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Börse: Was tun mit Deinem ETF, wenn eine Krise kommt? Wichtig: Keine Panikverkäufe, Sparplan weiterlaufen lassen Depotanbieter: Auch wenn er schlappmacht, ist Dein Geld sicher Gerade gibt’s an der Börse mal wieder eine Kursrally, auch bei MSCI World, ACWI IMI & Co. Der Blick ins Depot ist dann erstmal erfreulich. Aber vielleicht schaust Du auch mit etwas Sorge darauf: Ist z. B. KI wirklich die große Wachstumschance? Oder droht da eine Blase? Das kann Dir niemand ganz verlässlich beantworten. Nicht nur in der Finanztip-Community hören wir solche Fragen aber immer wieder. MSCI World hat schon viele Krisen überstandenSchauen wir deshalb auf Deinen Aktien-ETF: Wie sicher ist er in Krisen, falls wirklich eine kommen sollte? Dazu blicken wir zuerst auf den MSCI World, auch wenn unsere Top-Empfehlung mittlerweile der IMI ist. Denn der World hat eine längere Historie und schon so einige heftige Krisen hinter sich, aus denen Du lernen kannst. Für den IMI gilt dann sowieso ähnliches: Denn er besteht zu knapp 80 % aus dem MSCI World. Aber wie haben sich die Krisen ausgewirkt?Das zeigt Dir unsere Grafik:
Auf diese Zahl kommt es anDu siehst: Der MSCI World hat schon einige massive Kursstürze hinter sich. Aber: Wer in der Vergangenheit in den MSCI World investiert und seine Anteile beliebige 15 Jahre liegen gelassen hat, hat niemals Verlust gemacht. Und zwar unabhängig vom Zeitpunkt, zu dem Du investiert hast. Die niedrigste Rendite bei einer Einmalanlage über 15 Jahre lag bei 1,3 % p. a. Die höchste bei 14,46 % p. a. Der Schnitt über alle 15-Jahreszeiträume: 8,3 % p. a. ACWI IMI: Sparplan über 15 Jahre immer im PlusBei unserer Top-ETF-Empfehlung gilt ähnliches. Kein Wunder: Denn der ACWI IMI streut noch deutlich breiter als der MSCI World. Hier hättest Du auch mit einem ETF-Sparplan über beliebige 15 Jahre seit der Jahrtausendwende nie Verlust gemacht. Das zeigt Dir ein Auszug aus unserem Renditedreieck, für das wir einen ETF-Sparplan simuliert und mit Daten von MSCI zurückgerechnet haben:
So liest Du die Grafik: Sagen wir Du hast im Juni 2001 (Y-Achse) Deinen Sparplan gestartet. Dann lag Deine Jahresrendite bis Juni 2021 (X-Achse) im Schnitt bei 9,4 %. Über diese 20 Jahre war also alles gut. Nach zehn Jahren – im Juni 2011 – wären es aber nur 3,6 % p. a. gewesen. Trotz Dotcom- und Finanzkrise immerhin kein Minus. Aber ein klares Zeichen, dass kürzere Laufzeiten als 15 Jahre Renditerisiken bringen. Was solltest Du in einer Krise tun?Auch wenn Du die 15-Jahre-Regel kennst: Eine Börsenkrise mit einem fetten Minus von z. B. über 50 % aus unseren Beispielen kann beim Blick ins Depot echt wehtun. Wir wollen Dir deshalb helfen, richtig vorzugehen. Passend zu Deiner Situation, also ob Du noch ansparst oder schon Geld entnimmst. 1. Du sparst noch an: So managst Du die KriseWenn Du noch in der Ansparphase bist, denk vor allem an eins: Du bist noch gar nicht am Ziel. Die Verluste, die Du im Depot siehst, sind virtuell. Sie werden erst real, wenn Du verkaufst. Und: Jeder Anteil kann noch die 15 Jahre investiert bleiben. Das gilt auch für Anteile, die Du noch kurz vor dem Ruhestand kaufst. Denn dann solltest Du sowieso nicht auf einen Schlag alles verkaufen. Deshalb: Verkauf nicht panisch bei einer Krise, sondern halt Deine Anteile und lass den Sparplan weiterlaufen. Ansonsten verpasst Du den Aufschwung danach. Und für Deine Sparrate bekommst Du dann sogar mehr Anteile als sonst. 2. Du entsparst schon: So managst Du die KriseDeutlich schmerzhafter ist so eine Krise, wenn Du schon Geld aus Deinem Aktien-ETF entnimmst. Du musst jetzt für den gleichen Betrag mehr Anteile entnehmen. Besonders gefährlich ist ein Crash, wenn er Dich kurz nach Beginn Deiner Rente trifft und Du wahrscheinlich gerade besonders viel Geld im Depot hast. Bei diesem sogenannten Renditereihenfolgerisiko geht's darum, wann genau Dich ein Crash trifft. Das zeigt Dir ein Beispiel aus unserem Unterstützer-Kurs Dein Depot im Ruhestand in der Finanztip Academy: - Du hast mit 67 Jahren 300.000 € im Aktien-ETF, außerdem 75.000 € auf einem Tagesgeldkonto, das mit 2 % p. a. verzinst ist
- Davon entnimmst Du monatlich 750 €, um Deine Rentenlücke zu schließen
