Bau­her­ren­haft­pflicht­ver­si­che­rung Sicherheit ab dem ersten Spatenstich

Henriette Neubert
Finanztip-Expertin für Ver­si­che­rungen

Das Wichtigste in Kürze

  • Als Bauherr trägst Du eine Menge Verantwortung. Eine Bauherrenhaftpflicht sichert Dich ab, wenn durch Deine Baumaßnahmen Dritte einen Schaden erleiden. 
  • Nicht nur ein Neubau ist eine Baumaßnahme. Du bist auch Bauherr, wenn Du bestehenden Wohnraum ausbaust oder renovierst.
  • Bei guten Pri­vat­haft­pflicht­ver­si­che­rungen ist das Risiko für Bauherren bis zu einer bestimmten Summe eingeschlossen.

So gehst Du vor

  • Vor Baubeginn solltest Du prüfen, ob Deine Pri­vat­haft­pflicht­ver­si­che­rung auch das Bauherrenrisiko abdeckt und wenn ja, in welcher Höhe.
  • Ist die Ver­si­che­rungs­sum­me zu niedrig, kannst Du sie erhöhen oder eine zusätzliche Ver­si­che­rung abschließen.
  • In unserem Test im November 2023 haben wir Haftpflichttarife für Dich unter die Lupe genommen. Am besten abgeschnitten haben: „Relax“ von Friday, „Einfach Besser“ von der Haftpflichtkasse und „T23-Optimum“ der Degenia. Alle drei Tarife boten starke Leistungen zu einem günstigen Preis.

Ein Dachziegel fällt beim Bau Deines Hauses herunter und trifft ein parkendes Auto oder schlimmer, einen Passanten am Kopf. Wer ein Haus baut oder die Eigentumswohnung renoviert, übernimmt viel Verantwortung, nicht nur in finanzieller Hinsicht. Vom ersten Spatenstich an haftest Du als Bauherr für Schäden, die anderen im Zusammenhang mit der Baustelle entstehen ‒ auch wenn Du selbst den Schaden nicht verursacht hast. Um gegen dieses Risiko abgesichert zu sein, benötigst Du eine sogenannte Bau­her­ren­haft­pflicht­ver­si­che­rung.

Was ist bei der Bauherrenhaftpflicht wichtig?

Wir empfehlen Dir, diese Ver­si­che­rung auf jeden Fall vor Baubeginn abzuschließen. Denn Deine Haftung beginnt bereits bei Vertragsabschluss mit einem Architekten oder mit der Planung durch eine Baufirma. Die Kosten der Bauherrenhaftpflicht richten sich nach der Höhe der Bau- und der Ver­si­che­rungs­sum­me. Empfehlenswert ist eine Ver­si­che­rungs­sum­me von mindestens 3 Millionen Euro für Personen- und Sachschäden, wobei die meisten Anbieter diesen Betrag ohnehin als Untergrenze ansetzen. Eine Selbstbeteiligung senkt in der Regel die Beiträge und kann sich daher lohnen.

Die Ver­si­che­rung endet automatisch mit Abschluss der Bauarbeiten, spätestens jedoch zwei oder drei Jahre nach Ver­si­che­rungsbeginn. Welche Frist gilt, kannst Du in den Ver­si­che­rungs­be­din­gungen nachlesen.

Planst Du Baumaßnahmen in Eigenregie, musst Du das dem Versicherer vor Abschluss des Vertrags mitteilen. So sind mögliche daraus resultierende Schäden ebenfalls abgesichert. Erfahrungsgemäß passieren mehr Unfälle, wenn Bauherren selbst Hand anlegen, als wenn sie die Arbeiten an professionelle Baufirmen übertragen. Deshalb sind Bauherrenversicherungen ab einer Eigenleistung von mehr als 20.000 Euro deutlich teurer.

Wenn Du bereits ein Haus besitzt und es nur aus- oder umbauen willst, reicht in der Regel die private Haft­pflicht­ver­si­che­rung aus, auch bei Eigenleistungen. Welche Bausumme genau versichert ist, legt jede Ver­si­che­rung individuell fest – üblich sind 50.000 bis 100.000 Euro. Bei einigen Versicherern geht die Bauherrenabsicherung auch weiter. Schau in die Ver­si­che­rungs­be­din­gungen, was in Deiner Privathaftpflicht abgedeckt ist. Wichtig ist, dass Du Deiner Ver­si­che­rung die Baumaßnahmen mitteilst.

Welche Ver­si­che­rungen empfiehlt Finanztip?

Unsere Emp­feh­lungen versichern Baumaßnahmen in unterschiedlichem Umfang mit. Bei Friday „Relax“ bist Du als Bauherr bis zu einer Bausumme von 250.000 Euro abgesichert. Das gilt auch für Baumaßnahmen in Eigenleistung und durch Nachbarschaftshilfe. 

