Einige Finanztip-Community-Mitglieder werden derzeit von ausgeklügelten Betrugsversuchen heimgesucht. Sie erhalten Anrufe im Namen von Finanztip, in denen Ihnen Geldanlagen und Beratung versprochen wird. Im Nachgang gibt es täuschend echt gestaltete Fake-Mails im Namen von Finanztip. Teils werden Empfängerinnen und Empfänger darin aufgefordert, eine Ausweiskopie und einen Wohnsitznachweis einzureichen. Diese Mails werden zusätzlich auch ohne vorherigen Anruf verschickt.
Der Betrugsversuch nutzt das Vertrauen in Finanztip. Durch den direkten Anruf und das professionelle Design der Mail wirkt der Angriff besonders glaubwürdig.
Hinweise, dass es sich hierbei um Betrug handelt, gibt es trotzdem: Erkennbar ist es unter anderem an der Absenderadresse „@finanztipberatung.eu“. Finanztip verschickt Nachrichten ausschließlich über „@finanztip.de“ und verkauft keine eigenen Anlageprodukte.
Außerdem sammelt und speichert Finanztip nicht die Telefonnummern von Community-Mitgliedern. Finanztip würde Dich also niemals anrufen und kann das auch gar nicht.
Prüfe Absender, Angebot und Forderungen
Grundsätzlich solltest Du Absender, Angebot und geforderte Dokumente immer kritisch prüfen. Übermittle keine persönlichen Daten und antworte nicht auf verdächtige Mails. Wenn Dir ein Anruf suspekt vorkommt, leg sofort auf. Sei besonders vorsichtig bei Angeboten, die außergewöhnlich günstig klingen oder Dich unter Zeitdruck setzen. Beides sind typische Warnsignale für Betrugsversuche.
Verlass Dich außerdem nicht darauf, den Betrug an Rechtschreibfehlern oder eine schlechte Sprachfertigkeit am Telefon zu erkennen. Betrügerinnen und Betrüger setzen zunehmend künstliche Intelligenz ein. Dadurch können Phishing-Mails professionell formuliert und gestaltet sein und die Stimme am Telefon gefälscht sein. Auch eine persönliche Anrede ist kein Beweis für die Echtheit einer Nachricht. Es ist mittlerweile wahrscheinlicher, dass Du in Betrugsversuchen persönlich mit Deinem Namen angesprochen wirst.


Was tun, wenn Du eine Mail oder einen Anruf erhalten hast?
Klicke nicht auf Links in der Nachricht, öffne keine Anhänge und antworte nicht. Markiere die Mail als Spam oder verschiebe sie in den Spam-Ordner. Dann lernt Dein E-Mail-Provider, dass es sich bei dieser Nachricht um Betrug handelt und kann sie in Zukunft zuverlässiger erkennen.
Wenn Du eine solche täuschend echt aussehende Nachricht erhalten hast, kannst Du den Betrugsversuch auch bei der Polizei zur Anzeige bringen. Das geht meist einfach über die Online-Wache Deines Wohnorts. Auch dafür ist es gut, die E-Mail als Nachweis zu behalten und nicht zu löschen.
Lass Dich am Telefon nicht auf Diskussionen ein, sondern lege einfach auf. Auch einen Betrugsversuch per Telefon kannst Du zur Anzeige bringen. Die Telefonnummer kannst Du auch der Bundesnetzagentur melden. Die Nummer wird dann gesperrt.
Wenn Du bereits auf den Phishing-Versuch hereingefallen und persönliche Daten oder Dokumente übermittelt hast, solltest Du schnell handeln. Welche Schritte jetzt sinnvoll sind, hängt davon ab, was Du weitergegeben hast. Orientierung findest Du im Finanztip-Ratgeber zu Phishing und beim Bundesministerium für Sicherheit in der Informationstechnik , kurz BSI. Es gibt auch einen Finanztip-Academy-Kurs zum Thema Phishing, in welchem Du erfährst, wie Du Dich am besten vor Online-Betrug schützt.
Der konkrete Fall wurde uns von einem Community-Mitglied gemeldet, das den Betrug sofort erkannt und uns informiert hat. Ob die Mail mit künstlicher Intelligenz erstellt wurde, lässt sich allein anhand des Designs nicht sicher belegen. Professionell produziert ist der Phishing-Versuch aber auf jeden Fall. Finanztip hat bereits rechtliche Schritte eingeleitet.