Privater Darlehensvertrag

Kostenlose Vorlage für einen Darlehensvertrag

Dr. Britta Beate Schön Stand: 10. März 2017
Das Wichtigste in Kürze
  • Falls Sie ein privates Darlehen vereinbaren, sollten Sie auf jeden Fall einen schriftlichen Darlehensvertrag abschließen, um für beide Parteien Klarheit und Sicherheit über die Höhe des Darlehens und die Konditionen zu schaffen. Dazu können Sie unser Muster für einen privaten Darlehensvertrag verwenden.

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  • Fertigen Sie den Vertrag zweifach aus. Ein Exemplar verbleibt im Original beim Darlehensgeber, eines verbleibt im Original beim Darlehensnehmer.
  • Abhängig von der Höhe des Darlehens gilt der Grundsatz: kein Darlehen ohne Sicherheit. Darüber sollten Sie sprechen und gegebenenfalls vertraglich eine Sicherheit vereinbaren.
  • Als Sicherheiten sind die Sicherungsübereignung und die Sicherungsabtretung üblich. Welche Sicherheiten Sie vereinbaren, hängt von Ihrem Einzelfall ab.
  • Ein notarielles Schuldanerkenntnis über die Höhe des Darlehens ist sinnvoll, um im Falle der fehlenden Rückzahlung des Darlehens kein Gericht bemühen müssen.

Ein Darlehen im Familien- und Freundeskreis ist eine schwierige Angelegenheit, da es Ärger und Abhängigkeiten mit sich bringen kann. Gerade deshalb sollten Sie die Bedingungen des Darlehensvertrags immer schriftlich fixieren. Verwenden Sie am besten unser Vertragsmuster, das wir Ihnen als Download kostenlos zur Verfügung stellen. Damit schaffen Sie Klarheit und Rechtssicherheit für beide Parteien. Im Streitfall können Sie dann immer auf einen schriftlichen Beweis zurückgreifen.

Mustervertrag zum Herunterladen

Hier können Sie sich unsere Mustervorlage für einen privaten Darlehensvertrag herunterladen:

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Unser Vertragsmuster enthält alle wesentlichen Punkte, die zwischen den Vertragspartnern in einem privaten Darlehensvertrag geregelt sein sollten:

  • Darlehenssumme: Diese sollten Sie genau festlegen, damit es zu keinen Nachforderungen kommt. Überlegen Sie gut, in welcher Höhe das Darlehen tatsächlich benötigt wird. Je geringer das Darlehen, desto rascher ist es zurückgezahlt.
  • Darlehensdauer: Das Darlehen sollte immer für eine feste Laufzeit gewährt werden. Dann ist allen Beteiligten klar, wann das Darlehen wieder zurückgezahlt sein muss. In unserem Muster ist deshalb eine feste Laufzeit vorgesehen, deren Länge Sie allerdings individuell festlegen können. Wird die Laufzeit im Vertrag nicht geregelt, erfolgt eine Rückzahlung erst nach Kündigung durch den Darlehensnehmer oder Darlehensgeber. Die gesetzliche Kündigungsfrist beträgt drei Monate (§ 488 Abs. 3 BGB). Sie können im Vertrag auch eine kürzere Frist festlegen.
  • Zinsen: Neben der Zinshöhe sollten Sie festlegen, in welchem Turnus die Zinsen berechnet werden und wann der Darlehensnehmer Zinsen zahlen muss: am Ende des Jahres oder erst bei Tilgung des Darlehens. Achtung: Die Zinsen sollten nahe am Marktzins festgelegt werden, da sonst die Gefahr besteht, dass das Finanzamt das Darlehen als Schenkung sieht, was unangenehme steuerliche Konsequenzen haben kann.
  • Rückzahlungsweise: Sie sollten vereinbaren, ob das Darlehen in monatlichen Raten zurückgezahlt werden soll oder auf einen Schlag nach Beendigung des Darlehens. Unsere Empfehlung: Vereinbaren Sie eine monatliche Tilgung und legen Sie die Anzahl der Raten bereits vorab genau fest. Das reduziert das Risiko, dass das Darlehen nicht zurückgezahlt wird.
  • Verzug: Regelungen zum Verzug und den Verzugszinsen sind üblich und auch sinnvoll. Zu späte Tilgungs- oder Zinszahlungen begründen Verzugszinsen. Sie werden nach den allgemeinen Verzugsregelungen bemessen. Nach dem Gesetz liegt der regelmäßige, jährliche Zinssatz fünf Prozentpunkte über dem Basiszinssatz (§ 288 Abs. 1 BGB). Auf der Webseite der Bundesbank finden Sie die aktuellen Basiszinssätze.
  • Sicherheiten: Bei höheren Darlehenssummen, deren Verlust für Sie als Darlehensgeber schmerzhaft wäre, sollten Sie unbedingt auf Sicherheiten bestehen. Das bietet eine zusätzliche Absicherung für den Fall, dass das Darlehen nicht zurückgezahlt wird. Eine Kreditsicherheit kann beispielsweise in Form einer Sicherungsübereignung oder Sicherungsabtretung vereinbart werden. Die Eintragung einer Grundschuld im Grundbuch ist ebenfalls möglich, falls Immobilien vorhanden sind. Dafür müssen Sie allerdings zum Notar.
  • Notarielles Schuldanerkenntnis: Da im Sicherungsfall die Verwertung der Sicherheit durch den Darlehensgeber selbst erfolgen muss, sollten Sie bei höheren Darlehenssummen ein notarielles Schuldanerkenntnis mit Vollstreckungsunterwerfung vereinbaren. So muss der Darlehensgeber vor einer Zwangsvollstreckung zumindest kein gerichtliches Verfahren anstrengen. Der Darlehensnehmer muss dazu allerdings zum Notar. Erst nach Vorlage des notariellen Schuldanerkenntnisses sollte der Darlehensbetrag ausgezahlt werden. Für kleinere Darlehen ist ein Schuldanerkenntnis nicht erforderlich.
  • Kündigung: Legen Sie schon bei Abschluss des Darlehensvertrags einen Zeitpunkt fest, zu dem das Geld zurückgezahlt sein muss. Dann ist eine ordentliche Kündigung nicht notwendig. Wird die Dauer des Darlehensvertrags nicht festgelegt, muss er vor der Rückzahlung gekündigt werden. Sollte sich der Darlehensnehmer in Verzug befinden oder die vereinbarte Sicherheit nicht liefern, kann der Darlehensgeber den Vertrag vorzeitig aus wichtigem Grund kündigen. Die Gründe für eine vorzeitige Kündigung haben wir in unserem Vertragsmuster einzeln aufgeführt.

Das sollten Sie bei der Verwendung unseres Musters berücksichtigen

Unser Mustervertrag ist ein Vorschlag für eine mögliche Regelung. Viele Festlegungen sind frei vereinbar. Sie können auch andere Formulierungen wählen. Bei der Verwendung unseres Musters müssen Sie beachten, dass das Dokument auf Ihren besonderen Einzelfall angepasst werden muss.

Es gibt Freifelder, die Sie entsprechend ausfüllen müssen: Vertragsparteien, Höhe des Darlehens, Rückzahlungsrate und Kontoverbindungen. Ferner werden zu einzelnen Regelungen unterschiedliche Optionen angeboten, die Sie entsprechend ankreuzen sollten. Tun Sie das nicht, wird der gesamte Darlehensvertrag in sich unschlüssig und ist damit juristisch angreifbar.

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Autor
Dr. Britta Beate Schön

Stand: 10. März 2017


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