechnung des darauffolgenden Monats berücksichtigen.

In dieser Tabelle 1 der Bundesagentur für Arbeit kannst Du anhand der Steuerklassen ablesen, wie hoch Dein reguläres Kurzarbeitergeld in den ersten drei Monaten ausfällt. Die erhöhten Zahlbeträge ab dem vierten Monat kannst Du in Tabelle 2 ablesen.

Achtung: Falls Du Kinder hast und in Steuerklasse V bist, musst Du selbst aktiv werden. Auf Deiner Lohnsteuerkarte fehlt nämlich der Kinderfreibetrag, der steht bei Deinem Ehepartner mit Lohnsteuerklasse III. Teile Deinem Chef mit, dass Du Anspruch auf das höhere Kurzarbeitergeld hast. Dazu schickst Du ihm am besten eine Kopie der Lohnsteuerkarte Deines Ehepartners.

Laut Bundesagentur für Arbeit müssen weder Du noch Dein Chef derzeit eine gesonderte Bescheinigung bei der Agentur für Arbeit beantragen. Dein Chef muss nur die Nachweise aufbewahren für eine spätere Prüfung.

Ar­beit­ge­ber­zu­schuss zum Kurzarbeitergeld

Einige Arbeitgeber stocken das Kurzarbeitergeld freiwillig auf, weil sie die finanziellen Folgen von Corona für ihre Mitarbeiter abmildern wollen. Solche Zuschüsse sind in manchen Tarifverträgen oder Betriebsvereinbarungen sogar festgeschrieben. Bekommst Du als Arbeitnehmer einen Ar­beit­ge­ber­zu­schuss, so ist dieser beitrags- und steuerfrei, sofern er zusammen mit dem Kurzarbeitergeld 80 Prozent Deines ausgefallenen Lohns nicht übersteigt (§ 3 Nr. 28a EstG, § 1 Abs. 1 Nr. 8 SvEV).

Was ist mit Überstunden und Urlaub?

Kurzarbeitergeld gibt es erst dann, wenn Du Dein Überstundenkonto abgebaut hast. Überstunden während der Kurzarbeit sind grundsätzlich nicht erlaubt, auch wenn das in der Praxis immer wieder vorkommen soll: Die Firma ordnet Kurzarbeit an, bekommt Kurzarbeitergeld und die Mitarbeiter sollen Überstunden machen. Das könnte Subventionsbetrug sein.

Du solltest immer genau aufschreiben, wie viele Stunden Du arbeitest – besonders während der Kurzarbeit, damit Du Dich nicht der Beihilfe zum Betrug strafbar machst. Auch die Lohnabrechnung solltest Du kontrollieren. Stehen dort weniger Stunden, als Du tatsächlich gearbeitet hast, solltest Du das mit Deinem Arbeitgeber klären. Er muss die Mehrstunden nachvergüten.

Urlaubsansprüche aus dem Vorjahr

Bevor Du Kurzarbeitergeld bekommst, musst Du Deinen Urlaub aus dem Vorjahr genommen haben. Auch Resturlaub kannst Du grundsätzlich nicht in das neue Jahr hinüberretten, wenn Du Kurzarbeitergeld bekommst.

Deine Urlaubstage im laufenden Jahr musstest Du im Jahr 2020 nicht vorher aufbrauchen, bevor der Staat Unterstützung zahlte. Für 2021 sieht das anders aus (§ 96 Abs. 4 Satz 2 Nr. 2 SGB III). Seit dem 1. Januar 2021 musst Du wieder Deine nicht genutzten Urlaubstage nutzen, bevor Du Kurzarbeitergeld bekommen kannst, so die Vorgabe der Arbeitsagentur.

Du solltest also am besten Deinen Urlaub 2021 so planen und beantragen, dass Du am Ende des Jahres alle Tage verbraucht hast. Sonst bekommst Du weniger Kurzarbeitergeld. Dein Arbeitgeber muss die Urlaubsplanung oder eine Urlaubsliste für die Beschäftigten in Kurzarbeit im Laufe des Jahres der Arbeitsagentur vorlegen. Reicht Dein Arbeitgeber keine Pläne ein, dann kann die Agentur gegen Ende des Jahres das Kurzarbeitergeld wegen noch nicht genommener Urlaubstage streichen.

Kürzung Deines Urlaubsanspruchs

Hast Du Urlaub während der Kurzarbeit geplant, so kannst Du ihn normal nehmen. In dieser Zeit bekommst Du Dein übliches Gehalt, genauer: das Durch­schnitts­ge­halt der letzten 13 Wochen vor der Kurzarbeit. Das steht so im Gesetz (§ 11 Abs. 1 Satz 3 BurlG). Du hast also keinen Verdienstausfall, wenn Du in der Kurzarbeit Urlaub nimmst.

Aber: Dein Chef könnte für die Dauer der Kurzarbeit Deinen Urlaubsanspruch kürzen und sich dabei auf ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs stützen (EuGH, Urteil vom 8. November 2012, Az. C-229/11 C-230/11). Die Gewerkschaften sehen das allerdings anders. Das Bundesurlaubsgesetz erlaube eine Kürzung des Mindesturlaubs gerade nicht. Zudem lasse sich das Urteil der Luxemburger Richter nicht auf die Kurzarbeit wegen Corona übertragen. Klar ist die Rechtslage also nicht. Für Dich bedeutet das: Du solltest Dein Urlaubskonto überprüfen. Falls Dein Arbeitgeber Urlaubstage gekürzt hat, kannst Du Dich dagegen wehren.

Was ist, wenn Du in Kurzarbeit krank wirst?

