Wie hast Du als Kind das Thema Sparen kennengelernt? Bei mir war es der KNAX-Club von der Sparkasse. Unvergessen, wie ich ganz aufgeregt mit meiner Biene-Maja-Spardose in die Sparkasse Bruck gelaufen bin, um für meine gesparten Münzen Malbücher, Stifte und vielleicht ein kleines Stofftier zu bekommen.
Heute sehe ich das anders: Die Geschenke waren auch Werbung, um uns Kinder früh als Kundinnen und Kunden zu gewinnen. Der Weltspartag wurde 1924 auf einem internationalen Sparkassenkongress ins Leben gerufen. Bis heute nutzen Banken und Sparkassen ihn, um für sich und ihre Sparangebote zu werben.
Doch diese Angebote sind nicht immer die besten für Dich. Und für Deinen eigenen Sparplan brauchst Du keinen besonderen Tag. Ich zeige Dir, wie Du Deine Ausgaben sortierst, einen Notgroschen aufbaust und regelmäßig Geld für Deine Zukunft zurücklegst. Passend zu Deinem Einkommen und Deinem Alltag.
50-30-20: So wird aus Deinem Sparvorhaben ein Plan
Eine Orientierung bietet Dir bei Finanztip Woman unsere 50-30-20-Regel. Mit ihr teilst Du Dein monatliches Nettoeinkommen in drei Bereiche auf:
- 50 % für notwendige Ausgaben: Dazu zählen Deine Miete, Kosten für Lebensmittel, Strom, Versicherungen oder auch Kosten für Deinen Arbeitsweg
- 30 % für Spaß und Freizeit: Dazu zählen Ausgaben für Restaurantbesuche, Shopping, Streaming und Urlaub
- 20 % fürs Sparen: Du beginnst mit Deinem Notgroschen auf einem gut verzinsten Tagesgeldkonto. Wenn Du die Zielgröße von mindestens drei Nettomonatsgehältern erreicht hast, geht es um Deine Altersvorsorge
Ein Beispiel: Angenommen, Du hast 2.000 € netto. Dann wäre es gut, wenn Du es schaffst, Dein Einkommen nach der 50-30-20-Regel folgendermaßen aufzuteilen:
- 1.000 € für notwendige Ausgaben
- 600 € für Spaß und Freizeit
- und 400 € fürs Sparen
Wichtig: Wenn Deine Lebenshaltung gerade mehr kostet, starte mit einem kleineren Sparbetrag, den Du zuverlässig zurücklegen kannst. Wichtig ist, dass Du anfängst und Sparen ein fester Bestandteil in Deinem Leben wird.
Mach Sparen zu Deinem Alltag
Ein Prinzip hilft Dir dabei. Es heißt “Pay yourself first”. Übersetzt: Bezahl Dich selbst zuerst.
Das bedeutet konkret, dass Du nicht mit dem Sparen wartest, bis hoffentlich am Ende des Monats was übrig bleibt. Richte einen Dauerauftrag direkt nach Deinem Gehaltseingang ein, zum Beispiel am Monatsanfang.
Dein erstes Sparziel ist der Notgroschen für unerwartete Ausgaben. Starte hier gern mit einem machbaren Zwischenziel, etwa 2.000 €. Mit 200 € monatlich erreichst Du es nach zehn Monaten.