Bauleistungsversicherung

Damit sind auch die Baumaterialien bei Ihrem Rohbau gut geschützt

Das Wichtigste in Kürze

  • Mit einer Bauleistungsversicherung sichern Sie Ihren Bau gegen unvorhersehbare Schäden ab. Dazu zählen Schäden aufgrund von Unwetter, Vandalismus, Konstruktions- oder Materialfehlern.
  • Auch den Diebstahl von bereits fest eingebautem Material können Bauherren versichern.
  • Versichert wird eine Bausumme, die zu Baubeginn festgelegt wird.
  • Die Versicherung ist eine gute Ergänzung zur Bauherrenhaftpflicht.
  • Schäden durch Brand, Blitzschlag oder Explosion können in einer separaten Feuerrohbauversicherung versichert werden.

So gehen Sie vor

  • Schließen Sie die Bauleistungsversicherung vor Baubeginn ab. Damit sichern Sie Ihr Bauvorhaben optimal ab.
  • Ermitteln Sie die Kosten des Bauvorhabens über die einzelnen Kostenvoranschläge: Die Höhe des Versicherungsbeitrags hängt von der konkreten Bausumme ab.
  • Vergleichen Sie verschiedene Angebote, um eine günstige Bauleistungsversicherung zu finden. Achten Sie dabei nicht nur auf den Preis, sondern auch auf die mitversicherten Leistungen, etwa Kostenerstattung bei Diebstahl oder für Aufräumarbeiten.
  • Melden Sie dem Versicherer unbedingt, wenn sich die Baukosten erhöhen oder der Bau länger dauert.
  • Unser Tipp: Bleiben Sie zu Versicherungen immer auf dem Laufenden - mit unserem kostenlosen Newsletter!

    Bitte bestätigen Sie jetzt Ihre Anmeldung!

    Wir haben Ihnen eine E-Mail an Ihre Adresse gesendet.

    Schauen Sie gleich in Ihr E-Mail-Programm.

    Sie haben keine E-Mail erhalten? Kann es sein, dass die Nachricht im SPAM-Ordner Ihres E-Mail-Anbieters gelandet ist?
    Bitte schauen Sie auch dort einmal nach und fügen die Mail-Adresse von Finanztip.de Ihrem Adressbuch hinzu.

Der Traum von den eigenen vier Wänden erfordert oft viel Zeit und noch mehr Geld. Häufig hängt an diesem Projekt eine Baufinanzierung und eine zusätzliche Miete. Daher empfiehlt es sich, sich in der Bauphase umfassend gegen Risiken abzusichern.

Denn beim Hausbau kann viel schiefgehen: Ein Unwetter reißt das Mauerwerk ein oder Randalierer beschädigen mutwillig den Rohbau. Vorfälle wie diese sind nicht nur teuer, sie verlängern auch die Bauzeit oder bringen das Bauvorhaben gleich ganz zum Erliegen.

Warum sollten Sie die Versicherung vor Baubeginn abschließen?

Eine Bauleistungsversicherung schützt Sie als Bauherrn vor finanziellen Rückschlägen durch unvorhergesehene Ereignisse. Dazu zählen Unwetter und Vandalismus. Die Versicherung gilt ebenfalls bei Konstruktions- oder Materialfehlern. Auch sogenannte Elementarschäden wie eine Unterspülung des Rohbaus durch Hochwasser sind versichert. Achtung: Witterungsschäden – etwa durch Frost – deckt die Versicherung dagegen nicht ab.   

Zusätzlich können Sie den Versicherungsschutz auf Diebstahl ausweiten. Allerdings ist auch dann nur fest verbautes Material versichert: Wird Ihnen etwas gestohlen, das bereits fest eingebaut ist – etwa ein Waschbecken oder Heizkörper –, ist dieser Diebstahl versichert. Lassen die Diebe frei herumliegende Baustoffe oder Werkzeug mitgehen, kommt die Versicherung für den Schaden nicht auf.

Die Versicherung ergänzt Ihre Bauherrenhaftpflichtversicherung sinnvoll. Diese springt ein, wenn auf der Baustelle Sachen Dritter beschädigt oder Menschen verletzt werden.

Was ist in einer Bauleistungsversicherung nicht versichert?

