Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht

Wichtiger Schutz für Vermieter und Eigentümergemeinschaften

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht richtet sich speziell an Vermieter, Eigentümergemeinschaften und Besitzer von unbebauten Grundstücken.
  • Eigenheimbesitzer sind über ihre private Haftpflichtversicherung abgesichert.
  • Die Versicherung zahlt bei Schäden, falls der Eigentümer es versäumt hat, dafür zu sorgen, dass keine Gefahr für andere von seiner Immobilie ausgeht.
  • Für ein Zweifamilienhaus gibt es bereits gute Policen für weniger als 100 Euro im Jahr.

So gehen Sie vor

  • Bevor Sie sich nach einer Haftpflicht für Haus- und Grundbesitzer umschauen, sollten Sie prüfen, ob Sie bereits über Ihre private Haftpflicht- oder Bauherrenhaftpflicht-Versicherung ausreichend abgesichert sind.
  • Wählen Sie eine ausreichend hohe Versicherungssumme: Wir empfehlen mindestens 3 Millionen Euro.
  • Achten Sie darauf, dass kleinere Baumaßnahmen bis 100.000 Euro mitversichert sind. Falls Sie eine Solarstromanlage auf dem Dach haben, sollten auch Schäden durch die Anlage von dem Vertrag abgedeckt sein.
  • Als Vermieter können Sie die Kosten für die Versicherung über die Betriebskostenabrechnung an Ihre Mieter weitergeben.

Sei es, dass die Lampe im Treppenhaus kaputt gegangen ist, jemand im Halbdunkel ungünstig über eine Stufe stolpert und sich verletzt. Oder dass das Glatteis der vergangenen Nacht zu einer gefährlichen Rutschpartie für Passanten geworden ist, bevor Sie Gelegenheit hatten, auf dem Weg zur Haustür zu streuen: Eigentum verpflichtet. Und so müssen Sie als Hausbesitzer auch für Schäden aufkommen, die anderen durch Ihre Immobilie entstehen. Falls Sie zugleich Vermieter sind, sollten Sie eine Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht abschließen.

Wer braucht eine Grundbesitzerhaftpflicht?

Wer in seinem eigenen Haus wohnt, ist über seine private Haftpflichtversicherung abgesichert. Das gilt auch, falls der Eigenheimbesitzer einzelne Zimmer vermietet oder das Zuhause ab und an als Ferienhaus anbietet. Wer noch dabei ist zu bauen, ist über die Bauherrenhaftpflicht abgesichert.

Vermieter, Eigentümergemeinschaften und Besitzer eines unbebauten Grundstücks brauchen jedoch unbedingt eine gesonderte Haftpflichtversicherung für Haus- und Grundbesitzer. Vermieten Sie mehrere Wohnungen, brauchen Sie für jede Wohnung eine eigene Versicherung, sofern die Wohnungen auf unterschiedlichen Grundstücken sind.

Wann haften Eigentümer für Schäden?

Als Eigentümer sind Sie verpflichtet, dafür zu sorgen, dass von Ihrem Haus und Grundstück keine Gefahr ausgeht. Dazu gehört, dass Bewohner und Besucher unbeschadet im Haus ein- und ausgehen können. Außerdem dürfen Dritten keine Schäden entstehen durch Mängel am Gebäude wie lose Dachziegel oder unebene Gehwegplatten.

Damit Sie nicht persönlich für Schäden aufkommen müssen, falls doch mal etwas passiert, ist eine Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht unerlässlich. Die Versicherung bietet einen Rundumschutz: Sie zahlt sowohl, wenn etwas zu Bruch geht, als auch, wenn sich jemand verletzt. Auch wenn der Betreffende durch die Verletzung zusätzliche Einbußen hat, übernimmt das die Versicherung – beispielsweise weil er längere Zeit nicht arbeiten kann.

Darüber hinaus prüft die Versicherung, ob eine Forderung überhaupt berechtigt ist oder ob sich jemand auf Ihre Kosten bereichern möchte. Sie haben also einen passiven Rechtsschutz.

Wenn Sie einen Schaden haben, gelten dieselben Regeln wie bei der privaten Haftpflichtversicherung: schnell melden und ausreichend dokumentieren. Wichtig ist zusätzlich, die Gefahrenquelle schnellstmöglich zu beseitigen.

Die Versicherung ist kein Freifahrtschein

Die Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht entbindet Sie nicht von Ihren Sorgfaltspflichten. Ein über Monate kaputtes Licht im Treppenhaus beispielsweise kann als grob fahrlässig ausgelegt werden. In solchen Fällen kann Ihnen die Versicherung einen Teil der Kosten aufbürden.

