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KI-Rausch: Treibt Börsenkurse nach oben Dotcom 2.0: Führt das zu einem Crash wie ab 2000? Ob Blase oder nicht: Handle nicht überstürzt Ende der 90er Jahre hat das Internet für große Hoffnungen gesorgt – und steigende Börsenkurse. Das Ende kennst Du wahrscheinlich: Das Kurshoch entpuppte sich als Blase. Und die Dotcom-Blase endete mit rasant fallenden Kursen. Der MSCI World brach damals um über 50 % ein. Heute wirft die Euphorie rund um KI eine ganz ähnliche Frage auf: Hofft man an der Börse zu stark auf KI?Wie Du auf diese Situation blickst, hängt auch von Deinem Alter ab. Hast Du noch 15, 20 oder mehr Jahre zur Rente, bist Du vielleicht relativ entspannt. Du könntest das Tief aussitzen und währenddessen für Deine Sparplanraten mehr Anteile bekommen. Bist Du dagegen in der Rente oder kurz davor, wäre ein Crash ein harter Schlag. Dein Depotstand ist dann in der Regel am höchsten. Ein Crash würde Deinen Depotwert stark senken, und Du müsstest mehr Anteile verkaufen, um Deine Rentenlücke zu schließen. Beide Gruppen sind in der Finanztip-Community stark vertreten. Und egal, was Du über die aktuellen Kurse denkst, ein sachlicher Blick ist die beste Herangehensweise. Was spricht also für eine Blase, was dagegen? Was für eine Blase sprichtDu willst nur wissen, was Du tun solltest? Dann lies einfach beim Fazit weiter. 1. Diese Kennzahl ist ungewöhnlich hochDas Kurs-Gewinn-Verhältnis nach Shiller (Shiller-KGV) gibt für den Vergleich zur Dotcom-Blase einen konkreten Anlass. Diese vom Nobelpreisträger Robert Shiller entwickelte Kennzahl teilt den aktuellen Kurs durch den realen Durchschnittsgewinn der vergangenen zehn Jahre. Der Gewinn ist also um die Inflation bereinigt. Shiller-KGV so hoch wie zur Dotcom-ÄraFür den wichtigen US-Aktienindex S&P 500 liegt das Shiller-KGV bei rund 39,5. Höher lag sie in der Vergangenheit nur rund um die Jahrtausendwende vor dem Dotcom-Crash (siehe Grafik).
Warum wir nur den US-Markt betrachten? Der amerikanische Aktienmarkt macht einen großen Teil des Weltmarkts aus. Und dort sitzen die meisten großen KI-Firmen. Das Shiller-KGV für den S&P 500 ist deshalb ein gutes “Fieberthermometer”. Aber: Das Shiller-KGV hat Grenzen, auch wenn es ein guter Warnhinweis ist. Es kann keinen Börsencrash oder Wendepunkt vorhersagen. Märkte können über Jahre hoch bewertet bleiben, ohne dass es zum Crash kommt. 2. Erst der Boom, dann der Crash?Die aktuelle Entwicklung hat gleich mehrere historische Vorläufer: Den Eisenbahn-Boom des 19. Jahrhunderts, die Euphorie rund um Elektrizität und das Radio in den 1920ern und die Dotcom-Ära der 90er-Jahre. In jedem dieser Fälle zog eine neue Technologie Geld von Investoren an, Aktienkurse stiegen extrem stark – gefolgt von einem heftigen Absturz. Auf technische Revolutionen kann ein Crash folgenTechnologische Revolutionen bringen ein Risiko mit sich. Und zwar das eines Zyklus aus Boom und Absturz von Aktienkursen. So könnte es auch diesmal kommen. Zu diesem Schluss sind diese Woche Ökonominnen und Ökonomen der EZB in einer vieldiskutierten Analyse gekommen. Bemerkenswert deutlich warnen die sonst eher zurückhaltenden Experten darin, eine Korrektur an den Aktienmärkten sei wahrscheinlich. Dabei müssen Aktien heute nicht einmal überwertet sein. Auch wenn die aktuellen Kurse gerechtfertigt (also nicht aufgeblasen) sind, könnten sie spürbar fallen. Z. B. weil nach Rückschlägen die Euphorie an der Börse ins Gegenteil umschlägt. 3. Auch rationale Anleger sind anfälligBei neuen Technologien können auch rationale Anlegerinnen und Anleger auf eine Blase hereinfallen. Ganz ohne übertriebene Euphorie. Den Mechanismus dahinter haben Lubos Pastor und Pietro Veronesi von der Universität Chicago erforscht. Zum Start ist bei neuen Technologien unklar, wie viel sie bringen. Positive Nachrichten erhöhen die erwarteten Gewinne von Tech-Konzernen. Und damit steigen deren Aktienkurse. Wird wahrscheinlicher, dass sich die Technologie durchsetzt, breitet sich das auf die ganze Wirtschaft aus. Anleger erwarten dann z. B. steigende Gewinne von Firmen, die mit KI Abläufe effizienter machen können. Entsprechend verteilt sich auch das Risiko der neuen Technologie auf die gesamte Wirtschaft. Das preist man an der Börse zunehmend ein und die Gewinne müssen mithalten. Tun