Bauleistungsversicherung

So schützen Bauherren ihren Rohbau optimal

Kathrin Gotthold
& Co-Autor
29. April 2019
Das Wichtigste in Kürze
  • Mit einer Bauleistungsversicherung sicherst Du Deinen Bau gegen unvorhersehbare Schäden ab. Dazu zählen Schäden aufgrund von Unwetter, Vandalismus, Konstruktions- oder Materialfehlern.
  • Auch den Diebstahl fest verbauter Materialien kannst Du versichern.
  • Die Versicherung ist weniger wichtig als die Bauherrenhaftpflicht, aber eine gute Ergänzung zum Schutz Deines Bauvorhabens.
  • Schäden durch Brand, Blitzschlag oder Explosion sicherst Du über eine Feuerrohbauversicherung ab.
So gehst Du vor
  • Schließ die Bauleistungsversicherung vor Baubeginn ab. Damit schützst Du Dein Bauvorhaben von Anfang an.
  • Die Kosten für die Versicherung hängen von der konkreten Bausumme ab. Diese schätzt Du einfach, indem Du die einzelnen Kostenvoranschläge für das Bauvorhaben addierst.
  • Vergleich verschiedene Angebote, um eine günstige Bauleistungsversicherung zu finden. Achte dabei nicht nur auf den Preis, sondern auch auf die mitversicherten Leistungen.
  • Melde dem Versicherer unbedingt, falls sich die Baukosten erhöhen oder der Bau länger dauert.

Der Traum von den eigenen vier Wänden erfordert oft viel Zeit und noch mehr Geld. Häufig hängt an diesem Projekt eine Baufinanzierung und eine zusätzliche Miete. Daher empfiehlt es sich, sich in der Bauphase mit einer Bauleistungsversicherung umfassend gegen Risiken abzusichern.

Denn beim Hausbau kann viel schiefgehen: Ein Unwetter reißt das Mauerwerk ein oder Randalierer beschädigen mutwillig den Rohbau. Vorfälle wie diese sind nicht nur teuer, sie verlängern auch die Bauzeit oder bringen das Bauvorhaben gleich ganz zum Erliegen.

Wann zahlt eine Bauleistungsversicherung?

Eine Bauleistungsversicherung schützt Dich als Bauherrn vor finanziellen Rückschlägen durch unvorhergesehene Ereignisse. Dazu zählen Unwetter und Vandalismus. Die Versicherung gilt ebenfalls bei Konstruktions- oder Materialfehlern. Auch Elementarschäden wie eine Unterspülung des Rohbaus durch Hochwasser sind versichert. Achtung: Witterungsschäden – etwa durch Frost – deckt die Versicherung dagegen nicht ab.   

Zusätzlich kannst Du den Versicherungsschutz auf Diebstahl ausweiten. Allerdings ist auch dann nur fest verbautes Material versichert: Wird Dir etwas gestohlen, das bereits eingebaut ist – etwa ein Waschbecken oder Heizkörper –, ist dieser Diebstahl versichert. Lassen die Diebe frei herumliegende Baustoffe oder Werkzeug mitgehen, kommt die Versicherung für den Schaden nicht auf.

Sowohl eine Bauleistungsversicherung als auch die Feuerrohbauversicherung ergänzt Deine Bauherrenhaftpflichtversicherung sinnvoll. Eine Bauherrenhaftpflicht ist allerdings wichtiger – die brauchst Du auf jeden Fall. Sie springt ein, wenn auf der Baustelle Sachen Dritter beschädigt oder gar Menschen verletzt werden.

Was ist nicht versichert?

Wird der Bau nicht fertig, weil eines der Bauunternehmen insolvent wird, zahlt die Versicherung nicht. Vor einer Pleite schützt die Bauleistungsversicherung also nicht.

Schäden durch Brand, Blitzschlag oder Explosion sind nicht durch die Bauleistungsversicherung abgedeckt. Um die Baustelle gegen solche Risiken abzusichern, benötigst Du zusätzlich eine Feuerrohbauversicherung. Zwar bieten einige Versicherer an, die Bauleistungsversicherung gegen Aufpreis um den Brandschutz zu erweitern. Den Feuerrohbau-Schutz kannst Du aber auch kostenlos in Kombination mit einer Wohngebäudeversicherung bekommen.

Da Du aber für Dein Eigenheim ohnehin eine Wohngebäudeversicherung haben solltest, kannst Du diese zu Baubeginn zunächst als Feuerrohbauversicherung abschließen. Sobald das Haus fertig ist, wandelt sich die Feuerversicherung in eine normale Wohngebäudeversicherung um. Und erst dann kostet sie Geld, bis dahin ist sie beitragsfrei.

Wonach richtet sich der Beitrag Deiner Bauleistungsversicherung?

Der Versicherungsbeitrag hängt davon ab, wie teuer das Bauvorhaben ist. Zur Bausumme zählen alle Kosten, die beim Bau entstehen – vom ersten Spatenstich bis zur Fertigstellung. Auch Deine geplanten Eigenleistungen musst Du berücksichtigen, wenn Du die Bausumme ermittelst. Nicht dazu zählen der Grundstückspreis und Erschließungskosten für die Stromversorgung oder den Anschluss an die Kanalisation.