Schäden durch Brand, Blitzschlag oder Explosion sind nicht durch die Bauleistungsversicherung abgedeckt. Um die Baustelle gegen solche Risiken abzusichern, benötigen Sie zusätzlich eine Feuerrohbauversicherung.

Zwar bieten einige Versicherer auch an, die Bauleistungsversicherung gegen Aufpreis um den Brandschutz zu erweitern. Da Sie aber für Ihr Eigenheim in der Regel ohnehin eine Wohngebäudeversicherung haben sollten, können Sie diese auch zu Baubeginn zunächst als Feuerrohbauversicherung abschließen. Sobald das Haus fertig ist, wandelt sich die Feuerversicherung in eine normale Wohngebäudeversicherung. Und auch erst dann kostet sie Geld, bis dahin ist sie beitragsfrei.

Wichtig: Wird der Bau nicht fertig, weil eines der Bauunternehmen insolvent wird, zahlt die Versicherung nicht. Vor einer Pleite schützt die Bauleistungsversicherung also nicht.

Wonach richtet sich der Beitrag Ihrer Bauleistungsversicherung?

Der Versicherungsbeitrag hängt davon ab, wie teuer das Bauvorhaben ist. Zur Bausumme zählen alle Kosten, die beim Bau entstehen – vom ersten Spatenstich bis zur Fertigstellung. Auch Ihre geplanten Eigenleistungen müssen Sie berücksichtigen, wenn Sie die Bausumme ermitteln. Nicht dazu zählen der Grundstückspreis und Erschließungskosten für die Stromversorgung oder den Anschluss an die Kanalisation.   

Bei einer Bausumme von 250.000 Euro ist eine günstige Bauleistungsversicherung schon für einen Einmalbeitrag von weniger als 300 Euro zu haben. Planen Sie mit Baukosten in Höhe von 300.000 Euro, erhöht sich der Beitrag um ungefähr 50 Euro. Bei den meisten Tarifen ist ein Selbstbehalt zwischen 150 und 500 Euro üblich. Bedenken Sie bei der Wahl der Selbstbeteiligung, dass Sie diesen im Schadensfall problemlos bezahlen können sollten, ohne die Finanzierung des Bauvorhabens zu gefährden.   

Eine passende Versicherung sollte nicht nur günstig sein. Achten Sie auch auf die versicherten Leistungen. Die Versicherung sollte in jedem Fall auch Kosten abdecken, die für die Suche nach der Schadensursache anfallen oder durch zusätzliche Aufräumarbeiten. Außerdem sollten Schäden am Grund und Boden – etwa durch weggespültes Erdreich – in gewissem Umfang mitversichert sein. Bessere Policen versichern solche Schäden bis zu einer Höhe von 20.000 Euro. Vergleichen Sie mehrere Angebote.

Die Versicherung schließen Sie zu Baubeginn ab. Für den Beitrag schätzen Sie die Bausumme zunächst. Geben Sie die Bausumme lieber etwas höher an, so groß sind die Unterschiede im Beitrag nicht.

Zum Bauende wird die Versicherung dann über die tatsächliche Bausumme abgerechnet. Je großzügiger Sie die Baukosten geschätzt und versichert haben, desto geringer fällt die Endabrechnung aus. Dann bekommen Sie am Ende der Versicherung den zu viel gezahlten Beitrag zurück.

Wie finden Sie die passende Versicherung für Ihr Bauvorhaben?

Es bietet sich an, die Bauleistungsversicherung bei dem Versicherer abzuschließen, bei dem Sie auch Ihre Wohngebäudeversicherung oder zunächst die Feuerrohbauversicherung haben. Damit stellen Sie vor allem sicher, dass Sie zum Baubeginn umfassend versichert sind, und riskieren keine finanziellen Verluste durch Schäden am Bau.

Sie benötigen diese Versicherungen in der Regel erst, wenn der Bau tatsächlich beginnt. Für ein Baugrundstück, das Sie zunächst nur erworben haben, benötigen Sie keine Versicherung, weil Sie dann zunächst auch weder Material noch Werkzeug verwenden.

