Kinderbetreuung während der Corona-Krise

Kinder und Arbeit unter einen Hut bekommen – trotz Corona

Ines Rutschmann
Expertin für Energie
23. April 2021

Viele Schüler dürfen noch nicht wieder in die Schule; in mehr Kitas besteht eine Notbetreuung. Wann kannst Du die Notbetreuung nutzen? Und wann gibt es eine Entschädigung, wenn Du Deine Kinder selbst zuhause betreuen musst?

Was gilt für Schule und Kita in Corona-Zeiten?

Am 23. April 2021 ist das neue Bevölkerungsschutzgesetz in Kraft getreten. Damit gibt es nunmehr bundesweit einheitliche Regeln, wann Kinder zum Unterricht in die Schule gehen und wann sie zu Hause bleiben. Grundlage der Regeln ist die Zahl der Neuinfektionen mit dem Corona-Virus in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt nach den Daten des Robert-Koch-Instituts. Überschreitet der sogenannte Inzidenzwert an drei aufeinanderfolgenden Tagen die festgelegten Werte, gilt an allen Grundschulen, weiterführenden Schulen, berufsbildenden Schulen und Hochschulen am übernächsten Tag das Folgende:

  • Bei einer Inzidenz von mehr als 100 darf es in Bildungseinrichtungen nur noch Wechselunterricht geben. Das heißt, ein Teil der Schüler lernt in der Schule, der andere Teil zu Hause. Anschließend wechseln die Gruppen.
  • Bei einer Inzidenz von mehr als 165 gibt es keinen Präsenzunterricht mehr in Schulen. Das heißt, alle Schüler und Studierende lernen von zu Hause. Den Grundschulen steht es aber frei, eine Notbetreuung einzurichten. Lediglich Abschlussklassen und Förderschüler können auch weiter in der Schule lernen, wenn dies die zuständige Schulbehörde veranlasst.

Fallen die Inzidenzwerte wieder und liegen fünf Tage in Folge unter den nachfolgend genannten werden, ist dies vorgesehen:

  • Bei einer Inzidenz unter 100 gibt es wieder Präsenzunterricht für alle Schüler.
  • Bei einer Inzidenz von maximal 165 dürfen Schüler wieder im Wechselmodell in der Schule lernen. 

Die Bundesländer regeln weiterhin selbst, wann und wie Kitas öffnen. Auch hier besteht wieder ein höheres Risiko, dass die Einrichtungen zumindest vorübergehend schließen, wenn sich Kinder oder Erzieher mit Covid-19 infizieren. Oder aber die Landesregierung ordnet wieder eine Notbetreuung an. So ist etwa Berlin nach den Osterfeiertagen aus dem eingeschränkten Regelbetrieb in die Notbetreuung zurückgekehrt. In Bayern, Niedersachsen oder Brandenburg besteht seit Januar nur eine Notbetreuung

Welche Kinder in die Notbetreuung gehen dürfen, regeln die Länder unterschiedlich. In Niedersachsen etwa sollen Kinder von Eltern in Berufszweigen von „allgemeinem öffentlichen Interesse“ Anspruch auf Notbetreuung haben; in Brandenburg jene aus „kritischen Infrastrukturbereichen“ wie Erzieher, Pfleger oder Polizisten sowie nun auch alle Vorschüler unabhängig vom Beruf der Eltern. Auch Vorschulkinder haben seit Frühling in vielen Bundesländern Anspruch auf Notbetreuung. Alle Eltern sind dabei aufgefordert abzuwägen, ob sie die Notbetreuung wirklich benötigen oder das Kind nicht doch lieber zu Hause lassen. 

Maskenpflicht und Schnelltests

Im Schuljahr 2020/21 hat sich der Schulbetrieb geändert: Seit den Herbstferien gilt in weiterführenden Schulen in den meisten Bundesländern Maskenpflicht auch im Unterricht. Für Grundschüler gilt eine Maskenpflicht ab Ende Februar auch in Berlin, Hessen oder Rheinland-Pfalz während des Unterrichts. Auch in Kindertagesstätten bestehen inzwischen einige Bundesländer darauf, dass zumindest Erzieher eine Maske tragen, so in Bayern und Brandenburg.

