Paypal

Sicher und schnell mit Paypal zahlen

Josefine Lietzau
Finanztip-Expertin für Bank und Kredit

Das Wichtigste in Kürze

  • Ob Online-Shopping oder Geld an Freunde und Bekannte schicken: mit Paypal geht das schnell.
  • Das Unternehmen verspricht durch die wählbare Option „Käuferschutz“ zusätzliche Sicherheit. Doch die hilft nicht immer.

So gehst Du vor

  • Wenn Du Händler bezahlst, wähle niemals die Funktion „Family & Friends“.

Die CD mit allen Extras der Lieblingsband gibt es nur in einem Onlineshop in Korea, die beste Freundin ist in den USA und hat kein Geld mehr – früher ließen sich solche Situationen nur per Kreditkartenzahlung oder teuren Geldtransfers lösen. Inzwischen haben Online-Bezahldienste den Markt umgekrempelt. Paypal ist der wohl bekannteste davon.

Ukraine-Krieg: Paypal hat den Dienst in Russland eingestellt. Das heißt, Du kannst damit nicht mehr online in russischen Shops bezahlen oder Freunde und Familie in Russland Geld schicken.

Wie funktioniert Paypal?

Wenn Du Dich bei Paypal anmelden willst, musst Du mindestens 18 Jahre alt sein. Du erhältst dann ein Kundenkonto, auf das Du ein Guthaben überweisen kannst. Das Paypal-Konto kannst Du bereits mit wenigen Angaben einrichten.

Allerdings hat das Konto dann noch einige Beschränkungen, sogenannte Sende-, Empfangs- und Abbuchungslimits. Diese Limits kannst Du entfernen, indem Du Dein Bankkonto oder Deine Kreditkarte hinterlegst, Paypal bucht dann beim Bezahlen direkt ab. Du kannst eine Zahlungsquelle als Standard einstellen oder Dich jedes Mal entscheiden, wie Du bezahlen willst.

Paypal bietet die Möglichkeit an, in Raten zu zahlen. Dafür fallen jedoch Zinsen an: 9,99 Prozent effektiv. Kaufst Du zum Beispiel etwas für 750 Euro und zahlst es innerhalb von zwölf Monaten ab, fallen dafür also 39,40 Euro Zinsen an.

Die Raten bucht Paypal vom hinterlegten Girokonto ab. Mehr als 5.000 Euro kannst Du aber nicht bezahlen. Du kannst den Kredit jederzeit komplett zurückzahlen oder eine höhere Rate leisten als eigentlich vorgesehen. Das spart Zinsen. Wie viel Du Paypal noch schuldest, ist im Paypal-Konto unter „Zahlungsplan“ aufgelistet. Auch die Ratenoption kannst Du direkt beim Bezahlen auswählen, dabei wird Deine Bonität überprüft.

Falls Dein Paypal-Konto ins Minus rutscht, zum Beispiel weil es Probleme bei einer Zahlung gab, musst Du es ausgleichen. Erst danach kannst Du wieder über Paypal bezahlen. Zum Ausgleichen überweist Du einfach Geld auf das Paypal-Konto.

Beim Online-Shopping mit Paypal zahlen

Wenn Du im Onlineshop den Paypal-Button siehst, kannst Du über Paypal bezahlen. Dafür klickst Du auf den Button. Du wirst dann zu Paypal weitergeleitet und musst Dich nur noch einloggen und die Zahlung bestätigen. Stornieren kannst Du die Zahlung danach nicht mehr.

Der Händler sieht beim Bezahlen mit Paypal keine Bankdaten. Das überwiesene Geld geht außerdem sofort an den Empfänger, Wartezeiten wie bei Banküberweisungen gibt es nicht. Das ist einer der großen Wettbewerbsvorteile von Paypal gegenüber normalen Überweisungen. So verkürzen sich oft die Lieferzeiten, denn schließlich müssen die Händler nicht auf den Geldeingang warten, sondern können die Ware sofort versenden.

Falls Du die Bestellung retournierst, bucht Paypal das Geld auf Dein Paypal-Konto zurück. Das kannst Du dann ein anderes Mal zum Bezahlen nutzen.

