Frisch verlegte Glasfaserkabel im Bremer Geteviertel. *** Freshly laid fiber optic cables in Bremens Geteviertel district

Glasfaser ist wie geschaffen für ein schnelles und stabiles Internet. Die großen Internetknoten und Verbindungskabel – also die Hauptverkehrswege – bestehen mittlerweile allesamt aus Glasfaser. Doch auf den letzten Metern zum Haus bremsen Kupferleitungen das Tempo. Jetzt werden nach und nach auch diese ausgetauscht. Mehr als sieben Millionen Haushalte haben bereits einen Glasfaseranschluss. Das sind doppelt so viele wie noch vor drei Jahren. Bis 2030 könnte jeder Haushalt angeschlossen sein, falls die eher optimistischen Vorhersagen zutreffen.

Allerdings: Nur jeder Dritte, der heute bereits einen Glasfaseranschluss im Haus hat, nutzt diesen überhaupt. Du vielleicht auch nicht?

Punkt 1: Glasfaser ist etwas für Dauersurfer und Hausbesitzer

Die Glasfasertechnik ist von Anfang an auf die Internetübertragung ausgelegt. Es gibt deutlich weniger Störungen, und die versprochene Geschwindigkeit kommt in der Regel auch auf Deinem Computer oder Smart-TV an. Gerade wenn Du viele Videokonferenzen aus dem Homeoffice machst, ist ein Glasfaseranschluss spannend für Dich.

Und wenn Du ein Haus baust, bleibst Du mit Glasfaser vermutlich auf Jahrzehnte up to date, was das Internet angeht.

Punkt 2: Nur wenige schöpfen das rasante Tempo wirklich aus

Wenn Du hingegen mit Deinem TV-Kabel- oder DSL-Anschluss zufrieden bist, kannst Du ruhig noch abwarten. Für die meisten ist ein Download-Tempo von 1.000 Mbit/s („der Gigabit-Anschluss“) im Moment noch zu viel. Selbst für Intensivnutzer und Familien mit Teenagern sind 200 Mbit/s in der Regel genug.

Punkt 3: Kleine Glasfasertarife sind erschwinglich

Denn das schnelle Internet musst Du Dir ein bisschen was kosten lassen. Die Gigabit-Tarife (1.000 Mbit/s) bekommst Du in der Regel für 80 bis 100 Euro im Monat. Kleinere Glasfasertarife mit 200 Mbit/s kosten etwa die Hälfte – das ist schon eher konkurrenzfähig zu einem DSL-Tarif.

Glasfasernetz
Bild: IMAGO / Manngold

Punkt 4: Der Anschluss kann dauern

Der Glasfaserausbau ist mühsame Handarbeit. Im Normalfall legen die Internetunternehmen daher nach und nach einzelne Ausbaugebiete fest. Gerade in ländlichen Regionen bauen sie dann oft auch erst, wenn sich 40 Prozent der Anwohner für einen Glasfaseranschluss entscheiden. Bis alles fertig ist, kann es gerne zwei, drei Jahre dauern.

Doch das Warten lohnt sich in der Regel. Es ist meist günstiger, beim Ausbau direkt mitzumachen – Nachzügler zahlen in der Regel 750 bis 1.000 Euro extra.

Du musst lediglich zusagen, für zwei Jahre einen Glasfasertarif abzuschließen. Wie bereits erwähnt, solltest Du Dir dabei keinen allzu teuren Tarif aufschwatzen lassen. Gerade Telefon- und Haustürgeschäfte können einen leicht überrumpeln. Nach zwei Jahren kannst Du Dich auch umentscheiden und wieder zu einfachem Internet wechseln.

Punkt 5: Nicht nur die Telekom bietet Glasfaser an

Leider hast Du wenig Einfluss darauf, wann Deine Nachbarschaft zum nächsten Ausbaugebiet erklärt wird. Die Telekom hat den Glasfaserausbau lange verschleppt. Doch inzwischen hat er Fahrt aufgenommen. Auch Vodafone und das neuere Unternehmen Deutsche Glasfaser bringen vielerorts den Ausbau voran.

Zusätzlich gibt es regionale Anbieter, die Glasfaserleitungen verlegen: Im Nordwesten Deutschlands ist etwa EWE sehr aktiv. In Köln und Aachen sind es Net Cologne bzw. Net Aachen. Und in München ist M-net sehr verbreitet.