Die Haftpflichtkasse bietet im Tarif „Einfach Besser“ Schutz für Bauherren ohne Begrenzung der Bausumme, wenn die Bauanschrift auch Postanschrift ist, wenn Du also zum Beispiel einen Anbau an Dein Haus setzt. Ansonst gilt der Schutz bis zu einer Bausumme von 250.000 Euro.

Bei unser dritten Emp­feh­lung, der Degenia „T23-Optimum“, geht der Schutz für Bauherren noch etwas weiter. Hier sind Bauvorhaben an selbstgenutzten Ein- und Zweifamilienhäusern ohne Begrenzung der Bausumme mitversichert. Allerdings ist der Wert der Eigenleistungen auf 150.000 Euro begrenzt. Sonstige Baumaßnahmen sind bis zu einer Bausumme von 500.000 Euro abgesichert.

Mehr dazu im Ratgeber Privathaftpflicht

  • Die private Haft­pflicht­ver­si­che­rung ist unverzichtbar – sie kümmert sich um Schäden, die Du verursachst. Bei großen Schäden kann sie Dich vor dem finanziellen Ruin bewahren.

  • Von uns emp­foh­lene Tarife sind Friday „Relax“ mit günstigen Beiträgen für alle, der Tarif „Einfach Besser“ der Haftpflichtkasse, besonders auch für Familien, und der Degenia-Tarif „T23-Optimum“, vor allem auch für Alleinerziehende.

Zum Ratgeber

Wann zahlt die Bau­her­ren­haft­pflicht­ver­si­che­rung nicht?

Die Ver­si­che­rung springt nicht ein, wenn ein Arbeiter Ansprüche gegen Dich als Bauherrn stellt. Wenn zum Beispiel ein Bauarbeiter stolpert und sich ein Bein bricht, ist das ein Arbeitsunfall und damit ist die gesetzliche Unfall­ver­sicherung zuständig, nicht die Bauherrenhaftpflicht. Die Bau­her­ren­haft­pflicht­ver­si­che­rung wehrt aber unberechtigte Ansprüche ab, Du musst Dich dann nicht darum kümmern.

Planst Du ohne Architekten und baust das ganze Haus ohne Baufirma, kannst Du oft keine Bauherrenhaftpflicht abschließen. Nach den Bedingungen der meisten Versicherer besteht Ver­si­che­rungs­schutz nur, wenn Dein Hausbau von entsprechenden Firmen zumindest geplant wird.

Ebenfalls nicht versichert ist, wenn Deine Angehörigen zu Schaden kommen, wenn zum Beispiel Dein Ehepartner durch herumliegenden Bauschutt verletzt wird oder ein Bauarbeiter das Auto Deiner Schwiegermutter beschädigt. Hilft Dir hingegen ein Verwandter bei den Baumaßnahmen und verursacht dabei einen Schaden bei einem Unbeteiligten, ist dieser Schaden versichert.

Schäden am Rohbau sichert nicht die Bauherrenhaftpflicht, sondern die Bau­leist­ungs­ver­si­che­rung oder die Feu­er­roh­bau­ver­si­che­rung ab.

* Was der Stern bedeutet:

Finanztip gehört zu 100 Prozent der gemeinnützigen Finanztip Stiftung. Die hat den Auftrag, die Finanzbildung in Deutschland zu fördern. Alle Gewinne, die Finanztip ausschüttet, gehen an die Stiftung und werden dort für gemeinnützige Projekte verwendet – wie etwa unsere Bildungsinitiative Finanztip Schule.

Wir wollen mit unseren Emp­feh­lungen möglichst vielen Menschen helfen, ihre Finanzen selber zu machen. Daher sind unsere Inhalte kostenlos im Netz verfügbar. Wir finanzieren unsere aufwändige Arbeit mit sogenannten Affiliate Links. Diese Links kennzeichnen wir mit einem Sternchen (*).

Bei Finanztip handhaben wir Affiliate Links aber anders als andere Websites. Wir verlinken ausschließlich auf Produkte, die vorher von unserer unabhängigen Experten-Redaktion emp­foh­len wurden. Nur dann kann der entsprechende Anbieter einen Link zu diesem Angebot setzen lassen. Geld bekommen wir, wenn Du auf einen solchen Link klickst oder beim Anbieter einen Vertrag abschließt.

Ob und in welcher Höhe uns ein Anbieter vergütet, hat keinerlei Einfluss auf unsere Emp­feh­lungen. Was Dir unsere Experten empfehlen, hängt allein davon ab, ob ein Angebot gut für Verbraucher ist.

Mehr Informationen über unsere Arbeitsweise findest Du auf unserer Über-uns-Seite.

Mit Deinem Beitrag unterstützt Du uns bei der unabhängigen Recherche für unsere Ratgeber.

Fördere die finanzielle Bildung in Deutschland. Mit Deinem Beitrag hilfst Du uns, noch mehr Menschen zu erreichen.