Im März haben Bund und Länder zudem beschlossen, dass Schüler für Schnelltests bereitstehen. Ziel ist dabei, dass jeder Schüler (und auch die Lehrer) zwei Test pro Woche machen können. In Kitas sollen sich Erzieher zweimal pro Wochen testen lassen können.

Umgang mit kranken Kindern

Damit sich das Virus nicht so leicht ausbreiten kann, sind noch geöffnete Schulen und Kitas aufgefordert, Schüler und Kita-Kinder bei bestimmten Krankheitssymptomen nach Hause zu schicken. Die Bundesländer definieren das jedoch unterschiedlich:

  • trockener Husten,
  • Fieber ab 38 Grad,
  • Störung oder zeitweiser Verlust des Geschmacks- oder Geruchssinns, der nicht mit Schnupfen einhergeht,
  • Hals- oder Ohrenschmerzen.

Tritt mindestens eines dieser Symptome bei Deinem Kind auf, solltest Du die Schule oder Kita darüber informieren und Dein Kind zuhause lassen. Bei bloßem Schnupfen sehen die Handlungsanleitungen der Bundesländer nicht vor, dass das Kind zuhause bleibt – es kann die Notbetreuung besuchen oder auch auf Spielplätze und in Parks gehen.

Ob Du aufgrund der aufgeführten Symptome, einen Arzt aufsuchen solltest, ist unterschiedlich geregelt. Was in Deinem Bundesland vorgesehen ist, haben Dir Schule oder Kindertagesstätte im Herbst und Winter wahrscheinlich schon mitgeteilt. Lies Dir die Handlungsanleitungen gut durch und halte diese zum Nachschlagen bereit.

Kinderkrankengeld

Wenn Dein Kind Symptome zeigt, hat ein Arztbesuch mehrere Vorteile für Dich: Der Arzt kann abklären, ob Dein Kind an Covid-19 erkrankt ist und Du und Dein Umfeld ebenfalls infiziert sein könnten. Außerdem kann der Arzt das Kind krankschreiben und Du kannst Kinderkrankengeld beanspruchen, wenn Du zuhause bleibst und Dein Kind jünger als zwölf Jahre ist.

Jedem Elternteil stehen 2021 20 Tage Kinderkrankengeld pro Kind zu (§ 45 Abs. 2a SGB V). Alleinerziehende können 40 Tage Kinderkrankengeld beziehen. Hast Du mehr als zwei Kinder, ist der Anspruch auf Kinderkrankengeld allerdings begrenzt: Auf insgesamt 45 Tage je Elternteil beziehungsweise auf 90 Tage für Alleinerziehende. 

Sind die Kinderkrankentage aufgebraucht, musst Du bei weiteren Ausfalltagen bezahlten oder unbezahlten Urlaub nehmen oder Deine Überstunden aufbrauchen. Oder Du hast die Kraft und die Möglichkeit, parallel zur Kinderbetreuung im Homeoffice zu arbeiten.

Unser Podcast zum Thema

Was passiert, wenn Kinder nicht in die Kita oder Schule können?

Während der Pandemie kann es immer wieder passieren, dass Du Deinen Alltag anders organisieren musst, weil Dein Kind nicht in die Schule oder Kita gehen kann.

Im März 2021 gibt es coronabedingt für viele Schüler keinen regulären Präsenzunterricht in Schulen, sondern nur im Wechsel mit Homeschooling. Bleiben die Kinder und Jugendliche zuhause, sollen sie von dort lernen. Kitas und Schulhorts dürfen überall eine Notbetreuung anbieten; in manchen Bundesländern dürfen sie auch wieder verkürzt regulär öffnen. Das bedeutet für Dich: Du musst Deine Arbeitszeiten mit der verkürzten Betreuung oder dem Homeschooling weiterhin in Einklang bringen.  