Bei einer Bausumme von 250.000 Euro ist eine günstige Bauleistungsversicherung schon für einen Einmalbeitrag von weniger als 300 Euro zu haben. Planst Du mit Baukosten in Höhe von 300.000 Euro, erhöht sich der Beitrag um ungefähr 50 Euro. Bei den meisten Tarifen ist ein Selbstbehalt zwischen 150 und 500 Euro üblich.

Eine passende Versicherung sollte nicht nur günstig sein. Achte auch auf die versicherten Leistungen. Die Versicherung sollte in jedem Fall auch Kosten abdecken, die für die Suche nach der Schadensursache anfallen oder durch zusätzliche Aufräumarbeiten. Außerdem sollten Schäden an Grund und Boden – etwa durch weggespültes Erdreich – in gewissem Umfang mitversichert sein. Bessere Policen versichern solche Schäden bis zu einer Höhe von 20.000 Euro. Vergleich mehrere Angebote.

Die Versicherung schließst Du zu Baubeginn ab. Für den Beitrag schätzst Du die Bausumme zunächst. Gib die Bausumme lieber etwas höher an, so groß sind die Unterschiede im Beitrag nicht.

Zum Bauende wird die Versicherung dann über die tatsächliche Bausumme abgerechnet. Je großzügiger Du die Baukosten geschätzt und versichert hast, desto geringer fällt die Endabrechnung aus. Zu viel gezahlte Beiträge bekommst Du am Ende der Versicherung zurück.

Wie findest Du die passende Versicherung für Dein Bauvorhaben?

Es bietet sich an, die Bauleistungsversicherung bei dem Versicherer abzuschließen, bei dem Du auch Dein Wohngebäudeversicherung oder zunächst die Feuerrohbauversicherung hast. Damit stellst Du vor allem sicher, dass Du zum Baubeginn umfassend versichert bist, und riskierst keine finanziellen Verluste durch Schäden am Bau.

Such Dir also schon vor Baubeginn eine Wohngebäudeversicherung. Während der Bauphase schützt diese Dein Haus kostenfrei als Feuerrohbauversicherung, sobald das Haus bezugsfertig ist, greift dann die betragspflichtige Wohngebäudeversicherung. Am besten ist es, sich die passende Wohngebäudeversicherung (auch in Form der Feuerrohbauversicherung) über ein Vergleichsportal zu suchen. Wir haben Einstellmöglichkeiten und Preise auf verschiedenen Portalen untersucht und empfehlen Verivox sowie alternativ Mr. Money.

Setz nach Eingabe Deiner Adresse und der Wahl des Haustyps auf einer der Folgeseiten Dein Häkchen einfach bei „Feuerrohbau“ statt bei „Wohngebäude“. Wähl dann einen guten Tarif aus den angezeigten Ergebnissen aus. Und frag bei diesem Anbieter dann auch nach einer Bauleistungsversicherung.

Auf welche Merkmale Du außerdem bei der Auswahl der Versicherung für Dein Haus achten solltest, liest Du in unserem Ratgeber zur Wohngebäudeversicherung.

Mehr dazu im Ratgeber Wohngebäudeversicherung

  • Preise und Leistungen in der Wohngebäudeversicherung unterscheiden sich deutlich.
  • Empfohlenes Vergleichsportal: Verivox

Zum Ratgeber

Du benötigst diese Versicherungen in der Regel erst, wenn der Bau tatsächlich beginnt. Für ein Baugrundstück, das Du zunächst nur erworben hast, benötigst Du keine Versicherung, weil Du dann zunächst auch weder Material noch Werkzeug verwendest.

Was tun, wenn sich der Bau verzögert oder mehr kostet?

Ein Hausbau wird oft teurer als anfänglich gedacht. Erhöht sich die Bausumme nachträglich, musst Du das dem Versicherer umgehend mitteilen. Ist zwischenzeitlich ein Schaden eingetreten, kann es für eine Nachmeldung zu spät sein. Im schlimmsten Fall kürzt der Versicherer dann seine Leistungen. Wenn Dich keine Schuld trifft, dass die Versicherung von den höheren Baukosten nicht umgehend erfahren hat, darf der Versicherer seine Zahlung jedoch nicht kürzen.

Die Versicherung läuft höchstens zwei Jahre. Sie endet schon vor Ablauf dieser Zwei-Jahres-Frist, sobald das Haus bezugsfertig ist und von der Baubehörde abgenommen wurde. Alternativ endet sie sechs Werktage nach Beginn der Nutzung – maßgeblich ist der früheste Zeitpunkt. Als Bauherr musst Du dem Versicherer diesen Termin mitteilen.

Sollte das Bauvorhaben länger als zwei Jahre dauern, musst Du eine Verlängerung des Versicherungsvertrages beantragen, damit der Versicherungsschutz bestehen bleibt. Das ist in der Regel gegen einen einmaligen Zuschlag zum Versicherungsbeitrag möglich.

Autor
Kathrin Gotthold
& Co-Autor
Eric Brandmayer

29. April 2019


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