Firmenwagen versteuern

Für den Dienstwagen Fahrtenbuch oder Ein-Prozent-Regel nutzen

Udo Reuß Stand: 09. April 2020
Das Wichtigste in Kürze
  • Die private Nutzung eines Firmenwagens ist ein geldwerter Vorteil, den Sie als Arbeitnehmer versteuern müssen. Gewusst wie, können Sie Ihre Belastung reduzieren.
  • Es gibt zwei Wege der Besteuerung: Ein-Prozent-Regelung oder Fahrtenbuch. Sie können sich für die Methode entscheiden, die für Sie günstiger ist.
  • Fahren Sie viel privat, ist oft die pauschale Ein-Prozent-Versteuerung günstiger. Ist Ihr Dienstwagen ein teurer Gebrauchtwagen, dann kann das Fahrtenbuch attraktiver sein.
  • Haben oder wollen Sie ein Elektroauto, können Sie sich freuen. Die werden steuerlich jetzt noch bessergestellt. Bei seit 2019 gekauften oder geleasten E-Autos müssen Sie nicht den gesamten Preis versteuern. Teils gilt diese Förderung auch für Plug-in-Hybride. 
So gehen Sie vor
  • Ermitteln Sie, welche Art der Besteuerung für Sie günstiger ist.
  • Dafür kann es gut sein, erstmal ein Fahrtenbuch zu führen. Im Laufe eines Jahres sollten Sie damit erkennen, welche Art der Besteuerung für Sie günstiger ist. Fällt Ihre Entscheidung dann auf die Ein-Prozent-Versteuerung, können Sie problemlos wechseln.
  • Entscheiden Sie sich für ein Fahrtenbuch muss es die strengen Anforderungen des Finanzamts erfüllen. Im Ratgeber Fahrtenbuch empfehlen wir Vimcar, Driverslog Pro 2 und Kfz-Fahrtenbuch als elektronische Lösungen.

Wenn Ihr Arbeitgeber Ihnen als Arbeitnehmer einen Dienstwagen zur Verfügung stellt, den Sie auch privat nutzen dürfen, dann müssen Sie für diese private Nutzung Steuern zahlen. Denn das Finanzamt betrachtet die unentgeltliche Überlassung des Autos zur privaten Nutzung als Sachzuwendung. Auf diesen geldwerten Vorteil fällt Einkommensteuer an.

Wie wird die private Nutzung beim Dienstwagen versteuert?

Sie haben zwei Möglichkeiten, die private Nutzung zu versteuern: entweder pauschal über die sogenannte Ein-Prozent-Regel oder über das Führen eines Fahrtenbuchs. Die gewählte Variante müssen Sie beziehungsweise muss Ihr Arbeitgeber das gesamte Jahr über beibehalten. Es ist also nicht möglich, während eines Kalenderjahres von einer Methode zur anderen zu wechseln.

Für Ihre Einkommensteuererklärung sind Sie allerdings nicht dauerhaft an die zuvor gewählte Variante gebunden: Sie können sie zu Jahresbeginn wechseln, falls die andere Berechnungsart für Sie günstiger ist. Auch für den Fall, dass Sie im Laufe des Jahres ein anderes Fahrzeug nutzen, können Sie die Versteuerungsmethode ändern. 

Wie funktioniert die Ein-Prozent-Regelung?

Die meisten Dienstwagenfahrer nutzen die pauschale Ein-Prozent-Regelung. 

Geldwerter Vorteil - Laut Einkommensteuergesetz (§ 6 Abs. 1 Nr. 4 S. 2 EStG) können Sie die private Nutzung eines Kraftfahrzeugs für jeden Kalendermonat mit 1 Prozent des inländischen Listenpreises ansetzen. Die Ein-Prozent-Pauschale gilt nicht nur für gekaufte Fahrzeuge, sondern auch für geleaste oder gemietete Pkw. Fahren Sie zum Beispiel ein Auto mit einem Wert von 50.000 Euro, dann beträgt der geldwerte Vorteil, der sich aus der privaten Nutzung ergibt, 500 Euro pro Monat. Auf diesen Betrag müssen Sie monatlich Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag, gegebenenfalls Kirchensteuer sowie Sozialversicherungsbeiträge zahlen.

