Wer von Euch bleibt nach der Geburt wie lange zu Hause? Bei dieser Frage geht es um die wertvolle Zeit mit Eurem Kind, Eure Wünsche, aber eben auch häufig darum, was Ihr Euch langfristig leisten könnt.
Die geplante Elterngeld-Reform könnte finanziell einiges verändern. Wir zeigen Dir, was die Pläne für Euch bedeuten könnten.
Wichtig: Die Reform ist noch nicht beschlossen. Bis zu einer gesetzlichen Änderung gelten die bisherigen Regeln.
Elterngeld-Reform: Was sich ändern soll
Erstmals seit Einführung des Elterngeldes 2007 sollen Mindest- und Höchstbetrag steigen. Aber es soll auch stärker darauf ankommen, wer wie viele Monate Elterngeld bezieht.
Das ist geplant:
- 14 Monate neu aufgeteilt: Je vier Monate Basiselterngeld wären für jeden Elternteil fest reserviert, sechs weitere könnt Ihr flexibel aufteilen. Für alle 14 Monatsbeträge Basiselterngeld müsste jeder mindestens vier Monate übernehmen
- Erst 80 %, dann 50 %: In den ersten vier Bezugsmonaten würdet Ihr jeweils 80 % Eures Nettoeinkommens bekommen, danach 50 %. Bisher sind es meist 65 %, bei niedrigeren Einkommen mehr
- Höhere Mindest- und Höchstbeträge: Der Mindestbetrag soll von 300 auf 330 €, der Höchstbetrag von 1.800 auf 1.900 € monatlich steigen
- Gleichzeitiger Bezug: Beide Elternteile sollen wieder ohne die bisherige Einschränkung gleichzeitig Basiselterngeld bekommen können
- Alleinerziehende: Sie sollen weiterhin bis zu 14 Monate erhalten
- Sonderzahlungen zählen mit: Weihnachtsgeld und andere Sonderzahlungen würden künftig in die Einkommensberechnung einfließen
- Geschwisterbonus: Soll länger gezahlt werden
Mehr Elterngeld – auch für Euch?
Wir vergleichen drei Paare in der am häufigsten gewählten Aufteilung: Heute zwölf Monate für die Mutter und zwei für den Vater, nach den neuen Reformplänen zehn und vier Monate.
Außerdem rechnen wir aus, welchen Unterschied eine gleichmäßige Aufteilung der 14 Monate auf sieben zu sieben nach den aktuellen und geplanten Regeln macht.
*Eigene, vereinfachte Modellrechnungen: Gesamtes Basiselterngeld für beide Eltern. Vereinfachte Modellrechnungen ohne Erwerbseinkommen während des Bezugs, Mutterschaftsleistungen, Zuschläge und steuerliche Folgen
Unsere Beispiele zeigen: Das Paar mit niedrigerem Einkommen und das gut verdienende Paar bekämen nach den Reformplänen mehr Elterngeld. Das Paar mit mittlerem Einkommen bekäme weniger.
Entscheidend ist Euer Familienbudget
Wichtig: Mehr Elterngeld bedeutet nicht automatisch, dass Euer Familienbudget steigt. Unser drittes Paar verdient zusammen 9.000 € netto monatlich. Übernehmen beide jeweils sieben Monate, bekämen sie nach den Reformplänen zwar 950 € mehr Elterngeld als bei derselben Aufteilung nach heutigen Regeln. Beide verzichten aber jeweils sieben Monate auf ihr Gehalt.
Aus Gehältern und Elterngeld bleiben ihnen über die 14 Monate durchschnittlich rund 6.368 € monatlich. Gegenüber ihrem bisherigen Einkommen fehlen also rund 2.632 € pro Monat für den Start ins Leben als Familie. Ob sie das mit Rücklagen ausgleichen müssen, hängt von ihren Ausgaben ab.
Ein Vorteil an dieser gleichmäßigen Aufteilung ist aber, dass sie Euch beiden in gleichen Teilen Zeit mit Eurem Kind ermöglicht. Du als Mutter könntest mit diesem Modell früher in den Job zurück, wenn Du das möchtest.
Egal, wofür Ihr Euch entscheidet - wichtig ist, die Elternzeit finanziell vorzubereiten. So gehst Du vor: