Sicher bezahlen im Internet

So shoppst Du ohne Risiko mit Paypal, Amazon und Co.

Josefine Lietzau
Finanztip-Expertin für Bank und Kredit
06. Januar 2020
Das Wichtigste in Kürze
  • Du kannst im Internet auf viele unterschiedliche Arten bezahlen. Am sicherersten zahlst Du über Rechnung; das bieten jedoch nicht alle Händler an.
  • Neben Zahlmethoden wie Rechnung, Lastschrift oder Vorkasse gibt es Drittanbieter, die sich zwischen Kunde und Händler schalten, zum Beispiel Paypal oder Amazon Pay.
  • Wenn Du im Internet einkaufst, solltest Du sensible Daten wie PIN, TAN und Passwörter immer schützen.
So gehst Du vor
  • Überprüf, ob der Online-Shop seriös ist, bei dem Du etwas bestellen willst. Ist ein ordentliches Impressum vorhanden? Was sagen andere Kunden in ihren Erfahrungsberichten?
  • Wähl die Zahlungsmethode mit der für Dich besten Mischung aus Komfort und Sicherheit.
  • Achte bei der Eingabe von Bank- oder Kreditkartendaten immer darauf, dass die Verbindung verschlüsselt ist.

Statt die Einkäufe vor Ort zu erledigen, kaufen immer mehr Deutsche im Internet ein. Das ist komfortabler, wirft aber beim Auswählen der Shops und beim Bezahlen neue Fragen auf – etwa: Wie sicher sind dabei sensible Daten?

Wie erkenne ich beim Online-Shopping verlässliche Anbieter?

Seriöser Händler - Im stationären Handel verrät die Gegend und das Verhalten der Verkäufer schon einiges über das Geschäft, auch falls Du noch nie dort eingekauft hast. Online ist das schwieriger: Ein gutes Layout einer Website ist durch entsprechende Werkzeuge schnell zusammengebaut, die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) von einem gesetzestreuen Online-Shop rasch kopiert.

Ein Blick in das Impressum der Seite kann helfen. Vertrauenswürdige Händler geben dort immer vollständige Kontaktdaten inklusive Adresse und Telefonnummer an. Weitere Hinweise geben Programme wie Netcraft, die automatisch vor unseriösen Shops oder Websites warnen. Die Browser-Erweiterung ist kostenlos für Firefox, Chrome und Opera erhältlich. Aber auch Erfahrungsberichte anderer Kunden können helfen, unseriöse Händler zu erkennen.

Solltest Du auf einen gefälschten Shop hereinfallen, zeig das unbedingt bei der Polizei an. Dafür brauchst Du die Unterlagen, die der Händler Dir geschickt hat. Behalte also immer die Rechnung, die Bestellbestätigung und andere Nachrichten.

Sichere Websites - Beim Bezahlen im Internet schickst Du einige sensible Daten durch das Netz. Das gilt insbesondere, wenn Du mit Kreditkarte oder per Lastschrift bezahlst. Achte daher unbedingt darauf, nur über eine verschlüsselte Verbindung einzukaufen. Anzeichen dafür sind das Kürzel „https“ und ein kleines Vorhängeschloss in der Adressleiste des Browsers.

Kontrollier außerdem regelmäßig Deine Kreditkartenabrechnung. Falls Du unbekannte Abbuchung siehst, kannst Du das Geld über Deinen Kreditkartenanbieter zurückbuchen lassen.

Gefälschte E-Mails - Das Passwort für Dein Girokonto, die Kreditkarte oder einen Bezahldienst ist ein gefundenes Fressen für Betrüger. Viele Absender sogenannter Phishing-Mails haben es daher auf solche Informationen abgesehen. Darin gaukeln sie Probleme beim Online-Banking vor oder weisen auf Sicherheitsprobleme hin. Ziel ist, an Deine Log-In-Daten zu kommen. Schau also immer genau hin, ob E-Mails etwa mit dem Absender Paypal wirklich von Paypal sind – und klick nicht auf die Links in solchen Mails.

