Klarna

Bezahlen in Sekunden, Geld anlegen für Jahre

Josefine Lietzau
& Co-Autor
Stand: 03. März 2020
Das Wichtigste in Kürze
  • Klarna ist ein schwedischer Zahlungsdienstleister, über den Sie Ihre Online-Einkäufe bezahlen können. Klarna übernimmt für den Shop-Betreiber das Risiko, dass der Kunde am Ende doch nicht zahlt.
  • Bei manchen Online-Shops läuft der Kauf auf Rechnung inzwischen nur noch über Klarna. Das heißt, Sie bekommen die Rechnung von Klarna und überweisen an Klarna. Das Unternehmen leitet das Geld dann an den Shop weiter.
  • Außerdem können Sie per Lastschrift oder Kreditkarte über Klarna bezahlen.
  • Klarna ist nicht nur Zahlungsanbieter, sondern bietet außerdem Festgeld und eine eigene Visa-Kreditkarte an.
So gehen Sie vor
  • Nachdem Sie Ihren Online-Einkauf über Klarna bezahlt haben, bekommen Sie die Rechnung per E-Mail. Dann können Sie entscheiden, wie Sie den Betrag ausgleichen. 
  • Die Kreditkarte von Klarna zählt derzeit nicht zu den Finanztip-Empfehlungen, weil Sie damit kein Geld abheben können. Wenn Sie eine Kreditkarte brauchen, nutzen Sie lieber die von uns empfohlenen Karten.
  • Das Festgeld-Angebot von Klarna erfüllt grundsätzlich unsere Stabilitätskriterien. Vergleichen Sie den Zins aber unbedingt mit anderen Angeboten mithilfe des Finanztip-Festgeldrechners.

Zum Festgeldrechner

Ratenzahlung beim Online-Shopping, Festgeld-Sparen oder Bezahlen mit Karte: Die schwedische Bank Klarna bietet viele Bankgeschäfte an. Dabei legt der Anbieter besonderen Wert auf das Design, sowohl in der App als auch bei den Karten.

Wie bezahlt man mit Klarna beim Online-Shopping?

Viele Online-Shops bieten Klarna inzwischen neben Paypal oder einer Kreditkartenzahlung als Zahlungsmöglichkeit an. Manche Händler wickeln den Kauf auf Rechnung inzwischen vollständig über Klarna ab. Ob Sie in einem bestimmten Shop mit Klarna bezahlen können, erkennen Sie am Klarna- oder am Sofort-Logo. Zudem listet Klarna entsprechende Online-Shops auf seiner eigenen Website auf.

Registrieren müssen Sie sich für das Bezahlen mit Klarna nicht. Nachdem Sie Klarna als Bezahlmethode ausgewählt haben, bekommen Sie eine E-Mail mit einem Log-in-Link. Nutzen Sie Klarna öfter, werden die unterschiedlichen Einkäufe zusammen im Log-in-Bereich angezeigt, falls Sie dabei immer dieselbe E-Mail-Adresse nutzen. Sie können aber auch die Klarna-App herunterladen und so Ihre Umsätze im Blick behalten.

Klarna bietet unterschiedliche Möglichkeiten an, die Sie zum Bezahlen nutzen können. Dass ein Händler Klarna anbietet, heißt jedoch nicht, dass auch alle Bezahlmethoden dabei sind.

Rechnung/Überweisung - Sie können Ihren Einkauf ganz klassisch per Rechnung bezahlen, also das Geld an Klarna überweisen. Dazu nutzen Sie einfach die Bankdaten und den Verwendungszweck, den Klarna in der Rechnung angibt.

Lastschrift - Bei Klarna können Sie Ihr Bankkonto einbinden und dem Unternehmen ein Sepa-Lastschriftmandat geben. Wenn Sie per Rechnung bezahlen, können Sie sich dann die Überweisung sparen: Sie loggen sich einfach bei Klarna ein und bestätigen die Zahlung, das Geld wird dann vom Girokonto abgebucht. Klarna nennt das Ganze „1-Klick“.

