Einheitliches Meldegesetz

So melden Sie sich beim Einwohnermeldeamt an

Dr. Britta Beate Schön Stand: 17. Juni 2020
Das Wichtigste in Kürze
  • Wer neu in eine Stadt zieht, muss sich innerhalb von zwei Wochen nach Einzug beim Einwohnermeldeamt anmelden. Dort müssen Sie seit dem 1. November 2015 eine Bescheinigung Ihres Wohnungsgebers vorlegen.
  • Abmelden müssen Sie sich nur, wenn Sie ins Ausland ziehen oder einen Haupt- oder Nebenwohnsitz aufgeben.
So gehen Sie vor
  • Vereinbaren Sie – falls nötig – einen Termin beim Einwohnermeldeamt, um sich und Ihre Familie anzumelden.
  • Suchen Sie alle notwendigen Unterlagen zusammen. Das Formular für die Anmeldung finden Sie meist online.
  • Für die sogenannte Wohnungsgeberbescheinigung können Sie dieses Muster verwenden.

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Die neue Wohnung ist gefunden, der Mietvertrag unterschrieben und der Umzug steht an. Jetzt müssen Sie nur noch zum Einwohnermeldeamt und sich ummelden.

Wie melde ich mich beim Einwohnermeldeamt an?

Wer eine Wohnung neu bezieht, muss sich innerhalb von zwei Wochen beim Einwohnermeldeamt melden (§ 17 BMG). Das ist in allen Bundesländern einheitlich geregelt. Eine schriftliche Anmeldung ist jedoch nicht überall möglich, Sie müssen also in der Regel persönlich zur Behörde gehen. Dort wird meist auch gleich die neue Adresse in Ihren Personalausweis eingetragen.

In einigen Städten sollten Sie vorab einen Termin für die Anmeldung im zuständigen Rathaus vereinbaren. Das geht oft online, zum Beispiel in Berlin. Bis zur eigentlichen Anmeldung müssen Sie sich dann noch gedulden. Wartezeiten von mehreren Wochen sind in Berlin durchaus üblich. Falls Sie dadurch die Meldefrist nicht einhalten können, ist das unproblematisch.

Welche Unterlagen sind bei der Anmeldung erforderlich?

Bei der Anmeldung müssen Sie sich ausweisen. Dazu können Sie als deutscher Staatsangehöriger Ihren Personalausweis oder Reisepass vorlegen. Haben Sie eine andere Staatsangehörigkeit, will die Behörde Ihren Pass oder ein Ersatzpapier sehen. Bringen Sie am besten alle Dokumente für alle Personen mit, die mit Ihnen zusammenwohnen – also auch zum Beispiel den Kinderreisepass für Ihre Kinder.

Ziehen Sie in eine andere Stadt, dann sollten Sie auch Ihre Geburts- oder Heiratsurkunde mitbringen. Das gilt aber nur für deutsche Staatsangehörige.

Das Anmeldeformular füllen Sie in aller Regel in der Behörde aus und unterschreiben es auch vor Ort. Viele Städte und Gemeinden stellen das Formular für die Anmeldung auf ihre Website, das Sie dann schon zuhause ausfüllen, ausdrucken und unterschreiben können.

Schließlich müssen Sie eine Bestätigung Ihres Wohnungsgebers, in der Regel Ihres Vermieters vorlegen. Es reicht nicht, den Mietvertrag vorzulegen.

Wie sieht eine Wohnungsgeberbestätigung aus?

Der Wohnungsgeber hat eine eigene Mitwirkungspflicht bei der Anmeldung, er muss Ihnen als meldepflichtiger Person den Einzug bestätigen. Die Bestätigung muss folgende Angaben enthalten (§ 19 Abs. 3 BMG):

  • Namen und Anschriften des Wohnungsgebers und des Eigentümers (falls nicht identisch wie etwa bei der Untermiete)
  • Einzugsdatum
  • Namen der Meldepflichtigen
  • Wohnungsadresse

Der Wohnungsgeber ist oft der Vermieter, er kann aber auch eine Hausverwaltung beauftragen. Ziehen Sie in Ihre eigene Wohnung oder in Ihr eigenes Haus, müssen Sie die Wohnungsgeberbestätigung für sich selbst ausfüllen.

Der Wohnungsgeber kann Ihnen eine schriftliche Bestätigung geben oder Ihren Einzug elektronisch direkt gegenüber der Behörde bestätigen. In jedem Fall muss er die Frist einhalten. Ein Muster für die sogenannte Wohnungsgeberbestätigung findet sich in Anlage 2 zur Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zur Durchführung des Bundesmeldegesetzes (BMGVwV, Seite 60). Sie können dazu auch unser Finanztip-Muster für eine Bestätigung des Wohnungsgebers verwenden.

Weigert sich Ihr Vermieter oder Wohnungsgeber, Ihnen die Bestätigung auszustellen, müssen Sie dies umgehend der zuständigen Meldebehörde mitteilen (§ 19 Abs. 2 BMG). Nur so laufen Sie nicht Gefahr, ein Bußgeld zahlen zu müssen. Denn wer seinen Pflichten nicht nachkommt, riskiert ein Bußgeld von bis zu 1.000 Euro (§ 54 Abs. 2 Nr. 1, Abs. 3 BMG).

Wann muss ich mich beim Einwohnermeldeamt abmelden?

Wer innerhalb Deutschlands umzieht, muss sich beim Wegzug nicht extra abmelden. Sobald Sie sich am neuen Wohnsitz angemeldet haben, werden Ihre Daten automatisch an die Behörde Ihres alten Wohnorts übermittelt.

Nur wenn Sie ins Ausland ziehen, müssen Sie sich bei der Stadt oder Gemeinde abmelden. Auch wer seine Haupt- oder Nebenwohnung aufgibt, ohne dass er in eine andere Wohnung zieht, muss das der Behörde mitteilen. Dafür haben Sie zwei Wochen Zeit. Sie können sich frühestens eine Woche vor dem Auszug bei der Behörde melden. Die Abmeldung erfolgt schriftlich, sodass Sie sich den Gang zum Amt sparen können. Neben dem Abmeldeformular müssen Sie wieder eine Wohnungsgeberbestätigung einreichen.

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Autor
Dr. Britta Beate Schön

Stand: 17. Juni 2020


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