Wie kann ich im Internet bezahlen?

Online-Händler bieten Dir in der Regel unterschiedliche Möglichkeiten zum Bezahlen an. Die haben Vor- und Nachteile, für Dich und den Händler.

Rechnung - Über eine Rechnung zu bezahlen ist für Dich die mit Abstand sicherste Bezahlweise: Du kannst darauf warten, dass die Bestellung wohlbehalten bei Dir ankommt. Erst dann begleichst Du die Rechnung. Allerdings musst Du Dich selbst um die Überweisung kümmern. Das ist nicht immer komfortabel.

Für die Händler stellt das Zahlen per Rechnung ein erhebliches Risiko dar. Sie liefern, bevor sie ihr Geld haben und müssen sich um Mahnungen und Inkassoverfahren kümmern, falls die Kunden nicht zahlen.

Nachnahme - Beim Zahlen per Nachnahme erhältst Du zuerst Deine Bestellung und bezahlst dann. Aber anstatt Geld zu überweisen, zahlst Du Deine Rechnung beim Postboten. Das bedeutet für Dich, dass Du bei der Lieferung zu Hause sein und das Geld zur Hand haben musst. Außerdem werden meistens hohe Nachnahmegebühren des Paketdienstes fällig. Du kannst die Sendung in der Regel erst überprüfen, nachdem Du gezahlt hast. Dadurch kann es bei dieser Zahlweise zu Problemen mit Reklamationen kommen.

Bankeinzug - Bei einigen Händlern kannst Du auch per Lastschrift (Bankeinzug) bezahlen. Das Verfahren hat für Dich Vorteile: Zwar bezahlst Du, bevor Du die Lieferung hast, Du kannst Dir das Geld aber acht Wochen lang einfach zurückholen.

Vorkasse - Bei der Vorkasse gehst Du in Vorleistung und bezahlst Deine Bestellung, bevor der Händler sie verschickt. Der liefert erst, nachdem das Geld auf seinem Konto eingetroffen ist. Das ist riskant, denn im Gegensatz zur Lastschrift lässt sich überwiesenes Geld nicht ohne Weiteres zurückbuchen. Betrüger haben deshalb bei Vorkasse-Zahlungen leichtes Spiel. Wenn überhaupt, solltest Du daher nur in Notfällen per Vorkasse zahlen. Und nur bei kleinen Beträgen.

Es gibt auch kleine Händler, die notgedrungen nur Vorkasse anbieten, weil sie zum Beispiel auf Bestellung fertigen und sich so absichern müssen. Darauf einlassen solltest Du Dich aber nur bei eindeutig vertrauenswürdigen Anbietern.

Kreditkarte - In den meisten Online-Shops kannst Du mit Kreditkarte bezahlen. Das ist schnell und einfach, schließlich musst Du lediglich Deine Daten eintippen. Anschließend kann der Händler die Bestellung sofort abwickeln. Ein weiterer Vorteil: Du kannst mit Kreditkarten auch ohne Probleme in ausländischen Shops einkaufen. Aber Achtung: Oft entstehen zusätzliche Kosten durch die Fremd­wäh­rungs­ge­bühren und die Wechselkurse.

Die Kreditkartenunternehmen Mastercard und Visa sichern das Bezahlen im Internet über das sogenannte 3-D-Secure-Verfahren ab. Dieses Verfahren dient dazu nachzuweisen, dass tatsächlich der Karteninhaber mit den Kartendaten bezahlt.

Welche Drittanbieter für das Bezahlen gibt es?

Beim Bezahlen im Internet hast Du es nicht nur mit der eigenen Bank zu tun. Auch Drittanbieter mischen mit und bieten Bezahloptionen an, die Händler einbauen können.

Paypal - Das amerikanische Unternehmen schaltet sich als Drittanbieter zwischen Händler und Bank, nachdem Du Dich bei Paypal registriert hast. Dabei verbindest Du Dein Girokonto oder die Kreditkarte mit dem Paypal-Konto und nutzt danach eine E-Mail-Adresse als Kontonummer beim Bezahlen. Das Konto an sich ist kostenlos. Bei Geschäftskonten fallen aber bei jedem Zahlungseingang Gebühren an – und bei Privatkonten zum Beispiel, wenn Du in einer anderen Währung als Euro bezahlst.