Passiert ein Unglück und Sie können das Auto aufgrund eines ärztlichen Fahrverbots überhaupt nicht nutzen, entfällt der geldwerte Vorteil zumindest für die vollen Monate, in denen dieses Fahrverbot gilt. Wichtig ist auch, dass der Dienstwagen in der Zeit der Fahruntüchtigkeit nicht anderweitig – zum Beispiel von einem Familienangehörigen – genutzt wurde. 

So entschied das Finanzgericht Düsseldorf den Fall eines Steuerzahlers, dem nach einem Hirnschlag für mehr als fünf Monate von einem Arzt Fahruntüchtigkeit attestiert wurde. Erst nachdem der Mann in einer Fahrschule seine erneute Fahrtüchtigkeit belegt hatte, musste er wieder einen monatlichen geldwerten Vorteil versteuern (Urteil vom 24. Januar 2017, Az. 10 K 1932/16 E).

Das Gericht akzeptierte jedoch nur die vollen Monate der Fahruntüchtigkeit. Der Autofahrer erlitt den Hirnschlag an einem 23. Februar, erst am 29. Juli desselben Jahres wurde das ärztliche Fahrverbot aufgehoben. Für den kompletten Februar und Juli musste er den geldwerten Vorteil versteuern.

Listenpreis - Maßgebend ist der Listenpreis zum Zeitpunkt der Erstzulassung. Als Listenpreis gilt die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers zuzüglich der Kosten für Sonderausstattung einschließlich Umsatzsteuer – selbst dann, wenn beim Kauf gar keine Umsatzsteuer angefallen ist.

Tipp: Wird zum Beispiel ein Navigationsgerät oder ein Flüssiggastank nachträglich eingebaut, erhöht dies nicht den geldwerten Vorteil.

Der Listenpreis gilt auch, wenn Ihr Arbeitgeber wegen eines Preisnachlasses weniger bezahlt hat oder für Sie einen Gebrauchtwagen als Dienstfahrzeug angeschafft hat. Hat Ihre Firma für das gebrauchte Auto 20.000 Euro bezahlt und der Neupreis lag bei 50.000 Euro, müssen Sie trotzdem 500 Euro – 1 Prozent von 50.000 Euro – im Monat versteuern.

Nicht zum Listenpreis des Geschäftswagens gehören

  • die Kosten der Überführung und Zulassung des Fahrzeugs,
  • der Wert eines weiteren Satzes Reifen einschließlich Felgen (zum Beispiel Winterreifen) und
  • die Kosten für ein Autotelefon (Privatgespräche sind nach Paragraf 3 Nr. 45 Einkommensteuergesetz steuerfrei).

Erstattet Ihr Arbeitgeber Ihnen die folgenden, bei Privatfahrten mit Ihrem Firmenwagen entstandenen Ausgaben, gelten diese in vollem Umfang als steuerpflichtiger Arbeitslohn. Sie sind also durch die Ein-Prozent-Pauschale nicht abgegolten:

  • Straßennutzungsgebühren (zum Beispiel Parkgebühren, Mautgebühren, Straßenvignetten),
  • Aufwendungen für den Transport des Autos (beispielsweise Autoreisezug, Fähren) sowie
  • Kosten für die Mitgliedschaft in einem Automobilklub oder einen Autoschutzbrief.

Umsatzsteuer - Sind Sie beispielsweise als Freiberufler (Arzt, Apotheker, Rechtsanwalt, Journalist) oder anderweitig selbstständig tätig und nutzen Ihr Firmenauto sowohl betrieblich als auch privat, müssen Sie für die Privatnutzung nicht nur Einkommensteuer, sondern in der Regel auch Umsatzsteuer zahlen. Das gilt sowohl für die Ein-Prozent-Regelung als auch für das Fahrtenbuch.

Was bei Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsplatz zu beachten ist

Dürfen Sie Ihren Firmenwagen auch für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsplatz nutzen und wenden Sie die Ein-Prozent-Regelung an, erhöht sich der monatliche pauschale Wert des geldwerten Vorteils für jeden Entfernungskilometer der einfachen Strecke um 0,03 Prozent des Listenpreises.

Statt dieser Pauschale können sich Arbeitnehmer für eine Einzelbewertung entscheiden. Das ist günstiger, wenn sie durchschnittlich weniger als an 15 Tagen pro Monat zum Arbeitsplatz pendeln; also bis 180 Fahrten im Jahr. Sie müssen dann für jede tatsächliche Fahrt 0,002 Prozent des Listenpreises pro Entfernungskilometer ansetzen. Dafür müssen Sie dem Arbeitgeber schriftlich erklären, wann Sie diese Fahrten unternommen haben.