Wirst Du während der Kurzarbeit krank, gilt wie bei jeder Krankmeldung: Du gehst wie im Arbeitsvertrag vorgesehen zum Arzt und legst Deinem Chef und der Krankenkasse Dein Attest vor. Du bekommst von Deinem Arbeitgeber das Kurzarbeitergeld weiter. Du hast also keinen Nachteil, aber auch keinen Vorteil, wenn Du krank bist.

Bist Du länger als sechs Wochen wegen derselben Krankheit arbeitsunfähig, bekommst Du als Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse Krankengeld. Das berechnet sich aus dem ungekürzten Arbeitsentgelt, das Du vor Beginn der Kurzarbeit bekommen hast.

Darfst Du zum Kurzarbeitergeld hinzuverdienen?

Hattest Du schon vor Beginn der Kurzarbeit einen Nebenjob, ändert sich nichts. Dieser Nebenverdienst wird nicht auf Dein Kurzarbeitergeld angerechnet. Bist Du in Kurzarbeit und beginnst eine Nebentätigkeit, dann darfst Du seit dem 1. Mai 2020 in allen Berufen hinzuverdienen – und zwar bis zur vollen Höhe Deines Monatsgehalts. Diese Regelungen gelten bis zum 31. Dezember 2020.

Deinen Arbeitgeber musst Du über Deinen Nebenjob informieren und ihm mitteilen, was Du verdienst. Verdienst Du mit dem zusätzlichen Job und dem Kurzarbeitergeld zusammen mehr als Du vor der Kurzarbeit mit Deiner Hauptbeschäftigung verdient hast, wird das auf das Kurzarbeitergeld angerechnet.

Neu: Ab dem 1. Januar 2021 werden alle Nebenverdienste außer Minijobs auf das Kurzarbeitergeld angerechnet. Das ist im Beschäftigungssicherungsgesetz geregelt.

Wie lange gibt es Kurzarbeitergeld?

Eigentlich kannst Du nur zwölf Monate Kurzarbeitergeld bekommen (§ 104 SGB III). Da die Corona-Pandemie eine besondere Ausnahmesituation ist, hat der Gesetzgeber die Bezugsdauer des Kurzarbeitergeldes verlängert. Du kannst wegen Corona jetzt bis zu 24 Monate Kurzarbeitergeld bekommen, längstens bis Ende Dezember 2021.

Dein Chef kann die Kurzarbeit aber auch vorzeitig beenden, wenn sich die Lage wieder entspannt und der Betrieb normal weiterläuft.

Auswirkungen auf das Elterngeld

Verdienst Du zwischen dem 1. März und dem 31. Dezember 2020 wegen der Corona-Pandemie weniger, weil Du in Kurzarbeit bist, entstehen Dir dadurch keine Nachteile bei der Berechnung des Elterngelds. Das Kurzarbeitergeld fließt bei der Berechnung nicht mit ein, diese Monate werden einfach übersprungen. Stattdessen zählt Dein höheres Einkommen aus den Monaten davor (§ 27 Abs. 4 BEEG).

Neu: Auch diese Regelungen hat der Gesetzgeber mit dem Beschäftigungssicherungsgesetz verlängert: Die Monate, in denen Mütter und Väter aufgrund der Corona-Pandemie bis zum 31. Dezember 2021 weniger arbeiten können, mindern den Anspruch auf Elterngeld nicht.

Musst Du Steuern zahlen auf das Kurzarbeitergeld?

Kurzarbeitergeld ist steuerfrei. Sollte Dein Arbeitgeber aufgrund eines Tarifvertrags oder freiwillig Dein Kurzarbeitergeld aufstocken, so sind diese Zuschüsse auch weitgehend steuerfrei. Aber als Lohnersatzleistung unterliegt Kurzarbeitergeld ebenso wie die Zuschüsse dem sogenannten Progressionsvorbehalt.

Das bedeutet für Dich: bei der späteren Einkommensteuerveranlagung ermittelt das Finanzamt einen besonderen Einkommensteuersatz. Hierfür rechnet das Amt das Kurzarbeitergeld zu dem ansonsten zu versteuernden Einkommen hinzu. Aus diesem sogenannten fiktiven Einkommen ergibt sich der entsprechende Steuersatz. Dieser Steuersatz wird dann auf das tatsächlich zu versteuernde Einkommen ohne Kurzarbeitergeld angewendet. Dadurch kann es sein, dass Du im nächsten Jahr Einkommensteuer nachzahlen musst.

Darf Dich Dein Arbeitgeber kündigen während der Kurzarbeit?

Auch während der Kurzarbeit kann Dich Dein Arbeitgeber kündigen. Eine betriebsbedingte Kündigung kann gerechtfertigt sein, wenn die Beschäftigungsmöglichkeit für Dich trotz Kurzarbeit auf Dauer entfällt. Besser geschützt bist Du vielleicht, wenn für Dich ein Tarifvertrag gilt.

Einige Tarifverträge regeln, dass betriebsbedingte Kündigungen während der Kurzarbeit und bis drei Monate danach ausgeschlossen sind, wie zum Beispiel der Tarifvertrag zur Kurzarbeit im öffentlichen Dienst (TV COVID), der bis zum 31. Dezember 2021 gilt.

Bist Du gekündigt worden, solltest Du Dich unbedingt an einen Rechtsanwalt wenden.

Kurzarbeit und Arbeitslosengeld

Solltest Du nach der Kurzarbeit Deinen Job verlieren, berechnet sich Dein Arbeitslosengeld danach, was Du ohne Kurzarbeit verdient hättest. Bei der Höhe des Arbeitslosengelds hast Du also durch die Kurzarbeit keinen Nachteil. Auch zählen zur Erfüllung der Anwartschaftszeiten Monate in Kurzarbeit wie normale Beschäftigungsmonate.

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