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Deutschland hat den teuersten Strom: So sparst Du

Deutschland hat die höchsten Strompreise unter den G20-Staaten. Einfach auf niedrigere Steuern zu hoffen, hilft Dir aber wenig. An einigen Stellschrauben kannst Du selbst drehen.

 

Finanztip Redaktion
Von Benjamin Weigl, Martha Falkenburger
Strom

Für eine Kilowattstunde Strom zahlst Du in Deutschland durchschnittlich 35,6 ct. Das hat der Energiedienst Global Petrol Prices berechnet, dessen Daten Verivox nun veröffentlicht hat. Damit liegt Deutschland vor Italien mit 34,5 ct und Großbritannien mit 32,4 ct. Der G20-Durchschnitt liegt dagegen nur bei 16,3 ct pro Kilowattstunde, also nicht einmal halb so hoch. Der internationale Vergleich hat allerdings Grenzen. Denn wie sich Strompreise zusammensetzen und welche Kosten der Staat übernimmt, unterscheidet sich von Land zu Land.

Warum ist Strom bei uns so teuer?

Ein großer Kostentreiber sind die Netzentgelte: Der Ausbau der Stromnetze für die Energiewende ist teuer. Allein dafür zahlen Haushalte im Schnitt 9,2 ct/kWh netto.

Der Staat hat an anderer Stelle bereits entlastet: Die EEG-Umlage wird seit Juli 2022 aus dem Bundeshaushalt finanziert, außerdem senkt der Bund jedes Jahr mit Milliarden die Netzentgelte. Ohne diese Hilfen wäre Strom für Dich also noch teurer.

Eine Steuersenkung würde sofort helfen

Eine Stellschraube bleibt die Stromsteuer: Sie liegt bei 2,05 ct/kWh. Eine Senkung auf das EU-Mindestmaß von 0,1 ct/kWh würde Strom um 2,32 ct/kWh brutto günstiger machen. Bei einem Verbrauch von 3.000 kWh würdest Du dadurch knapp 70 € im Jahr sparen. Diese Entlastung hatte die Bundesregierung im Koalitionsvertrag angekündigt, Mitte 2025 dann aber vorerst wieder einkassiert.

So drückst Du Deine Stromrechnung selbst

  1. Tarif wechseln: Prüf einmal im Jahr Deinen Stromtarif – besonders nach einer Preiserhöhung. Dabei hilft Dir der Finanztip-Stromrechner
  2. LEDs nutzen: Tausch alte Glüh- und Halogenlampen gegen sparsame LEDs
  3. Standby vermeiden: Schalte Geräte ganz aus, wenn Du sie nicht brauchst. Ausnahme: OLED-Fernseher nicht direkt vom Strom trennen
  4. Eco-Programme nutzen: Lass Wasch- und Spülmaschine möglichst voll beladen im Eco-Modus laufen
  5. Richtig kühlen: 7° im Kühlschrank und –18° im Gefrierfach reichen. Vereiste Geräte solltest Du abtauen
  6. Eigenen Strom erzeugen: Mit einer PV-Anlage kannst Du je nach Ausstattung 30 bis 70 % Deines Strombedarfs selbst decken

Willst Du eine PV-Anlage kaufen, helfen Dir unsere empfohlenen Vermittlungsportale photovoltaik-angebotsvergleich.de, solaranlagen-portal.com und gruenes.haus, mehrere Angebote einzuholen.

Deutschlands hohe Strompreise kannst Du nicht ändern, Deine Stromrechnung schon. Prüf deshalb zuerst Tarif und Verbrauch.

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