Das Bezahlen ist für Dich als Kunden kostenlos, Händler bezahlen jedoch Gebühren.

Geld an Freunde versenden

Mit Paypal kannst Du nicht nur bei Onlineshops bezahlen, sondern auch Geld an Deine Freunde oder die Familie senden. Die Gegenseite braucht dafür ebenfalls ein Paypal-Konto, um an das Geld zu kommen.

Um Geld zu senden, gibst Du die E-Mail-Adresse oder Telefonnummer des Empfängers an, gibst den Betrag ein und bestätigst die Zahlung. Das klappt über die Website von Paypal oder über die App.

Wenn Du Geld in Euro sendest, ist dies kostenlos. Gebühren fallen an, falls das Geld in eine andere Währung umgerechnet wird.

Geld in einer anderen Währung senden

Du kannst auch Geld an Deine Freunde und Familie im Ausland schicken. Das funktioniert über das Xoom-Konto, das Du zusätzlich zum Paypal-Konto eröffnest. Das Xoom-Konto verknüpfst Du mit Deinem Paypal-Konto, die Login-Daten sind die gleichen.

Wie hoch die Gebühren sind, hängt unter anderen von der jeweiligen Währung ab. Paypal zeigt Dir die Kosten vor dem Absenden an. Das Geld kommt dann entweder auf dem ausländischen Konto des Empfängers an oder es kann als Bargeld abgeholt werden.

Mit Google Pay bezahlen

Über die App von Paypal kannst Du auch den Bezahldienst Google Pay nutzen und so mit dem Smartphone bezahlen. Dafür musst Du entweder in der Paypal-App die Google-Pay-Funktion freischalten oder in der Google-Pay-App Paypal als Zahlungsmethode auswählen.

Bezahlen kannst Du dann überall dort, wo das kontaktlose Bezahlen mit Mastercard möglich ist, also auch im Ausland. Allerdings bucht Paypal das Geld nur aus dem Paypal-Guthaben oder vom Girokonto ab, hinterlegte Kreditkarten werden nicht genutzt.

Guthaben aufs Girokonto überweisen

Ein Guthaben auf dem Paypal-Konto kannst Du Dir auf Dein Girokonto überweisen lassen. Viel Guthaben sollte nicht auf dem Paypal-Konto liegen. Schließlich gibt es bei dem Bezahldienst keine Zinsen, und das Geld ist auch nicht über eine Einlagensicherung geschützt. Es ist also besser auf einem Tagesgeldkonto aufgehoben.

Welche Daten musst Du preisgeben?

Du musst neben Deinem Namen und Deiner E-Mail-Adresse auch Deine Adresse und Deine Telefonnummer angeben. In der Regel wirst Du Paypal auch Daten zu Deinem Girokonto oder Deiner Kreditkarte geben, um damit zu bezahlen.

Paypal speichert außerdem Daten über Deine Transaktionen – zum Beispiel den Händler und die Summe, aber auch Standortdaten und Infos zu Deinen Geräten. Auch zur Gegenseite werden Daten weitergegeben, zum Beispiel wenn Du Geld an Freunde schickst.

Außerdem zeigt Paypal den Namen, die E-Mail-Adresse und die Telefonnummer auch den anderen Nutzern an, wenn diese Geld schicken oder empfangen. Der Anbieter gibt jedoch Daten zum Girokonto oder zur Kreditkarte nicht an die Empfänger weiter.

Paypal kann Deine Daten auch weitergeben: an Partner des Unternehmens, Auskunfteien, andere Paypal-Unternehmen und mehr.

Wie wirst Du beim Bezahlen geschützt?

Falls beim Kauf etwas schiefgeht, kannst Du einen Antrag auf Käuferschutz stellen. Du bekommst den Kaufpreis zum Beispiel zurück, wenn der Händler das Produkt nicht verschickt hat. Kam das versandte Paket einfach nicht an, lehnt Paypal den Käuferschutz allerdings ab.

Der Käuferschutz kann auch greifen, falls die Ware „erheblich“ von der Artikelbeschreibung abweicht. Dabei musst Du als Käufer das Produkt zunächst auf eigene Kosten an den Händler zurücksenden. Du bist verpflichtet, Dich in jedem Fall zuerst an ihn zu wenden, bevor Du das Problem bei Paypal meldest.

