Paydirekt

Mit dem Girokonto im Internet zahlen

Josefine Lietzau 20. Februar 2020
Das Wichtigste in Kürze
  • Mit Paydirekt kannst Du im Internet bezahlen. Abgebucht wird vom Girokonto.
  • Paydirekt ist ein Gemeinschaftsprojekt der deutschen Banken und Sparkassen. Persönliche Daten werden ausschließlich in Deutschland gespeichert.
So gehst Du vor
  • Wenn Du Paydirekt nutzen willst, registriere Dich dafür entweder bei Deiner Bank oder bei Paydirekt selbst.
  • Zum Bezahlen klickst Du auf den Paydirekt-Link im Onlineshop, gibst Deinen Nutzernamen und Passwort ein und bestätigst die Zahlung.

In Onlineshops bequem mit Namen und Passwort bezahlen, statt Konto- oder Kreditkartennummern einzutippen – der US-Anbieter Paypal ermöglicht das seit Jahren. Mit dem Paypal-Klon Paydirekt versuchen deutsche Banken und Sparkassen, den Rückstand gegenüber den Amerikanern aufzuholen.

Wie funktioniert Paydirekt?

Du kannst Paydirekt nur nutzen, wenn Deine Bank an dem Verfahren teilnimmt. Ob dies der Fall ist, siehst Du zum Beispiel in der Bankensuche von Paydirekt. Darüber kannst Du Dich auch für den Dienst registrieren. Das Ganze ist für Verbraucher kostenlos.

Online-Shopping mit Paydirekt

Paydirekt ist nicht so weit verbreitet wie Paypal, Du kannst es aber inzwischen bei rund 10.000 Onlineshops nutzen, darunter Bonprix, DM und Haribo. Klicke dabei auf das Paydirekt-Symbol und gib Deinen Benutzernamen und das Passwort ein. Manchmal wird zusätzlich eine Transaktionsnummer (TAN) abgefragt. Du kannst in den Einstellungen auch festlegen, dass immer eine TAN abgefragt wird. Paydirekt informiert Dich über Transaktionen in der App oder per E-Mail.

Das Geld wird direkt vom Girokonto abgebucht, der Händler erhält dabei keine Bankdaten von Dir. Nachdem Du bezahlt hast, bekommt er eine Zahlungsbestätigung und kann die Bestellung direkt bearbeiten. Du kannst eine Paydirekt-Zahlung nicht zurückholen; Du musst mit dem Händler reden, um die Bestellung zu stornieren.

Wenn Du bei Paydirekt Deine bevorzugten Lieferadressen eingibst, musst Du das nicht mehr beim Händler erledigen und bezahlst so schneller Deine Bestellung.

Geld versenden mit Paydirekt

Mit der Paydirekt-App kannst Du auch Geld an Bekannte, Freunde und Familienmitglieder senden. Dazu wählst Du den jeweiligen Kontakt in der App aus, gibst den Betrag ein und sendest das Geld. Der Empfänger muss die Paydirekt-App installieren, um das Geld zu empfangen. Registrieren muss er sich jedoch nicht. Bei Empfängern, die bereits bei Paydirekt registriert sind, geht das Geld direkt auf dem Konto ein.

Welche Daten musst Du preisgeben?

Wenn Du Dich für Paydirekt registrierst, gibt Deine Bank unterschiedliche Daten an Paydirekt weiter, darunter Deinen Namen, Deine Kontaktdaten und Deine IBAN. Zudem gibt die Bank weiter, welche TAN-Verfahren genutzt werden können. Beim Bezahlen erhält Paydirekt zum Beispiel Informationen zu den eingekauften Waren, beim Geldsenden die Kontaktdaten der Empfänger.

Paydirekt betont insbesondere die Sicherheit und den Datenschutz des Systems. So verlaufe der Zahlungsverkehr über deutsche Server, die Zugangs- und persönlichen Daten seien verschlüsselt. Die Kontodaten oder Daten zu den Einkäufen würden nicht an Dritte weitergegeben. Falls Du besonderen Wert darauf legst, ist Paydirekt für Dich womöglich interessanter als der große Konkurrent Paypal. Der speichert die Daten auch außerhalb Deutschlands.

Wie sind Verbraucher beim Bezahlen geschützt?

Wie Paypal verspricht auch Paydirekt einen Käuferschutz. Falls der Einkauf bis zum angegebenen Liefertermin nicht beim Kunden ankommt und der Verkäufer nicht nachweisen kann, dass er das Produkt verschickt hat, bekommt der Kunde sein Geld zurück. Paydirekt kümmert sich nach erfolglosem Versuch seitens des Kunden auch um die Kontaktaufnahme mit dem Händler. Allerdings gilt der Käuferschutz nicht für alle Waren: Paydirekt schließt zum Beispiel Alkohol, Tabak und Medikamente explizit aus.

Der Schutz geht auch in die andere Richtung: Paydirekt gibt den Händlern ein sogenanntes Zahlungsversprechen: Sie erhalten eine Bestätigung, dass der Kunde bezahlt hat. So haben sie die Möglichkeit, das Produkt sofort zu versenden. Stornieren kann der Kunde seine Bestellung nicht über Paydirekt, er muss sich direkt an den Händler wenden.

Falls Händler Produkte mit gesetzlicher Altersbeschränkung verkaufen, können sie bei Paydirekt außerdem anfragen, ob ihr Kunde alt genug ist. Ist dies nicht der Fall, bricht die Bank des Kunden den Bezahlvorgang ab.

Welche weiteren Bezahldienste gibt es?

Paydirekt steht im Schatten anderer Zahlungsdienstleister, die mehr Händler eingebunden haben. Auch bei den Kundenzahlen schwächelt Paydirekt: Der 2015 gestartete Dienst hat nur rund 3,2 Millionen Kunden in Deutschland, bei Paypal sind es 23 Millionen (Stand: Dezember 2019). Mit Paypal kannst Du in Onlineshops zahlen und nutzt dabei Dein Girokonto oder Deine Kreditkarte.

Eine weitere Alternative ist Amazon Pay. Dabei nutzt Du den Log-in zu Deinem Amazon-Konto und bezahlst dann über Deine als Standard festgelegte Zahlweise. Noch eine Option ist Klarna: Der Anbieter übernimmt zunächst die Kosten für den Einkauf, Du bezahlst dann per Überweisung, Kreditkarte oder über eine Ratenoption.

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