Paypal

Sicher und schnell mit Paypal zahlen

Josefine Lietzau
Expertin für Bank und Kredit
24. Januar 2020
Das Wichtigste in Kürze
  • Ob Online-Shopping oder Geld an Freunde und Bekannte schicken: mit Paypal geht das schnell.
  • Das Unternehmen verspricht durch die wählbare Option „Käuferschutz“ zusätzliche Sicherheit. Doch die hilft nicht immer.

Die CD der Lieblingsband gibt es nur in einem Onlineshop aus Korea, die beste Freundin ist in den USA und hat kein Geld mehr – vor Jahren ließen sich solche Situationen nur per Kreditkarten-Zahlung und teuren Geldtransfers lösen. Inzwischen haben Online-Bezahldienste den Markt umgekrempelt. Paypal ist der wohl bekannteste davon.

Wie funktioniert Paypal?

Wenn Du Dich bei Paypal anmelden willst, musst Du mindestens 18 Jahre alt sein. Bei Paypal erhältst Du dann ein Kundenkonto, auf das Du ein Guthaben überweisen kannst. Das Paypal-Konto kannst Du bereits mit wenigen Angaben einrichten.

Allerdings hat das Konto dann noch einige Beschränkungen, sogenannte Sende-, Empfangs- und Abbuchungslimits. Entfernen kannst Du diese Limits, wenn Du Dein Bankkonto oder Deine Kreditkarte hinterlegst, Paypal bucht dann beim Bezahlen direkt ab. Du kannst eine Zahlungsquelle als Standard einstellen oder Dich jedes Mal von neuen entscheiden, wie Du bezahlen willst.

Paypal bietet auch die Möglichkeit an, in Raten zu zahlen. Dafür fallen jedoch Zinsen an: 9,99 Prozent effektiv. Kaufst Du etwas für 750 Euro und zahlst Du es innerhalb von 12 Monaten ab, zahlst Du also 39,40 Euro Zinsen. Die Raten bucht Paypal vom hinterlegten Girokonto ab. Mehr als 5.000 Euro kannst Du nicht so bezahlen. Du kannst den Kredit jederzeit komplett zurückzahlen oder eine höhere Rate leisten als eigentlich vorgesehen. Das spart Zinsen. Wieviel Du Paypal noch schuldest ist im Paypal-Konto unter „Zahlungsplan“ aufgelistet. Auch die Ratenoption kannst Du direkt beim Bezahlen auswählen, dabei wird Deine Bonität überprüft.

Falls Dein Paypal-Konto ins Minus rutscht, zum Beispiel weil es Probleme bei einer Zahlung gab, musst Du es ausgleichen. Erst dann kannst Du wieder über Paypal zahlen. Zum Ausgleichen überweist Du einfach Geld auf das Paypal-Konto.

Beim Online-Shopping mit Paypal zahlen

Wenn Du im Online-Shop den Paypal-Button siehst, kannst Du über Paypal bezahlen. Dafür klickst Du auf den Button, Du wirst dann zu Paypal weitergeleitet und musst Dich nur noch einloggen und die Zahlung bestätigen. Stornieren kannst Du die Zahlung danach nicht mehr.

Der Händler sieht beim Bezahlen mit Paypal keine Bankdaten. Das überwiesene Geld geht außerdem sofort an den Empfänger, Wartezeiten wie bei Banküberweisungen gibt es nicht. Das ist einer der großen Wettbewerbsvorteile von Paypal gegenüber Überweisungen. So verkürzen sich oft die Lieferzeiten, denn schließlich müssen die Händler nicht auf den Geldeingang warten, sondern können die Ware sofort versenden.

Falls Du die Bestellung retournierst bucht Paypal das Geld auf Dein Paypal-Konto zurück. Das kannst Du dann ein andermal zum Bezahlen nutzen.

Das Bezahlen ist für die Kunden kostenlos, Händler bezahlen jedoch Gebühren.

