Sicheres Passwort

So finden Sie ein sicheres und leicht zu merkendes Kennwort

Arne Düsterhöft
& Co-Autor
Stand: 24. Januar 2019
Das Wichtigste in Kürze
  • Immer wieder erbeuten Hacker Benutzernamen und Passwörter von Anbietern im Internet.
  • Wählen Sie daher für jeden Onlinedienst ein anderes Kennwort.
  • Um sich die vielen Passwörter leichter zu merken, variieren Sie ein sicheres Grundkennwort um ein oder zwei Zeichen für jeden Anbieter.
  • Alternativ hilft auch ein Passwort-Manager – aber nur auf den eigenen Geräten.

Anfang 2019 tauchten über 700 Millionen E-Mail-Adressen mit mehr als 21 Millionen unterschiedlichen Passwörtern im Netz auf. Im Dezember 2016 musste der Internetpionier Yahoo zugeben, dass ihm mehr als eine Milliarde Nutzerdaten gestohlen wurden. Immer wieder werden Online-Dienstleister Opfer von Hackerangriffen, bei denen die Täter oft sensible Daten wie Benutzernamen und Passwörter erbeuten.

Nutzer, die das gleiche Kennwort für verschiedene Internetseiten nutzen, sind dann geliefert: Die Täter erhalten einen Generalschlüssel zum digitalen Leben des Nutzers. Damit Ihnen das nicht passiert, sollten Sie unbedingt darauf achten, sich auf jeder Website mit einem anderen Kennwort anzumelden. Um sich die vielen Passwörter leichter zu merken, gibt es einen Trick.

Wie finde ich ein sicheres Kennwort und merke es mir auch?

Denken Sie sich einen Satz aus, den Sie sich leicht merken können, zum Beispiel: „Meine 2 Töchter und 3 Söhne kaufen manchmal Sachen auf Ebay“. Wenn Sie davon jeweils die Anfangsbuchstaben nehmen, lautet Ihr Passwort für Ebay: „M2Tu3SkmSaE“. Das Kennwort für Amazon hätte entsprechend ein A am Ende, das für Facebook ein F.

Komplizierter ist sicherer 

Der vorgestellte Kniff ist einfach und bietet ein deutliches Plus an Sicherheit. Wenn Sie etwas mehr Zeit und Hirnschmalz investieren, können Sie es Internetkriminellen noch schwerer machen, indem Sie Ihr Passwort weiter abwandeln. Stellen Sie zum Beispiel für jeden Dienst den letzten Buchstaben des Namens voran. Für Ebay wäre das Ergebnis dann: yM2Tu3SkmSaE.

Maximale Sicherheit mit „Leetspeak“

Noch sicherer – und komplizierter – ist ein Passwortsystem, das auf „Leetspeak“ basiert. Das ist ein spezieller Schreibstil von Computer-Insidern, bei dem Buchstaben durch ähnlich aussehende Zahlen ersetzt werden.

Und so geht es: Sie wählen irgendeinen Begriff wie etwa Auto. Anschließend ersetzen Sie einige Buchstaben durch Zahlen, die dem jeweiligen Buchstaben ähnlich sehen: Aus Auto wird zum Beispiel 4u70. Als Vorlage dient das Aussehen der Großbuchstaben; auch für Buchstaben, die eigentlich klein geschrieben sind. Aus A wird 4, das u bleibt unverändert, aus t wird 7 (weil das große T ähnlich aussieht wie eine 7) und aus o wird 0 (weil das große O der 0 ähnlich sieht).

Für die verschiedenen Dienste wie Ebay, Amazon oder Zalando hängen Sie anschließend die letzten drei Zeichen des Namens an das Passwort an. Dabei ersetzen Sie wieder einige Buchstaben durch Zahlen. Für Ebay hängen Sie 84y (BAy) an, für Amazon z0n und für Zalando nd0.

Ergebnis:
Ebay: 4u7084y
Amazon: 4u70z0n
Zalando: 4u70nd0

Ist ein Passwort-Manager eine Alternative für sichere Passwörter?

Wollen oder können Sie sich nicht viele sichere Passwörter merken, kann ein Passwort-Manager helfen, zum Beispiel KeePass. Damit müssen Sie nur noch ein Kennwort wissen (das sogenannte Masterpasswort), die anderen setzt die Software für Sie ein. Diese Programme müssen allerdings auf dem Computer und Smartphone installiert sein, was beispielsweise auf Ihrem Rechner am Arbeitsplatz verboten sein könnte. Loggen Sie sich von einem fremden Laptop ein oder haben Sie Ihr Handy verloren, bleiben Sie selbst ausgesperrt.

Autor
Arne Düsterhöft
& Co-Autor
Daniel Pöhler

Stand: 24. Januar 2019


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