sie das nicht, fallen die Kurse, obwohl die Technologie erfolgreich ist und sie sich durchsetzt. Letzteres führt dann erst langfristig zu Kursanstiegen. Auch wenn eine Technologie ein riesiger Erfolg ist, können ihre Aktien trotzdem zu teuer gewesen sein. So war es z. B. bei der Dotcom-Blase. Was gegen eine Blase spricht1. Investitionen verschwinden nicht mit der BlaseIn den Medien begegnen Dir meist zwei Ansichten. Entweder ist KI eine überbewertete Blase oder ein realer Durchbruch. Es könnte aber auch eine dritte Option geben, für die Ricardo Caballero vom Massachusetts Institute of Technology argumentiert. Spekulative Überbewertungen, die echte Investitionen auslösen – wie z. B. milliardenteure KI-Rechenzentren – werden dadurch teilweise real. Durch die hohen Bewertungen haben die Firmen das nötige Geld, um solche Investitionen zu stemmen. Selbst wenn eine Blase platzt und Aktienkurse fallen, verschwinden Dinge wie Rechenzentren nicht einfach. Infrastruktur und KI-Modelle sind ja nicht weg. Sie können wieder zu einem langfristigen Kursanstieg beitragen. 2. Hohe Bewertungen müssen nicht irrational seinDinge wie Chips und Rechenzentren fallen nicht einfach vom Himmel. Bis Firmen hier neue Kapazitäten haben, vergeht Zeit. Das macht die vorhandene Infrastruktur der KI-Firmen besonders wertvoll. Und deshalb steigen laut Dan Cao von der Universität Georgetown Aktienkurse und Bewertungen schneller als laufende Gewinne oder Dividenden. Es dauert eben, bis sich die Investition lohnt. Und das ist auch in heutige Kurse schon eingepreist. Hohe Bewertungen müssen dann keine irrationale Blase sein. Entscheidend ist, wie der Boom endet. Überträgt sich die höhere Produktivität nur langsam auf die restliche Wirtschaft, ist es vorbei, sobald der technische Fortschritt nachlässt. Die Ergebnisse rechtfertigen dann den Börsenkurs nicht. Das war laut Cao das Problem bei der Dotcom-Blase. Verbreitet sich KI dagegen schnell, steigt die Produktivität auch in anderen Bereichen. Dadurch fließt Geld zurück in die KI-Firmen, und deren Kurse können nach einer Verlangsamung wieder steigen. Du musst dann keinen Crash aushalten. Unser Fazit: Mach jetzt keinen voreiligen FehlerDie Warnsignale sind da, aber ein Crash ist deshalb nicht sicher. US-Aktien sind historisch hoch bewertet, KI-Aktien könnten die Erwartungen aber auch erfüllen. Am Ende kann sich ein hohes Kurs-Gewinn-Verhältnis immer auf zwei Arten auflösen. Entweder fallen die Kurse oder es steigen die Gewinne. Es kann aber auch beides passieren. Was eintritt, weiß niemand. Du solltest Deine Anlagestrategie deshalb nicht von einer solchen Prognose abhängig machen. Rund um die aktuelle Lage an den Aktienmärkten bleiben aber noch wichtige Fragen – die greifen wir in den kommenden Finanztip-Newslettern. auf. So gehst Du vor1. Cool bleibenHohe Bewertungen sind ein guter Grund, vorsichtig zu sein. Jetzt umzuschichten wird aber schnell teuer, da Du Rendite verpassen kannst, falls es keine Blase ist. Und auch wenn es eine Blase ist, verpasst Du Rendite, wenn Du zu früh umschichtest. Ob es sich um eine Blase handelt, kann niemand verlässlich vorhersagen. Lass Deinen Sparplan deshalb weiterlaufen. 2. Prüf Deine VermögensverteilungWas Du aber guten Gewissens machen kannst, ist Deine Vermögensaufteilung zu prüfen. Hast Du Dir z. B. 70 % Rendite-Anteil per Aktien-ETF und 30 % Sicherheitsbaustein mit Tagesgeld und Geldmarkt-ETF vorgenommen, prüf nach, ob Dein Geld noch so verteilt ist. 3. Stell die Balance wieder herFalls Dein Geld nicht mehr richtig verteilt ist und mehr als 5 %-Punkte von Deinem Ziel abweicht, stell die richtige Balance wieder her. Verkauf z. B. ein paar Anteile Deines Aktien-ETFs und schichte das Geld aufs Tagesgeldkonto um. Wichtig: Das gilt nur, wenn Du mehr als 20.000 € angelegt hast. Bist Du darunter, lenk einfach Deine Sparrate etwas um. 4. Optimier Deine TöpfeWenn Du schon dabei bist, überprüfe, ob Dein Depot gute Leistungen bei wenig Kosten bietet. Und auch, ob Du einen guten Tagesgeldzins bekommst. Wenn nicht, wechsle. Momentan bekommst Du hier einen guten Zins: -
Chase*: 4,0 % p. a. (für 4 Monate)
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Ikano Bank*: 3,91 % p. a. (für 3 Monate)
- DHB Bank: 3,4 % p. a. (für 6 Monate)
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