Strom anmelden

So vermeidest Du doppelte Strom­kos­ten bei einem Umzug

Ines Rutschmann
Expertin für Energie
25. Juni 2021
Das Wichtigste in Kürze
  • Wenn Du umziehst, kannst Du nicht automatisch Deinen Stromvertrag kündigen. Ob der Versorger den Stromvertrag bei Umzug beendet oder nicht, steht im Vertrag.
  • Unter bestimmten Umständen kannst Du künftig den Vertrag bei Umzug außerordentlich kündigen. Das sieht ein neues Gesetz vor.
  • Ziehst Du in eine Wohnung, ohne einen Versorger beauftragt zu haben, beliefert Dich das örtliche Stadtwerk im Rahmen der teuren Ersatzversorgung.
So gehst Du vor
  • Wenn Du aus einer Wohnung ausziehst, teile dies Deinem Lieferanten mindestens sechs Wochen vorher mit.
  • Endet der alte Vertrag bei Umzug, schließe mindestens drei Wochen vor dem Einzug in die neue Wohnung einen neuen Stromvertrag ab.
  • Vergleiche Tarife am besten mit unserem Stromrechner, der die Angebote von Verivox und Check24 gleichzeitig abfragt und die Ergebnisse nach unseren strengen Finanztip-Kriterien filtert.
  • Die Ergebnisliste enthält Werbelinks, über den Du Deinen Tarif direkt abschließen kannst. Alle Empfehlungen erfolgen rein redaktionell und zu 100 Prozent unabhängig.

Vergleichsrechner 

  • Notiere oder fotografiere bei Auszug und Einzug in eine Wohnung die Zählerstände.

Mehr als eine Million Menschen ziehen jedes Jahr in Deutschland in eine neue Wohnung. Oder sie lösen ihren Haushalt auf und verlassen das Land. Es ist ratsam, sich in beiden Fällen kurz mit der eigenen Stromversorgung zu befassen. Denn falls Du Deinen Vertrag bei Auszug nicht kündigst, zahlst Du unter Umständen weiter für den Anschluss in der alten Wohnung. Ziehst Du dagegen in eine Wohnung ein, ohne dass ein Stromliefervertrag existiert, zahlst Du auf jeden Fall mehr für Strom, als Du müsstest.

Bei Einzug ist Strom verfügbar – mit und ohne Liefervertrag

Jeder Haushalt hat in Deutschland das Recht, über das öffentliche Netz Strom zu beziehen. Das bedeutet: Ziehst Du in eine Wohnung ein, kannst Du Strom nutzen. Es ist nicht notwendig, dass Du zuvor einen Vertrag mit einem Versorger unterzeichnet hast.

Es kommt aber ein Vertrag in dem Moment zustande, wenn Du dem Stromnetz erstmals elektrische Energie entnimmst. Ersatzversorgung nennt sich das, und der Vertragspartner ist dann der Grundversorger (§ 38 EnWG). Das ist das Unternehmen mit den meisten Kunden in der Region. Der Grundversorger wird im Anschluss einen Brief schreiben und Dich als neuen Kunden begrüßen. Er adressiert sein Schreiben an den Hauptmieter oder Eigentümer einer Wohnung. Dieser gilt als Nutzer des Stromanschlusses und damit als Vertragsnehmer.

Ersatzversorgung ist teuer, aber Du kommst schnell wieder heraus 

So schön die sichere Versorgung ist – sie hat ihren Preis. Die Tarife in der Ersatzversorgung entsprechen zumeist denen der Grundversorgung und das sind die höchsten Preise für Strom in Deutschland. Du solltest daher schnell einen anderen Liefervertrag vereinbaren. In einem anderen Tarif zahlst Du je nach Verbrauchsmenge im Schnitt 5 bis 9 Prozent weniger. In einem günstigen Tarif kostet der Strom bis zu 10 Prozent weniger. Über unseren Stromvergleich findest Du günstige Angebote.

Schließt Du einen neuen Stromvertrag ab, erledigt Dein künftiger Anbieter den Papierkram für Dich. Sobald der Stromanbieter die Versorgung starten kann, endet Dein bisheriger Vertrag. Maximal sollte das drei Wochen dauern. Eine Kündigungsfrist besteht in der Ersatzversorgung nicht.

Das ändert sich nach drei Monaten: Dann fällst Du aus der Ersatzversorgung in die reguläre Grundversorgung. Es gilt dann eine Kündigungsfrist von zwei Wochen (§ 20 StromGVV).

Was hast Du bei einem Umzug zu beachten?

Du musst aber nicht die Ersatzversorgung in Anspruch nehmen. Einfacher und günstiger ist es, vor dem Einzug zu klären, wer Dich künftig beliefern wird. Läuft in der alten Wohnung der Stromliefervertrag auf Dich, solltest Du zunächst prüfen, ob Du ihn weiterführen musst oder kündigen darfst. Geregelt sollte dies in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen Deines Versorgers sein. Liegen Dir diese nicht mehr vor, dann frage beim Kundenservice Deines Lieferanten nach.

Willst Du und will der Versorger den Vertrag fortführen, so teile ihm die neue Anschrift und die neue Zählernummer mit. Schließt das Unternehmen dagegen eine Weiterführung eines Vertrags unter anderer Anschrift aus, dann teile Dein Auszugsdatum mit und kümmere Dich um einen neuen Stromvertrag – am besten vor Deinem Einzug in die neue Wohnung. Das empfiehlt sich auch, wenn Du am bisherigen Wohnort keinen Vertrag hattest.

Innerhalb von zwei Wochen sollte ein gewähltes Unternehmen alles geregelt haben, damit Du in der neuen Wohnung ab dem ersten Tag Strom von ihm geliefert bekommst. Der Vertragsschluss bei Einzug ist weniger aufwendig für den Lieferanten als bei einem Wechsel des Versorgers – da Du in der neuen Wohnung noch keinen Stromanbieter hattest, ist auch niemandem zu kündigen. Beauftrage aber sicherheitshalber einen neuen Stromversorger drei bis vier Wochen, bevor Du die neue Wohnung beziehst.

Neues Gesetz: Künftig regelt das Energiewirtschaftsgesetz, was mit einem Stromvertrag bei Umzug passiert. Demnach solltest Du spätestens sechs Wochen vorher Deinem Lieferanten Bescheid geben, dass Du umziehst und wohin. Will Dich Dein Lieferant auch an der neuen Anschrift beliefern, muss er Dir innerhalb von zwei Wochen ein neues Lieferangebot machen und zwar zu den Preisen, die Du bislang bei ihm zahlst. Erhältst Du dieses Angebot nicht, kannst Du den Vertrag außerordentlich kündigen, also zum Tag Deines Umzugs. Diese Kündigung musst Du selbst schreiben. Akzeptiert der Lieferant die Textform, reicht eine E-Mail. Binnen einer Woche muss der Lieferant Deine Kündigung bestätigen. Der Bundestag hat dies am 24. Juni beschlossen. In Kraft tritt die neue Regel im Energiewirtschaftsgesetz, sobald dieses in neuer Form veröffentlicht ist. 

Gesperrter Anschluss

Es gibt eine Möglichkeit, dass Du in einer neuen Wohnung ohne Strom dastehst: Wenn der Netzanschluss gesperrt ist. Dies geschieht, wenn ein Stromkunde dem Grundversorger mehr als 100 Euro schuldet und trotz Mahnung nicht zahlt (§ 19 Abs. 2 StromGVV). Rund 300.000 Haushalte sind davon jedes Jahr betroffen. Angenommen, der Wohnungseigentümer bemerkt die Sperrung nicht und Du ziehst ein, ohne dass der Energieversorger und Netzbetreiber vom Mieterwechsel wissen, bleibt der Anschluss erst einmal gesperrt. Schließt Du dagegen vor Einzug einen Stromvertrag ab, erfährt der Netzbetreiber von Deinem Einzug und schaltet den Anschluss frei.

In zehn Minuten neuen Versorger finden und beauftragen

Einen Stromtarif für Deine neue Wohnung findest Du über unseren Finanztip-Stromrechner. Von den Angeboten führen Links zu den Vergleichsseiten von Verivox und Check24, über die Du den Vertrag abschließen kannst. Du kannst auch direkt auf die Seite des gewünschten Anbieters gehen und den Auftrag zur Stromversorgung erteilen.

Vergleiche Stromtarife mit dem Finanztip-Stromrechner

Die Ergebnisliste unseres Vergleichsrechners enthält Werbelinks zu Stromtarifen von Check24 und Verivox. Alle Empfehlungen erfolgen redaktionell unabhängig und erfüllen unsere strengen Finanztip-Kriterien.