Statt Deine Daten direkt an den Händler zu schicken, gibst Du dort nur Deine Zugangsdaten für den Dienstleister Paypal an. Dieser bucht das Geld dann direkt von Deinem Konto oder von einem vorher eingerichteten Guthaben ab und gibt es später an den Händler weiter. Geht etwas schief, kannst Du den Paypal-Käuferschutz nutzen. Dadurch erhältst Du Dein Geld zurück.

Paydirekt - Hinter Paydirekt stecken die deutschen Banken und Sparkassen. Wie bei Paypal auch erfahren die Händler nicht Deine Kontodaten. Du bezahlst per Einzug über Dein eigenes Girokonto. Der Händler erfährt sofort, dass Du bezahlt hast und kann die Bestellung ausliefern. Falls die Verkäufer die Ware nicht liefern, kann die Bank das Geld später noch zurückholen. Als Bankkunde nutzt Du das System kostenlos, musst Dich jedoch bei der kontoführenden Bank registrieren.

Giropay - Auch bei Giropay handelt es sich um ein Bezahlverfahren der Sparkassen und Banken. Dabei wirst Du zu Deinem Online-Banking weitergeleitet und loggst Dich dort ein. Dann stoßt Du eine bereits ausgefüllte Überweisung an. Der Händler erhält eine Zahlungsgarantie und kann die Sendung verschicken. Es fehlt eine Möglichkeit zur Rückbuchung: Liefert der Händler nicht, musst Du den Rechtsweg gehen.

Sofortüberweisung (Sofort) - Auch bei Sofortüberweisung loggst Du Dich über Deine Bankdaten ein und überweist per TAN den Rechnungsbetrag. Der Händler erhält eine Transaktionsbestätigung und kann die Bestellung fertigmachen. Im Gegensatz zu Giropay und Paydirekt stecken hinter diesem Bezahldienst jedoch nicht die Banken und Sparkassen, sondern die schwedische Klarna Group.

Klarna - Wenn Du zum Bezahlen den schwedischen Dienst Klarna nutzt, kannst Du entscheiden, ob Du sofort bezahlst – per Kreditkarte, Lastschrift, Sofort oder Überweisung – oder abwarten willst, bis die Lieferung angekommen ist. Das Unternehmen erlaubt es Dir auch, in Raten zu zahlen. Dabei fallen zusätzliche Gebühren an. Auch bei Klarna greift ein Käuferschutz, falls die Ware nicht ankommt oder etwas damit nicht stimmt.

Amazon Pay - Der Versandhändler Amazon verarbeitet unzählige Zahlungen im eigenen Shop und bietet das auch anderen Händlern an. Das bedeutet für Dich, dass Du kein neues Kundenkonto anlegen musst, falls Du via Amazon in einem anderen Online-Shop einkaufst. Der neue Händler erhält keine Zahlungsdaten. Du nutzt lediglich die Anmeldedaten für Dein Amazon-Konto und bezahlst mit der dort hinterlegten Bezahlmethode. Zudem greift bei einigen Einkäufen die Amazon-Garantie.

Gutscheinkarten - Ganz ohne Bankdaten und andere persönliche Informationen kaufst Du mit Gutscheinkarten ein. Die gibt es zum Beispiel an Supermarktkassen und vor allem für Downloadshops, die Musik, Spiele, Apps oder Filme anbieten. Kreditkartendaten und Co. musst Du damit nicht mehr ins Netz eingeben. Stattdessen tippst Du einfach den Code von der Karte ab und kannst dann für den aufgedruckten Betrag einkaufen.