Ab 2019 können Sie vom Arbeitgeber verlangen, dass er die Methode der Einzelbewertung bei der Lohnbesteuerung anwenden soll. Detaillierte Informationen unter anderem dazu enthält das Schreiben des Bundesfinanzministeriums zur „lohnsteuerlichen Behandlung der Überlassung eines betrieblichen Kraftfahrzeugs an Arbeitnehmer“ vom 4. April 2018.

Die Einzelbewertungs-Methode müssen Sie für das ganze Jahr anwenden. Wurde dies beim monatlichen Lohnsteuerabzug noch nicht berücksichtigt, könnten Sie sich zumindest den steuerlichen Vorteil im Rahmen Ihrer Steuererklärung sichern. Eventuell zu viel bezahlte Sozialversicherung kann aber nicht nachträglich korrigiert werden.

Nutzen Sie Ihren Dienstwagen auch für Familienheimfahrten im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung, erhöht sich die Pauschale für jeden Entfernungskilometer zwischen Beschäftigungsort und Heimatort um 0,002 Prozent des Listenpreises. Das gilt allerdings nicht für Fahrten, die Sie als Werbungskosten absetzen können (vgl. § 8 Abs. 2 EStG).

Gewerbetreibende, Freiberufler und alle anderen Gewinnermittler können die Einzelbewertungs-Methode nicht nutzen, hat der Bundesfinanzhof entschieden (Urteil vom 12. Juni 2018, Az. VIII R 14/15).

Wenn Sie als Arbeitnehmer mit einem Dienstwagen ausschließlich von der Wohnung zum Arbeitsplatz fahren, brauchen Sie keine Steuern auf eine private Nutzung des Autos zu zahlen. Denn die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte sind nicht der Privat-, sondern der Erwerbssphäre zuzuordnen, entschied der Bundesfinanzhof (BFH, Urteil vom 6. Oktober 2011, Az. VI R 56/10).

Begründung: Die Fahrt zur Arbeit per Geschäftswagen ist kein Privatvergnügen. Der Arbeitgeber braucht nicht kontrollieren, ob sich der Mitarbeiter an die Vorgabe hält, das Auto nicht privat zu nutzen. Wer dagegen das Auto ausdrücklich privat fahren dürfe, müsse zahlen.

Geklagt hatte ein Autoverkäufer, der aufgrund einer mündlichen Erlaubnis seines Arbeitgebers einen Vorführwagen für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte nutzen durfte. Das Fahrzeug privat zu nutzen, war ihm jedoch laut Arbeitsvertrag verboten. Das Finanzamt unterstellte dennoch eine Privatnutzung und folglich einen geldwerten Vorteil nach der Ein-Prozent-Regelung – mit dem Argument, der Anschein spreche für eine private Nutzung.

Gegen die Entscheidung legte der Mann Einspruch ein und klagte anschließend vor dem Finanzgericht, vor dem er in erster Instanz unterlag. Der Bundesfinanzhof gab dem Autoverkäufer in der letzten Instanz Recht und urteilte, er habe es nicht privat genutzt. Denn genau das hatte der Arbeitgeber ja im Arbeitsvertrag untersagt und zudem die Kilometerstände der Vorführautos kontrolliert. Dabei sind Kontrollen, ob ein Mitarbeiter ein ausdrückliches Verbot der Privatnutzung unterläuft, nicht einmal erforderlich. Das Finanzamt dürfe nicht einfach unterstellen, dass sich der Verkäufer nicht an das Verbot seines Arbeitgebers hält.

Die Ein-Prozent-Regelung sei jedenfalls auf das Pendeln von und zur Arbeit mit einem Firmenwagen nicht anwendbar, urteilten die obersten Finanzrichter. Denn der Gesetzgeber habe die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte eindeutig „der Erwerbssphäre zugeordnet".

Tipp: Nutzen Sie Ihren Dienstwagen ausschließlich beruflich und wollen die Ein-Prozent-Regelung vermeiden? Dann sollte Ihr Arbeitgeber die Privatnutzung schriftlich verbieten. Ob Sie dieses Verbot einhalten, muss er nicht kontrollieren. 

