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AV-Depot: Viele Fragen aus der Finanztip-Community sind noch offen Ü50 oder Riester: Lohnt es sich in solchen Situationen? Über 80 Fragen: Beantworten wir hier gesammelt für Dich Das Altersvorsorge-Depot wirft noch viele Fragen auf – bei Euch in der Finanztip-Community, aber auch ganz grundsätzlich. Denn noch sind nicht alle Details der staatlichen Regelung geklärt. Lohnt sich das Depot auch noch mit Ü50? Was machst Du mit Deinem Riester-Vertrag? Und warum solltest Du überhaupt ein Altersvorsorge-Depot wählen, wenn Du auch selbst einen ETF besparen kannst? Mehr als 5.400 von Euch haben bei unserer Umfrage mitgemacht und uns über 80 unterschiedliche Fragen geschickt. Wir beantworten hier die häufigsten: 1. Lohnt sich das Altersvorsorge-Depot kurz vor der Rente noch?Du bist Ü55 oder Ü60 und hast nur noch drei, fünf oder zehn Jahre bis zur Rente? Dann kann sich das AV-Depot trotzdem noch lohnen. Entscheidend ist dabei nicht unbedingt, ob Du in der kurzen Zeit noch eine hohe Rendite bekommst. Sondern die staatliche Förderung. Willst Du dafür nicht mehr das volle Börsenrisiko eingehen, könntest Du Dein Geld im AV-Depot zum Beispiel in einen Geldmarktfonds stecken. Damit sind zwar keine großen Renditesprünge zu erwarten. Dafür schwankt die Anlage deutlich weniger als ein Aktien-ETF – und Du könntest trotzdem von den Zulagen profitieren. Denk an diese RegelungZusätzlich könnte die sogenannte Kleinbetragsrentenregelung interessant sein. Sie greift nach aktueller Regelung, wenn Deine spätere Monatsrente aus dem AV-Depot höchstens 1,5 % der monatlichen Bezugsgröße beträgt; auf Basis der Werte für 2026 wären das 59,33 € im Monat. Dann könntest Du Dir das gesamte angesparte Geld zu Beginn der Auszahlungsphase auf einen Schlag auszahlen lassen, statt eine laufende Rente zu bekommen. Ganz sicher ist allerdings noch nicht, wie einfach Ältere tatsächlich an ein AV-Depot kommen werden. Aus der alten Riester-Welt kennen wir das Problem, dass Anbieter ab einem bestimmten Alter teilweise gar keine Verträge mehr angeboten haben, weil sich das Geschäft für sie nicht lohnte. Nach dem bisherigen Stand sind für das neue AV-Depot zwar keine solchen Altersgrenzen geplant. Das heißt aber noch nicht, dass Anbieter älteren Interessenten tatsächlich genauso leicht ein Angebot machen werden. Wann ein Aktien-ETF in Frage kommtHast Du noch einige Jahre bis zur Rente und möchtest stärker auf Rendite setzen, kommt auch ein Aktien-ETF infrage. Dann solltest Du aber bedenken, dass Du zum Rentenbeginn nicht direkt auf das Geld angewiesen sein solltest. Es eignet sich eher für später in der Rente, damit Du mögliche Kursverluste länger aussitzen kannst. Mit unserem Altersvorsorgedepot-Rechner kannst Du durchspielen, wie sich Förderung, Kosten und Rendite auf Dein Vermögen bis zum Ruhestand auswirken. Unser Rat: Schreib das AV-Depot nicht allein wegen Deines Alters ab. Gerade kurz vor der Rente kann es interessant sein, noch die Förderung mitzunehmen und das Geld dabei eher risikoarm anzulegen. Prüf aber, ob Du tatsächlich ein passendes Angebot bekommst und welche Auszahlungsregeln für Dich gelten. 