Bauherrenhaftpflichtversicherung

Sicherheit ab dem ersten Spatenstich

Silke Kursawe
& Co-Autor
Stand: 14. März 2018
Das Wichtigste in Kürze
  • Als Bauherr sind Sie verantwortlich für alles, was auf Ihrer Baustelle passiert – auch wenn Sie einen Architekten oder einen Bauunternehmer beauftragt haben.
  • Die Bauherrenhaftpflicht springt ein, falls es zu Personen- oder Sachschäden auf dem Bau kommt. Beispielsweise, wenn ein Fußgänger durch einen herabstürzenden Dachziegel verletzt wurde.
  • Bei guten Privathaftpflichtversicherungen ist das Risiko für Bauherren schon eingeschlossen, allerdings nur bis zu einer bestimmten Summe. Prüfen Sie Ihre Police, bevor Sie eine Bauherrenhaftpflichtversicherung abschließen.
  • Ist das Risiko nicht oder mit zu geringen Summe versichert, empfehlen wir, die Versicherung unbedingt vor Baubeginn abzuschließen.

Wer ein Haus baut, übernimmt viel Verantwortung, nicht nur in finanzieller Hinsicht. Vom ersten Spatenstich an haften Sie als Bauherr für Schäden, die anderen im Zusammenhang mit der Baustelle entstehen. Daher ist es umso wichtiger, gut abgesichert zu sein – mit einer speziellen Form der Haftpflichtversicherung. Die sogenannte Bauherrenhaftpflichtversicherung schützt Sie, wenn beispielsweise auf der Baustelle ein Fußgänger durch einen herabstürzenden Dachziegel verletzt wurde oder das Auto eines Anwohners beim Hantieren mit Dachbalken beschädigt wird.

Selbstbauen kostet mehr

Die Versicherung sollten Sie auf jeden Fall vor Baubeginn abschließen. Denn Ihre Haftung beginnt bereits bei Vertragsabschluss mit einem Architekten oder mit der Planung durch eine Baufirma. Der Beitrag zur Bauherrenhaftpflicht richtet sich nach der Höhe der Bau- und der Deckungssumme. Empfehlenswert ist eine Deckungssumme von mindestens 3 Millionen Euro für Personen- und Sachschäden, wobei die meisten Anbieter diesen Betrag ohnehin als Untergrenze ansetzen. Prüfen Sie außerdem, ob sich eine Selbstbeteiligung lohnt. Die Versicherung endet mit Abschluss der Bauarbeiten, spätestens jedoch zwei Jahre nach Versicherungsbeginn.

Planen Sie Baumaßnahmen in Eigenregie, müssen Sie das der Versicherung vor Abschluss der Police mitteilen. So sind mögliche, daraus resultierende Schäden ebenfalls abgesichert. Erfahrungsgemäß passieren mehr Unfälle, wenn Bauherren selber Hand anlegen, als wenn sie die Arbeiten Baufirmen übertragen. Deshalb sind Bauherrenversicherungen ab einer Eigenleistung von mehr als 20.000 Euro deutlich teurer.

Etwas anderes ist es, falls Sie bereits ein Haus besitzen und es nur aus- oder umbauen wollen. Dann reicht oftmals die private Haftpflichtversicherung aus. Welche Bausumme genau versichert ist, legt jede Versicherung individuell fest. Schauen Sie in Ihrer Police nach, was genau abgedeckt ist. Eventuell lohnt sich der Wechsel.

Finanztip empfiehlt die Haftpflichtversicherung „Einfach Besser Plus“ der Haftpflichtkasse. Mit dieser Versicherung sind Bauherren beim Bau ihres eigenen Hauses ohne Begrenzung der Bausumme abgesichert. Ebenfalls empfehlenswert ist der Tarif „Klassik-Garant Exklusiv“ der VHV. Damit sichern Häuslebauer Baumaßnahmen bis zu einer Bausumme von 200.000 Euro ab. Der Haftpflicht-Tarif "Prestige" der Bayerischen, der für Alleinstehende etwas günstiger sein kann, deckt Baumaßnahmen nicht ab.

Mehr dazu im Ratgeber Privathaftpflicht

Zum Ratgeber 

Wann die Bauherrenhaftpflichtversicherung nicht zahlt

Die Versicherung springt nicht ein, falls die Helfer Ansprüche gegen den Bauherrn stellen. Wenn ein Bauarbeiter stolpert und sich ein Bein bricht, ist das ein Fall für die gesetzliche Unfallversicherung, nicht für die Bauherrenhaftpflicht. Die Bauherrenhaftpflichtversicherung wehrt aber unberechtigte Ansprüche ab.

Planen und bauen Sie das ganze Haus ohne einen Architekten oder eine Baufirma, können Sie keine Bauherrenhaftpflicht abschließen. Denn das ist Bedingung der Versicherer.

Schäden am Rohbau sichern hingegen die Bauleistungsversicherung oder die Feuerrohbauversicherung ab.

Autor
Silke Kursawe
& Co-Autor
Eric Brandmayer

Stand: 14. März 2018


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