Es lohnt sich auf jeden Fall, mehrere Angebote zu vergleichen. Dazu bietet sich ein Vergleichsportal an. Sie benötigen gar nicht viele Daten dafür: Sie geben die Bausumme, die Quadratmeter der Wohnfläche, die Bauausführung und die Art des Bauvorhabens ein. Die Tarife unterscheiden sich in Beitrag, Höhe der Selbstbeteiligung und den versicherten Kosten. Wenn Sie mehrere Verträge bei einem Versicherer abschließen, gewährt dieser Ihnen außerdem oft einen Bonus.

Unser Tipp: Bleiben Sie rund um das Thema Versicherungen immer auf dem Laufenden - mit unserem kostenlosen Newsletter!

Bitte bestätigen Sie jetzt Ihre Anmeldung!

Wir haben Ihnen eine E-Mail an Ihre Adresse gesendet.

Schauen Sie gleich in Ihr E-Mail-Programm.

Sie haben keine E-Mail erhalten? Kann es sein, dass die Nachricht im SPAM-Ordner Ihres E-Mail-Anbieters gelandet ist?
Bitte schauen Sie auch dort einmal nach und fügen die Mail-Adresse von Finanztip.de Ihrem Adressbuch hinzu.

Was müssen Sie tun, wenn sich der Bau verzögert oder mehr kostet?

In beiden Fällen müssen Sie Ihre Versicherung informieren. Diese verlängert die Versicherung oder erhöht die Bausumme und verlangt dafür mehr Beitrag.

Ein Hausbau wird oft teurer als anfänglich gedacht. Erhöht sich die Bausumme nachträglich, müssen Sie das dem Versicherer umgehend mitteilen. Ist zwischenzeitlich ein Schadensfall eingetreten, kann es für eine Nachmeldung zu spät sein. Im schlimmsten Fall kürzt der Versicherer seine Leistungen. Wenn Sie aber praktisch keine Schuld trifft, dass die Versicherung von den höheren Baukosten nicht umgehend erfahren hat, darf der Versicherer seine Leistung nicht kürzen.

Die Versicherung läuft höchstens zwei Jahre. Sie endet schon vor Ablauf dieser Zwei-Jahres-Frist, sobald das Haus bezugsfertig ist und von der Baubehörde abgenommen wurde oder sechs Werktage nach Beginn der Nutzung. Maßgeblich ist der früheste Zeitpunkt. Als Bauherr müssen Sie dem Versicherer diesen Termin mitteilen.

Sollte das Bauvorhaben länger als zwei Jahre dauern, müssen Sie eine Verlängerung der Police beantragen, damit der Versicherungsschutz bestehen bleibt. Das ist in der Regel gegen einen einmaligen Zuschlag zum Versicherungsbeitrag möglich.

Finanztip Newsletter

  • Jede Woche die besten Tipps
  • Absolut kostenlos
  • 100% werbefrei

* Was der Stern bedeutet

Ein Stern* neben einem Link bedeutet, dass Finanztip vom verlinkten Anbieter möglicherweise bezahlt wird: manchmal, sobald Sie den Link klicken – oft nur dann, wenn Sie einen Vertrag abschließen. So finanzieren wir unseren Service und können ihn kostenlos anbieten. Wichtig ist: Auf den Preis, den Sie zahlen, wirkt sich das nicht aus. Und wir verlinken nur auf Angebote, die unsere unabhängigen Experten und Redakteure zuvor uneingeschränkt empfohlen haben. Das hängt allein davon ab, ob ein Angebot gut für Sie als Verbraucher ist. Erst wenn das geklärt ist, verhandelt eine andere Abteilung über eine mögliche kostenpflichtige Verlinkung. Mehr zu unserer Arbeitsweise lesen Sie hier.

 

Artikel verfasst von

Eric Brandmayer

Redakteur bei Finanztip (bis Januar 2017)

Eric Brandmayer hat bei Finanztip volontiert. Er kümmerte sich als Redakteur im Versicherungsteam vor allem um die Themen Hausrat und Haftpflicht. Praktische Erfahrungen sammelte er zuvor in verschiedenen Redaktionen und in der Pressestelle des Deutschen Olympischen Sportbundes.

Peter Neitzsch

ehemaliger freier Finanztip-Mitarbeiter

Peter Neitzsch arbeitete als Autor im Versicherungsressort von Finanztip. Als freiberuflicher Journalist schrieb er vorwiegend über Wirtschafts- und Verbraucherthemen. Davor war er unter anderem im Wirtschaftsressort von stern.de tätig.