Bau­leist­ungs­ver­si­che­rung

So schützt Du als Bauherr Deinen Rohbau optimal

Henriette Neubert
Expertin für Versicherungen
10. Mai 2021
Das Wichtigste in Kürze
  • Mit einer Bau­leist­ungs­ver­si­che­rung sicherst Du Deinen Hausbau gegen unvorhersehbare Schäden aufgrund von Unwetter, Vandalismus, Konstruktions- oder Materialfehlern ab. Diebstahl fest verbauter Materialien kannst Du extra mitversichern.
  • Die Versicherung ist weniger wichtig als die Bauherrenhaftpflicht, aber eine gute Ergänzung zum Schutz Deines Bauvorhabens.
  • Schäden durch Brand, Blitzschlag oder Explosion sicherst Du über eine Feu­er­roh­bau­ver­si­che­rung ab.
So gehst Du vor
  • Schließ die Bau­leist­ungs­ver­si­che­rung vor Baubeginn ab, um Dein Bauvorhaben von Anfang an zu schützen.
  • Die Kosten für die Versicherung hängen von der Bausumme ab. Addiere dafür die einzelnen Kostenvoranschläge für das Bauvorhaben. Melde dem Versicherer unbedingt, falls sich die Baukosten erhöhen oder der Bau länger dauert.
  • Vergleiche verschiedene Angebote, um eine günstige Bau­leist­ungs­ver­si­che­rung zu finden. Achte dabei nicht nur auf den Preis, sondern auch auf die mitversicherten Leistungen.

Der Traum von den eigenen vier Wänden erfordert oft viel Zeit und noch mehr Geld. Daher empfiehlt es sich, sich in der Bauphase mit einer Bauleistungsversicherung umfassend gegen Risiken abzusichern.

Denn beim Hausbau kann viel schiefgehen: Ein Unwetter reißt das Mauerwerk ein oder Randalierer beschädigen mutwillig den Rohbau. Vorfälle wie diese sind nicht nur teuer, sie verlängern auch die Bauzeit oder bringen das Bauvorhaben gleich ganz zum Erliegen.

Wann zahlt eine Bau­leist­ungs­ver­si­che­rung?

Eine Bau­leist­ungs­ver­si­che­rung schützt Dich als Bauherrn vor finanziellen Rückschlägen durch unvorhergesehene Ereignisse. Dazu zählen Unwetter und Vandalismus. Die Versicherung gilt ebenfalls bei Konstruktions- oder Materialfehlern. Auch Elementarschäden wie eine Unterspülung des Rohbaus durch Hochwasser sind versichert. Achtung: Witterungsschäden – etwa durch Frost – deckt die Versicherung dagegen nicht ab.   

Zusätzlich kannst Du den Ver­si­che­rungs­schutz auf Diebstahl ausweiten. Allerdings ist auch dann nur fest verbautes Material versichert: Wird Dir etwas gestohlen, das bereits eingebaut ist – etwa ein Waschbecken oder Heizkörper –, ist dieser Diebstahl versichert. Lassen die Diebe frei herumliegende Baustoffe oder Werkzeug mitgehen, kommt die Versicherung für den Schaden nicht auf.

Sowohl eine Bau­leist­ungs­ver­si­che­rung als auch die Feu­er­roh­bau­ver­si­che­rung ergänzt Deine Bau­her­ren­haft­pflicht­ver­si­che­rung sinnvoll. Eine Bauherrenhaftpflicht ist allerdings wichtiger – die brauchst Du auf jeden Fall. Sie springt ein, wenn auf der Baustelle Sachen Dritter beschädigt oder gar Menschen verletzt werden.

Was ist nicht versichert?

Wird der Bau nicht fertig, weil eines der Bauunternehmen insolvent wird, zahlt die Versicherung nicht. Vor einer Pleite schützt die Bau­leist­ungs­ver­si­che­rung also nicht.

Schäden durch Brand, Blitzschlag oder Explosion sind ebenfalls nicht durch die Bau­leist­ungs­ver­si­che­rung abgedeckt. Um die Baustelle gegen solche Risiken abzusichern, benötigst Du zusätzlich eine Feu­er­roh­bau­ver­si­che­rung. Zwar bieten einige Versicherer an, die Bau­leist­ungs­ver­si­che­rung gegen Aufpreis um den Brandschutz zu erweitern. Den Feuerrohbau-Schutz kannst Du aber auch kostenlos in Kombination mit einer Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung bekommen.

Da Du für Dein Eigenheim ohnehin eine Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung haben solltest, kannst Du diese zu Baubeginn zunächst als Feu­er­roh­bau­ver­si­che­rung abschließen. Sobald das Haus fertig ist, wandelt sich die Feuerversicherung in eine normale Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung um. Und erst dann kostet sie Geld, bis dahin ist sie beitragsfrei.

Wonach richtet sich der Beitrag Deiner Bau­leist­ungs­ver­si­che­rung?