Auch wenn die Einrichtungen wieder regulär öffnen, kann es passieren, dass Dein Kind nicht in die Schule oder Kita gehen kann. Ist etwa jemand in der Schulklasse Deines Kindes an Covid-19 erkrankt, soll Dein Kind erst einmal in Quarantäne gehen. Bund und Länder empfehlen in ihrem Beschluss vom 25. November 2020 dabei, dass nach fünf Tagen ein Antigen-Schnelltest erfolgt. Ist dieser negativ, kann die häusliche Quarantäne enden und Dein Kind wieder zur Schule gehen. 

Für Kita-Kinder wird die Fünf-Tage-Regel dagegen nicht empfohlen. Erkrankt etwa ein Erzieher Deines Kindes an Covid-19, muss sich Dein Kind für 14 Tage in Quarantäne begeben. Das Gesundheitsamt kann einen Corona-Test anbieten. Diesen musst Du nicht machen lassen, er gibt Dir aber Sicherheit, ob Dein Kind tatsächlich infiziert ist. Steht Dein Kind unter Quarantäne, darf es natürlich eines nicht tun: Rausgehen oder sich mit Freunden treffen.

Eltern dürfen zuhause bleiben

In allen Fällen darfst Du zuhause bleiben, um Dein Kind zu betreuen, falls Du das für notwendig hältst und niemand anders sich kümmern kann (§ 275 Abs. 3 BGB). Schließlich musst Du Deine Aufsichtspflicht erfüllen. Dabei musst Du selbst einschätzen, ob etwa Dein zwölfjähriges Kind acht Stunden allein bleiben kann. Bei Jungen und Mädchen bis acht Jahren sieht der Bundesgerichtshof die Eltern in der Pflicht, regelmäßig nach ihnen zu schauen.

Wichtig ist aber, dass Du Deine Vorgesetzten informierst, wenn Du ab sofort bei Deinen Kindern zuhause bleiben musst. Erscheinst Du nicht am Arbeitsplatz und teilst auch nicht mit, warum Du nicht kommst, verstößt Du in grobem Ausmaß gegen Deinen Arbeitsvertrag. Du riskierst eine Abmahnung.

Wie sind Eltern finanziell abgesichert?

Willst Du Dein Gehalt weiter beziehen, obwohl Du Deinen Nachwuchs betreuen musst, suche mit Deinem Arbeitgeber nach einer Lösung. Frage also beispielsweise nach Homeoffice. Hast Du Gleitzeit, biete an, zu Zeiten zu arbeiten, in denen Dein Partner auf die Kinder aufpasst – etwa am Abend. Funktioniert beides nicht, kannst Du Überstunden abbauen. Erlaubt Dein Arbeitsvertrag, auch samstags zu arbeiten, dann frage Deinen Arbeitgeber, ob er damit einverstanden ist. Was Dein Arbeitgeber von Dir verlangen darf und was nicht, erläutern wir in unserem Ratgeber zum Arbeitsrecht in der Corona-Krise.

Entschädigung vom Staat erhalten

Ist es nicht möglich, dass Du Deine Arbeit von zuhause erledigst und erleidest Du deshalb einen Verdienstausfall, hilft der Staat weiter. Es gibt seit März 2020 – zeitlich befristet – Anspruch auf Entschädigung (§ 56 Abs. 1a IfSG): Du bekommst 67 Prozent Deines Nettoverdiensts. Maximal können es 2.016 Euro pro Monat sein. Diese Unterstützung gibt es für Alleinerziehende bis zu 20 Wochen lang, bei Paaren sind es zehn Wochen pro Partner.