Geld an Freunde versenden

Mit Paypal kannst Du nicht nur bei Online-Shops bezahlen, sondern auch Geld an Deine Freunde oder die Familie senden. Die Gegenseite braucht dafür ebenfalls ein Paypal-Konto, um an das Geld zu kommen.

Um Geld zu senden, gibst Du die E-Mail-Adresse oder Telefonnummer des Empfängers an, gibst den Betrag ein und bestätigst die Zahlung. Das klappt über die Webseite von Paypal oder über die App.

Wenn Du Geld in Euro sendest, ist dies kostenlos. Gebühren fallen an, falls das Geld in eine andere Währung umgerechnet wird.

Geld in einer anderen Währung senden

Du kannst auch Geld an Deine Freunde und Familie im Ausland schicken, das funktioniert über das Xoom-Konto, das Du zusätzlich zum Paypal-Konto eröffnest. Das Xoom-Konto verknüpfst Du mit Deinem Paypal-Konto, die Log-In Daten sind die gleichen.

Wie hoch die Gebühren sind, hängt unter anderen von der jeweiligen Währung ab, Paypal zeigt die Kosten jedoch vor dem Absenden an. Das Geld kommt dann entweder auf dem ausländischen Konto des Empfängers an oder es kann als Bargeld abgeholt werden.

Mit Google Pay bezahlen

Über die App von Paypal kannst Du auch den Bezahldienst Google Pay nutzen und so mit dem Smartphone bezahlen. Dafür musst Du entweder in der Paypal-App die Google Pay-Funktion freischalten oder in der Google Pay-App Paypal als Zahlungsmethode auswählen.

Bezahlen kannst Du dann überall dort, wo das kontaktlose Bezahlen mit Mastercard möglich ist, also auch im Ausland. Allerdings bucht Paypal das Geld nur aus dem Paypal-Guthaben oder vom Girokonto ab, hinterlegte Kreditkarten werden nicht genutzt.

Guthaben aufs Girokonto überweisen

Die Nutzer können Guthaben von ihrem Paypal-Konto auf ihr Girokonto überweisen. Viel Guthaben sollte ohnehin nicht auf dem Paypal-Konto liegen. Schließlich gibt es bei dem Bezahldienst keine Zinsen, und das Geld ist auch nicht über eine Einlagensicherung geschützt. Es ist also besser auf einem Tagesgeldkonto aufgehoben.

Phishing im Namen von Paypal

Online-Kriminelle schicken oft gefälschte E-Mails an Verbraucher, die angeblich von Paypal stammen. In der Regel versuchen die Betrüger, an die Log-In-Daten für das Paypal-Konto zu kommen. Denke daran: Paypal wird Dich nie in E-Mails nach Deinem Passwort oder nach Deinen Bankdaten fragen. Eine andere Strategie der Kriminellen ist es, einen Anhang mit der E-Mail mitzuschicken. Lade solche Anhänge nicht herunter, sie enthalten Schadsoftware.

Lösche solche E-Mails. Falls Du Paypal bei dem Bekämpfen von Phishing helfen willst, leite die Nachricht vorher einfach an spoof@paypal.com weiter.

Welche Daten musst Du preisgeben?

Kunden müssen neben ihrem Namen und ihrer E-Mail-Adresse auch ihre Post-Adresse und die Telefonnummer nennen. Paypal speichert diese Daten an unterschiedlichen Standorten, dazu gehören auch Server in den USA. Der Bezahldienst gibt in seinen Datenschutzgrundsätzen an, dass das Unternehmen verpflichtet sei, die Daten unabhängig vom Standort „angemessen“ zu schützen. Allerdings urteilte zum Beispiel der Europäische Gerichtshof, dass persönliche Daten in den USA nicht sicher auf Server wären, da die Geheimdienste auf die Daten zugreifen dürfen (Rechtssache C-362/14 - Schrems).