- Der Einfachheit halber nehmen wir an, Du entnimmst nur aus dem Aktien-ETF
Szenario 1: Der Crash zum RentenbeginnDu gehst mit 67 Jahren in Rente, kurz danach kommt ein Börsencrash, der Deinen Aktien-ETF 30 % nach unten rauschen lässt. Aus 300.000 € werden so 210.000 €. Du entnimmst trotzdem, um die Rentenlücke zu schließen. Dein ETF macht nach dem Crash weiterhin 6 % p. a. Nach zehn Jahren, mit 77, hast Du dann noch gut 240.000 € im Depot. Dazu kommen dank Zinsen ca. 91.000 € auf dem Tagesgeld, also 331.000 € insgesamt. Du siehst: Das Depot hat sich in zehn Jahren trotz Entnahme etwas erholt. Du kannst ja auch in der Rente Rendite machen. Und: Du könntest natürlich nach dem Crash auch erstmal vom Tagesgeld entnehmen, um so den Effekt noch stärker abzumildern. Szenario 2: Der Crash nach 10 Jahren RenteAuch hier gehst Du mit 67 Jahren in Rente, entnimmst 750 € pro Monat und Dein ETF macht 6 % Rendite p. a. Macht nach 10 Jahren ca. 400.000 € im Depot. Geht es jetzt durch einen Crash 30 % nach unten, sinkt Dein Depotwert auf gut 281.000 €. Dazu kommen auch hier 91.000 € auf dem Tagesgeld. Mit insgesamt 372.000 € bist Du quasi da, wo Du vor zehn Jahren begonnen hast. 40.000 € mehr durch späteren CrashDer spätere Crash macht also ca. 40.000 € Unterschied im Vergleich zu Szenario 1 (281.000 statt 240.000 € im Depot). Zum Start der Entnahmephase ist er besonders schmerzhaft, da Dein Depot prall gefüllt ist, aber kein Geld mehr nachkommt. Hier nochmal auf einen Blick:
Nicht mehr als 3 % pro Jahr entnehmenTrotzdem kannst Du einen Crash überstehen: Indem Du investiert bleibst und nicht mehr als 3 % des Startwerts pro Jahr entnimmst. Das entspricht genau den 750 €/Monat = 9.000 €/Jahr in unserem Beispiel. Denn unsere Analysen zeigen: Mit dieser Entnahmequote hast Du auch im hohen Alter noch Geld übrig – selbst wenn es an der Börse ganz ungünstig läuft. Und wenn Dein Depot- oder ETF-Anbieter pleitegeht?Bleibt noch eine Sorge: Was, wenn es in einer großen Krise auch Deinen Depotanbieter erwischt und der pleitegeht? Oder der Anbieter Deines Aktien-ETFs? Die gute Nachricht: Deine Anteile sind als Sondervermögen geschützt. Sie werden von einer gesonderten Depotbank verwaltet. Beim ETF-Anbieter iShares z. B. von der State Street Bank. Keine Sorgen, falls die Depotbank pleitegehtDamit hat die Fondsgesellschaft keinen Zugriff darauf. Geht die Depotbank pleite, werden Deine Anteile an eine andere übertragen. Dasselbe gilt für Deinen Depotanbieter: Geht er pleite, wird Dein Depot zu einem anderen Anbieter übertragen. Bei diesem Punkt musst Du Dir also keine Sorgen machen und kannst deshalb bei Depotanbietern einfach auf Preis und Leistung achten. Wir empfehlen unseren Preis-Leistungs-Sieger
Traders Place*. Die beste Leistung in unserem Vergleich bekommst Du bei
Comdirect*. Fazit: So minimierst Du Dein RisikoDu willst das Risiko für Deinen Aktien-ETF möglichst klein halten? Dann halt Dich an diese vier Punkte: - Diversifizier möglichst gut: Mit dem MSCI ACWI IMI streust Du Dein Geld über möglichst viele Länder und Unternehmen. Und damit auch Dein Risiko
- Lang halten: Je länger die Anteile liegen, desto mehr Zeit haben sie, sich von Krisen zu erholen. Leg früh los und lass die Anteile liegen, mind. 15 Jahre
- Halt die Balance: Überprüf einmal im Jahr, wie der Anteil von Aktien-ETF und Sicherheitsbaustein ist. Wenn die Anteile um 5 %-Punkte von Deiner gewünschten Verteilung abweichen, stell die Balance wieder her (Rebalancing)
- Flexible Auszahlungen: Wenn die Krise da ist, versuch zuerst Geld aus dem Sicherheitsbaustein zu entnehmen. Dann vermeidest Du, viele Anteile für relativ wenig Geld verkaufen zu müssen. Später kannst Du dann Rebalancing machen. Musst Du aus dem ETF entnehmen, belass es in guten wie in schlechten Zeiten bei 3 % p. a.
Mit der Entnahmephase beschäftigen wir uns bald übrigens nochmal genauer. Du willst bis dahin noch mehr übers Depotmanagement erfahren? Dann schau in unseren Ratgeber zum Rebalancing. Oder mach unseren Academy-Kurs Depotmanagement für Fortgeschrittene: Optimieren und richtig anpassen für Finanztip Unterstützer.
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