Folgende Voraussetzungen müssen dazu erfüllt sein:

  1. Du hast mindestens ein Kind unter zwölf Jahren.
  2. Das Gesundheitsamt hat die Schule oder Kita Deines Kindes geschlossen oder die Präsenzpflicht für den Unterricht in der Schule aufgehoben. Oder aber Dein Kind muss in Quarantäne.
  3. Du hast keinen Anspruch auf eine Notbetreuung Deines Kindes oder eine andere Möglichkeit der Betreuung durch ein Familienmitglied und musst es deshalb zuhause selbst betreuen.
  4. Du kannst nicht arbeiten und erleidest einen Verdienstausfall.
  5. Du erhältst kein Kurzarbeitergeld.

Ist Dein Kind schon älter als zwölf Jahre, benötigt aber aufgrund einer Behinderung zuhause Hilfe, kannst Du den Lohnersatz ebenfalls erhalten.

Die Ersatzzahlung gilt nicht in regulären Ferienzeiten, in denen Schule, Kindertagesstätte oder eine andere Betreuungseinrichtung ohnehin schließen. Aber sie gilt, wenn Du einen Hortplatz beantragt hattest und der Hort nun coronabedingt entfällt oder wenn Ferien coronabedingt ausgeweitet werden – dann aber nur für die Tage, um die sich die Ferien verlängern.

Auch Eltern von volljährigen behinderten Kindern können Lohnersatz erhalten, wenn sie einen erwachsenen Sohn oder eine erwachsene Tochter betreuen. Schließt wegen Corona beispielsweise die Behindertenwerkstatt oder eine andere Betreuungseinrichtung von Sohn oder Tochter, steht ihnen Lohnersatz zu. In den regulären Betriebsferien oder anderen nicht coronabedingten Schließzeiten der Einrichtung besteht kein Anspruch auf Lohnersatz.

So beantragst Du Entschädigung wegen Kinderbetreuung

Bist Du angestellt, wende Dich an Deinen Arbeitgeber, wenn Du den Lohnersatz in Anspruch nehmen möchtest. Er sollte die Leistung beantragen und zahlt Dir das Geld. Den Betrag kann sich Dein Arbeitgeber von der jeweiligen Landesbehörde zurückholen, wenn diese die Ersatzzahlung bewilligt. Selbstständige beantragen die Zahlung selbst.

Arbeitgeber und Selbstständige in den meisten Bundesländern können über die Website ifsg-online.de eine Entschädigung für Verdienstausfälle beantragen. Das funktioniert online, geht aber oft auch mit einem ausgedruckten Formular. Lediglich Thüringen und Nordrhein-Westfalen nehmen Anträge nur noch online entgegen. Bayern, Berlin, Hamburg und Sachsen bieten eigene Formulare an. Im Falle einer Schließung oder Verlängerung der Ferien von Schule, Kita oder einer Betreuungseinrichtung ist der Antrag rückwirkend zu stellen, wenn die jeweilige Einrichtung wieder regulär geöffnet hat.

Du musst den Lohnersatz nicht in einem Stück in Anspruch nehmen, sondern kannst ihn auch an einzelnen Tagen beziehen – etwa wenn Dein Kind immer dienstags und donnerstags betreut wird und die anderen drei Tage der Woche zuhause ist.

Eine Betreuung im Homeoffice ist nicht immer zumutbar

Ist es Dir möglich, im Homeoffice zu arbeiten, erhältst Du nur unter besonderen Umständen Geld vom Staat – wenn es für Dich unzumutbar ist, auf Deinen Nachwuchs aufzupassen und gleichzeitig zu arbeiten, etwa weil Du zu festen Zeiten Besprechungen hast, in denen Du Dich eben nicht um Deine Kinder kümmern kannst. Warte in jedem Fall erst einmal ab, ob ein Antrag auf Lohnersatz bewilligt wird, ehe Du Deine berufliche Tätigkeit unterbrichst. Oder – wenn möglich – nimm bis dahin Urlaub.