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Der Finanztip-Stromrechner basiert auf Daten der Check24 Vergleichsportal Energie GmbH sowie der Verivox GmbH. Diese haben wir mit unseren Parametern so gefiltert, dass Du ein ver­brau­cher­freund­liches Ergebnis nach Finanztip-Kriterien erhältst. Wir übernehmen keine Gewähr für die Richtigkeit und Aktualität der hier bereitgestellten Informationen. Für Schäden aus fehlerhaften Daten oder durch die Nutzung des Rechners übernehmen wir keine Haftung.

Für Daten der Check24 Vergleichsportal Energie GmbH: © 2020 www.check24.de

Für Daten der Verivox GmbH: © Verivox GmbH – www.verivox.de – alle Angaben ohne Gewähr (Stand: 2021). Das Angebot darf nur für den privaten Gebrauch genutzt werden. Eine Vervielfältigung oder Verbreitung des Angebots oder der auf diesen Seiten angezeigten Informationen – ganz oder auszugsweise, gleich in welcher Form – und jede Form der kommerziellen Verwendung ist nicht ohne ausdrückliche schriftliche Zustimmung der Verivox GmbH zulässig.

Willst Du über Verivox oder Check24 den Vertrag abschließen, leiten die Portale den Vertragswechsel ein. Der Abschluss kommt in der Regel erst zustande, wenn Dich der gewählte Versorger anschreibt und den Vertrag bestätigt. Ab dann bleiben 14 Tage Zeit, den Vertrag zu widerrufen.

Wenn Du Dich für einen Tarif entschieden hast und eine Lieferanfrage an den Anbieter stellst, brauchst Du folgende Daten:

  • die vollständige Adresse der neuen Wohnung und
  • die Zählernummer am neuen Stromanschluss. 

Das Datum des Einzugs solltest Du möglichst exakt angeben – es ist die Basis für den Beginn der Stromversorgung. Ziehst Du früher ein als angegeben, fällst Du für die Tage bis Vertragsbeginn in die Ersatzversorgung. Ziehst Du ein paar Tage später ein als angegeben, entsteht Dir kein finanzieller Schaden, sofern sich niemand anderes in der Wohnung aufhält und Strom bezieht. Kannst Du den Vertrag erst nach Einzug abschließen, kann auch er noch bis zu sechs Wochen später einem gewählten Versorger zugeordnet werden. 

Bei Einzug solltest Du unbedingt den Stromzähler ablesen und seinen Stand dem Netzbetreiber mitteilen. Das ist online möglich: In der Regel bieten die Netzbetreiber ein Formular auf Ihrer Internetseite, um den Zählerstand einzutragen.

Zwei Stromanbieter beauftragt? Trotzdem gibt's nur einen Vertrag

Ziehst Du gemeinsam mit jemand anderem in eine Wohnung, solltest Du zuerst klären, auf wen der Stromvertrag laufen soll, bevor Du ihn abschließt. Es passiert allerdings auch nichts Schlimmes, wenn mehrere Menschen für denselben Netzanschluss einen Versorger mit der Stromlieferung beauftragen. Jedem Stromzähler kann nur ein Liefervertrag zugeordnet werden.

Ist bereits ein Unternehmen für die Belieferung eines bestimmten Anschlusses zuständig oder vorgesehen, kann kein weiterer Versorger für diesen Anschluss einen Vertrag mit dem Netzbetreiber schließen. Der entsprechende Versorger wird Dir dann mitteilen, dass er Dich nicht beliefern kann. Ein zweiter Stromvertrag kommt damit gar nicht zustande.

Was sehen Versorger bei einem Umzug vor?

Wechselst Du den Stromversorger, übernimmt der neue Anbieter die Kündigung beim alten für Dich. Das funktioniert aber nur, wenn es sich um die Stromversorgung derselben Wohnung handelt. Bei einem Umzug ist die Sache anders: Du musst selbst kündigen, sofern der Vertrag das zulässt. Oder der Versorger beendet den Vertrag, wenn er vom Umzug erfährt. Automatisch endet ein Stromvertrag aber nie – notwendig ist mindestens eine Mitteilung an den bisherigen Versorger. Welche Frist dabei besteht, ist bisher einzig in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen festgelegt. In der Regel wollen die Versorger zwei Wochen bis einen Monat vor dem Auszug aus der bisherigen Wohnung informiert werden. Künftig gilt, dass Du Deinen Lieferanten mindestens sechs Wochen vor dem Umzug über diesen unterrichtest.