Ist nichts geregelt, kann das Finanzamt dagegen davon ausgehen, dass Sie das Auto auch privat nutzen dürfen. Denn es ist nicht vorgeschrieben, dass entsprechende Vereinbarungen nur schriftlich gelten. Auch mündlich kann Ihr Chef Ihnen die Privatnutzung erlauben. Ein Privatnutzungsvebot wird das Finanzamt Ihnen nicht abnehmen, wenn der Dienstwagen das einzige Auto ist, das Sie fahren können. Nutzen Sie aber für private Fahrten ein weiteres, eigenes Auto, dann könnten Sie das glaubhaft versichern.

Was ist bei einem Fahrtenbuch zu beachten?

Statt der Ein-Prozent-Pauschale können Sie auch die tatsächlichen Aufwendungen als geldwerten Vorteil ansetzen (§ 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 3 EStG).

Beispielrechnung: Sie fahren mit Ihrem Dienstwagen 24.000 Kilometer im Jahr, davon sind 3.600 km privat. Die gesamten Aufwendungen betragen dabei 6.000 Euro. Das ergibt 0,25 Euro pro Kilometer (6.000 Euro geteilt durch 24.000 km), für die Privatnutzung also Kosten von 900 Euro (0,25 Euro pro km mal 3.600 km). Demnach rechnet der Fiskus 900 Euro zu Ihrem zu versteuernden Jahreseinkommen hinzu.

Verwenden Sie ein Fahrtenbuch, zählen für die Steuer sämtliche mit dem Pkw zusammenhängenden Kosten – also auch die jährliche Abschreibung des Fahrzeugs ohne Sonderabschreibungen. Bemessungsgrundlage ist nicht der Listenpreis, sondern die tatsächlichen Anschaffungskosten einschließlich Umsatzsteuer. Dabei ist bei einem Neuwagen von einer sechsjährigen Nutzungsdauer auszugehen. Für Gebrauchtwagen müssen Sie die Restnutzungsdauer schätzen und dabei Alter und Fahrzeugzustand berücksichtigen.

Wahlfreiheit zwischen Fahrtenbuch und Ein-Prozent-Regel

Sie haben die Möglichkeit, zunächst mit Ihrem Arbeitgeber zu vereinbaren, dass er bei der Gehaltsabrechnung die Privatnutzung nach der Ein-Prozent-Methode versteuert und dann können Sie dennoch in Ihrer Einkommensteuererklärung die tatsächlichen Aufwendungen anhand eines ordnungsgemäß geführten Fahrtenbuchs sowie von Einzelbelegen ansetzen. Dieses müssen Sie jedoch von Anfang an führen.

Auch elektronische Nachweise möglich

Elektronische Fahrtenbücher akzeptiert das Finanzamt ebenfalls, sofern sich daraus dieselben Erkenntnisse ergeben wie aus einem manuell geführten Fahrtenbuch. Für elektronische Fahrtenbücher, die Datum, Fahrtziel und Kilometerstand automatisch aufzeichnen, gilt sogar gegenüber manuellen eine Erleichterung: Der Anlass der Fahrt kann innerhalb von einer Woche nachgetragen werden.

Anders bei handschriftlichen Fahrtenbüchern: Bei ihnen muss der Arbeitnehmer sofort nach der Fahrt den Anlass vermerken. Falls nicht, gilt die Fahrt als privat, so regelt es ein Schreiben des Bundesfinanzministeriums (Az. IV C 5 – S 2334/10/10006).

Der empfehlenswerte Anbieter eines elektronischen FahrtenbuchsVimcar, hat gemeinsam mit Steuerberatern eine Lösung entwickelt. Bei diesem System zeichnet ein Stecker automatisch die Kilometerstände, die Start- und Zieladressen sowie Zeitstempel auf. Der Stecker lässt sich in einem Auto ab dem Baujahr 2004 installieren. Das Fahrtenbuch selbst wird als App auf dem Smartphone verwaltet. Als Einstieg in ein digitales Fahrtenbuch kann aber auch eine reine App-Lösung genügen.

Wer es lieber handschriftlich mag: Im Fachbuchhandel und auch online gibt es eine Vielzahl an manuellen Fahrtenbüchern, die alle von der Finanzverwaltung geforderten Angaben beinhalten.