Denn ob der Anspruch besteht, entscheidet die zuständige Behörde eines Bundeslandes je nach Einzelfall. Bayern hat beispielsweise festgelegt, dass es nicht zumutbar ist, von zuhause zu arbeiten, wenn Du zugleich zwei kleine Kinder zu betreuen hast. Dennoch gibt es allgemeine Grundsätze für die Entscheidung, die das Bun­des­ge­sund­heits­mi­ni­ste­ri­um zusammengetragen hat. So kann Dein Arbeitgeber etwa darlegen, dass Du für bestimmte Abläufe regelmäßig im Büro sein musst – diese Freiheit gesteht der Staat Unternehmen zu.

Kinderkrankengeld auch mit gesundem Kind

Kannst Du im Homeoffice arbeiten, aber Dein Kind nicht zeitgleich betreuen, steht Dir in der Regel keine Ausfallvergütung nach Infektionsschutzgesetz zu. Damit Du Dich zwischen Arbeit und Kinderbetreuung nicht zerreißen musst, ist seit 5. Januar 2021 folgende Regel in Kraft: Du kannst Kinderkrankengeld auch beziehen, wenn Du Dein Kind zuhause zu betreuen hast – auch wenn es nicht krank ist.

Die Bezugszeit für Kinderkrankengeld im Jahr 2021 beträgt dabei 30 Tage pro Elternteil; für Alleinerziehende 60 Tage. Hast Du mehr als zwei Kinder, kannst Du maximal 65 Tage Kinderkrankengeld beziehen; Alleinerziehende bis zu 130 Tage. 

Das Kinderkrankengeld beträgt bis zu 90 Prozent Deines Nettogehalts (§ 45 SGB V), maximal dürfen es 112,88 Euro pro Tag sein. Willst Du es beanspruchen, müssen folgende Bedingungen erfüllt sein:

  • Du bist berufstätig.
  • Du und Dein Kind, Ihr seid beide gesetzlich krankenversichert.
  • Dein Kind ist jünger als zwölf Jahre oder behindert und auf Hilfe angewiesen.
  • Es steht keine andere Person im Haushalt zur Betreuung zur Verfügung, etwa Großeltern oder Dein Partner, der gerade in Elternzeit ist.
  • Wenn das Kind gesund ist: Kita, Schule oder Betreuungseinrichtung bescheinigen, dass sie aufgrund der Corona-Pandemie nur noch eingeschränkt öffnen oder ganz geschlossen sind.
  • Wenn das Kind krank ist: Der Kinderarzt bescheinigt, dass das Kind krank ist.

Sind diese Voraussetzungen erfüllt, reichst Du die Bescheinigung von Kita, Schule oder Kinderarzt bei der Kran­ken­kas­se ein und beantragst Kinderkrankengeld. Du kannst das Geld für mehrere Tage am Stück, aber auch für einzelne Tage beziehen. Unverzüglich solltest Du auch Deinen Arbeitgeber über die Krankschreibung informieren, damit er Dich freistellt. Den Nachweis, dass Du Kinderkrankgeld beziehst oder bezogen hast, kannst Du auch nachreichen.

Wie hilft der Staat Familien mit geringem Einkommen?

Kurzarbeit, Kinderkrankengeld und Lohnersatz helfen Dir durch diese schwierige Zeit. Trotzdem: Du verdienst damit weniger. Die Einkommensausfälle kannst Du aber möglicherweise kompensieren.

Prüfe zuerst, ob Du einen Anspruch auf Kindergeldzuschlag hast. Voraussetzung ist, dass Du mindestens 900 Euro (brutto) als Paar oder 600 Euro (brutto) alleinerziehend verdienst und kein erhebliches Vermögen besitzt. Ob und wie viel Zuschlag Du bekommst, hängt aber nicht nur vom Verdienst ab, sondern auch von Deiner Miethöhe. Wohnst Du im Eigenheim, gib Deine Wohnkosten an, beispielsweise Grundsteuer oder die Tilgungsraten für den Hauskredit. Mit dem KiZ-Lotsen der Bundesagentur für Arbeit kannst Du herausfinden, ob Du Chancen auf den Kinderzuschlag hast. Die Antragsformulare findest Du online, musst sie aber ausgedruckt und unterschrieben bei der Familienkasse einreichen.

