Berlin, 23.01.2026 – Steigende Zusatzbeiträge in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) können Versicherte mehrere Hundert Euro im Jahr kosten. Ein aktueller Vergleich des Geldratgebers Finanztip von 18 großen Kassen zeigt: Ein höherer Zusatzbeitrag geht nicht automatisch mit besseren Zusatzleistungen einher. Aber fünf Kassen bieten beides: niedrige Beiträge und starke Zusatzleistungen.
„Viele Versicherte zahlen 2026 höhere Beiträge und bekommen dafür wenig zurück“, so Hermann-Josef Tenhagen, Finanztip-Chefredakteur. „Manche Kassen sind doppelt teuer: Sie verlangen hohe Zusatzbeiträge, bieten aber kaum Zusatzleistungen.“ Rund 95 Prozent der medizinischen Leistungen sind bei allen Kassen gleich, bei den sogenannten Zusatzleistungen unterscheiden sich die Anbieter.
Große Unterschiede bei beliebten Zusatzleistungen
Besonders deutlich werden die Unterschiede bei Zusatzleistungen, die bei vielen Versicherten beliebt sind. Dazu zählen unter anderem professionelle Zahnreinigung, Osteopathie, Gesundheitskurse, Reiseimpfungen oder Zuschüsse für Fitness- und Präventionsangebote.
Bei der Zahnreinigung reicht die Spanne zwischen den Kassen von null bis 150 Euro Erstattung pro Jahr. Finanztip empfiehlt Kassen, die die kompletten Kosten für eine Zahnreinigung bei Partnerärzten übernehmen oder einen festen Betrag pro Jahr erstatten, der für Behandlungen bei Zahnärzten nach Wahl genutzt werden kann. In der Regel sind das 40 bis 100 Euro.
„Auch Fitness- oder Nichtraucherkurse stehen zu Jahresbeginn hoch im Kurs”, weiß Tenhagen. Die von Finanztip empfohlenen Kassen erstatten jeweils 75 bis 150 Euro für zwei Gesundheitskurse pro Jahr. Das sind Ernährungskurse oder sogar individuelle Ernährungsberatungen, Sportkurse wie Pilates oder Suchtpräventionen wie Nichtraucherseminare. Teurere Kassen zahlen jährlich bis zu 550 Euro für zwei Kurse aus.
Bonusprogramme: So gibt’s Geld von der Krankenkasse
„Über Bonusprogramme der Kassen können sich Versicherte außerdem zusätzlich Geld zurückholen”, erklärt Tenhagen. Die von Finanztip empfohlenen Kassen entlohnen mit Beträgen zwischen 20 und 75 Euro, wenn Versicherte je eine Maßnahme aus den Bereichen Krebsvorsorge, Zahnkontrolle, Sport und Impfung in Anspruch nehmen. Insgesamt sind Bonuszahlungen für gesundheitsbewusstes Verhalten bis zu 150 Euro im Jahr steuerfrei.
Experten-Tipp: Krankenkasse zum Jahresbeginn prüfen
„Je nach Einkommen und Kasse können Versicherte durch einen Wechsel mehrere Hundert Euro pro Jahr sparen”, so Tenhagen. Grund ist der Zusatzbeitrag, den Kassen über den allgemeinen Beitragssatz von 14,6 Prozent hinaus festlegen können. Für einen Durchschnittsverdiener mit 55.000 Euro Bruttogehalt liegt die Netto-Ersparnis durch einen Wechsel von einer teuren Kasse mit vier Prozent Zusatzbeitrag zum Preis-Leistungs-Sieger von Finanztip, der HKK (2,59 Prozent Zusatzbeitrag), bei rund 260 Euro im Jahr. Wie viel Geld sich mit einem Kassenwechsel individuell sparen lässt, können Versicherte mit einem Finanztip-Rechner online für sich berechnen.
Ein starkes Preis-Leistungs-Verhältnis bieten die HKK (2,59 Prozent Zusatzbeitrag, 7,7 von 10 Punkten für Zusatzleistungen), die Techniker Krankenkasse (TK, 2,69 Prozent, 6,2 Punkte), die BKK Firmus als bundesweit günstigste Kasse mit einem Zusatzbeitrag von 2,18 Prozent (6,9 Punkte), die Audi BKK (2,6 Prozent, 6,4 Punkte) und die DAK-Gesundheit (3,2 Prozent, 7,5 Punkte), die besonders gute Leistungen für Familien bietet.
So hat Finanztip untersucht
Finanztip untersucht jährlich die Beitragssätze und Zusatzleistungen der gesetzlichen Krankenkassen. Der Vergleich der bundesweit geöffneten Kassen bewertet das Preis-Leistungs-Verhältnis und berücksichtigt neben den Beitragssätzen auch beliebte Zusatzleistungen: Professionelle Zahnreinigung, Osteopathiebehandlungen, Reiseimpfungen, sportmedizinische Untersuchungen oder Gesundheitskurse. Nach einer Vorauswahl hat Finanztip 18 Kassen auf 33 Merkmale aus unterschiedlichen Bereichen untersucht.