Der Käuferschutz greift nicht bei allen Produkten, die Du kaufst. So sind zum Beispiel Gutscheine ausgeschlossen. Auch die Verkäufer werden geschützt, zum Beispiel gegen Rückbuchungen.

Der Käuferschutz bedeutet jedoch nicht, dass der Händler das Geld nicht später einklagen kann. Das gilt auch, wenn Paypal dem Käufer recht gab und das Geld zurückgebucht hatte (BGH, Urteil vom 22. November 2017, Az. VIII ZR 83/16 und VIII ZR 213/16). Der Käuferschutz hebelt nicht die Rechte und Pflichten eines Kaufvertrages aus. Der Händler trägt jedoch bei solchen Klagen das Prozessrisiko und damit zunächst auch die Kosten.

Der Paypal-Käuferschutz hat einigen Airberlin-Kunden geholfen, deren Flug die Airline im Rahmen der Insolvenz von 2017 storniert hatte. Paypal hat ihnen das Geld unproblematisch zurückgebucht, wie uns einige Finanztip-Leser berichtet haben.

Probleme bei „Family & Friends“

Wichtig: Achte darauf, dass der Käuferschutz nur greift, wenn Du die richtige Bezahloption auswählst. Wenn Du über „Family & Friends“ bezahlst, bist Du nicht geschützt. Trotzdem versuchen immer wieder Verkäufer ihre Kunden genau davon zu überzeugen, denn sie sparen bei „Family & Friends“ Gebühren. Gehe nicht darauf ein!

Phishing im Namen von Paypal

Online-Kriminelle schicken oft gefälschte E-Mails an Verbraucher, die angeblich von Paypal stammen. In der Regel versuchen die Betrüger, an die Login-Daten für das Paypal-Konto zu kommen. Denke daran: Paypal wird Dich nie in E-Mails nach Deinem Passwort oder nach Deinen Bankdaten fragen. Eine andere Strategie der Kriminellen ist es, einen Anhang mit der Mail mitzuschicken. Lade solche Anhänge nicht herunter, sie enthalten Schadsoftware.

Lösche solche E-Mails. Falls Du Paypal bei dem Bekämpfen von Phishing helfen willst, leite die Nachricht vorher einfach an spoof@paypal.com weiter.

Wie löschst Du Dein Paypal-Konto?

Du kannst Dein Paypal-Konto jederzeit löschen, kosten tut Dich das nichts. Du musst allerdings zunächst mögliches Guthaben vom Paypal-Konto auf Dein Girokonto überweisen.
Machst Du das nicht, kannst Du das Konto nicht kündigen. Das gilt auch, wenn Du noch etwas bezahlen musst.

Du klickst unter „Einstellungen“ auf „Kontoeinstellungen“. Dort kannst Du das Konto dann über die Option „Konto schließen“ löschen.

Wenn Du noch Geldanforderungen hast, werden diese gelöscht. Du verlierst außerdem alle nicht eingelösten Gutscheine.

Welche weiteren Bezahldienste gibt es?

Paypal ist nicht der einzige Anbieter, über den Du im Internet bezahlen kannst. Konkurrenten sind zum Beispiel Amazon Pay, Klarna und Paydirekt.

Bei Amazon Pay nutzt Du die Login-Daten für Deinen Amazon-Account und zahlst mit dem bei Amazon hinterlegten Konto oder der Kreditkarte.

Bei Klarna zahlt zunächst der Anbieter an den Händler, Du tilgst dann Deine Rechnung über eine Überweisung oder per Ratenzahlung. Auch Kreditkartenzahlungen sind über Klarna möglich.

Bei Giropay Paydirekt hast Du ebenfalls mehrere Möglichkeiten. Wenn Du die Paydirekt-Funktion nutzt, musst Du Dich dafür bei Deiner Bank vorher registrieren. Der Rest läuft ähnlich ab wie bei Paypal: Beim Händler klickst Du den Paydirekt-Button und die Zahlung wird angestoßen. Für die Giropay-Funktion musst Du Dich dagegen nicht registrieren, Du nutzt zum Bezahlen einfach die Login-Daten Deiner Bank.

Autor
Josefine Lietzau

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