Mehr dazu im Ratgeber Fahrtenbuch

  • Dienstwagenfahrer sparen mit einem elektronischen Fahrtenbuch Zeit und Geld.
  • Von uns empfohlene elektronische Fahrtenbücher: Vimcar, Driverslog Pro 2,
    Kfz-Fahrtenbuch

Zum Ratgeber

 

Wie wirken sich Zuzahlungen aus?

Zahlen Sie zu Ihrem Dienstwagen wegen der außerdienstlichen Nutzung etwas dazu, mindert diese Summe Ihren zu versteuernden geldwerten Vorteil. Dies gilt immer dann, wenn Sie die Zuzahlung zum Beispiel aufgrund einer arbeitsvertraglichen Vereinbarung leisten müssen. Infrage kommen als Nutzungsentgelt:

  • eine Kilometerpauschale,
  • eine Monatspauschale,
  • (teilweise) übernommene Leasingraten und
  • teilweise oder vollständig übernommene einzelne Kraftfahrzeugkosten (beispielsweise für Benzin oder Diesel).

Dies ist nach zwei Urteilen des Bundesfinanzhofs vom 30. November 2016 sowohl für die Ein-Prozent-Regelung als auch die Fahrtenbuchmethode möglich (Az. VI R 2/15 und Az. VI R 49/14).

Das Bundesfinanzministerium (BMF) hat in einem Schreiben vom 21. September 2017 akzeptiert, dass sich die Rechtsprechung geändert hat, und Details geregelt.

Es listet darin auf, welche vom Arbeitnehmer übernommenen Kosten als Nutzungsentgelt zählen und somit den geldwerten Vorteil reduzieren können. Das sind Ausgaben für:

  • Treibstoff,
  • Reparaturen und Wartung,
  • Wagenwäsche,
  • Kfz-Steuer,
  • Kfz-Haftpflicht- und Kaskoversicherung,
  • Garagen-/Stellplatzmiete,
  • eine Anwohnerparkberechtigung und
  • Ladestrom.

Unberücksichtigt bleiben Parkgebühren, Maut sowie Verwarnungs- und Bußgelder.

Der geldwerte Vorteil kann durch die Zuzahlung höchstens auf 0 Euro sinken. Zahlen Sie als Arbeitnehmer mehr selbst dazu, als Sie an geldwertem Vorteil hätten, können Sie diese Ausgaben nicht als Werbungskosten absetzen.

Kostendeckelung vereinbaren

Die Ein-Prozent-Regelung kann schon recht teuer kommen, erst recht, wenn Sie Ihrem Arbeitgeber etwas zahlen müssen. Kalkulieren Sie daher genau, wie viel Steuern und weitere Kosten für das Dienstauto zusammenkommen. Vereinbaren Sie mit Ihrem Arbeitgeber im Arbeitsvertrag eine Kostendeckelung.

Sonst kann es Ihnen passieren, dass Sie mehr zuzahlen als Ihr geldwerter Vorteil letztlich beträgt – und auf dieser Differenz bleiben Sie sitzen. Ein steuerlicher Abzug ist nur bis zur Höhe des berechneten geldwerten Vorteils möglich.

So wird beim Fahrtenbuch gerechnet

Wenn der Mitarbeiter ein Fahrtenbuch führt, fließen grundsätzlich die von ihm bezahlten Aufwendungen nicht in die zu ermittelnden Gesamtkosten ein. Der individuelle Nutzungswert erhöht sich auf diese Weise nicht. Das BMF-Schreiben lässt jedoch eine Alternative (Nichtbeanstandungsregelung) zu: Demnach zählen die übernommenen Kosten zu den Gesamtkosten, gelten jedoch als Nutzungsentgelt und reduzieren somit den geldwerten Vorteil.

Beispiel: Im Arbeitsvertrag ist vereinbart, dass der Arbeitnehmer die kompletten Benzinkosten bezahlen muss. Sie betragen 3.000 Euro im Jahr. Die anderen Kfz-Kosten in Höhe von 7.000 Euro übernimmt der Arbeitgeber. Der Mitarbeiter nutzt den Dienstwagen zu 10 Prozent privat.

Erste Alternative: Der private Nutzungswert beträgt 10 Prozent von 7.000 Euro (= 700 Euro). Ein Werbungskostenabzug von 90 Prozent von den 3.000 Euro Benzinkosten (= 2.700 Euro) ist nicht möglich.