Sofort - Einige Händler bieten auch „Sofort“ als Zahlungsmethode an, dahinter steckt ebenfalls Klarna. Wenn Sie „Sofort“ im Shop auswählen, können Sie danach drei unterschiedliche Möglichkeiten nutzen: Überweisung, Kreditkarte und Lastschrift.

Bei der Sofortüberweisung loggen Sie sich mit Ihren Bankdaten ein und bestätigen die Zahlung mit einer TAN. Wollen Sie Ihre Kreditkarte nutzen, müssen Sie Ihre Kartendaten eingeben. Bei der Lastschrift tippen Sie Ihre Bankdaten ein und das Geld wird ein paar Tage später vom Konto abgebucht. Hat Klarna bereits ein Lastschriftmandat, funktioniert das über „1-Klick“.

Ratenzahlung - Sie können Ihre Käufe auch in Raten bezahlen. Das ist aber teurer! Klarna unterscheidet zwischen flexiblen Raten und fixen Raten. Bei flexiblen Raten können Sie monatlich so viel zurückzahlen, wie Sie wollen; es ist aber eine Mindestsumme von 6,95 Euro festgelegt. Das Ganze kostet satte 11,95 Prozent aufs Jahr gerechnet. Feste Raten kosten immer noch happige 9,9 Prozent. Feste Raten können Sie nicht bei allen Rechnungen auswählen.

Ratenzahlung können Sie in der App oder über den Webzugang beantragen. Klarna überprüft dabei Ihre Bonität. Finanztip rät davon ab, die Ratenoption zu nutzen, da die Zinsen sehr hoch sind und die Gefahr besteht, sich für Konsum zu verschulden.

Sicherheit beim Einkaufen

Wie die Konkurrenz Paypal und Paydirekt bietet auch Klarna einen Käuferschutz. Der soll Sie schützen, wenn der Händler keine oder kaputte Ware schickt. Entweder müssen Sie in solchen Fällen nicht zahlen oder Sie bekommen Ihr Geld zurück. Allerdings müssen Sie immer erst versuchen, das Problem mit dem Händler zu klären. Der Käuferschutz gilt nicht, wenn Sie den Einkauf mit einem Gutschein bezahlen.

Inkasso und Klarna

Sie müssen Ihre Einkäufe innerhalb von 14 Tagen bezahlen. Danach versendet Klarna eine Mahnung per E-Mail. Wenn Sie allerdings einen Teil der Sendung zurückschicken und die Retoure bei Klarna anmelden, pausiert die Frist. Klarna schickt eine neue Rechnung, nachdem die Retoure beim Händler angekommen ist.

Nach der dritten Mahnung beauftragt Klarna meist ein Inkassounternehmen, das die Schulden eintreiben soll. Das treibt die Rechnung nach oben, weil weitere Kosten wie Mahngebühren entstehen. Dabei dürfen Inkassounternehmen nicht mehr verlangen, als es auch ein Rechtsanwalt tun würde; die Höhe ist vom Arbeitsaufwand abhängig.

Was kann die Kreditkarte von Klarna?

Sie können bei Klarna auch eine Karte von Visa beantragen, allerdings geht das nur, wenn Sie bereits Einkäufe mit Klarna bezahlt haben. Die Karte funktioniert anders, als Sie es von normalen Kreditkarten kennen.

Zum einen können Sie mit der Karte kein Bargeld abheben. Zum anderen bezahlt zunächst Klarna Ihre Kartenumsätze, danach begleichen Sie Ihre Schulden bei Klarna. Dabei können Sie in der dazugehörigen App auswählen, ob Sie das zeitnah machen, 14 Tage nach dem Einkauf oder in Raten. Beim zeitnahen Bezahlen nutzt Klarna ein Lastschriftmandat zum Abbuchen des Geldes, beim Zahlen nach 14 Tagen und bei der Ratenzahlung erhalten Sie eine Rechnung.