2. Warum AV-Depot, wenn ich einfach selbst einen ETF besparen kann?Der Einwand ist berechtigt: Mit einem normalen ETF-Depot bist Du flexibler. Bei diesem kannst Du an jedem Börsentag verkaufen. Ein Altersvorsorgedepot kannst Du mit einer Frist von drei Monaten zum Quartalsende kündigen. Du kannst also ran an das Geld im Altersvorsorgedepot, aber nur auf Sicht von einigen Monaten. Wenn Du es kündigst, werden Dir die Zulagen und die Steuervorteile wieder abgezogen – diese hättest Du aber nie gehabt, wenn Du von vorneherein auf ein Altersvorsorgedepot verzichtet hättest. Du kannst beides machen: Depot plus AV-DepotUnd es muss kein Entweder-oder sein: Ein normales ETF-Depot kann neben dem AV-Depot ein flexibler Baustein Deiner Altersvorsorge bleiben. Wenn Du schon jetzt loslegen möchtest, kannst Du über unseren Depot-Vergleich ein passendes Wertpapierdepot suchen. Das AV-Depot selbst kannst Du erst ab Januar 2027 eröffnen. Wir empfehlen dafür ETFs auf einen weltweiten Aktienindex, zum Beispiel den State Street SPDR MSCI ACWI IMI (IE00B3YLTY66), den Vanguard FTSE All World (
IE00B3RBWM25*) oder den iShares MSCI ACWI (IE00B6R52259). Unser Rat: Wenn Du bereits einen ETF-Sparplan hast, lohnt es sich fast immer, bis zu 150€ im Monat auf ein Altersvorsorgedepot zu schieben. Dir sollte bewusst sein, dass es ein paar Monate dauert, falls Du an das Geld vorzeitig ranwillst. 3. Muss ich auf das Altersvorsorge-Depot später Steuern zahlen?Ja. Dafür bekommst Du steuerliche Vorteile während der Ansparphase: Einzahlungen bis 1.800 € plus Zulagen kannst Du über den Sonderausgabenabzug in Deiner Steuererklärung geltend machen. Du zahlst also vereinfacht gesagt aus Deinem Brutto ein. Die Besteuerung ist einer der wichtigsten Unterschiede zwischen dem AV-Depot und einem normalen ETF-Depot. Beim AV-Depot wird die spätere Auszahlung komplett mit Deinem persönlichen Steuersatz versteuert – also Einzahlungen, Förderung und erzielte Gewinne. So wird Dein normales Depot besteuertBeim normalen ETF-Depot werden dagegen nur die Gewinne besteuert. Darauf fallen in der Regel 25 % Abgeltungssteuer plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer an. Bei Aktien-ETFs musst Du außerdem nur 70 % der Gewinne durch die sog. Teilfreistellung versteuern. Macht einen Steuersatz von ca. 18,5 %. Wie die Regeln für das AV-Depot funktionieren und was in der Auszahlphase passiert, erklären wir ausführlich in unserem Ratgeber zum Altersvorsorgedepot. Unser Rat: Schau nicht nur darauf, wie viel Steuer Du später zahlst. Entscheidend ist das Gesamtpaket aus Förderung, Steuervorteilen, Kosten und Auszahlung. Genau dafür kannst Du unseren AV-Depot-Rechner nutzen. Setz außerdem auf ein günstiges Wertpapierdepot mit guten Leistungen und spar hier Geld, z. B. bei unserer Preis-Leistungs-Empfehlung
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Flatex*. 4. Was ist, wenn der Staat die Regeln später wieder ändert?Diese Sorge können wir verstehen. Schließlich legst Du Dein Geld für viele Jahre oder sogar Jahrzehnte fürs Alter an. Niemand kann Dir garantieren, dass Steuerregeln und andere gesetzliche Rahmenbedingungen in 20 oder 30 Jahren noch genauso aussehen wie heute. Das gilt aber nicht nur fürs AV-Depot, sondern grundsätzlich auch für andere Anlagen: Der Staat könnte zum Beispiel auch die Kapitalertragsteuer auf normale ETF-Depots erhöhen. Neue Regeln gelten nicht automatisch für alte VerträgeWir halten es für sehr wahrscheinlich, dass für bestehende AV-Depots ein Bestandsschutz gelten würde, falls der Staat die Regeln später ändert. Das kennen wir schon aus der Vergangenheit: etwa von der Änderung bei Lebensversicherungen 2004 oder heute bei alten Riester-Verträgen. Neue Regeln gelten dann