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Glaubst Du das auch? 5 Irrtümer über die Berufsunfähigkeitsversicherung

Die Berufsunfähigkeitsversicherung zählt zu den wichtigsten Policen. Trotzdem verzichten viele darauf – oft aus den falschen Gründen. Diese fünf Irrtümer halten sich hartnäckig.

Nathanael Häfner
Nathanael Häfner BU und Unfallversicherung
Glaubst Du das auch? 5 Irrtümer über die Berufsunfähigkeitsversicherung

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) springt ein, wenn Du aus gesundheitlichen Gründen in Deinem zuletzt ausgeübten Beruf nicht mehr arbeiten kannst. Statistisch wird etwa jeder Vierte im Laufe seines Lebens mindestens einmal berufsunfähig.

Und wenn Du dann keine BU hast, leidet im schlimmsten Fall nicht nur Deine Gesundheit, sondern auch Deine finanzielle Existenz. Verzichte also nicht auf diesen wichtigen Schutz – vor allem nicht aus den falschen Gründen. Wir klären auf:

Irrtum 1: Eine Berufsunfähigkeit kannst Du selbst verhindern

Falsch! Wie Du in der Grafik sehen kannst, sind mehr als ein Drittel der Ursachen für eine BU psychische Erkrankungen. Dann folgen Erkrankungen des Bewegungsapparats und Krebs.

Das Risiko, von einem dieser Fälle betroffen zu sein, kannst Du leider selbst bei gesunder Ernährung und viel Sport nicht komplett ausschließen. Viele dieser Erkrankungen entstehen schleichend oder haben Ursachen, die Du kaum beeinflussen kannst.

Irrtum 2: Eine Unfallversicherung reicht aus

Auch das ist leider nicht richtig. Sowohl die private als auch die gesetzliche Unfallversicherung zahlen in der Regel nur bei Schäden nach einem Unfall:

Was viele nicht wissen: Unfälle jeglicher Art machen gerade mal 7 % der Ursachen für eine Berufsunfähigkeit aus. Das bedeutet umgekehrt: In den allermeisten Fällen liegt die Ursache nicht in einem Unfall. Bei einer psychischen Erkrankung oder Krebs hingegen greift weder die gesetzliche noch die private Unfallversicherung. Dafür bräuchtest Du eine BU.

Irrtum 3: Im Büro oder Homeoffice kann mir nichts passieren

Doch. Neben psychischen Erkrankungen und Krebs gibt es weitere Ursachen für eine Berufsunfähigkeit, von denen Du auch im (Home-)Office betroffen sein kannst.

Zum Beispiel chronische Rückenleiden oder andere Erkrankungen des Bewegungsapparats, die durch langes Sitzen begünstigt werden. Auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen können eine Rolle spielen.

Kurz gesagt: Nicht nur körperlich schwere Berufe sind betroffen.

Irrtum 4: Eine BU zahlt doch sowieso nicht

Dieses Vorurteil hält sich hartnäckig. Manche glauben, Versicherer suchten im Ernstfall nach Schlupflöchern. Tatsächlich werden aber viele Leistungsanträge anerkannt – vorausgesetzt, die vertraglichen Bedingungen sind erfüllt. Ohne Beanstandung zahlt die BU in vier von fünf Fällen. Und auch bei den übrigen 20 % muss der Versicherer oft zahlen, etwa wegen eines Vergleichs.

Du hast Anspruch auf Deine Berufsunfähigkeitsrente, wenn Du sechs Monate oder länger 50 % oder weniger in Deinem letzten Job arbeiten kannst: Kannst Du z. B. statt bisher 40 voraussichtlich dauerhaft nur noch 20 Stunden arbeiten, giltst Du als berufsunfähig.

Am wichtigsten: Du musst beim Abschluss der BU alle Gesundheitsfragen wahrheitsgemäß und mithilfe Deiner Patientenakten beantwortet haben. Hast Du das getan, prüft der Versicherer Deinen Antrag auf Basis ärztlicher Gutachten.

Trotzdem kann es im Leistungsfall Streit geben. Für einen erfolgreichen Antrag kann es daher sinnvoll sein, Dich unterstützen zu lassen. Finanztip empfiehlt Anwaltskanzleien, die darauf spezialisiert sind, Deine Rechte gegenüber dem Versicherer durchzusetzen: Lehner & Kollegen, Rechtsanwalt A. T. Schäfer, Laux Rechtsanwälte, L & P Luber Pratsch Rechtsanwälte Partnerschaft, Rechtsanwalt Dr. Schlenker, Rechtsanwälte Klatt & Wessels.

Irrtum 5: Ich bin verheiratet, ich brauch keine BU

Wenn Ihr auf Eure beiden Einkommen angewiesen seid, ist eine BU auch in der Ehe sehr wichtig. Wirst Du währenddessen berufsunfähig, ist es nicht gesetzt, dass Dein Partner den Lohnverlust auffangen kann. 

Zahlt Ihr gemeinsam ein Haus ab und habt Kinder, kann ein fehlendes Einkommen schnell zum Problem werden.

Fazit: Eine BU lohnt sich in den meisten Fällen

Wie Du siehst, spricht keiner dieser Gründe dagegen, eine BU abzuschließen. Im Gegenteil: Wenn Du auf Dein Einkommen angewiesen bist, solltest Du Dich möglichst früh um diesen Schutz kümmern – am besten, solange Du noch gesund bist.

Für den Abschluss der BU empfehlen wir Dir spezialisierte Versicherungsmakler wie Hoesch & Partner, Dr. Schlemann unabhängige Finanzberatung, Von Buddenbrock Concepts, BVLG - Beamtenversorgung leicht gemacht sowie CS Capital Synergy.

Und wusstest Du, dass eine BU auch schon für Jugendliche sinnvoll ist? In unserem Ratgeber verraten wir Dir, warum.

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Von Anna Karolina Stock, und Larissa Glas
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