Gebühren bei der Klarna Card (TÜ)

 Kosten
Jahresgebühr0 Euro
Bezahlen in einer fremden Währungkostenlos
Geld abhebennicht möglich

Sie können die Karte auch im Smartphone hinterlegen und mit Google Pay oder Apple in Geschäften mobil bezahlen.

Die Konditionen der Karte sind zwar gut, die fehlende Bargeld-Option kann aber leicht zum Problem werden. Schließlich akzeptieren nicht alle Geschäfte Kartenzahlungen. Finanztip hat sich unterschiedliche Kreditkarten angeschaut und empfiehlt folgende Karten:

Barclaycard
Visa-Karte
  • keine Jahresgebühr
  • weltweit kostenlos Bargeld abheben
  • weltweit kostenlos bezahlen
  • Bank bucht offenen Betrag in Raten ab
  • Kunden müssen ganzen Betrag manuell überweisen, um Zinsen zu vermeiden
Payback
Visa Flex
  • keine Jahresgebühr
  • komplettes, automatisches Abbuchen des offenen Betrags möglich
  • weltweit kostenlos Bargeld abheben
  • weltweit kostenlos bezahlen
  • Daten werden durch Payback gesammelt
Nur beim Anbieter abschließbar
  • keine Jahresgebühr
  • komplettes, automatisches Abbuchen des offenen Betrages möglich
  • weltweit kostenlos Bargeld abheben
  • weltweit kostenlos bezahlen
  • Kartenkonto kann nicht im Plus geführt werden
Consorsbank
Kombination von Girokonto mit Visa-Karte
  • keine Jahresgebühr
  • kostenloses Abheben in der Eurozone
  • 1,75 Prozent Fremdwährungsgebühr beim Bezahlen und Abheben
  • Bargeldabhebungen unter 50 Euro nicht kostenlos
  • mögliche Probleme bei Hotels und Mietwagen
Nur beim Anbieter abschließbar

Wie kann man mit Klarna sparen?

Mit Klarna können Sie nicht nur Geld ausgeben, sondern auch sparen. Das Unternehmen hat eine schwedische Banklizenz und bietet Festgeld mit Laufzeiten zwischen drei Monaten und vier Jahren an. Während dieser Zeit können Sie – wie bei Festgeld üblich – nichts abheben, sondern erst am Ende der Laufzeit den Betrag entnehmen.

Als Mindestbetrag für eine Anlage sind 10.000 Euro erforderlich. Die Zinsen werden am Ende der Laufzeit, mindestens aber einmal jährlich, auf ein von Ihnen ausgewähltes Konto überwiesen. Die Zinsen sind Kapitalerträge aus dem Ausland und müssen in der Steuererklärung angegeben werden.

Der Weg zum Festgeld-Konto

Die Kontoeröffnung bei Klarna läuft spartanischer ab als bei manchen anderen Banken. Sie füllen online einen Antrag aus, den Sie anschließend per Post an Klarna schicken müssen. Die Identitätsprüfung erfolgt per Postident. Eine Videoident-Prüfung bietet Klarna nicht an. Eine weitere Besonderheit: Klarna richtet kein persönliches Verrechnungskonto ein. Sie müssen den Anlagebetrag auf ein Konto von Klarna bei der Commerzbank überweisen und Ihren Namen sowie die Antragsnummer als Verwendungszweck angeben. Klarna ordnet die Einzahlungen dann den einzelnen Kunden zu.

Online-Banking wird nicht angeboten. Der Kundendienst ist per Telefon, Post und E-Mail erreichbar und wird nicht von Klarna selbst betreut, sondern von einem Dienstleister in Bingen am Rhein. Verwirrend: Es gibt eine Hotline für Klarnas Bezahldienst und eine andere Hotline für die Festgeld-Kunden. Denn es handelt sich um separate Unternehmensteile, die keinen gemeinsamen Kundenservice haben.