Hausmeister sind mitversichert - Als Eigentümer sind Sie verantwortlich, falls beim Reinigen oder der Gartenpflege etwas passiert. Egal, ob der Hausmeister oder Sie persönlich einen Fehler gemacht haben, in beiden Fällen zahlt Ihre Versicherung.

Beispiel Glatteis - Die Gehwege vor und auf Ihrem Gelände müssen im Winter gestreut sein. Diese Aufgabe können Sie als Vermieter entweder den Mietern übertragen oder eine Firma beauftragen. Im zweiten Fall können Sie die Kosten auf die Mieter umlegen. Passiert trotzdem mal etwas, müssen Sie sich zwar als Eigentümer um den Schadensfall kümmern. Doch springt die Versicherung für den Schaden ein.

Die Schäden am Gebäude selbst sind nicht über die Haftpflicht versichert. Dazu benötigen Sie eine Wohngebäudeversicherung – für Hausbesitzer ebenfalls ein Muss.

Wo finde ich die passende Versicherung?

Die Haus- und Gebäudehaftpflicht gehört zu dem klassischen Angeboten eines Versicherers. Auf Vergleichsportalen wie Check24 können Verbraucher nach den günstigsten Tarifen suchen. Je nach Anbieter, Grundstücksgröße und Wohnungsanzahl unterscheiden sich die Kosten für eine Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht zum Teil erheblich. Einen soliden Vertrag gibt es für Zweifamilienhäuser bereits für weniger als 100 Euro im Jahr. Vermieter können die Kosten für die Versicherung mit der Betriebskostenabrechnung an die Mieter weitergeben.

Was muss eine gute Versicherung mitbringen?

Die richtige Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht sollte auf die Immobilie zugeschnitten sein. Hat das Gebäude keine Solaranlage, muss diese auch nicht mitversichert sein. Einige Standards sollte jedoch jeder Tarif erfüllen. Wir empfehlen, auf folgende Aspekte im Vertrag zu achten:

Mindestens 3 Millionen Euro Versicherungssumme

Die meisten Schäden beschränken sich auf einen überschaubaren Betrag. Doch ein ungünstiger Sturz von der Treppe kann ein Leben lang nachwirken. Wenn das lockere Geländer daran schuld ist, kann dafür schnell der Hauseigentümer zur Rechenschaft gezogen werden. Daher sollte die Versicherung mindestens für Schäden bis zu 3 Millionen Euro aufkommen. Auch eine höhere Versicherungssumme ist nicht verkehrt und oft bereits für einige Euro mehr im Jahr zu haben.

Bauarbeiten für 100.000 Euro mitversichern

Beim Hausbau passieren normalerweise die meisten Unfälle. Während der Bauarbeiten brauchen Sie eine spezielle Bauherrenhaftpflicht. Sie zahlt, wenn auf der Baustelle etwas passiert. Dieser Vertrag endet aber, wenn Sie Ihr fertiges Haus beziehen. Daher sollten spätere Umbauarbeiten und kleinere Modernisierungen in der Grundbesitzerhaftpflicht-Versicherung enthalten sein. Dabei gehen die Versicherer nach den Kosten der Baumaßnahmen. Je nach Anbieter fallen die Höchstgrenzen unterschiedlich aus. Eine gute Orientierung sind 100.000 Euro.

Die Photovoltaik-Anlage mit abdecken

Haben Sie eine Solarstrom-Anlage auf dem Dach, sichert die richtige Haus- und Gebäudebesitzerhaftpflicht diese mit ab. Gerade falls Sie keine Garantie über die Firma haben, die die Anlage installiert hat, sollten Sie diese über die Haftpflicht versichern. Denn vor allem bei schweren Stürmen kann es vorkommen, dass sich die Anlage vom Dach löst und auf ein umstehendes Auto fällt.

Auch für Spätfolgen haften

Bei älteren Verträgen kann es vorkommen, dass Schäden, die erst später auffallen, nicht mit abgesichert sind – beispielsweise wenn eine tropfende Wasserleitung über Monate oder gar Jahre einen Wasserschaden verursacht. Falls Sie schon länger eine Haftpflicht besitzen, sollten Sie kontrollieren, ob Ihre Versicherung auch für solche sogenannten Allmählichkeitsschäden aufkommt.

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Artikel verfasst von

Arne Düsterhöft

Finanztip-Volontär

Arne Düsterhöft ist Volontär in der Redaktion von Finanztip und unterstützt die unterschiedlichen Experten-Teams. Zuvor berichtete er über digitale Technologien und Telekommunikation in der Online-Redaktion von teltarif.de. Nach Auslandssemestern in Dublin und New York hat Arne Düsterhöft seinen Masterabschluss in Theaterwissenschaft an der Freien Universität Berlin gemacht.