nicht automatisch genauso für alte Verträge. Dazu kommt: Bereits ausgezahlte Zulagen oder gewährte Steuervorteile kann der Staat nicht ohne Weiteres wieder zurückholen. Eigentum ist außerdem durch Artikel 14 des Grundgesetzes geschützt. Ganz einfach gesagt: Was Dir gehört, kann Dir der Staat nicht einfach wieder wegnehmen. Das heißt zwar nicht, dass Regeln für die Zukunft niemals geändert werden können. Für bestehende Verträge spricht aber einiges für einen Bestandsschutz. Und was ist, wenn der Anbieter etwas ändert? Dann bist Du weniger abhängig: Verschlechtert eine Bank, ein Broker oder eine Versicherung die Konditionen, kannst Du grundsätzlich prüfen, ob sich ein Wechsel zu einem anderen Anbieter lohnt. Trotzdem gilt: Staatliche Förderung macht ein Produkt nicht automatisch gut – das hat Riester gezeigt. Kosten, komplizierte Regeln und geringe Flexibilität können eine Altersvorsorge unattraktiv machen. Sobald es AV-Depots gibt, prüfen wir sie für DichDeshalb schauen wir beim AV-Depot nicht nur auf die Förderung, sondern auch auf die konkreten Angebote. Sobald die ersten AV-Depots auf dem Markt sind, werden wir sie für Dich prüfen. Unser Rat: Du wirst Dich nicht dauerhaft auf ein bestimmtes AV-Depot festlegen müssen. Wenn später ein besseres oder günstigeres Angebot auf den Markt kommt, wirst Du den Anbieter wechseln können. Wir halten Dich auf dem Laufenden, wenn es wichtige Gründe gibt zu wechseln. Wir empfehlen wir Dir dafür ETFs auf einen weltweiten Aktienindex, zum Beispiel den State Street SPDR MSCI ACWI IMI (IE00B3YLTY66), den Vanguard FTSE All World (
IE00B3RBWM25*) oder den iShares MSCI ACWI (IE00B6R52259). 5. Soll ich meinen Riester-Vertrag ins AV-Depot übertragen?Das ist für viele von Euch eine der wichtigsten Fragen. Unsere Antwort ist inzwischen ziemlich konkret: Kündige Deinen Riester-Vertrag jetzt nicht vorschnell. Wir raten Dir dazu, wegen der Reform weder zu kündigen noch voreilig den Anbieter zu wechseln. Wenn Du unzufrieden bist, kann eine Beitragsfreistellung eine Alternative sein. Prüf ab 2027, ob sich ein Wechsel lohntAb 2027 kannst Du dann prüfen, ob sich der Wechsel ins AV-Depot für Dich lohnt. Und Du musst Dein Riester-Guthaben nicht sofort übertragen – ein Wechsel soll auch später möglich sein. Was für Dich besser ist, hängt unter anderem davon ab, wie viel Du bisher in Riester einzahlst und welche Konditionen Dein Vertrag hat. Unser Rechner „Altersvorsorgedepot oder Riester?“ hilft Dir beim Vergleich. Kurz vor der Auszahlphase? Das musst Du beachtenStehst Du kurz vor der Riester-Auszahlphase, solltest Du besonders genau hinschauen. Finanztip empfiehlt aktuell, wenn es für Dich finanziell machbar ist, mit dem Wechsel in die Auszahlphase bis nach der Reform zu warten. Mehr dazu liest Du in unserem Ratgeber Riester kündigen oder wechseln. Unser Rat: Nichts überstürzen. Erst Deinen bestehenden Vertrag prüfen und dann ausrechnen, ob Dir ein Wechsel tatsächlich mehr bringt. Und wann kannst Du loslegen?Das neue Altersvorsorge-Depot kannst Du ab Januar 2027 eröffnen. Bis dahin kannst Du Dich schon vorbereiten: Mit unserem Altersvorsorgedepot-Rechner findest Du raus, wie viel Förderung für Dich drin sein kann und welchen Unterschied Kosten und Rendite machen. Alle Regeln, Vor- und Nachteile sowie Antworten zur Auszahlung und zum Riester-Wechsel findest Du außerdem in unserem Ratgeber zum Altersvorsorge-Depot.
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