Der Versicherungsbeitrag hängt davon ab, wie teuer das Bauvorhaben ist. Zur Bausumme zählen alle Kosten, die beim Bau entstehen – vom ersten Spatenstich bis zur Fertigstellung. Auch Deine geplanten Eigenleistungen musst Du berücksichtigen, wenn Du die Bausumme ermittelst. Nicht dazu zählen der Grundstückspreis und Erschließungskosten für die Stromversorgung oder den Anschluss an die Kanalisation.

Bei einer Bausumme von 250.000 Euro ist eine günstige Bau­leist­ungs­ver­si­che­rung schon für einen Einmalbeitrag von weniger als 300 Euro zu haben. Planst Du mit Baukosten in Höhe von 300.000 Euro, erhöht sich der Beitrag um ungefähr 50 Euro. Bei den meisten Tarifen ist ein Selbstbehalt zwischen 150 und 500 Euro üblich.

Eine passende Versicherung sollte nicht nur günstig sein. Achte auch auf die versicherten Leistungen. Die Versicherung sollte in jedem Fall auch Kosten abdecken, die für die Suche nach der Schadensursache anfallen oder durch zusätzliche Aufräumarbeiten. Außerdem sollten Schäden an Grund und Boden – etwa durch weggespültes Erdreich – in gewissem Umfang mitversichert sein. Bessere Versicherungen decken solche Schäden bis zu einer Höhe von 20.000 Euro ab. Vergleich am besten mehrere Angebote.

Die Versicherung schließt Du zu Baubeginn ab. Für den Beitrag schätzt Du die Bausumme zunächst. Gib die Bausumme lieber etwas höher an, so groß sind die Unterschiede im Beitrag nicht.

Zum Bauende wird die Versicherung dann über die tatsächliche Bausumme abgerechnet. Je großzügiger Du die Baukosten geschätzt und versichert hast, desto geringer fällt die Endabrechnung aus. Zu viel gezahlte Beiträge bekommst Du am Ende der Versicherung zurück.

Wie findest Du die passende Versicherung für Dein Bauvorhaben?

Es bietet sich an, die Bau­leist­ungs­ver­si­che­rung bei dem Versicherer abzuschließen, bei dem Du auch Deine Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung oder zunächst die Feu­er­roh­bau­ver­si­che­rung hast. Damit stellst Du vor allem sicher, dass Du zum Baubeginn umfassend versichert bist, und riskierst keine finanziellen Verluste durch Schäden am Bau.

Such Dir also schon vor Baubeginn eine Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung. Während der Bauphase schützt diese Dein Haus kostenfrei als Feu­er­roh­bau­ver­si­che­rung, sobald das Haus bezugsfertig ist, greift dann die betragspflichtige Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung. Am besten ist es, sich die passende Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung (auch in Form der Feu­er­roh­bau­ver­si­che­rung) über ein Vergleichsportal zu suchen. Wir haben Einstellmöglichkeiten und Preise auf verschiedenen Portalen untersucht und empfehlen Mr. Money.

Setz nach Eingabe Deiner Adresse und der Wahl des Haustyps auf einer der Folgeseiten Dein Häkchen einfach bei „Feuerrohbau“ statt bei „Wohngebäude“. Wähl dann einen guten Tarif aus den angezeigten Ergebnissen aus. Und frag bei diesem Anbieter auch nach einer Bau­leist­ungs­ver­si­che­rung.

Auf welche Merkmale Du außerdem bei der Auswahl der Versicherung für Dein Haus achten solltest, liest Du in unserem Ratgeber zur Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung.

Mehr dazu im Ratgeber Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung

  • Preise und Leistungen in der Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung unterscheiden sich deutlich.
  • Empfohlenes Vergleichsportal: Mr-Money

Zum Ratgeber

Du benötigst diese Versicherungen in der Regel erst, wenn der Bau tatsächlich beginnt. Für ein Baugrundstück, das Du zunächst nur erworben hast, benötigst Du keine Versicherung, weil Du ja erstmal kein Material oder Werkzeug verwendest.

Was tun, wenn sich der Bau verzögert oder mehr kostet?

Ein Hausbau wird oft teurer als zunächst gedacht. Erhöht sich die Bausumme nachträglich, musst Du das dem Versicherer umgehend mitteilen. Ist zwischenzeitlich ein Schaden eingetreten, kann es für eine Nachmeldung zu spät sein. Im schlimmsten Fall kürzt der Versicherer dann seine Leistungen. Wenn Du aber gar nicht dafür verantwortlich warst, dass die Versicherung von den höheren Baukosten nicht umgehend erfahren hat, darf der Versicherer seine Zahlung jedoch nicht kürzen.

Die Versicherung läuft, je nach Versicherer höchstens zwei oder drei Jahre. Sie endet schon vor Ablauf dieser Frist, sobald das Haus bezugsfertig ist und von der Baubehörde abgenommen wurde. Alternativ endet sie sechs Werktage nach Beginn der Nutzung – maßgeblich ist der früheste Zeitpunkt. Als Bauherr musst Du dem Versicherer diesen Termin mitteilen.

Sollte das Bauvorhaben länger dauern, musst Du eine Verlängerung des Versicherungsvertrages beantragen, damit der Ver­si­che­rungs­schutz bestehen bleibt. Das ist in der Regel gegen einen einmaligen Zuschlag zum Versicherungsbeitrag möglich.

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