Punkt 6: Lass Dir einen eigenen Anschluss legen

Du musst nicht unbedingt abwarten, bis ein Internetunternehmen an Deine Tür klopft. Du kannst auch aktiv auf die Anbieter zugehen, um einen Einzelanschluss legen zu lassen. Der Alleingang ist jedoch mit einiger Planung und hohen Kosten verbunden: Bei der Telekom gibt es so einen Anschluss ab etwa 3.000 Euro. Liegt das Hauptkabel weiter weg, kostet der Anschluss schnell mal 70.000 Euro und mehr.

Berichte uns von Deinen Erfahrungen beim Glasfaserausbau per Mail an redaktion@finanztip.de. Dann können andere davon profitieren.

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Arne Düsterhöft
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11 Kommentare

  1. Mit 85 Jahren kann ich nicht verstehen, dass jüngere Leute sich so gegen den Ausbau von Glasfasernetze aussprechen.
    Auf der einen Seite wird ständig der lahme Ausbau des schnellen Internets bemängelt, anderseits ist man nicht bereit für den zukunftsweisenden Fortschritt zu zahlen.
    Armes Deutschland!!!

  2. Mit der Brandschutz Sanierung wird vorsorglich eine Leerverrohrung mit Glasfaserkabel in die Wohnung gelegt. Das Kabel endet in einer Unterputzdose. Wie werden später die Fasern angebunden oder abgeschlossen um schnelles Internet zu erhalten? (praktische Realisierung)

  3. Mir bereitet es Bauchschmerzen, dass irgendein Unternehmen, von dem ich zuvor noch nie gehört habe, meinen Glasfaser-Hausanschluss besitzt und auch dann noch mitkassiert, wenn ich irgendwann den Anbieter wechsele. Bei der Telekom habe ich nun schon seit 25 Jahren einen DSL-Anschluss. Er wurde im Januar 1998 verlegt. Es gab selten Ausfälle und wenn die passiert sind, kümmerte sich die Telekom umgehend darum. So etwas kann ein neuer Anbieter mit noch vergleichsweise wenig Mitarbeitern einfach nicht leisten.

    1. Bei Problemen lässt Dich die Deutsche Glasfaser einfach alleine!
      Da wird man nicht geholfen-nach 3 Anrufen und 5 Mails ist der Deutschen Gladfaser ja so so wichtig das sich schnellstens um ihr Problem gekümmert wird (Automatische Antwort Mail der Deutschen Glasfaser)
      Bis heute hat sich keiner gekümmert oder gemeldet obwohl ich mit der Kündigung gedroht habe weil mein Anliegen ignoriert wird!
      Mein Anliegen war nur das der Weisse GNX Eingangsrouter getauscht wird wegen ständigen Innternett Ausfall und es wieder funktioniert wenn ich mit der Faust drauf haue-aber es kümmert da keinen!
      Ünverschämmt finde ich sowas und kann man auch nicht weiter Empfehlen
      Gruß Dirk

    1. Vermutlich handelt es sich dann um einen DOCSIS. Damit habe ich persönlich nur schlechte Erfahrungen gemacht. Laut Box besteht zwar ein Link mit teilweise mehr als 1000MBit, aber wenn von einem Server, der grade mal 15 Kilometer entfernt ist und eine 10GBit Anbindung hat, teilweise deutlich unter 700MBit ankommen, mache ich mir Gedanken, was da nicht stimmt. Ein Test mit einer Telekomanbindung (ebenfalls Glasfaser, Gigabit) liefert mir von einem über 500 Kilometer entfernten Server 997MBit, das ist absolut akzeptabel, über DOCSIS kommt immerhin noch etwas um die 930 MBit an. Die Messungen laufen idR 10 Tage, die Peaks sowohl nach oben und unten lasse ich mal außen vor.
      Es ist ohne Frage okay, über bereits vorhandene Infrastruktur ein schnelles Internet anzubieten/zu haben, spätestens, wenn man jedoch eine symmetrische Anbindung haben möchte, kommt man bei hohen Bandbreiten am Glasfaserkabel nicht mehr vorbei.

      1. Volle Zustimmung! Was für ein Hype um die Glasfaser gemacht wird. Und 95% der Nutzer wird auf absehbare Zeit keinen Gigabyte-Anschluss benötigen.

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