Das sollten Sie beachten

Bei der Kontoeröffnung lohnt es sich, genau auf die Zinshöhe zu schauen. Es gibt regelmäßig Aktionszinsen, die für eine begrenzte Zeit die Festgeldzinsen der meisten anderen Banken hinter sich lassen. Ausschlaggebend für Sie als Kunde ist der Zinssatz, der an dem Tag gilt, an dem Ihre Einzahlung bei Klarna angekommen ist. Dieser Zins bleibt dann für Sie natürlich die gesamte Laufzeit des Festgeldes über bestehen, auch wenn Neukunden möglicherweise andere Konditionen bekommen. Sollte Klarna den Zins senken, während die Kontoeröffnung noch nicht vollständig abgeschlossen ist, und Sie mit dem neuen Zins nicht zufrieden sind, können Sie innerhalb von 14 Tagen den Vertrag widerrufen.

Zum Ende der Laufzeit dürfen Sie den Kündigungstermin nicht verpassen. Andernfalls verlängert sich der Anlagevertrag um den gleichen Zeitraum, aber zum dann aktuellen Zins, der niedriger als beim ersten Vertrag sein kann.

Klarna ist Mitglied des Einlagensicherungsfonds in Schweden und gilt nach den Finanztip-Kriterien als sichere Bank. Sollte Klarna dennoch in Schwierigkeiten kommen, sind pro Anleger 950.000 schwedische Kronen gesetzlich abgesichert. Ihr Festgeld ist in Euro angelegt und der Wechselkurs zur Krone kann sich ändern – Sie sollten deshalb nicht bis zum aktuellen Euro-Gegenwert sparen (gut 89.000 Euro, Stand Januar 2020), sondern einen Puffer einkalkulieren.

Egal, wie viel Sie anlegen wollen: Es kann sinnvoll sein, das Geld auf mindestens zwei Banken zu verteilen. Auf diese Weise sind Sie nicht vollständig von der Technik und dem Service einer einzelnen Bank abhängig. Die aktuell besten Angebote finden Sie in unserem Festgeld-Rechner.

Wer steckt hinter Klarna?

Bei Klarna handelt es sich um ein 2005 gegründetes Unternehmen, das sich zunächst auf Zahlungsdienste konzentrierte. Dabei ermöglicht es Verbrauchern auf unterschiedliche Arten zu bezahlen und Händlern mehr Zahlungsarten anzubieten. Zudem übernimmt Klarna das Betrugs- und Ausfallsrisiko für die Händler. Inzwischen hat Klarna sein Geschäftsfeld erweitert und bietet eine Kreditkarte und Festgeld an. Weltweit nutzen 190.000 Händler Klarna, das Unternehmen ist in 17 Ländern aktiv (Stand: September 2019).

Alternativen zu Klarna

Online-Händler bieten zahlreiche Zahlungsmethoden an. Dazu gehören Rechnung, Lastschrift und Kreditkarte, aber auch das Zahlen über Drittanbieter. Dabei konkurriert Klarna mit den Riesen Paypal und Amazon Pay, aber auch mit Paydirekt.

Bei den Kreditkarten und Festgeldern gibt es noch mehr Konkurrenz. Die aktuellen Finanztip-Empfehlungen finden Sie in unseren Ratgebern zum Thema Kreditkarte und Festgeld.

Mehr dazu im Ratgeber Kreditkarten

  • Es gibt kostenlose Kreditkarten, mit denen das Bezahlen und Geldabheben wenig kostet.
  • Unsere Anbieter-Empfehlung: DKB, Hanseatic Bank, Payback, Barclaycard, Consorsbank

Zum Ratgeber

Mehr dazu im Ratgeber Festgeld

  • Empfehlenswert sind Festgeld-Angebote, die gute Zinsen bei einer sicheren Bank bieten.
  • Unsere Anbieter-Empfehlung: Klarna, Leaseplan Bank, SWK Bank

Zum Ratgeber

Autor
Josefine Lietzau
& Co-Autor
Hendrik Buhrs

Stand: 03. März 2020


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