Zweite Alternative: Die Gesamtkosten liegen bei 10.000 Euro (= 7.000 Euro + 3.000 Euro), davon gelten 10 Prozent (= 1.000 Euro) als Nutzungswert. Aufgrund der Zuzahlung von 3.000 Euro sinkt der geldwerte Vorteil auf 0 Euro. Auch in diesem Fall ist kein weiterer Werbungskostenabzug gestattet.

Zuzahlungen zu den Anschaffungskosten eines Firmenwagens rechnet der Fiskus auch auf den Nutzungswert an – im Zahlungsjahr und auch in den Folgejahren. Der Nutzungswert kann jedoch höchstens auf 0 Euro gemindert werden.

Wichtig: Als Arbeitnehmer müssen Sie selbst getragene Kosten nachweisen können. Diese sowie die Gesamtfahrleistung müssen Sie jedes Jahr Ihrem Arbeitgeber schriftlich erklären. Dieser wiederum muss schon im Lohnsteuerabzugsverfahren die von Ihnen getragenen Kosten berücksichtigen und Ihren geldwerten Vorteil dementsprechend senken.

Zahlen Sie zum Dienstwagen etwas dazu, kann ein Fahrtenbuch daher sinnvoll sein.

Welche Vorteile gibt es beim Elektro-Dienstwagen?

Um die Elektromobilität zu fördern, hat der Fiskus eine enorme Steuererleichterung bei der privaten Nutzung von Elektro-Dienstwagen und Plug-in-Hybriden eingeführt. Mit dem Gesetz zur weiteren steuerlichen Förderung der Elektromobilität und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften (sogenanntes Jahressteuergesetz 2019) wurden die bisherigen Vergünstigungen verlängert und erweitert.

Die Steuervorteile gelten für Elektroautos, die zwischen dem 1. Januar 2019 und dem 31. Dezember 2030 (Förderzeitraum) gekauft oder geleast werden. Für die Besteuerung des geldwerten Vorteils müssen Sie dann nur den halben Listenpreis ansetzen. Arbeitnehmer mit Dienstwagen müssen also nur 0,5 Prozent des Bruttolistenpreises als monatlichen geldwerten Vorteil versteuern. Für Fahrtenbuchnutzer gelten dementsprechend nur die Hälfte der Kosten (zum Beispiel für die Abschreibung oder Leasinggebühren).

Für Elektroautos ohne Kohlendioxidausstoß gibt es ab 2020 eine besondere Vergünstigung: Wenn der Listenpreis nicht mehr als 40.000 Euro beträgt, kann die Bemessungsgrundlage für den geldwerten Vorteil sogar geviertelt werden (0,25-Prozent). Das gilt auch für die Nutzer eines Fahrtenbuchs – und für bereits im Jahr 2019 angeschaffte E-Autos.

Damit für ein Hybridelektroauto der halbe Listenpreis angesetzt werden darf, muss es zusätzliche Voraussetzungen erfüllen: Der Kohlendioxidausstoß darf höchstens 50 Gramm je gefahrenen Kilometer betragen. Oder es muss unter ausschließlicher Nutzung des Elektroantriebs eine bestimmte Mindestreichweite erreichen. Diese beträgt entweder 40, 60 oder 80 Kilometer; je nachdem, wann das Auto an den Arbeitnehmer überlassen wurde (siehe Tabelle).

Diese Voraussetzungen muss ein Elektro- oder Hybridauto erfüllen

Überlassungs-

zeitraum

Höchstschad-

stoffausstoß

Mindest-

reichweite

Bemessungs-

grundlage

Gesetzlicher Nachweis
1.1.2019 – 31.12.20300 g CO2 je gefahrenen kmkeine, aber Bruttolistenpreis max. 40.000 €0,25 % des Bruttolistenpreises§ 6 Abs. 1 Nr. 4 S. 2 Nr. 3 bzw. S. 3 Nr. 3 EStG
1.1.2019 –31.12.202150 g CO240 km0,5 %§ 6 Abs. 1 Nr. 4 S. 2 Nr. 2 bzw. S. 3 Nr. 2 EStG
1.1.2022 –31.12.202450 g CO260 km0,5 %§ 6 Abs. 1 Nr. 4 S. 2 Nr. 4 bzw. S. 3 Nr. 4 EStG
1.1.2025 –31.12.203050 g CO280 km0,5 %§ 6 Abs. 1 Nr. 4 S. 2 Nr. 5 bzw. S. 3 Nr. 5 EStG

Quelle: Steuerring vom 16. Januar 2020

Entscheidend ist die Anschaffung bis Ende 2030 und dass ein bestimmter Arbeitnehmer oder ein Selbstständiger erstmals das Fahrzeug nutzen darf. Die günstige Bewertung kann über den Förderzeitraum hinausgehen. Sie endet erst, wenn es zu einem Halterwechsel kommt oder das Fahrzeug aus dem Betriebsvermögen des Arbeitgebers ausscheidet. 