Praktisch ist es, wenn das Ende Deiner Vertragsbindung mit dem Auszug zusammenfällt. Oder wenn Du einen Vertrag ohne Bindung und mit einer kurzen Kündigungsfrist hast. Dann hast Du die Wahl: Du kannst den alten Vertrag fristgerecht kündigen und am neuen Ort einen neuen Vertrag schließen. Oder Du entscheidest Dich für eine automatische Verlängerung des alten Vertrags. Dann musst Du aber auch den Versorger über den Umzug unterrichten. Möglicherweise kann er Dich nicht überall in Deutschland beliefern. 

Besteht eine Vertragsbindung über mehrere Monate, handhaben die Stromversorger einen Umzug unterschiedlich:

  • Einige Stromanbieter wollen den bestehenden Vertrag am neuen Ort fortsetzen, sofern die Belieferung dort möglich ist.
  • Andere Versorger lassen den Kunden entscheiden: Er kann den bestehenden Vertrag lösen oder ihn an der neuen Anschrift fortführen sofern möglich.

Gib dem alten Stromversorger bei Auszug Bescheid

Was Dein Stromversorger konkret vorsieht, steht meist in den Unterlagen, die Du bei Vertragsschluss erhalten hast. Häufig findet sich in den AGB ein eigener Paragraf zum Thema „Umzug“ oder "Änderungen der Abnahmestelle". In diesem steht auch, ob und wann Du den Versorger über den bevorstehenden Umzug zu informieren hast. Die Fristen variieren von Firma zu Firma. Viele verlangen, zwei, drei oder vier Wochen vor Auszug benachrichtigt zu werden. Dazu bieten manche Versorger – zum Beispiel Innogy, Vattenfall, Eon oder Wemag – Formulare auf ihrer Internetseite, in die Du die neue Anschrift und das Datum des Umzugs eintragen kannst.

Legt ein Versorger nicht fest, ob Du ihn informieren sollst, bedeutet das nicht, dass Du untätig bleiben darfst. Denn es gehört zur Sorgfaltspflicht des Stromnutzers, einen Umzug dem Lieferanten mitzuteilen. Dieser benachrichtigt daraufhin den Netzbetreiber. Für Kosten, die am alten Stromanschluss nach Deinem Auszug entstehen, kannst Du damit nicht mehr verantwortlich sein. Auf der sicheren Seite bist Du, wenn Du Dich sechs Wochen vor Umzug an Deinen Versorger wendest und ihn über den Ortswechsel informierst. Hältst Du diese Frist ein, steht Dir auch künftig ein Son­der­kün­di­gungs­recht zu.

Wie kommst Du auf jeden Fall aus einem alten Vertrag heraus?

Ziehst Du aus einer Wohnung aus, willst Du natürlich nicht länger für den bisherigen Vertrag zahlen. Du solltest daher Deinen Stromliefervertrag kündigen oder auf einen anderen Stromanschluss übertragen lassen. Bei einer Übertragung musst Du dem Versorger lediglich Dein Umzugsdatum, die neue Anschrift und die neue Zählernummer übermitteln.

Aus einem bestehenden Lieferverhältnis kommst Du auf unterschiedlichem Wege heraus: Du beendest ihn regulär entsprechend der Kündigungsfrist laut Vertrag. Verlängert sich Dein Vertrag beispielsweise Monat um Monat und beträgt die Kündigungsfrist vier Wochen, kommst Du auch kurzfristig aus ihm heraus. Laufzeitverlängerung und Kündigungsfrist findest Du in Deinen Vertragsunterlagen. Nutze gern unser Mus­ter­schrei­ben zur Kündigung.

Erlaubt der Versorger die Kündigung bei Auszug, steht Dir ein Son­der­kün­di­gungs­recht zu. Schicke dem Versorger ein Kündigungsschreiben und berufe Dich dabei auf die Umzugsklausel im Vertrag. Ein entsprechendes Mus­ter­schrei­ben findest Du hier.

Verpflichtet Dich der Versorger zur Kündigung bei Auszug, musst Du das Son­der­kün­di­gungs­recht nutzen. Du kannst das gleiche Mus­ter­schrei­ben verwenden wie im vorhergehenden Punkt.

Will der bisherige Stromversorger den Vertrag am neuen Ort fortsetzen, funktioniert das nur unter einer Bedingung: Dass er Dich in der neuen Wohnung auch beliefern kann. Ausgeschlossen ist dies, wenn Du ins Ausland ziehst oder in ein Gebäude ohne Anschluss ans öffentliche Stromnetz. Oder aber, wenn Du mit einer anderen Person zusammenziehst und auf diese bereits ein Liefervertrag läuft. Dann solltest Du Deinem bisherigen Versorger trotzdem mitteilen, wohin Du ziehst, und auch, dass es bereits einen Anschlussnutzer gibt. Er wird Dir dann erklären, dass er den Vertrag nicht fortführen kann.