In der Regel wirst Du Paypal Daten zu Deinem Girokonto oder Deiner Kreditkarte geben, um damit zu bezahlen. Paypal speichert außerdem Daten über Deine Transaktionen – zum Beispiel den Händler und die Summe aber auch Standortdaten und Infos zu Deinen Geräten. Auch zur Gegenseite werden Daten weitergegeben, zum Beispiel wenn Du Geld an Freunde schickst.

Außerdem zeigt Paypal den Namen, die E-Mail-Adresse und die Telefonnummer auch anderen Nutzern an, wenn diese Geld schicken oder empfangen. Der Anbieter gibt jedoch Daten zum Girokonto oder zur Kreditkarte nicht an die Empfänger weiter. Er verschlüsselt die Nutzerinformationen während der Überweisung über das sichere Netzwerkprotokoll TLS (der Nachfolger des SSL-Protokolls).

Wie sind Verbraucher beim Bezahlen geschützt?

Falls beim Kauf etwas schiefgeht, können Verbraucher einen Antrag auf Käuferschutz stellen. Du bekommst den Kaufpreis zum Beispiel zurück, wenn der Händler das Produkt nicht verschickt hat. Kam das versandte Paket einfach nicht an, lehnt Paypal den Käuferschutz allerdings ab.

Der Käuferschutz kann auch greifen, falls die Ware „erheblich“ von der Artikelbeschreibung abweicht. Dabei müssen die Käufer das Produkt zunächst auf eigene Kosten an den Händler zurücksenden. Du bist verpflichtet, Dich in jedem Fall zuerst an ihn zu wenden, bevor Du das Problem bei Paypal meldest.

Der Käuferschutz existiert nicht bei allen Waren, so sind zum Beispiel Gutscheine ausgeschlossen. Auch die Verkäufer werden geschützt, zum Beispiel gegen Rückbuchungen.

Der Käuferschutz bedeutet jedoch nicht, dass der Händler das Geld nicht später einklagen kann. Das gilt auch, wenn Paypal dem Käufer recht gab und das Geld zurückgebucht hatte (BGH, Urteil vom 22. November 2017, Az. VIII ZR 83/16 und VIII ZR 213/16). Der Käuferschutz hebelt nicht die Rechte und Pflichten eines Kaufvertrages aus. Der Händler trägt jedoch bei solchen Klagen das Prozessrisiko und damit zunächst auch die Kosten.

Der Paypal-Käuferschutz hat einigen Airberlin-Kunden geholfen, deren Flug die Airline im Rahmen der Insolvenz storniert hatte. Paypal hat ihnen das Geld unproblematisch zurückgebucht, wie uns einige Finanztip-Leser berichtet haben.

Wichtig: Achte darauf, dass der Käuferschutz nur greift, wenn Du die richtige Bezahloption auswählst. Wenn Du über „Family & Friends“ bezahlst, bist Du nicht geschützt. Trotzdem versuchen immer wieder Verkäufer ihre Kunden genau davon zu überzeugen, denn sie sparen bei „Family & Friends“ Gebühren. Gehe nicht darauf ein!

Welche weiteren Bezahldienste gibt es?

Paypal ist nicht der einzige Anbieter, über dem Verbraucher im Internet bezahlen können. Konkurrenten sind zum Beispiel Amazon Pay und Klarna. Bei Amazon Pay nutzt Du die Log-In-Daten für Deinen Amazon-Account und zahlst mit dem bei Amazon hinterlegten Konto oder der Kreditkarte.

Bei Klarna zahlt zunächst der Anbieter an den Händler, Du tilgst dann Deine Rechnung über eine Überweisung oder per Ratenzahlung. Auch Kreditkartenzahlungen sind über Klarna möglich.

In Deutschland startete zudem 2015 Paydirekt, ein Projekt der deutschen Privatbanken, der genossenschaftlichen Banken und der Sparkassen. Bei Paydirekt werden die Daten in Deutschland gespeichert, und Verbraucher müssen keine Daten zu ihren Konten an einen Drittanbieter weitergeben.

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