Für den Anspruch auf Kinderzuschlag ist das durchschnittliche Einkommen der letzten sechs Monate vor der Antragstellung relevant (§ 20 Abs. 5ff. BKGG). Zusätzlich kannst Du noch Wohngeld beantragen. Dafür legen die Behörden das Einkommen der vergangenen sechs Monate zugrunde.

Kommst Du auch mit Kindergeldzuschlag und Wohngeld nicht über die Runden, kannst Du Hilfe zum Lebensunterhalt beantragen (§ 141 SGB XII). Die Grundsicherung kann die Kosten für Miete und Heizung decken. Unerhebliches Vermögen wird nicht berücksichtigt, wenn Du einen Antrag bis 31. Dezember 2021 stellst. Das Amt rechnet mit Deinen tatsächlichen Kosten für Miete und Heizung – egal ob diese angemessen erscheinen oder nicht. Anträge stellst Du beim Jobcenter. Das ist auch online möglich. Kinderzuschlag und Wohngeld entfallen, wenn Du Grundsicherung beziehst. 

Erhältst Du im Mai 2021 Grundsicherung, bekommst Du zusätzlich einen "Corona-Zuschlag" in Höhe von 150 Euro. Der Zuschlag steht jedem Empfänger zu, also auch anderen Mitgliedern Deiner Familie. Kann Dein Kind nicht in den Kindergarten oder in die Schule gehen, entfällt natürlich auch das gemeinschaftliche Essen in den Einrichtungen. Die entstehenden Kosten für eine alternative Mittagsverpflegung Deiner Kinder – auch für einen Lieferdienst – erstattet Dir das Jobcenter bis Ende 2021, so wie es gewöhnlich das Essensgeld in den Einrichtungen trägt.

Unabhängig vom Einkommen hat der Staat 2020 einen Kinderbonus von 300 Euro pro Kind gezahlt. Auch 2021 erhalten Eltern einen Bonus – in Höhe von 150 Euro pro Kind. Im Mai soll dieser von den Familienkassen automatisch ausgezahlt werden. Mehr dazu erfährst Du in unseren Ratgebern zum Kindergeld und zu Steuervorteilen für Eltern.

Arbeiten im Homeoffice mit Kind – wie kann das klappen?

Im Homeoffice mit Kind zu arbeiten, ist eine Herausforderung. Es geht für viele vermutlich nur in Intervallen, doch für die meisten geht es. Überlege jeden Tag, was Du mit Deinen Kindern spielen, basteln, lernen und kochen willst und stimme Deinen Nachwuchs darauf ein: Nichts hilft gegen aufkommende Langeweile so sehr wie das Wissen, dass sich Eltern regelmäßig Zeit nehmen und was dann konkret geplant ist. Beispielsweise Brett- und Kartenspiele, Bücher lesen und rätseln, in der Wohnung verstecken oder Theater spielen. Bei Schulkindern sollte auch Zeit für das Erklären von Schulaufgaben reserviert sein. Filme und Serien anzuschalten, kann die meisten Kinder für eine Weile beschäftigen, sollte jedoch keine Dauerlösung sein.

Auch andere Kinder zu treffen, ist wichtig – die aktuellen Corona-Beschränkungen erlauben zumindest, dass Dein Kind mit einem anderen zusammenkommt. Möglich ist, dass Du Dich mit anderen Eltern zusammenschließt und Ihr die Kinder abwechselnd betreut. So schafft Ihr Euch gegenseitig Freiräume zum Arbeiten. Versuche dabei aber möglichst immer mit denselben Eltern zu kooperieren, um die Kontakte zu anderen gering zu halten.

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