Stromzähler ablesen

Egal ob Du einen Vertrag weiterführst oder kündigst – in jedem Fall solltest Du bei Auszug den Stromzähler ablesen und am besten gleich ein Foto machen. Den Zählerstand solltest Du dann dem Versorger mitteilen, damit er korrekt abrechnen kann. Der Netzbetreiber fordert Dich unabhängig davon auf, den Zählerstand bei Auszug mitzuteilen.

Welche Zusatzkosten können bei versäumter Meldung entstehen?

Sowohl der Stromversorger als auch der Netzbetreiber sind darauf angewiesen, dass sie erfahren, dass ein Stromkunde auszieht oder bereits ausgezogen ist. Wissen beide Unternehmen nichts von Deinem Auszug, können sie Dir weiterhin die entstehenden Kosten am alten Anschluss zuschreiben.

Ob Du tatsächlich noch Stromentgelte für die alte Wohnung zahlen musst, hängt dabei von verschiedenen Faktoren ab: dem Verhalten des neuen Bewohners, den Vertragsbedingungen des Versorgers und ob Du noch zu einem späteren Zeitpunkt den Umzug mitteilst.

Der Netzbetreiber muss eine Auszugsmeldung bis zu sechs Wochen rückwirkend akzeptieren. Das bedeutet: Er darf für diesen Zeitraum keine Gebühren für den Betrieb von Stromnetz und Stromzähler berechnen. Von Deinem Umzug kann er entweder durch Deinen Energieversorger erfahren oder über den neuen Bewohner Deiner alten Wohnung. Hat der Nachmieter oder neue Eigentümer einen Auftrag zur Stromversorgung erteilt, fällt dem Netzbetreiber das auf. Er wird dann klären, welcher Kunde den Anschluss tatsächlich nutzt.

Keine Umzugsmeldung: Lieferanten sehen Kunden in der Haftung

Zieht ein neuer Bewohner nicht nahtlos nach Dir ein und erreicht den Netzbetreiber die Meldung über Deinen Auszug nach mehr als sechs Wochen, darf der Netzbetreiber Geld für die Nutzung des Stromnetzes und den Betrieb des Stromzählers berechnen – für die Tage, die über sechs Wochen hinausgehen. Der Netzbetreiber stellt diese Gebühren dem Versorger in Rechnung. Dieser wird sich die Kosten vermutlich von Dir erstatten lassen wollen, falls Du ihn nicht über Deinen Umzug informiert hast. Einige Versorger legen bereits in ihren AGB fest, dass der Kunde dann für solche Kosten aufkommen soll.

Noch höhere Kosten können für Dich anfallen, wenn der neue Bewohner direkt nach Dir einzieht und keinen Stromvertrag abgeschlossen hat. Für den Netzbetreiber und den Stromversorger bist Du weiterhin der Nutzer des Stromanschlusses. Du zahlst dann erst einmal weiterhin Deinen Abschlag. Aber selbst wenn Du Deinen Auszug noch bis zu sechs Wochen später meldest, klärt dies nicht alles.

Die rückwirkende Abmeldung gilt nur für die Kosten für Netzbetrieb und Stromzähler. Offen ist dann weiterhin, wer für den Strom aufkommt. In manchen AGB findet sich die Klausel, dass bei verspäteter oder unterlassener Umzugsmeldung der Kunde für den verbrauchten Strom haftet. Möglich ist natürlich, dem Nachmieter oder Neueigentümer seinen Verbrauch zu berechnen. Dies klären gewöhnlich Dein alter Versorger und der Grundversorger an der alten Adresse miteinander.

Günstig ist es dann, wenn Du Deinen Stromzähler bei Auszug abgelesen hast und dies nachweisen kannst. Darüber hinaus kann der alte Versorger Dir zusätzlich Kosten berechnen für seinen Aufwand, um die Sache zu klären. Auch das sehen manche Unternehmen in ihren Vertragsbedingungen vor.

Mehr dazu im Ratgeber Stromanbieterwechsel

  • Den Stromanbieter zu wechseln, zahlt sich häufig aus.
  • Wie Du vorgehen solltest, erfährst Du in unserem Ratgeber.

Zum Ratgeber

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