Weil nur der halbe oder sogar nur ein Viertel des Preises angesetzt wird, sparen Arbeitnehmer neben Lohnsteuer auch Sozialversicherungsbeiträge.

Die niedrigere Bemessungsgrundlage können auch Selbstständige und Unternehmen bei der Einkommensteuer nutzen. Für die Umsatzsteuer gilt diese Regelung jedoch nicht.  

Die Bewertung ist im Einkommensteuergesetz geregelt in Paragraf 6 Absatz 1 Nummer 4 Satz 2 (für die Ein-Prozent-Regelung) und Satz 3 (für das Fahrtenbuch).

Hat der Arbeitgeber das Elektrofahrzeug bereits im Jahr 2018 angeschafft, dann gilt die halbe Bemessungsgrundlage nur dann, wenn er diesen Wagen ab 2019 erstmals einem Arbeitnehmer zur privaten Nutzung überlässt.

Ansonsten gilt ein anderer Nachteilsausgleich: Vom Listenpreis können Sie die Kosten des Batteriesystems abziehen. Der Abzugsbetrag verkleinert sich jährlich. Diese Regelung gilt, wenn das Auto bis Ende 2022 angeschafft wird (§ 6 Abs. 1 Nr. 4 S. 2 Nr. 1 EStG). Sie ist der Regelfall für bis Ende 2018 erworbene Elektro- und Hybridautos.

Arbeitnehmer mit einem Elektro-Dienstwagen profitieren von weiteren Steuervorteilen:

Aufladen im Betrieb - Lädt der Arbeitnehmer sein Elektro-Auto im Betrieb, so ist dies lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei (§ 3 Nr. 46 EStG). Das gilt für private und dienstlich genutzte Elektro- und Hybrid-Fahrzeuge, wenn der Arbeitgeber diesen Vorteil zusätzlich zum Arbeitslohn gewährt. Die Regelung ist bis Ende 2030 befristet.

Privates Aufladen - Trägt der Arbeitnehmer die Stromkosten für seinen Dienstwagen selbst, kann der Arbeitgeber diese Auslagen steuer- und sozialversicherungsfrei erstatten, und zwar mit folgenden monatlichen Pauschalen: 20 Euro für E-Autos und 10 Euro für Hybrid-Fahrzeuge, wenn es eine zusätzliche Lademöglichkeit beim Arbeitgeber gibt; falls nicht, betragen die Pauschalen 50 Euro für Elektro- und 25 Euro für Hybrid-Fahrzeuge. Erstattet der Arbeitgeber die Kosten nicht, dann mindern diese Pauschalen den geldwerten Vorteil des Arbeitnehmers. Diese Regelung gilt zunächst bis Ende 2020.

Ladevorrichtung - Lohnsteuerfrei kann der Arbeitgeber eine betriebliche Ladevorrichtung zeitweise an seinen Mitarbeiter überlassen. Übergibt er die Ladevorrichtung dauerhaft kostenlos oder verbilligt, kann er den geldwerten Vorteil und Zuschüsse pauschal mit 25 Prozent Lohnsteuer abgelten.

Kfz-Steuer - Melden Sie ein E-Auto im Zeitraum 2016 bis 2020 an, dann ist es zehn Jahre lang von der Kfz-Steuer befreit. Dies gilt für reine Elektroautos und entsprechend umgerüstete Fahrzeuge.

Außerdem fördert die Bundesregierung unter bestimmten Voraussetzungen den Erwerb eines Batterie- oder Brennstoffzellen betriebenen Autos mit einem Zuschuss bis zu 6.000 Euro. Für ein von außen aufladbares Hybridfahrzeug kann der Umweltbonus bis zu 4.500 Euro betragen.

Autor
Udo Reuß

Stand: 09. April 2020


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