Tipps & Tricks

So manipulieren Supermärkte Deine Kaufentscheidung

Vom großen Einkaufswagen bis zur Quengelware an der Kasse: Supermärkte nutzen viele kleine Tricks, damit mehr in Deinem Wagen landet als geplant.

 

Einklaufen

Die Tür öffnet sich, Du greifst nach einem Wagen und riechst vielleicht schon das frische Brot. Was alltäglich wirkt, ist von den Supermärkten oft bewusst geplant: Vom Eingang bis zur Kasse wirst Du zu zusätzlichen Käufen verleitet. 

Das sind die häufigsten Tricks:

Schon am Eingang nimmt Dich der Markt an die Hand 

Viele Supermärkte führen Dich gegen den Uhrzeigersinn durch den Laden. So liegen die Regale häufiger auf Deiner rechten Seite – und damit dort, wo die meisten Menschen besonders bequem zugreifen können. Bei einem weltweiten Rechtshänder-Anteil von rund 90 % dürfte das kaum Zufall sein. 

Der Einkaufswagen täuscht Dich  

Große Einkaufswagen lassen Deinen Einkauf kleiner wirken, als er ist. Selbst zehn Produkte verlieren sich darin schnell. Der schräge Boden verstärkt den Effekt: Die Waren rutschen nach hinten und bleiben schlechter im Blick. Weil der Wagen noch viel Platz bietet, wirkt Dein Einkauf kleiner, als er tatsächlich ist. Genau das kann Dich dazu verleiten, noch mehr einzupacken. 

Der Klassiker: Hungrig einkaufen 

Der Geruch von frischem Brot oder Kaffee sorgt für eine angenehme Atmosphäre – und weckt Deinen Appetit. Wenn Du hungrig einkaufst, greifst Du eher spontan zu. Deshalb liegen Backstationen häufig am Eingang oder an stark frequentierten Stellen im Laden. 

Quengelware auf Augenhöhe  

Auf Augenhöhe findest Du häufig bekannte Marken oder Produkte, mit denen Händler besonders gut verdienen. Günstigere Alternativen stehen eher weit unten oder oben im Regal. Bei Kindern funktioniert das genauso: Bunte Verpackungen und Süßigkeiten werden so platziert, dass sie den Kleinen direkt ins Auge fallen.  

Der Lockvogel- Effekt  

Manchmal soll eine bewusst unattraktive Variante eine andere besonders günstig wirken lassen. Das nennt sich Lockvogel- oder Decoy-Effekt. 

Ein Beispiel: Eine kleine Portion kostet 4 €, eine mittlere 7,50 € und eine große 8 €. Neben der mittleren wirkt die große plötzlich wie die beste Wahl, obwohl Dir die kleine gereicht hätte. 

Unser Tipp: Blende die unattraktive Option gedanklich aus. Würdest Du Dich dann immer noch für die teurere Variante entscheiden? 

Die Hintergrundmusik für mehr Umsatz  

Langsame Musik kann dazu führen, dass Du gemütlicher durch den Laden gehst und länger stöberst. Je mehr Zeit Du dort verbringst, desto größer ist die Chance, dass noch etwas Ungeplantes in Deinem Wagen landet. Auch das Licht beeinflusst Deinen Eindruck: Warmes Licht lässt  zum Beispiel Backwaren oder Fleisch frischer aussehen.

Der lange Weg zu dem, was Du wirklich brauchst  

Grundnahrungsmittel stehen oft weit hinten: Milch, Eier und Butter findest Du häufig nicht direkt am Eingang. Stattdessen musst Du erst durch einen großen Teil des Ladens laufen: vorbei an Angeboten, Süßigkeiten und neuen Produkten. Je mehr Waren Du auf dem Weg siehst, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass etwas Ungeplantes in Deinem Wagen landet. 

An der Kasse wartet die letzte Versuchung 

Nach einem langen Einkauf bist Du oft entscheidungsmüde. Genau dann fällt es Dir schwerer, beim letzten Schokoriegel oder Getränk noch Nein zu sagen. Absatzstarke Produkte und schwache Nerven: für Händler eine ziemlich gute Kombination. 

So kaufst Du bewusster ein 

Ganz vermeiden kannst Du diese Tricks kaum. Aber so wappnest Du Dich gegen die Tricks:

  • Schreib Dir eine feste Liste und hinterfrag alles, was nicht auf Deiner Liste steht
  • Ein Klassiker: Kauf möglichst nicht hungrig ein
  • Nimm einen Korb statt eines Einkaufswagens, wenn Du nur wenig brauchst.
  • Schau bei Regalen bewusst nach oben und unten
  • Vergleiche den Grundpreis statt nur den Rabatt zu achten

Fazit 

Die wichtigste Frage bleibt: Brauche ich das wirklich, oder wurde es mir gerade nur geschickt schmackhaft gemacht? Legst Du den Artikel danach wieder zurück, hast Du mehr gespart als mit jedem Sonderangebot.

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