Beliebt sind die Karten vor allem als Geschenk oder als Kreditkarten-Alternative. Kinder und Jugendliche haben damit zum Beispiel eine bessere Kontrolle über ihre Ausgaben. Gleichzeitig macht die Guthabenbeschränkung Spontankäufe unmöglich: Wer mehr Geld ausgeben will, braucht schließlich erst eine neue Karte.

Welche Bezahlmethode ist die passende?

Per Rechnung kaufst Du vielleicht nicht am bequemsten, aber auf jeden Fall am sichersten ein. Steht diese Methode nicht zur Auswahl, sind Lastschrift und Kreditkarte ebenfalls eine gute Mischung aus Komfort und Sicherheit – eine verschlüsselte Verbindung vorausgesetzt. Und wer seine Zugangsdaten gut zu schützen weiß, macht auch mit den gängigen Zahlungsdienstleistern wie Paypal oder Amazon Pay nichts falsch.

Was steckt hinter der Zweiten Zahlungsdienstrichtlinie?

Ab Dezember 2020 wird das Bezahlen online sicherer. Hintergrund ist eine europäische Richtlinie: die Zweite Zahlungsdienstrichtlinie (Payment Service Directive 2, kurz PSD2). Sie zwingt Händler, die Kunden beim Bezahlen im Internet über zwei Faktoren zu identifizieren. Das nennt sich starke Kundenauthentifizierung beziehungsweise Zwei-Faktor-Authentifizierung.

Die möglichen Faktoren sind in drei Kategorien aufgeteilt. Die zwei Faktoren müssen aus verschiedenen Kategorien kommen. Die Kategorien sind:

  • Wissen, also zum Beispiel Passwörter oder PIN;
  • Besitz, beispielsweise die Kreditkarte oder das Smartphone;
  • Inhärenz (Eigenschaft oder Verhalten), dazu gehören Fingerabdrücke oder Bewegungen.

Ausnahmen gibt es unter anderen bei Summen von weniger als 30 Euro, für sie gelten die neuen Regeln nur in eingeschränkter Form. Kunden können bis zu fünf Mal hintereinander bezahlen, ohne sich mit zwei Faktoren identifizieren zu müssen. Die Gesamtsumme darf dabei 100 Euro nicht übersteigen. Eine weitere Ausnahme besteht, wenn der Zahlungsdienstleister die Transaktion als sicher einstuft. Auch dann muss es keine starke Kundenauthentifizierung geben.

Beim Bezahlen mit Kreditkarte wird es zukünftig nicht mehr ausreichen, die Kartendaten einzutragen. Die Kreditkarten-Unternehmen führen eine Version des 3-D-Secure-Verfahrens ein, die den Regeln der Zweiten Zahlungsdienstrichtlinie entspricht.

Eigentlich sollten die Regeln ab September 2019 gelten. Da es aber Probleme bei der Umsetzung gab, hat die BaFin mit dem Dezember 2020 eine neue Frist festgelegt. 

Was darf das Bezahlen kosten?

Grundsätzlich gilt: Längst nicht jeder Onlineshop bietet alle Zahlverfahren an. Gerade die großen Onlineshops bemühen sich aber natürlich um ein möglichst breites Spektrum. Einige Händler verlangten je nach Methode außerdem unterschiedlich hohe Gebühren. Seit dem 13. Januar 2018 ist das nicht mehr zulässig.

Die Zweite Zahlungsdienstrichtlinie verbietet, dass Händler zusätzliche Gebühren von ihren Kunden verlangen, wenn diese per Kreditkarte, Überweisung oder Lastschrift bezahlen. Paypal hat nachgezogen und erlaubt es Händlern in der Regel nicht mehr, zusätzliche Gebühren beim Bezahlen mit Paypal zu fordern.

Wenn Du nicht bezahlst

Falls Du etwas im Internet bestellst und die Ware nicht bezahlst, wird der Händler versuchen, das Geld trotzdem zu bekommen. Zunächst schickt er Dir eine Mahnung und setzt Dir eine Frist zum Bezahlen. Überziehst Du diese, darf der Händler Verzugszinsen und Mahngebühren verlangen. Zudem kann er einen Inkassodienstleister einschalten.

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